Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Quantenmechanik und Bewusstsein

Titel: Quantenmechanik und Bewusstsein

Essay , 2023 , 9 Seiten

Autor:in: Roland Wegscheider (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bewusstsein hängt von der Vielfalt der Zustände im Nervensystem ab. Wie die Epilepsie zeigt schwindet es, wenn die Neuronen in den einzelnen Hirnregionen kohärent feuern und keine Details mehr vorhanden sind. Vor dem Hintergrund einer einheitlichen Grundschwingung von 40Hz erleben diese Menschen in diesem Zustand nichts. Die Lebendigkeit des Bewusstseins kommt erst zustande, wenn eine Vielfalt von aktiven Subkomponenten in einer komplexen funktionalen Einheit miteinander verbunden sind. Dabei muss ein gewisses Komplexitätsniveau erreicht werden. Bei der Dekohärenz in der Quantenmechanik geschieht etwas Vergleichbares. Durch die Beobachtung kollabiert die Wellenfunktion gemäß der Schrödingergleichung. Die kohärenten Wellenstränge beeinflussen und begrenzen sich durch die Betrachtung gegenseitig und werden so zu Objekten unseres Bewusstseins. Die Kohärenz wird quasi durch die Einbettung in die Welt ausgewaschen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Welt als Kette von Ereignissen

1.1. QM-Verschränkungen

1.2. Das Bose-Einstein-Kondensat

1.3. Koexistenz in Systemen

1.4. Dekohärenz

2. Klassenbildung

2.1. Differenzierung

3. Bewusstsein

3.1. Stimulus durch Interesse

3.2. Neuronale Aktivitäten

3.2.1. Komplexität

3.2.2. Integriertheit

3.2.3. Differenziertheit

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Verbindungen zwischen quantenmechanischen Phänomenen wie Dekohärenz und der Entstehung von Bewusstsein im menschlichen Gehirn, wobei sie insbesondere die prozessphilosophische Perspektive nach A.N. Whitehead einbezieht.

  • Die Rolle von Ereignissen und Klassenbildung in der physikalischen Weltsicht
  • Die Analogie zwischen quantenmechanischer Dekohärenz und neuronalen Prozessen
  • Die Bedeutung von Komplexität, Integriertheit und Differenziertheit für das Bewusstsein
  • Die Funktion des Beobachters und die subjektive Konstruktion von Realität
  • Der Einfluss von selektiver Wahrnehmung und Interesse auf die Informationsverarbeitung

Auszug aus dem Buch

1.1. QM-Verschränkungen

Eine quantenmechanische Verschränkung der Ereignisstränge ist nicht eine einfache Addition von klassischen Zuständen, sondern eine Einheit ganz anderer Art. Die verschränkten Teilchen bzw. Wellen im verbundenen Zustand können sich nur in einem spezifischen Zustand befinden, wenn das korrespondierende andere Teilchen in dem dazu korrespondierenden Zustand ist. Anders als in der klassischen Physik in dem zusammengesetzte Systeme separabel sind und jedes Teil seinen wohldefinierten Zustand hat, existieren in der Quantenmechanik diese Zustände gleichzeitig nebeneinander. Selbst wenn der Zustand eines Gesamtsystems einfach aus wohldefinierten Anfangszuständen der Teilsysteme besteht, entwickelt es sich in der Superposition zu einer Einheit mit einer ganz anderen holistischen Erscheinung. Zwischen den Teilsystemen besteht ein Zusammenhang der instantan auch über weite Entfernungen wirksam ist.

Das sprengt den Bereich des konkret Vorstellbaren, ist aber empirisch gesichert. Die Schwierigkeit die Quantenmechanik unserem Bewusstsein zugänglich zu machen ist, dass uns die Dinge nur im klassischen Zustand verständlich sind und wir deshalb notwendigerweise auf eine grobkörnige Beschreibung der Wirklichkeit angewiesen sind die aus der Wellenfunktion immer nur eine Ebene herausschneidet. Quantenmechanisch beschrieben existieren wir gleichzeitig in vielen verschiedenen klassischen Zuständen aber nur einer davon ist unserem jeweiligen Bewusstsein zugänglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Welt als Kette von Ereignissen: Dieses Kapitel erläutert die Welt als ein Geflecht aus diskreten Ereignissen, wobei die Quantenmechanik und Whitehead’sche Prozessphilosophie als theoretische Grundlagen dienen.

1.1. QM-Verschränkungen: Hier wird die quantenmechanische Verschränkung als holistisches Phänomen beschrieben, das über klassische Vorstellungen von separaten Zuständen hinausgeht.

1.2. Das Bose-Einstein-Kondensat: Der Abschnitt behandelt das Kondensat als makroskopisches Quantenobjekt, bei dem individuelle Teilchen ihre Unterscheidbarkeit verlieren.

1.3. Koexistenz in Systemen: Es wird erörtert, wie unsichtbare Strukturen in der Welt koexistieren und durch Beobachtung/Interesse erst in den Bereich des Bewusstseins treten.

1.4. Dekohärenz: Dieser Punkt erklärt den Übergang von Quantenzuständen zur klassischen Realität als einen Prozess der Interferenzstörung durch die Umwelt.

2. Klassenbildung: Das Kapitel befasst sich mit dem menschlichen Kunstgriff, durch Unterscheidung und Objektivierung Ordnung in der Welt zu schaffen.

2.1. Differenzierung: Hier wird beschrieben, wie Ereignisse durch Klassenbildung geordnet werden, um Struktur und Bedeutung zu erzeugen.

3. Bewusstsein: Dieses Kapitel verortet das Bewusstsein als die "Bühne der Welt" und hinterfragt die Rolle des Beobachters.

3.1. Stimulus durch Interesse: Erläutert wird, dass der Beobachter nur Ausschnitte der vieldimensionalen Realität wahrnimmt, basierend auf seinen Bedürfnissen und Interessen.

3.2. Neuronale Aktivitäten: Der Abschnitt legt die biologischen Grundlagen des Bewusstseins durch komplexe Aktivitätsmuster in Neuronengruppen dar.

3.2.1. Komplexität: Definiert Komplexität als notwendige Voraussetzung für Bewusstsein im Gegensatz zu vollkommener Ordnung oder reinem Zufall.

3.2.2. Integriertheit: Beschreibt die Einheit eines Bewusstseinszustandes, der sich aus der Synchronisation neuronaler Gruppen ergibt.

3.2.3. Differenziertheit: Erklärt die Bedeutung der Vielfalt möglicher Zustände für die Reichhaltigkeit des Verhaltensrepertoires.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel fasst die Synthese aus funktionaler Spezialisierung und Integration zusammen und zieht Parallelen zur Quantenmechanik.

5. Literatur: Listet die verwendeten Quellen der wissenschaftlichen Untersuchung auf.

Schlüsselwörter

Quantenmechanik, Bewusstsein, Dekohärenz, Prozessphilosophie, Ereignisstränge, neuronale Aktivitäten, Komplexität, Integriertheit, Differenziertheit, Wellenfunktion, Beobachterrolle, Klassenbildung, Reentry, Gehirn, Objektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und physikalischen Gemeinsamkeiten von quantenmechanischen Prozessen und der menschlichen Bewusstseinsbildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Quantenphysik (insbesondere Verschränkung und Dekohärenz), Prozessphilosophie nach Whitehead, Neurobiologie sowie die Theorie der komplexen integrierten Systeme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bewusstsein als Prozess aus einer Synergie von integraler und differenzierter neuronaler Aktivität entstehen kann, analog zur Auswaschung von Kohärenz in der Quantenwelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen analytisch-philosophischen Ansatz, der physikalische Theorien (Quantenmechanik) mit systembiologischen und neurowissenschaftlichen Modellen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Ordnung in der Welt durch Ereignisstränge, die Mechanismen der Klassenbildung und die neuronale Architektur hinter dem Bewusstsein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Quantenmechanik, Bewusstsein, Dekohärenz, Komplexität, Integration und Differenzierung.

Inwiefern spielt die Epilepsie eine Rolle bei der Erklärung des Bewusstseins?

Epileptische Anfälle dienen als anschauliches Beispiel, bei dem eine zu hohe Kohärenz (40Hz Rhythmus) die neuronale Differenziertheit und Komplexität derart einschränkt, dass das Bewusstsein schwindet.

Ist das Bose-Einstein-Kondensat mit dem menschlichen Gehirn vergleichbar?

Nur in Bezug auf die Reduktion von Komplexität; während das Kondensat bei extrem niedrigen Temperaturen als eine "einzige Welle" existiert, findet der Bewusstseinsprozess in einem warmen, hochkomplexen Gehirn statt.

Was versteht der Autor unter dem "Messproblem" im Kontext des Bewusstseins?

Es ist die Problematik, dass die Realität erst durch die Wechselwirkung des Beobachters (die Messung bzw. Betrachtung) aus der Superposition von Möglichkeiten als konkretes Ereignis in unser Bewusstsein tritt.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Quantenmechanik und Bewusstsein
Hochschule
Hochschule für Philosophie München
Autor
Roland Wegscheider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
9
Katalognummer
V1382432
ISBN (PDF)
9783346922502
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Quantenmechanik, Bewusstsein, Dekohärenz, Epilepsie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roland Wegscheider (Autor:in), 2023, Quantenmechanik und Bewusstsein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382432
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  9  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum