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Laudine - Fee, Minne- oder Landesherrin?

Title: Laudine - Fee, Minne- oder Landesherrin?

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Andrea Surner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Laudine ist wohl eine der schwierigsten und verworrensten Frauengestalten in den Epen Hartmanns von Aue. Anhand dieser Arbeit soll dargestellt werden, was diese Frauengestalt in Hartmanns Iwein derart problematisch macht: Ist Laudine eine Fee, eine Minne- oder eine Landesherrin? Es ist wichtig zu betonen, dass sich keiner dieser Begriffe bei Laudine völlig vermeiden lässt, alle drei Eigenschaften kann man in der Figur dieser Frauengestalt finden, allerdings soll hier ausgearbeitet werden, welcher dieser Charakterzug diese Frauengestalt beherrscht und im Text selbst überwiegend zu finden ist. In Bezug auf die Eigenschaften der Fee wird kurz auf einige wenige Textpassagen, aber hauptsächlich auf das Gattungsschema des Feenmärchens von Ralf Simon eingegangen. Die Arbeiten zum Artusprogramm von Kuhn oder Propp hinsichtlich der Struktur des Iwein werden außer Acht gelassen, sind jedoch ein Teilaspekt, da Simon sowohl hierfür ein Schema aufstellt, als er auch für das Feenmärchen tut. In Bezug auf die Untersuchung von Laudine als Minne- oder Landesherrin gestaltet sich die Analyse etwas einfacher, hier wird streng am Text selbst gearbeitet, es werden hier die verschiedenen Positionen, die für den jeweiligen Charakterzug Laudines stehen, Punkt für Punkt ausgeführt.

Excerpt


Gliederung

1. Entwicklung der Fragestellung

2. Laudine – Fee, Minne- oder Landesherrin?

2.1 Laudine als Fee

2.1.1 Scheinbar übersinnliche Kräfte

2.1.2 Gattungsschema des Feenmärchens

2.2 Laudine als Minneherrin

2.2.1 Verlieben Iweins

2.2.2 Eingreifen der Frau Minne – Heirat mit Iwein

2.2.3 Aufbruch Iweins – Herzenstauschszene

2.2.4 Verstoßen Iweins – Grund für seinen Wahnsinn

2.2.5 Rückkehr zu Iwein – Entschuldigung

2.3 Laudine als Landesherrin

2.3.1 Tod des Ehemanns – Suche nach neuem Landesherrn

2.3.2 Heirat mit Iwein

2.3.3 Setzen der Jahresfrist – Übergabe des Ringes

2.3.4 Verstoßen Iweins

2.3.5 Rückkehr zu Iwein – Kniefall

3. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die vielschichtige und teilweise widersprüchliche Figur der Laudine in Hartmanns von Aue „Iwein“ zu analysieren, um zu klären, welche der drei Hauptcharakterisierungen – Fee, Minneherrin oder Landesherrin – in der Textstruktur dominiert.

  • Untersuchung der märchenhaften Züge und des Gattungsschemas des Feenmärchens
  • Analyse der Laudine als Minneherrin und der Entwicklung ihrer emotionalen Bindung zu Iwein
  • Betrachtung der Rolle der Landesherrin unter Berücksichtigung sozialer und politischer Zwänge
  • Gegenüberstellung von pragmatischen Heiratsmotiven und höfischer Minne
  • Deutung von Schlüsselmomenten wie der Ringübergabe und dem finalen Kniefall

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Scheinbar übersinnliche Kräfte

Eine Fee wird meist als weibliche Märchengestalt mit Zauberkräften verstanden. Auch der Laudine in unserem Artusroman kann man derartige übersinnliche Kräfte zuweisen als sie etwa die Anwesenheit Iweins erkennt, während ihr verstorbener Ehemann auf einer Bahre vorbei getragen wird und erneut zu bluten beginnt. Obwohl Hartmann vorher darauf eingeht, dass swer den andern habe erslagen / und wurder vür in getragen / swie langer dâ vor wære wunt / er begunde bluoten anderstunt (V. 1357ff.), scheint Laudine die einzige zu sein, die dies registriert und vermutet, dass Iwein – was ja der Wahrheit entspricht – nur durch Magie für sie nicht sichtbar ist: er ist zewâre hinne / und hât uns der sinne / mit zouber âne getân. (V. 1367ff.)

Ein weiterer Punkt, der für scheinbar übersinnliche Kräfte der Laudine spricht, ist die Minne, die sie auf Iwein ausübt. Dies kann man einerseits als ein Zeichen für Laudine als Minneherrin deuten, was auch anfänglich plausibler klingt, jedoch andererseits ist dies auch ein Zeichen für Laudine als Fee, denn „Hartmann geht es darum, die Minne als Zaubermacht darzustellen“. Es scheint unmöglich mit ‚rechten Dingen’ zuzugehen, wie schnell sich Iwein in die Frau des eben von ihm selbst erschlagenen Feindes verliebt, dass er sîner vîendinne / truoc sô grôze minne. (V.1423f.) Laudine trauert noch um ihren Mann und Iwein selbst schwebt in höchster Gefahr, dennoch ist ihm zu diesem Zeitpunkt alles egal, außer die vrouwen eine (V. 1445), was man als Zaubermacht der Laudine werten kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entwicklung der Fragestellung: Einleitung in die Problematik der Laudine-Figur und methodischer Ansatz der Untersuchung.

2. Laudine – Fee, Minne- oder Landesherrin?: Übergeordnete Fragestellung der Arbeit.

2.1 Laudine als Fee: Analyse der märchenhaften Attribute und Anwendung des Gattungsschemas nach Ralf Simon.

2.1.1 Scheinbar übersinnliche Kräfte: Untersuchung der magischen Wahrnehmung Laudines und ihrer Wirkung auf den Helden.

2.1.2 Gattungsschema des Feenmärchens: Einordnung des Werkes in die strukturalistische Poetik.

2.2 Laudine als Minneherrin: Darstellung Laudines als erzieherische und machtvolle Instanz der Minne.

2.2.1 Verlieben Iweins: Analyse der ersten Begegnung und der Wirkung von Laudines Tugenden.

2.2.2 Eingreifen der Frau Minne – Heirat mit Iwein: Untersuchung der personifizierten Minne und der emotionalen Dynamik.

2.2.3 Aufbruch Iweins – Herzenstauschszene: Analyse der Abschiedsszene und der Bedeutung des Herztausches.

2.2.4 Verstoßen Iweins – Grund für seinen Wahnsinn: Erörterung der Gründe für die Zurückweisung und den geistigen Verfall Iweins.

2.2.5 Rückkehr zu Iwein – Entschuldigung: Analyse der Versöhnung und der Rolle von Lunete.

2.3 Laudine als Landesherrin: Analyse Laudines als politische Herrscherin und Königin.

2.3.1 Tod des Ehemanns – Suche nach neuem Landesherren: Untersuchung der pragmatischen Gründe für Laudines Handeln.

2.3.2 Heirat mit Iwein: Interpretation der Heirat als politische Zweckheirat zur Herrschaftssicherung.

2.3.3 Setzen der Jahresfrist – Übergabe des Ringes: Untersuchung der Ringübergabe als rechtliches Symbol.

2.3.4 Verstoßen Iweins: Analyse des Ausschlusses Iweins als notwendige Konsequenz der Landesherrin.

2.3.5 Rückkehr zu Iwein – Kniefall: Interpretation des Kniefalls als ritueller Rechtsakt.

3. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Vielschichtigkeit Laudines als schillernder Charakter.

Schlüsselwörter

Laudine, Iwein, Hartmann von Aue, Fee, Minneherrin, Landesherrin, Artusroman, Feenmärchen, Mittelalterliche Literatur, höfische Epik, Minne, Herrschaftssicherung, Gattungsschema, Lunete, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe Frauenfigur der Laudine im Epos „Iwein“ von Hartmann von Aue und versucht, ihre Rolle zwischen den Rollenbildern Fee, Minneherrin und Landesherrin zu verorten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die literarische Analyse der Märchenhaftigkeit, die soziale und politische Stellung der Frau im mittelalterlichen Epos sowie die Dynamik zwischen Minne und gesellschaftlicher Verantwortung.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, welcher der drei Charakterzüge (Fee, Minneherrin oder Landesherrin) Laudines Wesen maßgeblich bestimmt und wie diese Eigenschaften im Text korrespondieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine werkimmanente Textanalyse durchgeführt, die durch die Anwendung eines strukturalistischen Gattungsschemas des Feenmärchens (nach Ralf Simon) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Funktionsbereiche Laudines, wobei jeder Bereich anhand konkreter Textpassagen, Verszitate und unter Einbeziehung der Forschungsliteratur (wie Carne, Braunagl, Mertens) detailliert analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Laudine, Minne, Herrschaftssicherung, Artusroman, höfische Gesellschaft und Feenmärchen charakterisieren.

Warum wird Laudine oft als Landesherrin interpretiert?

Weil ihre Entscheidungen – insbesondere die Heirat mit Iwein und das Verstoßen desselben – primär aus der Notwendigkeit resultieren, ihr Land und ihren Herrschaftsbereich nach dem Tod des ersten Gatten gegen äußere Bedrohungen abzusichern.

Welche Bedeutung hat der Kniefall Laudines am Ende?

Der Kniefall wird kritisch diskutiert und primär als ein ritueller Rechtsakt zur Bestätigung ihres Eides verstanden, weniger als Ausdruck einer neuen, gütigen Gesinnung oder echter Unterwerfung.

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Details

Title
Laudine - Fee, Minne- oder Landesherrin?
College
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Hartmann von Aue: Iwein
Grade
3,0
Author
Andrea Surner (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V138737
ISBN (eBook)
9783640481545
ISBN (Book)
9783640481378
Language
German
Tags
Hartmann von Aue Iwein Laudine Fee Minne Landesherrin Mediävistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Surner (Author), 2005, Laudine - Fee, Minne- oder Landesherrin?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138737
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