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Die Problematik der Anwendbarkeit traditioneller Entwicklungskonzepte auf fragile Staaten

Title: Die Problematik der Anwendbarkeit traditioneller Entwicklungskonzepte auf fragile Staaten

Essay , 2007 , 9 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Pol. Sylvia Stützer (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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1. Einleitung

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Versagen und Scheitern von Staatlichkeit auf die Agenda aller entwicklungspolitischen Akteure gerückt. Angesichts der Erkenntnis, dass Staatszerfall auch die Sicherheit und Freiheit westlicher Gesellschaften bedroht, ist klar, dass die Entwicklungspolitik sich dieser Herausforderung stellen und gegebenenfalls ihre traditionellen Verfahrensweisen modifizieren muss. Länder, die durch Staatsversagen blockiert oder bereits vom Staatszerfall geprägt sind, bieten dem transnationalen Terrorismus Rückzugs- und Organisationsräume, Bürgerkriege führen zu massiven Flüchtlingsströmen und auch die unkontrollierte Proliferation von Waffen stellt eine erhebliche Sicherheitsbedrohung dar.
Auch wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die einhergehenden, grenzüberschreitenden Folgen fragiler Staatlichkeit ein internationales Problem darstellen, stellt sich die Frage, was gegen Ursachen und Folgen von fehlenden staatlichen Strukturen und schlecht funktionierenden, nicht legitimierten Regierungen unternommen werden kann. Hier sind vor allem die Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik gefragt. Besonders die Entwicklungspolitik kann in kollabierten Staaten Handlungsanreize schaffen, Unterstützung beim Aufbau funktionsfähiger Strukturen in schwachen Staaten leisten und bei einigermaßen konsolidierten Systemen Stabilitätserfolge sichern.[...]

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die 90er Jahre – Ein verlorenes Jahrzehnt?

3. Komponenten des Staatsversagens in fragilen Staaten

4. Entwicklungsziele in fragilen Staaten

5. Kann die aktuelle entwicklungspolitische Praxis angemessen auf Staatszerfall reagieren?

Zielsetzung & Themen

Der Essay untersucht die Herausforderungen, die fragile Staaten für die internationale Entwicklungszusammenarbeit darstellen, und diskutiert, wie traditionelle Konzepte modifiziert werden müssen, um in diesen Kontexten effektiv wirksam zu sein.

  • Historischer Wandel der Entwicklungszusammenarbeit in den 80er und 90er Jahren
  • Leistungsdefizite und Merkmale fragiler Staatlichkeit
  • Zentrale Entwicklungsziele (Sicherheitssektor, Justiz, Machtteilung)
  • Zielkonflikte zwischen Regimestabilität und staatlicher Stabilität
  • Anpassung der entwicklungspolitischen Praxis an fragile Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

3. Komponenten des Staatsversagens in fragilen Staaten

Auch wenn es Unterschiede in der Ausprägung der Fragilität von Staaten gibt, haben die als problematisch eingestuften Länder im Wesentlichen ähnliche Leistungsdefizite in zentralen staatlichen Funktionsbereichen. Es existiert kein legitimes Gewaltmonopol, welches für die staatliche Steuerung verantwortlich ist. Der Staat ist somit nicht in der Lage, seine Bürger vor Gewalt zu schützen, oft übernehmen nichtsstaatliche Sicherheitsdienste diese Funktion. Auch sind die Bürger oft nicht vor staatlicher Willkür geschützt, da ein etabliertes Rechtssystem fehlt. Staatliche Dienstleistungen werden nicht gewährleistet, Steuererhebungen funktionieren nicht. Ein Mangel besteht zudem in der Bereitstellung öffentlicher Güter, oft kann die Grundversorgung der Bevölkerung nicht sichergestellt werden. Aufgrund des Fehlens verlässlicher Rahmenbedingungen für die Wirtschaft ist ein selbstständiges Entkommen aus der Misere kaum möglich.

Das Spektrum staatlichen Verfalls ist breit, Rotberg unternimmt hier eine brauchbare Einteilung in „weak states“, „collapsed states“ und „failed states“ vor. Während einige Staaten sich zwar eine demokratische Marktwirtschaft nach westlichem Vorbild zu eigen gemacht haben, jedoch Sicherheitsrisiken wie Alltagskriminalität und mangelnde soziale Grundsicherung für die Bevölkerung fortbestehen, gibt es auf der anderen Seite kollabierte und zerfallene Staaten in denen Staatlichkeit in keinem Bereich mehr vorhanden ist. Die meisten fragilen Staaten bewegen sich zwischen den beiden Polen, wobei die unterschiedlichen Ausprägungen von Staatsversagen und Staatsverfall sowohl zwischen den Ländern als auch innerhalb der Länder berücksichtigt werden müssen. Auch innerhalb der Staaten existieren lokale Unterschiede innerhalb der Reichweite des zentralstaatlichen Gewaltmonopols.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende sicherheitspolitische Relevanz fragiler Staaten und skizziert die Notwendigkeit einer Anpassung traditioneller entwicklungspolitischer Ansätze.

2. Die 90er Jahre – Ein verlorenes Jahrzehnt?: Dieses Kapitel analysiert den historischen Kontext, in dem Geberländer fragile Staaten aufgrund ihrer Ineffizienz weitgehend mieden, und den anschließenden Paradigmenwechsel.

3. Komponenten des Staatsversagens in fragilen Staaten: Hier werden die typischen Leistungsdefizite in den Bereichen Sicherheit, Recht und Grundversorgung sowie die Vielschichtigkeit der Fragilität dargelegt.

4. Entwicklungsziele in fragilen Staaten: Das Kapitel definiert drei Kernelemente für den Aufbau stabiler Strukturen: Reformen des Sicherheitssektors, des Justizsystems sowie Dezentralisierung und Machtteilung.

5. Kann die aktuelle entwicklungspolitische Praxis angemessen auf Staatszerfall reagieren?: Der abschließende Teil diskutiert die Herausforderungen der Konditionalität und betont die Notwendigkeit, Reformkräfte lokal zu unterstützen, statt Parallelstrukturen zu schaffen.

Schlüsselwörter

Fragile Staaten, Staatsversagen, Entwicklungszusammenarbeit, Staatszerfall, Gewaltmonopol, Sicherheitssektorreform, Governance, Entwicklungspolitik, Failed States, Good Performers, Institutionenbildung, Konditionalität, Krisenprävention, Rechtsstaatlichkeit, Entwicklungshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik, warum traditionelle Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Staaten häufig scheitern und wie Strategien angepasst werden müssen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Staatsversagen, die historische Entwicklung der Geber-Strategien sowie konkrete Ziele wie Sicherheitsreformen und Justizaufbau.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Entwicklungspolitik trotz der instabilen Bedingungen in fragilen Staaten konstruktiv und nachhaltig intervenieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um einen Essay, der auf einer Literaturanalyse aktueller Politik-Paper und entwicklungspolitischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der 90er Jahre, eine Typologisierung von Staatsversagen sowie die Vorstellung spezifischer Reformziele.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere fragile Staaten, Staatsversagen, Sicherheitssektorreform und der neue Ansatz des „Stay engaged, but differently“.

Warum ist die Unterscheidung zwischen weak, collapsed und failed states wichtig?

Sie verdeutlicht, dass es keine „One-size-fits-all“-Lösung gibt, da die Ausprägungen von Staatsversagen lokal und regional stark variieren.

Welchen Zielkonflikt identifiziert die Autorin bei der Kooperation?

Ein zentraler Konflikt ist die Gratwanderung zwischen der Förderung von Regimestabilität und der tatsächlichen Stabilität des Staates unter Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure.

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Details

Title
Die Problematik der Anwendbarkeit traditioneller Entwicklungskonzepte auf fragile Staaten
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Dipl.-Pol. Sylvia Stützer (Author)
Publication Year
2007
Pages
9
Catalog Number
V138767
ISBN (eBook)
9783640482511
ISBN (Book)
9783640482382
Language
German
Tags
Problematik Anwendbarkeit Entwicklungskonzepte Staaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Pol. Sylvia Stützer (Author), 2007, Die Problematik der Anwendbarkeit traditioneller Entwicklungskonzepte auf fragile Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138767
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