Im Rahmen unserer Exkursion in die Dichter- und Denkerstadt Tübingen, bietet sich natürlich der Text „Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus“ mit seiner zweifelhaften Verfasserschaft an, um gleich einen groben Einblick in mehrere Denkweisen des 18. Jahrhunderts wie z.B. Hegel, Kant, Sinclair und einige andere, zu bekommen. Zu Beginn wollen wir uns zunächst mit der Verfasserfrage und der Überlieferung dieses Textes beschäftigen. Den inhaltlichen Aufbau werden wir nur grob ansprechen und dann im 6. Kapitel einen besonderen Bezug zu Hölderlin herstellen. Vorab wollen wir herausfinden ob Hölderlin Dichter oder Philosoph war. Im Zusammenhang mit seinem Roman „Hyperion“ werden wir sowohl seine Philosophie darstellen als auch einen Vergleich zu einem Teil aus dem Systemprogramm anstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus
2.1 Die Überlieferung des Manuskripts
2.2 Inhaltlicher Aufbau des Systemprogramms – ein kurzer Überblick
2.3 Die Verfasserfrage
3. Hölderlin - Dichter oder Philosoph
4. Hegel und Hölderlin
5. Hölderlins Ideen aus den letzten beiden Briefen des Hyperion 2. Band
5.1 Erster Brief, 2. Band
5.2 Zweiter Brief, 2. Band
6.Der Mittelteil des ältesten Systemprogramms im Bezug auf Hölderlin
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die inhaltlichen Verbindungen zwischen dem "Ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus" und Friedrich Hölderlins Roman "Hyperion", um die Rolle der Ästhetik und der Vereinigungsphilosophie in dieser Epoche zu beleuchten und den Einfluss Hölderlins auf die Philosophie Hegels kritisch zu hinterfragen.
- Die Entstehung und Überlieferung des "Ältesten Systemprogramms des deutschen Idealismus".
- Die Abgrenzung und Vereinigung von Philosophie und Dichtung im Werk Hölderlins.
- Der Einfluss der französischen Revolution auf das Staatsverständnis der Zeit.
- Das Konzept der Schönheit als verbindendes Element zwischen Subjekt, Objekt, Mensch und Natur.
Auszug aus dem Buch
3. Hölderlin - Dichter oder Philosoph
Das Gemeinsame, dass die Philosophie und die Dichtung haben ist, das sie beide die Sprache benutzen. Die Sprache will zum Ausdruck bringen, dass der Mensch seine Lebenszüge versteht, mit sich selbst und seines gleichen in der Welt auseinandersetzt. Sprache ist die Verständigung der Menschen mit der Welt, anderer Menschen und mit sich selbst. Bei der Dichtung lassen sich folgende Fragen aufstellen: „Ist Sprache selbst schon Dichtung?“ oder „ist Dichtung die Vollendung der Sprache?“ dies zeigt, dass die Dichtung stark an die Sprache gebunden ist. Bei der Philosophie kommt es auf den Gedanken für sich an. Mit diesem Gedanken wird über die Sprache anderen die Gelegenheit geben, das Gedachte oder Geschriebene selbst zu denken (vgl. Hoffmeister, 1944, S.15 f.). Die Vollendung bei der Dichtung ist die Sinnfälligkeit und in der Philosophie die Sinnhaftigkeit (vgl. Hoffmeister, 1944, S.18).
Hölderlin wird in einigen Augen als Nur-Dichter gesehen und in anderen Augen als jemand, der die Dichtung und die Philosophie vereinigt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Exkursion nach Tübingen ab und stellt die Forschungsfrage nach Hölderlins Identität als Dichter oder Philosoph sowie dessen Bezug zum Systemprogramm.
2. Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus: Dieses Kapitel behandelt die wechselhafte Überlieferungsgeschichte des Manuskripts und bietet einen Überblick über dessen zentrale Thesen zur Vernunft, Freiheit und Religion.
3. Hölderlin - Dichter oder Philosoph: Hier wird das Spannungsverhältnis zwischen poetischem Schaffen und philosophischem Denken im Hinblick auf Hölderlins Selbstverständnis analysiert.
4. Hegel und Hölderlin: Das Kapitel beleuchtet den intellektuellen Austausch und die gemeinsame Vereinigungsphilosophie der beiden Denker sowie ihre Forderung nach einer neuen Volksreligion.
5. Hölderlins Ideen aus den letzten beiden Briefen des Hyperion 2. Band: Es erfolgt eine Analyse von Hyperions Deutschlandkritik und dessen Sehnsucht nach einer göttlichen Natur und Schönheit.
6.Der Mittelteil des ältesten Systemprogramms im Bezug auf Hölderlin: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Ästhetik und die These, dass die Dichtkunst als höchste Instanz der Aufklärung fungiert.
7. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der Schönheit im Systemprogramm und reflektiert die ungelöste Verfasserfrage vor dem Hintergrund der damaligen Zeitereignisse.
Schlüsselwörter
Deutscher Idealismus, Systemprogramm, Friedrich Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Hyperion, Vereinigungsphilosophie, Ästhetik, Schöne Kunst, Naturphilosophie, Vernunft, Freiheit, Volksreligion, Subjekt-Objekt-Einheit, Aufklärung, Metaphysik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die inhaltliche Nähe zwischen dem "Ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus" und dem Roman "Hyperion" von Friedrich Hölderlin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Vereinigungsphilosophie, die Rolle der Poesie gegenüber der Philosophie sowie das Konzept der Schönheit als Bindeglied in einer sich wandelnden Zeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Hölderlins philosophischen Einfluss auf das Systemprogramm zu untersuchen und zu ergründen, ob er primär als Dichter oder als Philosoph zu betrachten ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literatur- und Ideengeschichtliche Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Systemprogramms, eine Analyse von Hölderlins Selbstverständnis sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Ideen im Hyperion mit den Thesen des Systemprogramms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Idealismus, Vereinigungsphilosophie, Ästhetik, Natur, Vernunft und das Verhältnis von Dichtung zu Philosophie.
Welche Rolle spielt die "Schönheit" in dieser Arbeit?
Schönheit wird als höchste Form der Vernunft identifiziert, die es ermöglicht, die Trennung zwischen Wahrheit und Güte aufzuheben und somit eine Einheit von Subjekt und Objekt zu erreichen.
Warum ist die Verfasserfrage des "Ältesten Systemprogramms" bis heute relevant?
Da das Manuskript die Denkkonstellation von Hegel, Hölderlin und Schelling widerspiegelt, berührt die Klärung der Autorenschaft grundlegende Fragen der Philosophiegeschichte zur Entstehungszeit des deutschen Idealismus.
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- Claudia Heller (Author), Nadine Dahmen (Author), 2009, Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus im Vergleich mit Hölderlins Hyperion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138665