Terrorismus ist nicht erst seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ein Thema, das die Menschen weltweit bewegt. Schon lange sehen sich Staaten damit konfrontiert, ihre Bevölkerung nicht nur vor Übergriffen anderer Staaten, sondern auch vor Gewaltakten einzelner Gruppen im Inneren zu schützen.
Nach dem 11. September 2001 rückte das Problem des international operierenden Terroris-mus in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, viele Politiker, Wissenschaftler und Journalisten haben sich seitdem immer wieder damit beschäftigt, wie man mit Terrorismus umgehen sollte. Heutzutage existiert eine Fülle von Literatur zu diesem Thema, die sich besonders auf die Analyse der Gruppe Al-Qaida, welche für die oben genannten Terroranschläge ver-antwortlich ist, und auf die Bekämpfung des Terrorismus konzentriert. Dabei werden nicht nur Expost-Maßnahmen aufgezählt, es wird auch auf die Entstehung von terroristischen Gruppen eingegangen und wie diese im Keim erstickt werden kann.
Hier stellt sich jedoch die Frage, ob man Terrorismus nur bekämpfen kann, oder ob es nicht für den Staat auch eine Möglichkeit zur Kooperation mit Terroristen gibt. Mit dieser Frage beschäftige ich mich in der vorliegenden Arbeit.
Zunächst werde ich eine Theorie vorstellen, anhand der sich in meinen Augen das Verhalten der Akteure (in diesem Fall Staat und Terroristen) am besten erklären lässt, um dann zu definieren, was ich in dieser Arbeit unter dem Begriff Terrorismus verstehe und wie sich diese von anderen nicht-staatlichen Gewaltakteuren, wie zum Beispiel Guerilla-Gruppen, abgrenzen. Als nächstes werde ich auf die Handlungsmotivationen von Staaten und Terroristen eingehen, um eine mögliche Grundlage für Kooperation oder Bekämpfung zu finden. Ausgehend davon werde ich aufzeigen, wie Kooperation einerseits und Bekämpfung andererseits funktionieren könnte und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können. Abschließend komme ich dann zu einer Entscheidung für Kooperation beziehungsweise für Bekämpfung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorien und Definitionen
2.1 Der Neorealismus
2.2 Definitionen / Abgrenzung
3 Handlungsmotivationen der Akteure
3.1 Handlungsmotivationen von Staaten
3.2 Handlungsmotivationen von Terroristen
4 Kooperation und Bekämpfung
4.1 Bekämpfung
4.2 Kooperation
4.3 Kooperation vs. Bekämpfung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegenden Handlungsmöglichkeiten von Staaten im Umgang mit Terrorismus. Dabei wird analysiert, inwieweit zwischen einer rein repressiven Bekämpfungsstrategie und Ansätzen der Kooperation abgewogen werden kann, wobei die staatlichen Interessen an Stabilität und Sicherheit den Kern der Untersuchung bilden.
- Theoretische Fundierung durch den Neorealismus nach Kenneth N. Waltz
- Differenzierung zwischen Terrorismus und anderen nicht-staatlichen Gewaltakteuren
- Analyse der Handlungsmotivationen von Staaten und Terrorgruppen
- Gegenüberstellung operativer und struktureller Bekämpfungsansätze
- Fallstudie zum Nordirland-Konflikt als Beispiel für Kooperation
Auszug aus dem Buch
Strukturelle Terrorismusbekämpfung
Die strukturelle Terrorismusbekämpfung zielt darauf ab, den Terrorismus im Keim, also noch während des Entstehungsprozesses zu ersticken. Mit Hilfe von politischen Maßnahmen sollen Ursachen und begünstigendes Umfeld verändert und so der Nährboden für terroristisches Gedankengut entzogen werden. Im Gegensatz zur operativen Bekämpfung handelt es sich hierbei also um eine langfristige, präventive Strategie.
Ulrich Schneckener zählt im Wesentlichen acht Punkte auf, welche, wenn man sie bekämpft bzw. eindämmt, langfristig die Entstehung von terroristischen Zellen verhindern können. Bürgerkriege und regionale Konflikte bieten Terroristen die ideale Möglichkeit, ihr Gedankengut unter der unzufriedenen, durch den Krieg eh schon gewaltbereiten Bevölkerung zu verbreiten und gleichzeitig potentielle Kämpfer zu rekrutieren. Diese Konflikte dürfen nicht ignoriert werden, durch einen aktiven Beitrag zur Friedensstiftung kann hier direkt ein potentielles Rekrutenfeld ausgetrocknet werden.
Häufig nutzen Terroristen auch das Protest- und Frustpotential einer Region oder Bevölkerungsgruppe aus, das durch mangelnde Modernisierung, Armut und Hunger hervorgerufen wird. Besonders die vom Abstieg bedrohte Mittelschicht ist oftmals sehr empfänglich für die Versprechungen, die in der Ideologie von Terroristen enthalten sind. So leisten die Armutsbekämpfungs- und Modernisierungsprogramme der industrialisierten Welt nicht nur einen humanitären Beitrag, sie entziehen auch gleichzeitig dem Terrorismus den Nährboden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas nach dem 11. September 2001 ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wahl zwischen Bekämpfung und Kooperation.
2 Theorien und Definitionen: Hier werden der Neorealismus als theoretische Basis erläutert sowie der Terrorismusbegriff präzise von anderen Gewaltformen wie Guerilla-Kämpfen abgegrenzt.
3 Handlungsmotivationen der Akteure: Dieses Kapitel beleuchtet die unterschiedlichen Beweggründe von Staaten, die Stabilität und Sicherheit anstreben, und Terroristen, die eine Systemveränderung forcieren.
4 Kooperation und Bekämpfung: Es erfolgt eine detaillierte Analyse operativer und struktureller Maßnahmen zur Bekämpfung sowie eine Fallbetrachtung der Kooperation am Beispiel der IRA.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz der Risiken eine überlegte Bekämpfungsstrategie in den meisten Fällen den Alternativen vorzuziehen ist.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Neorealismus, Staat, Kooperation, Bekämpfung, Sicherheit, Guerilla-Kämpfer, Nordirland-Konflikt, IRA, operative Bekämpfung, strukturelle Bekämpfung, Handlungsmotivation, Al-Qaida, Gewaltstrategie, Internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die strategischen Handlungsmöglichkeiten von Staaten im Umgang mit terroristischen Bedrohungen und hinterfragt, ob Kooperation oder Bekämpfung das geeignetere Instrument ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die neorealistische Theorie internationaler Politik, die Abgrenzung von Terrorismus zu anderen Gewaltakteuren, Motivationen von Terrorgruppen und die Analyse staatlicher Gegenmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob man Terrorismus lediglich bekämpfen muss oder ob es unter bestimmten Umständen Möglichkeiten zur Kooperation gibt, die langfristig stabilisierend wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, basierend auf der neorealistischen Theorie von Kenneth N. Waltz, ergänzt durch historische Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse von Handlungsmotivationen sowie die detaillierte Untersuchung von operativen und strukturellen Bekämpfungsmethoden gegenüber kooperativen Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Neorealismus, staatliche Sicherheit, Kooperation, Bekämpfungsstrategien und Konfliktlösung.
Wie unterscheiden sich Terroristen laut der Definition in der Arbeit von Guerilla-Kämpfern?
Während Guerilla-Kämpfer meist militärische Ziele verfolgen und auf Unterstützung durch die Bevölkerung bauen, setzen Terroristen primär auf psychische Gewalt und Angst, um politische Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Warum wird das Beispiel der IRA im Kontext der Kooperation angeführt?
Das Beispiel der IRA dient als historischer Beleg dafür, dass Verhandlungen zwischen Staaten und Terrororganisationen zwar möglich und zeitweise erfolgreich sein können, aber stets mit erheblichen Risiken verbunden bleiben.
- Citar trabajo
- Julia Bohlken (Autor), 2009, Bekämpfung oder Kooperation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138525