Bei der vorliegenden Arbeit geht es um folgende Fragestellungen: Gibt es Unterschiede bei der Gestaltung von Grabstätten, abhängig von den verschiedenen Berufsgruppen und Aufgabenbereichen in einer Legion? Inwiefern unterscheiden sich Grabstätten gefallener Soldaten und Befehlshabern in siegreichen Schlachten mit Grabstätten gefallener Soldaten und Befehlshabern bei Niederlagen? Dies wird aufgeführt an ausgewählten Beispielen der Feldzüge in Germanien.
Bei der Beschreibung gehe ich ganz besonders auf die Form, die verschiedenen Darstellungsarten und eventuelle Bildnisse ein. Aber auch die einzelnen Inschriften werden zitiert, übersetzt und analysiert. Meine Analyse der Grabsteine beschäftigt sich vor allen Dingen mit dem Grund der oben genannten Darstellungsformen und mit der Art der Inschriften. Dabei ist es mein Ziel, auch auf einzelne Inschriftenpassagen einzugehen, ob diese vorhanden sind oder aus einem bestimmten Grund weggelassen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zur Analyse von römischen Grabstätten
3 Vergleich und Analyse von Grabmälern der verschiedenen Berufsgruppen einer Legion
3.1 Grabsteine von Führungspersonen
3.2 Grabsteine einfacher Soldaten
3.3 Grabsteine von Adlerträgern
3.4 Grabsteine von Reitern
3.5 Vergleich
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die unterschiedliche Gestaltung römischer Soldatengrabsteine in Germanien, um Rückschlüsse auf den sozialen Status und die berufliche Funktion der Verstorbenen innerhalb der Legion zu ziehen.
- Analyse römischer Grabinschriften und Epigraphik als Hilfswissenschaft.
- Vergleich von Grabmalen verschiedener militärischer Ranggruppen (Führungskräfte, einfache Soldaten, Adlerträger, Reiter).
- Identifikation von Statussymbolen durch Bildsprache und Inschriftlänge.
- Untersuchung der These, dass Grabsteine als Repräsentationsmittel für Wohlstand und Familienstatus dienten.
Auszug aus dem Buch
3.1 Grabsteine von Führungspersonen
Der bekannte Grabstein des Marcus Caelius (CIL XIII 8648), auch bekannt als Caelius-Stein ist ein wichtiges Relief der Varus-Katastrophe, die um 9 n. Chr. stattgefunden hat. Dementsprechend lässt sich der Stein auf ca. 9 n. Chr. und damit der spätaugusteischen Zeit zuordnen. Gefunden wurde er 1620 in der Nähe von Xanten. Heute befindet sich der Grabstein im LVR-Landesmuseum Bonn.
Der Gedenkstein ist aus Kalkstein gefertigt und misst 1,27 m in der Höhe und 1,08 m in der Breite. Er lässt sich in zwei Abschnitte einteilen, in ein oberes Bildfeld und in eine untere Inschriftentafel. Auf dieser ist folgendes zu lesen:
„M(arco) Caelio T(iti) f(ilio) Lem(onia tribu) Bon(onia) | [I] o(rdinis) leg(ionis) XIIX ann(orum) LIIIS | [oc]cidit bello Variano; ossa | [i]nferre licebit. P(ublius) Caelius T(iti filius !) |5 Lem(onia tribu) frater fecit.“
„Für Marcus Caelius, Sohn des Titus von der Tribus Lemonia, aus Bononia (Bologna), Hauptmann der 1. Kohorte der 18. Legion; mit 53 1/2 Jahren ist er im Krieg des Varus gefallen; seine Gebeine dürfen (in diesem Grab) beigesetzt werden. Publius Caelius, Sohn des Titus von der Tribus Lemonia, hat als Bruder (das Grabmal) errichten (lassen).“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das Untersuchungsfeld der römischen Grabsteine in Germanien und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die zentrale These zur sozialen Funktion der Grabmäler vor.
2 Theoretische Grundlagen zur Analyse von römischen Grabstätten: Dieses Kapitel erläutert die Epigraphik als historische Hilfswissenschaft und beschreibt den typischen strukturellen Aufbau und die ästhetischen Merkmale römischer Grabinschriften.
3 Vergleich und Analyse von Grabmälern der verschiedenen Berufsgruppen einer Legion: In diesem Kapitel erfolgt die detaillierte Untersuchung und Gegenüberstellung von Grabsteinen verschiedener militärischer Ränge, basierend auf ausgewählten repräsentativen Exemplaren.
3.1 Grabsteine von Führungspersonen: Analyse eines aufwendig gestalteten Grabmals eines Hauptmanns, das militärische Auszeichnungen und einen hohen sozialen Status widerspiegelt.
3.2 Grabsteine einfacher Soldaten: Untersuchung der schlichteren Grabmäler einfacher Fußsoldaten, die sich durch minimierte Verzierungen und eine Inschrift auf die wesentlichen Fakten beschränken.
3.3 Grabsteine von Adlerträgern: Betrachtung eines hochrangigen, reich verzierten Grabmals, das den Stellenwert des Adlerträgers im Stab des Kommandanten verdeutlicht.
3.4 Grabsteine von Reitern: Analyse eines Grabsteins mit detailreicher Reiterkampfszene, die sowohl den Beruf als auch den Status des Verstorbenen innerhalb des Reiterregiments betont.
3.5 Vergleich: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die Gemeinsamkeiten in der Grabgestaltung sowie markante Unterschiede in Bezug auf Status und Kosten der Denkmäler herausarbeitet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass Grabsteine als Statussymbole dienten, während die ursprüngliche Zielsetzung, Schlachtverläufe anhand der Steine abzulesen, aufgrund fehlender Quellenangaben verworfen wurde.
Schlüsselwörter
Römische Geschichte, Epigraphik, Grabsteine, Legion, Militärgeschichte, Marcus Caelius, Soldatenleben, Germanien, Statussymbol, Grabbeigaben, Inschriften, Grabarchitektur, Führungspersonen, Adlerträger, Auszeichnungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich römischer Grabsteine von Soldaten, die während der Feldzüge in Germanien umgekommen sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen die epigraphische Auswertung der Inschriften sowie die visuelle Untersuchung von Form, Bildnis und Verzierung der Grabmale verschiedener militärischer Ranggruppen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Gestaltung der Grabstätten aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit diese Grabmale als Statussymbole für den Verstorbenen und dessen Familie fungierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Epigraphik als historische Hilfswissenschaft, um Inschriften zu übersetzen und strukturelle sowie ikonographische Merkmale der Grabsteine interpretativ zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung vier spezifischer Gruppen: Führungspersonen, einfache Soldaten, Adlerträger und Reiter, wobei für jede Gruppe repräsentative Beispiele detailliert analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Römische Geschichte, Epigraphik, Grabstein-Ikonographie, Militärstand und soziale Repräsentation definiert.
Können Grabsteine tatsächlich Todesursachen wie Niederlagen belegen?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Inschriften nur selten den Schlachtort oder die Todesursache explizit nennen, womit eine direkte historische Zuordnung zu Niederlagen in der Regel nicht möglich ist.
Warum spielt die Unterscheidung der Berufsgruppen eine wichtige Rolle?
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass die Vergütung und der militärische Rang direkt mit dem finanziellen Aufwand und dem Prestige des errichteten Grabmals korrelierten, was die These des Statussymbols untermauert.
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- Anonym (Author), 2021, Die Gestaltung von Grabstätten römischer Legionäre. Unterschiede je nach Berufsgruppe, Aufgabenbereich und Sieg oder Niederlage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382629