Diese Arbeit analysiert Ludwig Bechsteins Märchen "Der Müller und die Nixe" und stützt sich dabei auf das erzähltheoretische Modell und die Fachterminologie, die M. Martinez und M. Scheffel in ihrer "Einführung in die Erzähltheorie" vorstellen. Eine abschließende Betrachtung klärt, ob man die Erzählung aufgrund ihrer narrativen Struktur als typisches Kindermärchen bezeichnen kann.
Ob Sirenen, Undinen oder die Loreley: Immer wieder wird in der Literatur von Begegnungen zwischen verführerischen Wasserfrauen und Sterblichen erzählt. Auch die Gebrüder Grimm und Ludwig Bechstein verarbeiteten den Nixenmythos in ihren Märchen "Die Nixe im Teich", bzw. "Der Müller und die Nixe" und orientierten sich dabei an "Ein[em] Märchen aus der Oberlausitz", das Moritz Haupt in seiner "Zeitschrift für deutsches Althertum" veröffentlichte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau des Textes
3. Zeit
3.1. Erzählte Zeit – Erzählzeit
3.2. Dauer
3.3. Ordnung
3.4. Frequenz
4. Stimme
4.1. Zeitpunkt des Erzählens
4.2.Stellung des Erzählers zum Geschehen
4.3. Ort des Erzählens
4.4. Subjekt und Adressat des Erzählens
5. Modus
5.1. Fokalisierung
5.2. Erzählung von Ereignissen
5.3. Erzählung von Gedanken und Worten
5.4. Distanz
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die erzählstrukturelle Beschaffenheit von Ludwig Bechsteins Märchen „Der Müller und die Nixe“ unter Anwendung des erzähltheoretischen Modells von M. Martinez und M. Scheffel, um zu prüfen, ob das Werk aufgrund seiner narrativen Struktur tatsächlich als ein typisches Kindermärchen klassifiziert werden kann.
- Narrative Struktur und handlungstheoretisches Modell des Märchens
- Zeitstruktur: Analyse von Ordnung, Dauer und Frequenz
- Stimmführung und Fokalisierung des Erzählers
- Repräsentation von Gedanken und Worten sowie Distanzverhältnisse
- Kritische Bewertung der kindgerechten Lesbarkeit und Erzählweise
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Ob Sirenen, Undinen oder die Loreley: Immer wieder wird in der Literatur von Begegnungen zwischen verführerischen Wasserfrauen und Sterblichen erzählt. Auch die Gebrüder Grimm und Ludwig Bechstein verarbeiteten den Nixenmythos in ihren Märchen „Die Nixe im Teich“, bzw. „Der Müller und die Nixe“ und orientierten sich dabei an „Ein[em] Märchen aus der Oberlausitz“, das Moritz Haupt in seiner „Zeitschrift für deutsches Althertum“ veröffentlichte. Diese Arbeit analysiert die Struktur der Bechsteinschen Version, die dieser 1845 in sein „Deutsches Märchenbuch“ übernahm, und stützt sich dabei auf das erzähltheoretische Modell und die Fachterminologie, die M. Martinez und M. Scheffel in ihrer „Einführung in die Erzähltheorie“ vorstellen. Eine abschließende Betrachtung klärt, ob man die Erzählung aufgrund ihrer narrativen Struktur als typisches Kindermärchen bezeichnen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Nixenmythos und Definition der Zielsetzung der strukturellen Märchenanalyse.
2. Aufbau des Textes: Untersuchung der segmentierten Handlung und des Märchen-Grundschemas nach Lüthi.
3. Zeit: Analyse der zeitlichen Gestaltung, insbesondere bezüglich der Erzählzeit, Dauer, chronologischer Ordnung und Frequenz.
4. Stimme: Untersuchung der Erzählperspektive, der heterodiegetischen Erzählinstanz und der Sprechsituationen.
5. Modus: Detailanalyse der Fokalisierung, der Darstellung von Ereignissen sowie der Wiedergabe von Figurenrede und dem distanzierten Erzählverhältnis.
6. Schlussbemerkung: Kritische Reflexion über die Eignung des Märchens für junge Leser hinsichtlich des lakonischen und raschen Erzählstils.
Schlüsselwörter
Erzähltheorie, Ludwig Bechstein, Der Müller und die Nixe, Märchen, Nixenmythos, Erzählstruktur, Martinez und Scheffel, Kindermärchen, Fokalisierung, Analepse, Prolepse, Narratologie, Zeitgestaltung, Erzählhaltung, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine narratologische Untersuchung des Märchens „Der Müller und die Nixe“ von Ludwig Bechstein.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorien der Erzähltheorie wie Zeit, Stimme, Modus sowie die strukturelle Analyse der Handlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Überprüfung, ob Bechsteins Märchen aufgrund seiner erzählungstechnischen Struktur als klassisches Kindermärchen bewertet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das erzähltheoretische Modell von Martinez und Scheffel als analytisches Raster auf den Originaltext angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Aufbau, Zeit, Stimme und Modus sowie die Wiedergabe von Erzähltem, Gedanken und Distanz.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Erzähltheorie, Märchenstruktur, Nixenmythos, Nullfokalisierung und narrative Ökonomie.
Warum wird das Märchen als für Kinder fordernd eingestuft?
Der Autor argumentiert, dass der lakonische Erzählstil und die zahlreichen Ellipsen den Leser zwingen, viele Leerstellen selbst zu füllen, was für junge Leser oft schwierig ist.
Welche Rolle spielt die Nixe in der Erzählstruktur?
Die Nixe agiert als unnahbare und unergründliche Figur, deren Gedanken für den Leser durch den Erzähler konsequent verborgen bleiben.
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- Sophia Hergenröder (Author), 2020, Ludwig Bechstein "Der Müller und die Nixe". Analyse der narrativen Struktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1388942