In diesem Essay stelle ich 3 Rassismus-Begriffe vor und beleuchte ihre Implikationen für Diversitätsforschung und Diversion-Management.
Diversität, Vielfalt und interkulturelle Öffnung sind für die aktuelle Bundesregierung wichtige Pfeiler ihrer sozialpolitischen Ausrichtung. Eine Diversitätsstrategie, wie sie beispielsweise für die Bundesverwaltung erarbeitet wurde, setzt sich das Ziel, Vielfalt in allen Ebenen der Verwaltung zu verankern und damit Chancengerechtigkeit zu fördern. Auch kommen, im Lagebericht zu Rassismus in Deutschland aus dem Jahr 2023, Diversitätsmanagement und diversitätsfördernden Maßnahmen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung zu. Ein zentrales Ziel der Diversitätsstrategien und politischen Maßnahmen ist es, die Gesellschaft chancengerechter zu gestalten und dafür gruppenbezogene Benachteiligungen abzubauen. Diversitätsmanagement soll beispielsweise in allen öffentlichen Strukturen dafür sorgen, dass die Belegschaft repräsentativ die Gesellschaft abbildet. Dieses Abbild soll dann in dem Sinne repräsentativ sein, dass Gruppen, die entlang bestimmter Diskriminierungsdimensionen als benachteiligt markiert wurden, in wirtschaftlichen und öffentlichen Strukturen, einen gleichen Teil der Belegschaft ausmacht, wie in der Gesamtgesellschaft. Diskriminierung, die entlang rassistischer Zuschreibungen stattfindet, soll entsprechend durch eine stärkere Sichtbarkeit von Menschen mit Migrationshintergrund in öffentlichen Institutionen begegnet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Diversitätspolitik und -forschung vor dem Hintergrund dreier Rassismus-Begriffe
- Liberaler Rassismus/Antirassismus
- Rassismus-kritische Perspektive am Beispiel Paul Mecheril
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit dem Konzept der Diversitätspolitik und -forschung im Kontext von Rassismus und stellt drei verschiedene Rassismus-Begriffe einander gegenüber.
- Analyse der Diversitätspolitik aus der Sicht der Bundesregierung
- Kritik an der individualistischen Perspektive des liberalen Rassismus-Verständnisses
- Einführung einer rassismus-kritischen Perspektive nach Paul Mecheril
- Untersuchung der Rolle der Staatsangehörigkeit als Ausschlusskriterium im zeitgenössischen Rassismus
- Verknüpfung von Diversitätspolitik mit den historischen und aktuellen Erscheinungsformen von Rassismus
Zusammenfassung der Kapitel
- Der erste Teil des Textes stellt die Diversitätspolitik der Bundesregierung vor und erläutert deren Zielsetzung, die in der Förderung von Chancengerechtigkeit und der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung liegt. Dabei wird betont, dass Diversitätsmanagement und -fördernde Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen, um die Gesellschaft chancengerechter zu gestalten.
- Im zweiten Teil wird das liberale Rassismus-Verständnis der Bundesregierung kritisch beleuchtet. Dieses Verständnis betont die Individualisierung von Schuld und Verantwortung für rassistische Einstellungen und sieht in der Bildung und Diversitätskompetenz die wichtigsten Gegenmaßnahmen.
- Der dritte Teil des Textes stellt die rassismus-kritische Perspektive von Paul Mecheril vor. Mecheril beschreibt Rassismus als ein gesellschaftliches Ordnungssystem, das die Ungleichbehandlung von Menschen entlang natio-ethno-kultureller Gruppenkonstruktionen legitimiert.
Schlüsselwörter
Diversitätspolitik, Rassismus, Antirassismus, Diskriminierung, Diversitätsmanagement, liberaler Rassismus, Rassismus-kritische Theorie, Staatsangehörigkeit, natio-ethno-kulturelle Zuschreibungen, Kolonialismus, gesellschaftliche Ordnungssysteme, Ungleichbehandlung, Machtstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel von Diversitätspolitik?
Ziel ist es, Vielfalt in allen gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen zu verankern, Chancengerechtigkeit zu fördern und gruppenbezogene Benachteiligungen abzubauen.
Was wird am „liberalen Rassismus-Verständnis“ kritisiert?
Die Kritik besagt, dass es Rassismus zu stark individualisiert (Schuld des Einzelnen) und strukturelle Machtverhältnisse sowie gesellschaftliche Ordnungssysteme vernachlässigt.
Wie definiert Paul Mecheril Rassismus?
Mecheril sieht Rassismus als ein gesellschaftliches Ordnungssystem, das Menschen entlang natio-ethno-kultureller Zuschreibungen ungleich behandelt und diese Ungleichheit legitimiert.
Welche Rolle spielt Diversitätsmanagement bei der Rassismusbekämpfung?
Diversitätsmanagement soll sicherstellen, dass Belegschaften in öffentlichen und wirtschaftlichen Strukturen die Gesellschaft repräsentativ abbilden und Diskriminierung aktiv abgebaut wird.
Was bedeutet „interkulturelle Öffnung“?
Es ist der Prozess, Institutionen und Verwaltungen so umzugestalten, dass sie für Menschen unterschiedlicher Herkunft zugänglich sind und deren Kompetenzen wertschätzen.
Wie hängen Staatsangehörigkeit und Rassismus zusammen?
Die Staatsangehörigkeit dient oft als rechtliches und soziales Ausschlusskriterium, das natio-ethno-kulturelle Grenzen festigt und zur Legitimierung von Ungleichbehandlung beitragen kann.
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- Eyleen Fenske (Author), 2023, Diversitätspolitik und -forschung vor dem Hintergrund dreier Rassismus-Begriffe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382145