In der folgenden Ausarbeitung ist der Frage nachzugehen, inwiefern Bilder eine Möglichkeit darstellen, Prozesse des historischen Lernens einzuleiten oder zu begleiten und Schülerinnen und Schüler nicht nur zu mehr Aufmerksamkeit zu bewegen, sondern grundsätzlich das Interesse am Historischen, Sach-, Methoden- und Urteilskompetenz zu fördern, sowie historisches Problembewusstsein für Konflikte, kontroverse Fragestellungen, und Geschichtsbewusstsein zu unterstützen.
Es geht in dieser Ausarbeitung um den Bildereinsatz in der Einstiegsphase von Prozessen des historischen Lernens, die auf ihre fachdidaktische und unterrichtspraktische Plausibilität zu untersuchen sind. In dieser Ausarbeitung geht es um den Bildereinsatz in der Einstiegsphase von Prozessen des historischen Lernens, die auf ihre fachdidaktische und unterrichtspraktische Plausibilität zu untersuchen sind. Hinzu kommt die Beschreibung, Auswertung und Kommentierung der erworbenen Erfahrungen in einer 10. Jahrgangsstufe. Der Einsatz von Bildern und der Ertrag für das historische Lernen im Geschichtsunterricht wird methodisch mittels der teilnehmenden Beobachtung erfasst und im Anschluss reflektiert. Die teilnehmende Beobachtung stellt in der empirischen Sozialforschung einen wesentlichen Ansatz dar, um Erkenntnisse über die soziale Realität zu gewinnen. In diesem Zusammenhang geht es um die Möglichkeiten und Grenzen des Bildereinsatzes im Einstieg zu einer Geschichtskunde.
Hierzu ist der folgende Gang der Untersuchung vorgesehen: Im zweiten Kapitel ist das "Historische Lernen" im Geschichtsunterricht zu erläutern. Das dritte Kapitel thematisiert Einstiege im Geschichtsunterricht und ihre Funktionen. Im vierten Kapitel soll der Einsatz von Bildern in der Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts erklärt werden. Hierbei geht es zwar vor allem um Einstiege, aber auch um den Einsatz von Bildern als Quelle zur Gewinnung historischer Erkenntnis und zur Förderung historischer Kompetenzen. Anhand konkreter Beispiele sind im dritten Kapitel Möglichkeiten zu diskutieren, ob und wie Bilder in der Einstiegsphase im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können. Dabei ist nicht nur nach den Möglichkeiten, sondern auch nach den Grenzen des Einsatzes von Bildern im Geschichtsunterricht zu fragen. Im darauffolgenden Kapitel wird die Lerngruppe vorgestellt. Den Abschluss der Ausarbeitung bilden im sechsten Kapitel eigene Unterrichtserfahrungen und das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historisches Lernen
3. Einstiege im Geschichtsunterricht
4. Der Einsatz von Bildern in der Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts
5. Lerngruppe
6. Reflexion eigener Unterrichtserfahrungen
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die fachdidaktische und unterrichtspraktische Plausibilität des Einsatzes von Bildern in der Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Bildquellen dazu beitragen können, Prozesse des historischen Lernens einzuleiten, das Schülerinteresse zu steigern sowie Sach-, Methoden- und Urteilskompetenzen zu fördern.
- Grundlagen des historischen Lernens und dessen Bedeutung für den Geschichtsunterricht.
- Funktionen und Zielsetzungen von Unterrichtseinstiegen in geschichtsdidaktischer Perspektive.
- Analyse der Möglichkeiten und Grenzen bei der Verwendung verschiedener Bildgattungen (z.B. Gemälde, Karikaturen, Fotografien).
- Reflexion eigener Erfahrungen beim Einsatz ikonographischer Quellen im Unterricht am Fallbeispiel eines Bildvergleichs (Globalisierung/Seuchen).
Auszug aus dem Buch
Der Einsatz von Bildern in der Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts
Weder die Diskussion über Einstiege in Geschichtsstunden noch die Diskussion über Bilder und deren methodischen Einsatz im Geschichtsunterricht sind neu. Bereits die Herbart-Zillerschen Formalstufen hatten für das 19. und 20. Jahrhundert einen Prozess des historischen Lernens vorgesehen, der „von der Stufe der Anschauung (unterteilt die Analyse und Synthese) über die Stufe der begrifflichen Erfassung (unterteilt in Assoziation und System) zur Stufe der Methode“ verläuft und mit den Bezeichnungen „Verbreitung, Darbietung, Verknüpfung, Ordnung und Anwendung“ versehen wird. Legt man dieses Schema zugrunde, so kann der Einstieg bereits als jene Stufe verstanden werden, auf welcher die Schülerinnen und Schüler ausgehend von vorhandenen Vorstellungen neue Lerninhalte erschließen, erinnern, ordnen und klären.
Der Einstieg kann verschiedene Zwecke verfolgen, zum Beispiel die Wiederholung des gelernten Stoffes und die Verbindung mit dem Neuen, die Einstimmung und die Vorbereitung der Lernenden auf den neuen Unterrichtsgegenstand, aber auch den Zweck, die Vorkenntnisse und die Lernvoraussetzungen in Erfahrung zu bringen und erste Motivation zu leisten. Greift man aber nochmals auf Hilbert Meyer zurück und hält die Partizipation der Lernenden für wichtig, um nicht nur das Interesse zu fördern, sondern um diese auch aufrecht zu erhalten, dann erfüllt der Unterrichtseinstieg „den Zweck eines Planungsgesprächs“. Im Zusammenhang mit dem Beginn von Unterrichtsreihen und Unterrichtsstunden meint der Begriff der Motivation mehr als die Neugier oder ein kurzfristiges Interesse, vielmehr soll es darum gehen, den Schülerinnen und Schülern schon mit dem Einstieg die Relevanz und die Nachhaltigkeit eines Themas zu vermitteln, es geht also bereits um „Gegenwartsbezug“, Aktualität oder sinnhafte Bedeutung, die für das historische Lernen unerlässlich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des monotonen Geschichtsunterrichts ein und formuliert das Ziel, den Einsatz von Bildern als motivierendes Element für historisches Lernen zu untersuchen.
2. Historisches Lernen: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen des historischen Lernens, insbesondere durch Rückgriff auf Jörn Rüsen, erarbeitet und als Prozess der Sinnbildung für die Gegenwart definiert.
3. Einstiege im Geschichtsunterricht: Das Kapitel thematisiert die didaktischen Funktionen von Einstiegen und erörtert, wie diese den Prozess des historischen Lernens motivierend und strukturierend einleiten können.
4. Der Einsatz von Bildern in der Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts: Hier wird der methodische Bildeinsatz analysiert, wobei besonders die Unterscheidung zwischen kunsthistorischer Ästhetik und historischer Quellenkritik hervorgehoben wird.
5. Lerngruppe: Dieses Kapitel stellt die konkrete Lerngruppe der untersuchten 10. Klasse einer Gesamtschule vor und analysiert deren Kompetenzniveaus bezogen auf historisches Lernen.
6. Reflexion eigener Unterrichtserfahrungen: Hier werden eigene Praxiserfahrungen reflektiert, wobei der Fokus auf dem Vergleich von Epidemien in der Geschichte und Gegenwart liegt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Bildeinsatz zwar motivierend ist, jedoch zwingend eine historische Kontextualisierung und Differenzierung erfordert.
Schlüsselwörter
Historisches Lernen, Geschichtsunterricht, Unterrichtseinstieg, Bildquellen, Quellenkritik, Historisches Bewusstsein, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz, Bildinterpretation, Gegenwartsbezug, Didaktik, Visualisierung, Narrativität, Sozialkompetenz, Differenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Bedeutung und der praktischen Anwendung von Bildern als Einstiegsmethode im Geschichtsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Bereiche des historischen Lernens, die methodische Gestaltung von Unterrichtseinstiegen sowie die Analyse von Bildquellen im historischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, inwieweit der Bildeinsatz im Einstieg das Interesse und das historisch kritische Denken bei Schülern fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin/der Autor verbindet theoretische geschichtsdidaktische Analysen mit der Methode der teilnehmenden Beobachtung eigener Unterrichtsversuche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretische Einbettung des historischen Lernens, die Funktionen von Unterrichtseinstiegen und analysiert kritisch den methodischen Umgang mit verschiedenen Bildgattungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Historisches Lernen, Bildquelle, Quellenkritik, Unterrichtseinstieg und Urteilskompetenz.
Wie wichtig ist kunsthistorisches Wissen bei der Bildanalyse im Geschichtsunterricht?
Laut der Arbeit ist es für Historiker zweitrangig; entscheidend ist nicht die ästhetische Qualität, sondern die historische Bedeutung des Bildes als Quelle.
Welches Fallbeispiel wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt ein Beispiel zum Vergleich der Pestepidemie im 14. Jahrhundert mit der Corona-Pandemie, um Globalisierungsprozesse zu veranschaulichen.
Warum reicht eine Bildbeschreibung allein nicht aus?
Eine reine Beschreibung bleibt oberflächlich; für echtes historisches Verständnis sind kontextualisierende Sachtexte und zusätzliche Quellen unabdingbar.
Welche Rolle spielt die Differenzierung für leistungsschwächere Schüler?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass diachrone Bildvergleiche für diese Schülergruppe spezielles Unterstützungsmaterial erfordern, um sprachliche Hürden zu überwinden.
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- H. Gündüz (Autor), 2022, Die Einstiegsphase des Geschichtsunterrichts. Der Einsatz von Bildern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1385601