Das Ziel dieser Ausarbeitung ist, Erfolgsfaktoren für KMUs in Deutschland zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, woraus sich folgende zentrale Forschungsfrage ableitet: Welche Faktoren führen dazu, dass KMUs in Deutschland langfristig zu den besten in ihrer Branche gehören? Zur Beantwortung der Forschungsfrage und Überprüfung der Hypothesen werden Experteninterviews durchgeführt und anschließend mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und analysiert. Die Experten umfassen hierbei zwölf Geschäftsführer und zwei leitende Angestellte von 14 langfristig erfolgreichen KMUs deutschlandweit und branchenübergreifend. Mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse können die Antworten aus den Experteninterviews strukturiert und analysiert werden, sodass daraus Erfolgsfaktoren identifiziert und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können.
Der deutsche Mittelstand macht die Bundesrepublik zu einem starken Wirtschaftsstandort. Dieses einzigartige Wirtschaftsmodell beruht auf der Vielfalt spezialisierter Unter-nehmen, die im ganzen Land verteilt und dennoch eng miteinander verknüpft sind. Nicht ohne Grund wird der Mittelstand in der Öffentlichkeit häufig als der Wirtschaftsmotor Deutschlands und Garant für Stabilität und Fortschritt bezeichnet. Auf internationalem Feld hat sich der deutsche Mittelstand als Markenzeichen („German Mittelstand“) entwickelt. Mit einem Anteil von 99,5% erwirtschaften kleine und mittelständische Unternehmen mehr als jeden zweiten Euro und damit 58% der Nettowertschöpfung in Deutschland, wodurch der gute Ruf in der Öffentlichkeit gerechtfertigt wird.
Darüber hinaus wirkt der deutsche Mittelstand als ein Beschäftigungsmotor. Im Jahr 2016 stellen kleine und mittlere Unternehmen rund 59% aller Arbeitsplätze in Deutschland und sind zudem maßgeblich an der Ausbildung in Deutschland beteiligt. Im Jahr 2017 stellten Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten rund 82% der insgesamt 1,52 Millionen betrieblichen Ausbildungsplätze zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Bezug zu vorangegangenen Arbeiten
1.3 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Abgrenzung von KMUs
2.2 Bedeutung von Erfolgsfaktoren
2.3 Erfolgsfaktorenforschung
2.3.1 Ziele der Erfolgsfaktorenforschung
2.3.2 PIMS-Programm als Ursprung der Erfolgsfaktorenforschung
2.3.3 Porters Fünf-Kräfte-Modell
2.3.4 Porters Modell der generischen Wettbewerbsstrategien
2.3.5 7-S-Modell als anerkanntes Modell der Erfolgsfaktorenforschung
3 Empirische Untersuchung zu Erfolgsfaktoren von KMUs in Deutschland
3.1 Untersuchungsdesign
3.1.1 Erstellen von Experteninterviews
3.1.2 Qualitative Inhaltsanalyse
3.1.3 Inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse
3.2 Durchführung der Untersuchung
3.2.1 Datenerhebung anhand von Experteninterviews
3.2.2 Datenauswertung mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse
3.2.3 Gütekriterien
4 Empirische Ergebnisse
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Interpretation der Ergebnisse
4.3 Vergleich mit vorhandenen empirischen Untersuchungen
5 Fazit
5.1 Wesentliche Ergebnisse
5.2 Handlungsempfehlungen
5.3 Weiterer Forschungsbedarf
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Erfolgsfaktoren für KMUs in Deutschland zu identifizieren, um Inhabern und Managern empirisch gestützte Handlungsempfehlungen zur Sicherung eines langfristigen Unternehmenserfolgs zu geben. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Faktoren führen dazu, dass KMUs in Deutschland langfristig zu den besten ihrer Branche gehören?
- Identifikation und Analyse von Erfolgsfaktoren mittels Experteninterviews bei langfristig erfolgreichen Unternehmen.
- Anwendung des 7-S-Modells als theoretisches Grundgerüst für die Untersuchung strategischer Erfolgsfaktoren.
- Überprüfung von Hypothesen zu intrinsischen Faktoren, Strategien, Branchenunabhängigkeit und dem Vergleich mit Großunternehmen.
- Vergleich der erzielten Forschungsergebnisse mit existierenden Studien zum Unternehmenserfolg im Mittelstand.
Auszug aus dem Buch
1.2 Bezug zu vorangegangenen Arbeiten
Die in dieser Ausarbeitung thematisierte Analyse basiert auf den Ergebnissen der Masterthesis von Frau Rocha Morales aus dem Jahr 2018: „Comparative analysis of the success of the best and worst-performing medium-sized companies in Germany“. Dabei wurde eine vergleichende Analyse des Erfolgs der am besten und schlechtesten aufgestellten KMUs in Deutschland anhand der EBIT-Marge durchgeführt. Die untersuchten Unternehmen wurden nach Branchen kategorisiert und für jede Branche wurde ein Branchendurchschnitt, die Unternehmen im höchsten Quantil (80%) und im niedrigsten Quantil (20%) ermittelt. Die dafür verwendeten Unternehmensdaten aus den Jahren 2007-2016 stammen von der Firmendatenbank Hoppenstedt. (Vgl. Rocha Morales 2018)
Für die Messung des Erfolgs wurde die EBITDA- sowie die EBIT-Marge berechnet. Das EBIT (engl. Earnings Before Interest and Taxes) stellt eine Messgröße für das operative Ergebnis eines Unternehmens dar, weil Zinsen und Steuern bei dieser Betrachtung unberücksichtigt bleiben. Diese Kennzahl stammt aus der Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und dient vor allem dazu, die Geschäftstätigkeit von Unternehmen unabhängig von ihrer Finanzstruktur in einem bestimmten Zeitraum zu beurteilen und um eine Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen mit unterschiedlichen Zins- und Steuerbelastungen zu ermöglichen. (Vgl. BVBC 2004)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des deutschen Mittelstands, definiert das Ziel der Arbeit und stellt den Bezug zu vorherigen Studien her.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden KMUs definiert, zentrale Begriffe der Erfolgsfaktorenforschung geklärt und prominente Modelle wie Porters Fünf-Kräfte-Modell sowie das 7-S-Modell vorgestellt.
3 Empirische Untersuchung zu Erfolgsfaktoren von KMUs in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere das Design der Experteninterviews und die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse.
4 Empirische Ergebnisse: Hier werden die durch die Experteninterviews gewonnenen Daten strukturiert zusammengefasst, interpretiert und mit vorhandener Literatur abgeglichen.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, leitet konkrete Handlungsempfehlungen ab und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Erfolgsfaktoren, KMU, Mittelstand, Unternehmensführung, Strategie, Experteninterviews, Qualitative Inhaltsanalyse, 7-S-Modell, Wettbewerbsvorteile, Nischenmarktstrategie, Mitarbeiterorientierung, Prozessmanagement, EBIT-Marge, Deutschland, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation von Erfolgsfaktoren deutscher kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMUs) und leitet daraus Handlungsempfehlungen für deren Management ab.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen Strategie, Struktur, Prozesse (System), Spezialkenntnisse, Personal, Führungsstil und das Selbstverständnis von erfolgreich agierenden KMUs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, durch welche Faktoren KMUs in Deutschland langfristig zu den besten ihrer Branche gehören, um diese empirisch belegbar zu machen.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Experteninterviews mit Geschäftsführern und leitenden Angestellten von 14 langfristig erfolgreichen KMUs basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das Untersuchungsdesign (qualitative Inhaltsanalyse), die Ergebnisdarstellung nach Kategorien und deren Interpretation durch einen Vergleich mit existierender Forschung.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Erfolgsfaktoren, KMU, Strategie, Experteninterviews, Unternehmenserfolg, Nischenmarktstrategie, Mitarbeiterorientierung.
Warum ist die Nischenmarktstrategie laut dieser Studie besonders wichtig?
Die Nischenstrategie ermöglicht KMUs eine klare Positionierung, durch die sie sich dem Wettbewerbsdruck durch Großunternehmen entziehen und spezifische Kundenbedürfnisse optimal bedienen können.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur?
Die Kultur, insbesondere der kooperative Führungsstil und die Wertschätzung der Mitarbeiter, wird als wesentlicher Erfolgsfaktor identifiziert, um Eigenmotivation und Identifikation zu stärken.
Warum ist der Vergleich mit Großunternehmen relevant?
Er hilft dabei, zu prüfen, ob sich die Erfolgsrezepte von KMUs von denen großer Konzerne unterscheiden, und dient zur Validierung der untersuchten Hypothesen.
- Quote paper
- Jana Prüser (Author), 2019, Erfolgsfaktoren von KMU in Deutschland. Analyse und Handlungsempfehlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382487