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Die Entwicklung des italienischen Parteiensystems und die Rolle unterschiedlicher Wahlsysteme seit dem Zweiten Weltkrieg

Title: Die Entwicklung des italienischen Parteiensystems und die Rolle unterschiedlicher Wahlsysteme seit dem Zweiten Weltkrieg

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Pechmann (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Silvio Berlusconi ist wohl eine der schillerndsten Figuren auf der politischen Bühne Europas. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Mailänder Medienzar ein entscheidender Spieler im italienischen Politzirkus. Der mehrmalige Ministerpräsident polarisiert nicht nur innerhalb Italiens, wo er gerade für das politisch linke Spektrum als rotes Tuch gilt, sondern wird auch im europäischen Ausland äußerst kritisch gesehen. Um das Phänomen Berlusconi verstehen zu können, muss man sich die Entwicklung des italienischen Parteiensystem seit dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere die Umbrüche in den 1990er Jahren, vor Augen führen.

In der folgenden Arbeit soll diese Entwicklung dargestellt werden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die Ursachen des tiefgreifenden Wandels der partitocrazia in den 1990er Jahren sowie auf die Rolle unterschiedlicher Wahlsysteme in diesem Kontext gelegt werden soll.

Zu Beginn der Arbeit sollen zunächst Grundkonstanten der politischen Kultur Italiens vorgestellt werden. Die regionale Fragmentierung Italiens, eine weit verbreitete und tief verwurzelte Staatsferne und Unzufriedenheit mit Politik und Staat sowie ein Dualismus aus kommunistischer und katholischer Subkultur haben ihre Prägekraft für das Parteiensystem bis heute nicht verloren und sind grundlegend für ein Verständnis der italienischen Republik(en). Zusätzlich zu diesen Grundlagen sollen zentrale Thesen zur Wirkung von Wahlsystemen auf Parteiensysteme vorgestellt werden. Den Ausgangspunkt bilden hier Duvergers „soziologische Gesetze“ sowie die Weiterführungen von Rae und Sartori sowie Nohlens Kritik an diesen.

Aufbauend auf diesem Fundament folgt im zweiten Teil der Arbeit die Darstellung der Entwicklung des italienischen Parteiensystems seit dem Zweiten Weltkrieg. Trotz der Komplexität sollen dabei die Ursachen für den Niedergang der „Ersten Republik“ sowie die Entwicklungen hin zur „Zweiten Republik“ aufgezeigt werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Wirkung unterschiedlicher Wahlsysteme sowie auf Wahlrechtsreformen gelegt.

Zum Abschluss der Arbeit sollen die gewonnen Erkenntnisse schließlich resümiert und ein kritisches Fazit gezogen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundkonstanten der politischen Kultur Italiens

2.1. Regionale Fragmentierung

2.2. Katholische und kommunistische Subkultur

2.3. Staatsferne und Unzufriedenheit

2.4. Elitekompromisse im trasformismo

2.5. Zusammenfassung

3. Die Wirkungen von Wahlsystemen auf Parteiensysteme

3.1. Duvergers „soziologische Gesetze“

3.2. Weiterentwicklungen von Duvergers Thesen

3.3. Kritische Auseinandersetzungen mit Duverger

3.4. Zusammenfassung

4. Das Parteien- und Wahlsystem Italiens seit dem Zweiten Weltkrieg

4.1. Das Parteien- und Wahlsystem der „Ersten Republik“

4.2. Das Parteien- und Wahlsystem in der Transformationsphase

4.3. Das Parteien- und Wahlsystem der „Zweiten Republik“

4.4. Ausblick

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des italienischen Parteiensystems nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei der Schwerpunkt auf den Auswirkungen unterschiedlicher Wahlsysteme und der Rolle institutioneller Reformen im Kontext des politischen Wandels der 1990er Jahre liegt.

  • Grundkonstanten der politischen Kultur Italiens
  • Duvergers „soziologische Gesetze“ zur Wirkung von Wahlsystemen
  • Übergang von der „Ersten“ zur „Zweiten Republik“
  • Rolle von Referenden und Wahlrechtsreformen
  • Bipolarisierung des italienischen Parteiensystems

Auszug aus dem Buch

3.1. Duvergers „soziologische Gesetze“

In seinem Werk über „Die Politischen Parteien“ versuchte Duverger erstmals, die Wirkung von Wahlsystemen auf Parteiensysteme in auf empirischen Regelmäßigkeiten beruhenden Gesetzen zu fassen. Zwar stellt Duverger fest, dass Parteien- und Wahlsysteme unlöslich miteinander verbunden und in der Analyse ihrer Wirkung schwer zu unterscheiden sind (Duverger 1959: 219), dennoch kommt er aber zur Formulierung dreier Gesetzmäßigkeiten:

„1. Die Verhältniswahl führt zu einem Vielparteiensystem mit starren, unabhängigen und stabilen Parteien (außer im Falle von plötzlich aufflammenden Bewegungen). 2. Die Mehrheitswahl mit Stichwahl führt zu einem Vielparteiensystem mit elastischen, abhängigen und verhältnismäßig stabilen Parteien (in allen Fällen). 3. Die einfache Mehrheitswahl führt zu einem Zweiparteiensystm mit sich abwechselnden großen und unabhängigen Parteien.“ (Duverger 1959: 219)

Duverger unterscheidet also nach drei gängigen Wahlsystemen - der Verhältniswahl, der Mehrheitswahl und der Mehrheitswahl mit Stichwahl - und schreibt diesen jeweils bestimmte Parteiensysteme zu. Jedoch betont er, dass ein bestimmtes Wahlsystem nicht zwingend ein bestimmtes Parteiensystem hervorruft, sondern lediglich einen gewissen Druck in Richtung eines Zwei- oder Vielparteiensystems ausübt. Er vergleicht dabei „die Wirkung des Wahlverfahrens mit der einer Bremse oder eines Beschleunigers“ (Duverger 1959: 219). Außerdem sieht er im Wahlverfahren nicht die eigentliche Ursache bestimmter Ausformungen des Parteiensystems, sondern erkennt nationale Besonderheiten wie ökonomische Strukturen als entscheidend an. (Duverger 1959: 217-219; Duverger 1986: 69-71)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen Berlusconi und die Forschungsfrage zur Entwicklung des italienischen Parteiensystems seit 1945.

2. Grundkonstanten der politischen Kultur Italiens: Analyse historischer und soziokultureller Faktoren wie regionale Fragmentierung und Subkulturen, die das Parteiensystem maßgeblich prägen.

3. Die Wirkungen von Wahlsystemen auf Parteiensysteme: Darstellung theoretischer Grundlagen zu Wahlsystemwirkungen nach Duverger sowie deren wissenschaftliche Kritik und Weiterentwicklung.

4. Das Parteien- und Wahlsystem Italiens seit dem Zweiten Weltkrieg: Detaillierte Betrachtung des Transformationsprozesses der italienischen Parteienlandschaft unter Einbeziehung von Wahlrechtsreformen.

5. Fazit: Resümee über die Auswirkungen der Wahlsysteme und Ausblick auf die zukünftige Stabilität des Parteiensystems.

Schlüsselwörter

Italien, Parteiensystem, Wahlsystem, Duverger, Erste Republik, Zweite Republik, partitocrazia, Bipolarisierung, Wahlrechtsreform, Politische Kultur, Konfessionalismus, Klientelismus, Referendum, Koalitionsbildung, Konsensdemokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Entwicklungen des italienischen Parteiensystems seit 1945 und untersucht, wie verschiedene Wahlsysteme diese Prozesse beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die italienische politische Kultur, die Wirkung von Wahlsystemen laut Duverger und die institutionellen Veränderungen beim Übergang von der „Ersten“ zur „Zweiten Republik“.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen für den tiefgreifenden Wandel der italienischen Parteienlandschaft in den 1990er Jahren und der Rolle, die unterschiedliche Wahlsysteme und Reformen dabei spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, die auf politikwissenschaftlicher Theoriebildung und der Auswertung bestehender Literatur zur italienischen Systemtransformation basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Wirkung von Wahlsystemen und eine empirische Analyse der historischen Etappen des italienischen Parteiensystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die partitocrazia, Bipolarisierung, Wahlsysteme, die italienische politische Kultur und der Transformationsprozess der 1990er Jahre.

Warum war das italienische Wahlsystem der „Ersten Republik“ so instabil?

Die Kombination aus Verhältniswahlrecht ohne effektive Sperrklauseln und einem starren Parteiensystem förderte eine enorme Fragmentierung, die häufige Regierungswechsel und Instabilität zur Folge hatte.

Konnte die Wahlrechtsreform von 2005 die erhoffte Wirkung erzielen?

Die Einführung von Prozenthürden und einer Mehrheitsprämie zielte darauf ab, die Parteienvielfalt zu begrenzen, was laut Autor erste Tendenzen zu einer Reduzierung der Zersplitterung zeigte.

Was ist mit dem Begriff „partitocrazia“ gemeint?

Der Begriff beschreibt die weitgehende Durchdringung sämtlicher staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen durch die etablierten Parteien während der „Ersten Republik“.

Inwieweit lässt sich Duvergers Gesetz auf Italien anwenden?

Der Autor argumentiert, dass die italienische Erfahrung Duvergers Thesen teilweise infrage stellt, da ein Druck in Richtung Bipolarisierung auch ohne ein reines Mehrheitswahlrecht durch spezifische Ausgestaltungen des Verhältniswahlrechts entstehen kann.

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Details

Title
Die Entwicklung des italienischen Parteiensystems und die Rolle unterschiedlicher Wahlsysteme seit dem Zweiten Weltkrieg
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Grade
1,3
Author
Philipp Pechmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V138480
ISBN (eBook)
9783640468485
ISBN (Book)
9783640468249
Language
German
Tags
Parteiensystem Italien italienisches Parteiensystem Wahlsystem Wahlrecht Reform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Pechmann (Author), 2009, Die Entwicklung des italienischen Parteiensystems und die Rolle unterschiedlicher Wahlsysteme seit dem Zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138480
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