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Portfolio Management von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Title: Portfolio Management von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Diploma Thesis , 2008 , 71 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Miriam Brosig (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

In Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind die Auswahl des Mandantenportfolios und dessen wiederkehrende Risikobewertung wesentliche Prozesse zur Risikoüberwachung und -einflussnahme. In der Vergangenheit wurde vor der Zielsetzung, möglichst viele neue Mandanten aufzunehmen und rentable Mandate fortzuführen, die Einschätzung des mit dem Mandanten verbundenen Risikos jedoch häufig vernachlässigt.
Im Gegensatz zu früheren Ansätzen der Risikobewertung, die größtenteils erst nach der Auftragsannahme ansetzten, wird gegenwärtig die Notwendigkeit zur Risikobewertung vor der Auftragsannahme hervorgehoben. Die Analyse des Risikos vor der Mandatsannahme wird so zu einem wichtigen Instrument, um das Gesamtrisiko zu minimieren. Dadurch sind auch berufsrechtliche und gesetzliche Bestrebungen zu erklären, die den Prüfer verpflichten, das mit den Mandanten verbundene Risiko kontinuierlich zu überwachen und seine Portfolioentscheidungen an den daraus gewonnenen Erkenntnissen auszurichten.
Portfoliomanagement-Entscheidungen der Prüfungsgesellschaft umfassen auch die Entscheidung über die Fortführung bestehender Mandate. Für die Prüfungsgesellschaften wird durch zielgerichtete Portfoliomanagement-Entscheidungen der Grundstein für eine langfristige finanzielle Sicherheit gelegt. Für den Mandanten sind hingegen insbesondere negative Entwicklungen infolge einer möglichen Mandatsniederlegung durch den Prüfer relevant, wie z.B. sinkende Aktienkurse oder mangelnde Kreditwürdigkeit.
Im zweiten Abschnitt folgt einführend eine Darstellung des Portfoliomanagement-Prozesses innerhalb einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und möglicher dabei zu be-rücksichtigender Risiken.
Der dritte Abschnitt beinhaltet die theoretische Darstellung des Portfolio- und Risikomanagements einer Prüfungsgesellschaft. Erkenntnisse der finanzwirtschaftlichen Portfoliotheorie, die zum Verständnis in Grundzügen dargestellt wird, werden dabei auf das Portfoliomanagement in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften übertragen.
Die Ergebnisse empirischer Erhebungen über Portfoliomanagement-Entscheidungen der Prüfungsgesellschaften werden im vierten Abschnitt aufgezeigt. Dabei wird untersucht, welche Risikofaktoren einen Einfluss auf Portfoliomanagement-Entscheidungen haben.
Abschnitt fünf stellt die Grundsätze und Methoden des angewandten Portfoliomanagements anhand des Beispiels zweier großer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hintergrund und Ziel der Untersuchung

2. Portfoliomanagement und Risiko

2.1 Portfoliomanagement in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen

2.3 Risikomodelle

2.3.1 Klassischer Ansatz: Prüfungsrisikomodell

2.3.2 Moderner Ansatz: Business Risk Model

2.3.2.1 Grundlagen

2.3.2.2 Prüfungsrisiko

2.3.2.3 Geschäftsrisiko des Mandanten

2.3.2.4 Geschäftsrisiko der Prüfungsgesellschaft

3. Theoretische Grundlagen

3.1 Finanzwirtschaftliche Portfoliotheorie

3.1.1 Grundlagen

3.1.2 Moderne Portfoliotheorie nach Markowitz

3.1.2.1 Investoren

3.1.2.2 Rendite, Risiko und Effizienz

3.2 Das Modell von Simunic / Stein (1990)

3.2.1 Grundlagen

3.2.2 Kostenfunktion

3.2.3 Rendite

3.2.4 Prüfungsgebühr und Risiko

3.2.5 Komparativ-statische Analyse des Prüfungsrisikos

3.2.6 Kritische Würdigung

3.3 Modellerweiterung Beck / Wu (2006)

3.3.1 Grundlagen

3.3.2 Modell

3.3.3 Ergebnisse

4. Empirische Studien

4.1 Mandatsannahmeentscheidungen

4.2 Mandatsfortführungsentscheidungen

4.3 Zusammenfassung und Wertung

4.4 Die Studie von Johnstone / Bedard (2004)

4.4.1 Einführung

4.4.2 Hypothesen

4.4.3 Methodisches Vorgehen

4.4.3.1 Datenbasis

4.4.3.2 Relevante Variablen und Tests

4.4.4 Ergebnisse

4.4.4.1 Risikovergleich der Subportfolios

4.4.4.2 Risikoarten

4.4.4.3 Prüfungsgebühren

4.4.5 Kritik

5. Praxis des Portfolio Managements in großen WPG

5.1 Grundlagen

5.2 Pricewaterhouse Coopers: FRISK

5.3 KPMG: KRisk

5.4 Kritik

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Anwendung theoretischer Konzepte des Portfoliomanagements auf Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kritisch zu untersuchen und die praktische Relevanz sowie Umsetzung von Risikomanagementsystemen in großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu analysieren.

  • Methodische Analyse von Risikomodellen (Prüfungsrisikomodell vs. Business Risk Model)
  • Übertragung der finanzwirtschaftlichen Portfoliotheorie auf die Mandatsverwaltung
  • Empirische Auswertung von Mandatsannahme- und Mandatsfortführungsentscheidungen
  • Vergleichende Darstellung automatisierter Risikomanagementsysteme (FRISK und KRisk)
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Markowitz-Modellen auf den Prüfungsmarkt

Auszug aus dem Buch

2.1 Portfoliomanagement in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Das Portfoliomanagement ist eine Planungsmethode, die zur Aufgabe hat, die Zusammensetzung eines Portfolios optimal zu bestimmen. Hierbei wird, mit dem Ziel, ein möglichst niedriges Risiko und eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, der Portfoliobestand nach Erwartungswert und Standardabweichung der Rendite bewertet.9 Ursprünglich bezieht sich diese Definition auf ein Wertpapierportfolio, sie kann aber auf andere Bereiche, hier das Mandantenportfolio einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, übertragen werden.

Je nachdem, ob die geschätzten Erlöse aus der Mandatsannahme bzw. -fortführung die mit dem Auftrag verbundenen Prüfungskosten und das Risiko des Mandanten decken, trifft die Prüfungsgesellschaft in jeder Periode Portfoliomanagement-Entscheidungen.

Neben der von der Prüfungsgesellschaft nicht beeinflussbaren Kündigung des Verhältnisses durch den Mandanten (mandantenseitige Kündigung), muss die Prüfungsgesellschaft in jeder Periode eine Entscheidung über Mandatsannahmen und -fortführungen treffen. Der Entscheidungsprozess ist in Darstellung 1 abgebildet. Ausgehend von dem Ursprungsportfolio einer Periode ergibt sich daraus ein neues Mandantenportfolio für die Prüfungsgesellschaft.

Begrifflich ist das Portfoliomanagement abzugrenzen vom Risikomanagement einer Prüfungsgesellschaft.

Als Ziele des Portfoliomanagements einer Prüfungsgesellschaft können, wie oben angeführt, einerseits die Maximierung der Rendite bei vorgegebenem Risiko oder andererseits die Minimierung des Risikos bei gegebener Rendite angeführt werden. Auch eine synchrone Optimierung beider Zielgrößen kommt in Betracht. Unter der Annahme eines perfekten Wettbewerbsmarktes ist jedoch die Gewinnerzielungsabsicht der Prüfungsgesellschaft zu vernachlässigen. Aufgrund dessen kann die Optimierung des Mandantenportfolios in Hinblick auf die Risikostruktur als vorrangiges Ziel des Portfoliomanagements der Prüfungsgesellschaft aufgefasst werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hintergrund und Ziel der Untersuchung: Einführung in die Relevanz der Risikoüberwachung bei der Mandantenwahl und Darstellung der Struktur der Arbeit.

2. Portfoliomanagement und Risiko: Definition von Portfoliomanagement im Kontext von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Abgrenzung zu gängigen Risikomodellen wie dem Business Risk Model.

3. Theoretische Grundlagen: Übertragung finanzwirtschaftlicher Portfoliotheorien nach Markowitz sowie des Modells von Simunic/Stein auf die Mandatsverwaltung, inklusive Erweiterungen durch Beck/Wu.

4. Empirische Studien: Übersicht und Analyse wissenschaftlicher Untersuchungen zu Entscheidungsfaktoren bei der Mandatsannahme und -fortführung.

5. Praxis des Portfolio Managements in großen WPG: Darstellung der implementierten Risikomanagementsysteme FRISK (PwC) und KRisk (KPMG) in der Praxis.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen und praktischen Ansätze zur Optimierung von Mandantenportfolios durch Risikodiversifikation.

Schlüsselwörter

Portfoliomanagement, Risikomanagement, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Prüfungsrisiko, Geschäftsrisiko, Mandantenportfolio, Mandatsannahme, Mandatsfortführung, Diversifikation, Risikoausgleich, Business Risk Model, Prozessrisiko, Prüfungsqualität, Risikoanalyse, Marktportfolio

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Anwendung von Methoden des Portfoliomanagements auf die Mandantenverwaltung innerhalb von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, insbesondere im Hinblick auf Risikooptimierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verknüpfung von Risikomodellen, theoretischen Portfolioansätzen und empirischen Erkenntnissen zur Entscheidungspraxis bei der Annahme oder Fortführung von Mandanten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch gezielte Portfolioentscheidungen ihre Risiken minimieren können und ob dies analog zu Investitionsentscheidungen am Finanzmarkt erfolgt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Modellierung (basierend auf Markowitz sowie Simunic/Stein) und der Auswertung zahlreicher empirischer Studien zur Entscheidungspraxis bei Mandaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse empirischer Studien zu Mandatsentscheidungen sowie die Untersuchung praktischer Risikomanagement-Systeme wie FRISK und KRisk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Portfoliomanagement, Risikomanagement, Prüfungsrisiko, Geschäftsrisiko, Mandatsannahme, Mandatsfortführung und Diversifikation.

Wie unterscheidet sich das "Business Risk Model" vom klassischen Prüfungsrisikomodell?

Während das klassische Modell primär auf das Fehlerrisiko bei der Prüfung fokussiert, betrachtet das Business Risk Model zusätzlich das Geschäftsrisiko des Mandanten und der Prüfungsgesellschaft als eigenständige Faktoren.

Warum ist eine "Risikodiversifikation" im Mandantenportfolio in der Praxis oft schwierig?

In der Praxis erschweren Informationsasymmetrien, fehlende Handelbarkeit der Prüfungsaufträge und die subjektive Einschätzung von Risikofaktoren eine rein mathematische Portfolio-Optimierung nach Markowitz.

Welche Rolle spielen Risikoausgleichsstrategien laut den untersuchten empirischen Daten?

Empirische Daten zeigen, dass Prüfungsgesellschaften neben der reinen Risikovermeidung (Ablehnung) auch Strategien wie den Einsatz spezialisierten Personals oder Gebührenanpassungen nutzen, um das Risiko bei der Mandatsannahme auszugleichen.

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Details

Title
Portfolio Management von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
College
University of Hannover  (Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Grade
2,0
Author
Miriam Brosig (Author)
Publication Year
2008
Pages
71
Catalog Number
V138294
ISBN (eBook)
9783640465538
ISBN (Book)
9783640462599
Language
German
Tags
Portfolio Management Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Brosig (Author), 2008, Portfolio Management von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138294
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