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Depressionen bei Schülern

Korrelationen zwischen Schule und dem Ausmaß einer Depression bei Schülern

Title: Depressionen bei Schülern

Examination Thesis , 2008 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Luebbers (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Wissenschaftlich wurde viele Jahre davon ausgegangen, dass depressive Störungen im Jugendalter nur vorübergehende Begleiterscheinungen der Pubertät darstellen und eine Erstmanifestation dieser psychischen Krankheit im Erwachsenenalter stattfindet. Heute weiß man, dass gerade der Umgang mit entwicklungsabhängigen Anforderungen im Jugendalter richtungsweisend für die Entstehung und den Verlauf einer Depression sein kann. Dabei sind es gerade alltägliche Stressoren und Belastungsmomente die eine steigende Depressivität für Jugendliche zur Folge haben. Die depressiven Symptombelastungen der Jugendlichen nehmen immer dort zu, wo psychosoziale Belastungssituationen die psychischen Kompetenzen eines Jugendlichen überfordern. Die Lebensumwelt der Schule nimmt eine besondere Rolle in der Sozialisation und psychischen Entwicklung eines jugendlichen Schülers1 ein. Das Erfahrungsumfeld der Schule bietet daher auch einen aussichtsreichen Rahmen wenn es darum geht, depressive Symptombelastungen von Schülern als Reaktion auf alltägliche psychosoziale Beanspruchungsmomente zu untersuchen.
Schulprojekte, wie „Verrückt? Na und!“ (Irrsinnig-Menschlich e.V.) und „Gesund leben lernen“ (Landesvereinigung für Gesundheit) sind vor allem in den letzten Jahren vermehrt entstanden, um mit Eltern, Lehrern und Vertrauenspersonen Lösungsansätze zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen, die gegen die wachsende Rate psychisch auffälliger Schüler wirken sollen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand von empirischen Daten einer Schülerstichprobe zu ermitteln, in wie fern schulbezogene Kognitionen von Jugendlichen einen Einfluss auf das Ausmaß einer Depressivität haben. Dies soll mit der Analyse statistischer Werte, vor allem der Analyse des linearen Zusammenhangs (Korrelation) zwischen dem Ausmaß einer Depression und schulischen Symptombelastungen untersucht werden. Der theoretische Hintergrund der Arbeit basiert darauf, ein Modell zu entwickeln, das ausgehend von der Definition einer Depressivität die Entstehung und den Verlauf der psychischen Störung bei Schülern in Verbindung mit schulischen Belastungsfaktoren und dem Erfahren der schulischen Umwelt setzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kennzeichen und Merkmale einer Depression bei Jugendlichen

1.1 Klassifikation von Depressionen im Jugendalter

1.1.1 Major Depression

1.1.2 Dysthyme Störung

1.2 Mögliche Erkennung und entwicklungsspezifische Symptomatik einer Depression im Jugendalter

2. Epidemiologie

2.1 Häufigkeit der Depression bei Jugendlichen und Schülern

2.2 Depressionen und Pubertät

2.3 Depressionen und Geschlecht

3. Komorbidität und weitere Folgen von Depressionen im Jugendalter

3.1 Komorbidität depressiver Störungen

3.2 Ursachen und Folgen komorbider Störungen

4. Entwicklungsmodelle der Depression

4.1 Multifaktorielles Verursachermodell

4.1.1 Multifinalität

4.1.2 Fehlerhafte Ausgangs- und Sozialisationsbedingungen als Faktoren der Entwicklung einer jugendlichen Depression

4.1.3 Das Diathese-Stress-Modell

4.2 Ursachen möglicher Geschlechtsunterschiede

5. Verlaufsmodelle von Depressionen im Jugendalter

5.1 Kognitive Verlaufsmodelle

5.2 Interpersonale Verlaufsmodelle

5.3. Depressionsrisiko Familie

5.4 Belastungsmomente im Jugendalter

6. Innerschulische psychische Belastungen auf jugendliche Schüler

6.1 Psychisch belastende Schulumwelten für Schüler

6.2 Intrapersonale psychische Belastungen in der Schule

6.3 Der Einfluss des Schultyps auf die Entstehung psychischer Belastungen

7. Zusammenhänge zwischen der Schule und der Entwicklung einer Depression bei Schülern

7.1 Depressionen und ihre Auswirkungen auf die Schule

7.2 Umstrukturierung des multifaktoriellen Modells

8. Fragestellung und Hypothese

9. Datenerhebung und Untersuchungsinstrumente

9.1 Die Stichprobe

9.2 Die Auswertung der Daten

9.3 Der Selbstbeurteilungs-Fragebogen

9.3.1 Der Depressionstest für Kinder (DTK)

10. Ergebnisse und Auswertung der Tests

10.1 Auftretenshäufigkeiten depressiver Störungen bei Schülern

10.2 Geschlechtsunterschiede depressiver Störungen bei Schülern

10.3 Zusammenhänge zwischen schulischen Bedingungen und der depressiven Auffälligkeit von Schülern

10.3.1 Einfluss des schulischen Umfelds auf die Depressivität von Schülern (Die Schulskala)

10.3.2 Der Einfluss des schulisch-sozialen Umfelds auf die Depressivität bei Schülern (Die Sozialskala)

10.3.3 Der gesamtschulische Einfluss auf das Ausmaß der Depressivität von Schülern

10.4 Auswirkungen schulischer Rahmenbedingungen auf tendenziell depressive Schüler

10.5 Unterschiede tendenziell depressiver und nicht depressiver Schüler

10.6 Zukunftsängste und Depressionen von Schülern in Abhängigkeit des Schultyps

Schlussteil und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen schulbezogenen Kognitionen, schulischen Faktoren und dem Ausmaß von Depressivität bei Jugendlichen der 8. Klasse empirisch zu untersuchen und ein darauf basierendes schulisches Verursachermodell zu entwickeln.

  • Psychische Belastungen und depressive Symptome im Jugendalter
  • Die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz
  • Einfluss von Schulklima und schulischem Leistungsdruck
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei depressiven Störungen
  • Empirische Analyse mittels Depressionstest für Kinder (DTK)

Auszug aus dem Buch

1. Kennzeichen und Merkmale einer Depression bei Jugendlichen

Die Depression im Jugendalter gehört zur Krankheitsgruppe der affektiven Störungen. Der Begriff der affektiven Störung beschreibt alle Gemütszustände, die sich durch anhaltende oder krankhafte Veränderungen der Stimmungslage eines Menschen äußern. Die Stimmung wird wiederum als ein subjektiv wahrgenommener Gefühlszustand definiert, der sich zwischen den Polen zweier Extreme bewegen kann. Depressive Stimmung (vom lat.: deprimere- niedergedrückt/erniedrigt) bedeutet umgangssprachlich immer einen niedergeschlagenen Gefühlszustand einer Person (z. B. Trauer-Freude, Liebe-Hass); (vgl. Herpertz-Dahlmann 2008, S. 771).

Petermann und Groen ordnen in ihrer Definition eine Depression den internalisierten bzw. überkontrollierten Störungen zu (vgl. Groen; Petermann 2002, S 15). Im Gegensatz zu externalisierten Störungen, wie der Hyperaktivität oder dem aggressiven Verhalten, benimmt sich eine depressive Person nach außen oft unauffällig. Die Beeinträchtigungen konzentrieren sich auf das innere Erleben eines Menschen. Depressive Kinder und Jugendliche sind an ihrem Verhalten meist nicht zu erkennen (vgl. Achenbach, 1995, S. 59).

Jugendliche und Kinder fühlen sich genau wie Erwachsene im Alltag manchmal schlapp, traurig, niedergedrückt und müde. Im Gegensatz zu diesen alltäglichen Gefühlszuständen ist eine klinische Depression dadurch gekennzeichnet, dass Symptome einer niedergedrückten Stimmung über einen langen Zeitraum anhalten. Außerdem können Symptome depressiver Störungen nicht durch Willenskraft und Anstrengungen kontrolliert werden. Auch wenn der Betroffene weiß, dass er an einer Depression leidet, ist er nicht im Stande, die innerpsychische Gefühlswelt seinem Willen unterzuordnen (vgl. Essau 2002, S. 17).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kennzeichen und Merkmale einer Depression bei Jugendlichen: Definition und Abgrenzung von Depressionen im Jugendalter sowie die Klassifikation nach DSM-IV und ICD-10.

2. Epidemiologie: Untersuchung der Häufigkeitsverteilung von Depressionen bei Jugendlichen unter Berücksichtigung von Alter, Pubertät und Geschlecht.

3. Komorbidität und weitere Folgen von Depressionen im Jugendalter: Analyse des gemeinsamen Auftretens von Depressionen mit anderen Störungen und deren Auswirkungen auf den schulischen Alltag.

4. Entwicklungsmodelle der Depression: Darstellung psychologischer Modelle zur Entstehung, insbesondere des multifaktoriellen Verursachermodells und des Diathese-Stress-Modells.

5. Verlaufsmodelle von Depressionen im Jugendalter: Erklärung der Faktoren, die zur Aufrechterhaltung von Depressionen beitragen, inklusive kognitiver und interpersonaler Aspekte.

6. Innerschulische psychische Belastungen auf jugendliche Schüler: Untersuchung der Rolle der Schule als Belastungsfaktor, beeinflusst durch Schulklima und Leistungsdruck.

7. Zusammenhänge zwischen der Schule und der Entwicklung einer Depression bei Schülern: Verknüpfung der schulischen Umwelt mit der Entstehung depressiver Symptome und Umstrukturierung des multifaktoriellen Modells.

8. Fragestellung und Hypothese: Formulierung der Forschungsziele hinsichtlich der Korrelation zwischen schulischen Belastungen und depressiver Auffälligkeit.

9. Datenerhebung und Untersuchungsinstrumente: Beschreibung der empirischen Untersuchung an drei Schulen unter Nutzung des Depressionstests für Kinder (DTK).

10. Ergebnisse und Auswertung der Tests: Statistische Analyse der Auftretenshäufigkeiten, Geschlechtsunterschiede und Zusammenhänge zwischen schulischen Faktoren und Depressivität.

Schlüsselwörter

Depression, Jugendalter, Schulumwelt, Schulklima, Leistungsdruck, Multifaktorielles Modell, Epidemiologie, Komorbidität, Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Schüler, DTK, Bewältigungsstrategien, Geschlechtsunterschiede, Zukunftsängste.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen schulischen Umweltbedingungen, Leistungsdruck und der Entstehung sowie dem Verlauf depressiver Störungen bei Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die psychische Entwicklung im Jugendalter, die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz, psychologische Entstehungsmodelle für Depressionen und der Einfluss von Belastungen auf das Selbstkonzept.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ermitteln, inwieweit schulbezogene Kognitionen und interpersonale Faktoren das Ausmaß von Depressivität bei Achtklässlern verschiedener Schultypen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quantitative empirische Untersuchung, bei der Daten von 92 Schülern mittels des standardisierten "Depressionstests für Kinder" (DTK) erhoben und statistisch analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Depressionsentstehung, die Umstrukturierung eines multifaktoriellen Modells auf den schulischen Kontext sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Testergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Depressivität, Schulumwelt, Belastungsmomente, Leistungsdruck, Bewältigungsstrategien und multifaktorielles Modell.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Depressivität?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass Mädchen im untersuchten Alter tendenziell höhere Depressionswerte aufweisen und stärker auf soziale Beziehungen in der Schule reagieren als Jungen.

Hat der Schultyp einen signifikanten Einfluss auf die Depressivität?

In der durchgeführten Stichprobe konnten keine signifikanten Unterschiede im Ausmaß der depressiven Belastung zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium festgestellt werden.

Welche Bedeutung haben Zukunftsängste für die Depressivität?

Die Studie zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen Zukunftsängsten und Depressivität; viele Schüler äußern Sorgen hinsichtlich ihrer beruflichen und persönlichen Zukunft.

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Details

Title
Depressionen bei Schülern
Subtitle
Korrelationen zwischen Schule und dem Ausmaß einer Depression bei Schülern
College
University of Bremen
Grade
1,0
Author
Matthias Luebbers (Author)
Publication Year
2008
Pages
71
Catalog Number
V138372
ISBN (eBook)
9783640465262
ISBN (Book)
9783640462346
Language
German
Tags
Depressionen Schülern Korrelationen Schule Ausmaß Depression
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Luebbers (Author), 2008, Depressionen bei Schülern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138372
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