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Soziale Erwünschtheit und geäußerte Einstellungen zu Immigration. Vergleich von computergestützter Selbstbefragung (CASI) und computergestützter persönlicher Befragung (CAPI)

Título: Soziale Erwünschtheit und geäußerte Einstellungen zu Immigration. Vergleich von computergestützter Selbstbefragung (CASI) und computergestützter persönlicher Befragung (CAPI)

Tesis (Bachelor) , 2023 , 59 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Laura Kiemes (Autor)

Sociología - Metodología y métodos
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Diese Arbeit untersucht den Effekt der sozialen Erwünschtheit auf geäußerte Einstellungen gegenüber Immigration. Dafür werden Computer Assisted Personal Interviewing und Computer Assisted Self-Interviewing (CASI) eines Experiments der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) aus dem Jahr 2006 miteinander verglichen. Die Analyse umfasst eine lineare Regression, die sowohl Personencharakteristika als auch Interviewendencharakteristika mit einbezieht.

Immigrationsfragen sind seit Jahrzehnten interessant für die Sozialwissenschaften. Ergebnisse von Studien erhalten mediale Aufmerksamkeit, beeinflussen politische Entscheidungen und werden von politischen Stimmen instrumentalisiert. Aufgrund dieses Einflusses und politischer Reichweite ist es entscheidend, dass Studienergebnisse auf validen Daten beruhen.

Die meisten Erhebungsinstrumente in Wahlumfragen wie der Sonntagsfrage weisen systematische Schwächen auf, durch die ihre Ergebnisse verzerrt werden können. Da Umfrageergebnisse nicht nur die Diskussionen an den Mittagstischen politikaffiner Haushalte befeuern, sondern auch maßgeblich die strategische Ausrichtung von Parteien beeinflussen, sind Designfehler in diesen Erhebungen ein äußerst potentes Problem.

Eine besonders präsente Fehlerquelle ist hierbei die soziale Erwünschtheit. Nach Gschwend et al. führt die Verwendung von Befragungsmodi, die den Befragten ein hohes Maß an Anonymität gewähren, zu höheren Zustimmungswerten der AfD. Die in den ursprünglichen Umfragen niedrigeren Werte sind laut ihnen auf das Phänomen der sozialen Erwünschtheit zurückzuführen.

Als einzige Partei im Deutschen Bundestag steht die AfD unter konstanter Beobachtung durch den Verfassungsschutz, nicht das Bundesverfassungsgericht. Grund hierfür sind unter anderem das konstante Auftreten fremdenfeindlicher Äußerungen. Es scheint daher nicht abwegig, dass das Auftreten sozialer Erwünschtheit durch die geäußerte Einstellungen vieler AfD-Politiker*innen bezüglich Themen der Immigration entsteht.

Umfrageergebnisse haben politischen Einfluss inne, weswegen sie möglichst valide Ergebnisse berichten sollen. Da diese insbesondere vom Befragungsmodus abhängig zu sein scheinen, werden in dieser Arbeit CAPI- und CASI-Daten eines experimentellen Studiendesigns des ALLBUS aus dem Jahr 2006 miteinander verglichen, um zu klären, inwiefern sich die soziale Erwünschtheit auf geäußerte Einstellungen gegenüber Immigration auswirkt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen und Forschungsstand

2.1 Soziale Erwunschtheit

2.1.1 Konzept

2.1.2 Theorie

2.1.3 Einflussfaktoren

2.1.4 Systematischer Fehler

2.1.5 Methoden zur Verringerung sozialer Erwunschtheit

2.2 Einstellungen gegenuber Immigration

2.3 Hypothesen

3 Daten, Variablen und analytisches Vorgehen

3.1 Daten

3.2 Stichprobe

3.3 Operationalisierung

3.3.1 Einstellungen gegenuber Immigration

3.3.2 Befragungsmodus

3.3.3 Bedurfnis nach sozialer Anerkennung

3.3.4 Wahrnehmung der sozialen Erwunschtheit

3.3.5 Charakteristika der befragten Person

3.3.6 Charakteristika der interviewenden Person

3.4 Methodik

4 Ergebnisse

4.1 Deskriptive Statistik

4.2 Regression

4.2.1 Einfache lineare Regression

4.2.2 Lineare Regression mit Personencharakteristika

4.2.3 Lineare Regression mit Interviewendencharakteristika

4.2.4 Lineare Regression mit Dimensionen sozialer Erwunschtheit

4.2.5 Robustheitscheck

4.2.6 Regressionsdiagnostik

5 Fazit und Ausblick

5.1 Interpretation

5.2 Limitationen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Erwünschtheit auf die Angaben zu Einstellungen gegenüber Immigration, indem sie CAPI- und CASI-Befragungsmodi des ALLBUS 2006 vergleicht, um die Validität der Studienergebnisse zu prüfen.

  • Effekt der sozialen Erwünschtheit auf sensible Umfragedaten
  • Vergleich von Interviewmodi: CAPI vs. CASI
  • Rolle von Personen- und Interviewendenmerkmalen
  • Testung von Hypothesen mittels linearer Regression
  • Validität quantitativer Erhebungsmethoden

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Konzept

Die soziale Erwunschtheit² ist ein gesellschaftliches Phänomen, das oft in Interviewsituationen auftritt (Diekmann, 2008). Es handelt sich dabei um eine Antworttendenz³, bei der Befragte einen möglichst positiven Eindruck der eigenen Person vermitteln wollen (Bogner und Landrock, 2015). Dieser Vorgang kann sowohl bewusst als auch unbewusst auftreten (Wolter, 2022). Dabei werden entweder negative Qualitäten untertrieben oder positive Qualitäten übertrieben dargestellt (Kemper et al., 2012, Reinecke, 2013). Dadurch sollen mögliche negative soziale Sanktionen wie Missbilligung, Stigmatisierung und Diskriminierung durch die interviewende Person vermieden werden. Umgekehrt können Befragte besonders befürwortende Ansichten verstecken, wenn sie gemäßigte Antworten als sozial erwünscht ansehen (Wolter, 2022).

Befragte versuchen in Interviewumgebungen situative Einflüsse wie die Anwesenheit einer interviewenden Person oder die Sensibilität des erfragten Themas zu bewältigen (Tourangeau und Yan, 2007). Aus diesem Grund kann das Phänomen als eine temporäre soziale Bewältigungsstrategie verstanden werden.

Entscheidend für das Verhalten der befragten Person ist, was diese als soziale Norm ansieht (Naher und Krumpal, 2012). Soziale Erwunschtheit kann durch die Person selbst, durch die Wahrnehmung einer anwesenden Person oder durch die Gesellschaft entstehen (DeMaio, 1984). Der Grad der Antwortverzerrung hängt von der wahrgenommenen Sensibilität des Items, der Neigung zur sozialen Erwunschtheit, dem Grad der Anonymität in der Messsituation, der wahrgenommenen Erwunschtheit und dem Bevölkerungsanteil, der sich sozial erwünscht verhält, ab (Krumpal, 2013).

Aus Sicht der Forschung lässt sich soziale Erwunschtheit in zwei psychologische Vorgänge aufteilen: Zum einen streben Personen nach sozialer Anerkennung, weshalb sie eine Antwort wählen, die positive Reaktionen hervorrufen und negative Reaktionen vermeiden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit in Wahlumfragen ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Befragungsmodus.

2 Theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffe wie soziale Erwunschtheit theoretisch hergeleitet und Konzepte zur Vermeidung solcher Verzerrungen diskutiert.

3 Daten, Variablen und analytisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt den ALLBUS-Datensatz, die Stichprobenauswahl und die Operationalisierung der Variablen für die geplante Regressionsanalyse.

4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der anschließenden Regressionsmodelle zur Prüfung der Haupthypothese und der Unterhypothesen werden hier präsentiert.

5 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, diskutiert methodische Limitationen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten.

Schlüsselwörter

Soziale Erwünschtheit, Immigration, CAPI, CASI, Antworttendenz, ALLBUS, Befragungsmodus, soziale Norm, Interviewereffekt, lineare Regression, Validität, Bias, Umfrageforschung, Einstellungskonstrukt, Methodenvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit der Modus einer Befragung (persönlich durch Interviewer oder durch den Befragten selbst am Computer) die Antworten von Personen zu sensiblen Themen wie Immigration beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Phänomen der „sozialen Erwünschtheit“ in der Umfrageforschung, dem Vergleich der Befragungstechniken CAPI und CASI sowie der Analyse von Einstellungen gegenüber Immigration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob ein spezifischer Befragungsmodus besser geeignet ist, um valide Einstellungen gegenüber Immigration zu messen, und ob Variablen wie soziale Erwünschtheit diesen Messvorgang verzerren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine quantitative Analyse basierend auf den Daten des ALLBUS 2006. Dazu werden deskriptive Statistiken sowie multiple lineare Regressionsmodelle angewendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der sozialen Erwünschtheit, die exakte Operationalisierung von Variablen aus dem Befragungssatz sowie die statistische Auswertung dieser Daten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Erwünschtheit, CAPI, CASI, Antworttendenzen, ImmigrationsEinstellungen und statistische Validität in der Survey-Methodologie.

Welches Ergebnis hatte der Vergleich der Befragungsmodi?

Es konnte kein signifikanter Effekt des Befragungsmodus auf die geäußerten Einstellungen gegenüber Immigration nachgewiesen werden. Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch nicht signifikant oder auf Selbstselektion zurückzuführen.

Warum spielt die Selbstselektion bei den CASI-Befragten eine Rolle?

Es stellte sich heraus, dass Befragte, die den CASI-Modus erfolgreich ohne Hilfe nutzen, im Durchschnitt eine andere demografische Struktur aufweisen (jünger, höher gebildet), was die Vergleichbarkeit der Gruppen beeinträchtigt.

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Detalles

Título
Soziale Erwünschtheit und geäußerte Einstellungen zu Immigration. Vergleich von computergestützter Selbstbefragung (CASI) und computergestützter persönlicher Befragung (CAPI)
Universidad
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Curso
Abschlussmodul
Calificación
1,0
Autor
Laura Kiemes (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
59
No. de catálogo
V1387738
ISBN (PDF)
9783346934413
ISBN (Libro)
9783346934420
Idioma
Alemán
Etiqueta
soziale Erwünschtheit Einstellungen gegenüber Immigration Einstellungen CASI CAPI ALLBUS Anworttendenz Experiment Split-Ballot Split Verzerrung Antwortverhalten Bias SEU SEU-Theorie Interviewereffekte Befragungsmodus Modus Messfehler Anonymität Immigration Ausländer Einstellung Rassismus Xenophobie Messung Selbstbefragung Interviewer Interview quantitativ empirisch Rational-Choice Rational-Choice-Theorie Selbstadministration Methodik Moduseffekt Methodologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Laura Kiemes (Autor), 2023, Soziale Erwünschtheit und geäußerte Einstellungen zu Immigration. Vergleich von computergestützter Selbstbefragung (CASI) und computergestützter persönlicher Befragung (CAPI), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1387738
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