Die Erweiterung der Bewegungserfahrung im Turnen ist besonders in der Unterstufe wichtig, da sich
die Schülerinnen, wenn die Grundlagen nicht frühzeitig gelegt werden, mit wachsendem Alter und
dementsprechenden körperlichen Veränderungen, nur noch schwer zu turnerischen Leistungen motivieren lassen und mit Schwierigkeiten beim Erlernen neuer Elemente zu kämpfen haben. Die
Akrobatik, als ein für die Schülerinnen neues Stoffgebiet, hat für die Schülerinnen häufig einen
höheren Aufforderungscharakter als das klassische Turnen. Die Bandbreite der möglichen
inhaltlichen Orientierung bei akrobatischen Bewegungsarrangements reicht dabei von der Schulung
koordinativer und konditioneller Fähigkeiten (z.B. im Bezug auf Körperspannung) bis hin zur
verbesserten Körperbeherrschung in Auseinandersetzung mit den physikalischen Grenzen. Das Spiel
mit dem Gleichgewicht und der Schwerkraft sowie die Entwicklung einer realistischen
Selbsteinschätzung können weitere wichtige Erfahrungen bieten.
Akrobatik bedeutet zudem als Team mit bestimmter Rollenverteilung zu agieren und zu
funktionieren und stellt somit besondere Forderungen an kommunikative und kooperative
Kompetenzen der Schülerinnen. Zudem hat das Thema einen hohen Aufforderungscharakter und
bietet den Schülerinnen die Möglichkeit auch mit grundlegenden motorischen Fähigkeiten
Erfolgserlebnisse im Sport zu haben. Das sportliche ,,Gegeneinander" wird dabei fast vollständig zu
einem produktiven ,,Miteinander", in dem die Schülerinnen je nach physischer Voraussetzung ihre
Rolle finden und erfolgreich ausfüllen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen zur Unterrichtsstunde
1.1 Pädagogisch-psychologische Überlegungen
1.2. Methodisch-didaktische Überlegungen
1.2.1 Sachanalyse des Themas
1.2.2 Einordnung des gestellten Themas in den Halbjahresplan
1.2.3 Einbettung in den Lehrplan
1.2.4 Einordnung in die vier Lehrbereiche
1.2.5 Didaktische Analyse
1.3 Arbeitsmittel
1.4 Literaturangaben
2. Geplanter Unterrichtsverlauf
2.1 Unterrichtsabschnitte
2.2 Unterrichtsdurchführung
2.3 Anlagen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dient als schriftlicher Entwurf für eine Prüfungslehrprobe im Fach Sport an einem Gymnasium. Ziel ist es, die Schülerinnen der Unterstufe in die methodischen Grundlagen der Akrobatik einzuführen, wobei insbesondere die Technik des "Stuhls" unter Anwendung des physikalischen Prinzips von "Zug und Gegenzug" erarbeitet wird, um kooperative und kommunikative Kompetenzen in der gelenkten Freiarbeit zu fördern.
- Vermittlung akrobatischer Grundformen am Beispiel des "Stuhls"
- Anwendung des physikalischen Prinzips "Zug und Gegenzug"
- Förderung der Kooperations- und Teamfähigkeit in Kleingruppen
- Selbstständige kreative Gestaltung von Akrobatik-Pyramiden
Auszug aus dem Buch
1.2.5 Didaktische Analyse
Den Schülerinnen soll das Wissen um die wichtigsten technischen Merkmale des „Stuhls“ vermittelt werden. Dabei wird das kognitive Thema „Zug und Gegenzug“ behandelt, um den Schülerinnen die Notwendigkeit des Kräftegleichgewichts bei der (Partner-)Akrobatik zu verdeutlichen. Es soll ihnen bewusst werden, dass sie nicht ihr eigenes Gleichgewicht finden müssen, sondern ein gemeinsames. Veränderungen in der Körperhaltung einer Person führen immer dazu, dass die Partnerin diese ausgleichen muss.
Im Bereich Können wird von den Schülerinnen erwartet, dass die neue Technik als Ober- oder Unterfrau umgesetzt wird. Diese soll anschließend in einer kreativen Umsetzung zur Anwendung kommen. Die Mädchen bekommen die Möglichkeit, sich selbst eine Pyramide auszudenken, in die sie den „Stuhl“ integrieren sollen. Hierbei wird die Figur gefestigt und das Prinzip des „Zugs und Gegenzugs“ angewandt, da die Schülerinnen bei der freien Anwendung selbstständig Lösungen finden müssen, in denen ein gemeinsames Gleichgewicht notwendig ist. Die Gruppenarbeit erfordert zudem die Reflexion des eigenen Könnens, eine daraus resultierende Auswahl von akrobatischen Figuren, eine Zuteilung von Rollen für die Umsetzung und deren praktische Ausführung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorüberlegungen zur Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel beschreibt die pädagogischen und methodisch-didaktischen Voraussetzungen der Lerngruppe sowie die fachliche Einbettung der Akrobatik in den Lehrplan und den Halbjahresplan.
2. Geplanter Unterrichtsverlauf: Hier werden die konkreten Phasen der Lehrprobenstunde, unterteilt in Begrüßung, Erwärmung, Hauptteil und Ausklang, sowie die methodische Umsetzung dargestellt.
Schlüsselwörter
Akrobatik, Sportunterricht, Unterstufe, Stuhl-Varianten, Zug und Gegenzug, Kooperation, Partnerakrobatik, Pyramidenbau, Körperwahrnehmung, Teamarbeit, Lehrplan Sport, Schulsport, Bewegungsführung, Kräftegleichgewicht, Gruppenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung?
Das Dokument beschreibt den Entwurf für eine 1. Prüfungslehrprobe im Fach Sport an einem Gymnasium, deren inhaltlicher Schwerpunkt auf der Akrobatik liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die "Stuhl-Varianten" in der Akrobatik, die Einordnung in den Lehrplan sowie die Förderung sozialer Kompetenzen durch Fairness und Kooperation.
Was ist das primäre Ziel der Lehrstunde?
Die Schülerinnen sollen das technische Verständnis für das Kräftegleichgewicht ("Zug und Gegenzug") erlangen und dieses in eigenständig entwickelten Gruppenpyramiden anwenden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um einen praxisorientierten methodisch-didaktischen Entwurf, der auf sportpädagogischen Prinzipien und den Vorgaben des bayerischen Gymnasiallehrplans basiert.
Was wird im Hauptteil der Stunde behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung und Demonstration der Stuhl-Technik durch die Lehrkraft sowie eine anschließende gelenkte Freiarbeit in Kleingruppen zur Integration in Präsentationen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Akrobatik, Partnerakrobatik, Kooperation, Kräftegleichgewicht, Schülerorientierung und methodische Unterrichtsplanung.
Warum wird der "Stuhl" als zentrale Übung gewählt?
Die Übung ist für Anfänger gut erlernbar, fördert bei korrekter Ausführung die Mittelkörperspannung und verdeutlicht ideal das Prinzip des Kräftegleichgewichts zwischen Unter- und Oberfrau.
Welche Rolle spielt der Kontext der "Xer Hochzeit"?
Der lokale Bezug dient als motivierender Aufhänger ("Storytelling"), um die Schülerinnen in die Rolle von Gauklern zu versetzen und den Aufforderungscharakter der Stunde zu erhöhen.
- Quote paper
- Neele Onnen (Author), 2008, Akrobatik – „Zug und Gegenzug": Methodische Erarbeitung der „Stuhl-Varianten“ und Anwendung in gelenkter Freiarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138629