In dieser Hausarbeit wird der Umgang mit dem Tod von Pflegekräften in Bezug auf Patienten vs. Angehörigen genauer untersucht. Wenn ein geliebter Angehöriger oder eine nahestehende Person stirbt, trauern Menschen. Diese Trauer ist dann die Reaktion auf einen schweren Verlust. Wie aber lassen sich die Gefühle beschreiben, die jemand empfindet, wenn ein Patient stirbt, den die Person (oft über mehrere Jahre) professionell gepflegt hat, dessen Tod unerwartet kommt oder bei Fällen, die besonders nah gehen, z. B. Kindstod in der Pädiatrie oder Suizide? Auch zwischen Patienten und Pflegern / Ärzten entsteht durch die Intensität der Betreuung oft ein Verbundenheitsgefühl sowie eine Vertrautheit, sodass angenommen werden kann, dass der Verlust ebenfalls Trauer hervorruft.
Fraglich ist, inwiefern die erlernte Professionalität, mögliche Distanz zum Patienten oder Abhärtung durch Gewöhnung an das Thema einen Unterschied in der Trauer macht im Vergleich zum Verlust eines Angehörigen, bei dem unter Umständen wenig bis keine emotionale Distanz möglich ist. Vermindert die pflegerisch-medizinische Ausbildung oder eine lange berufliche Erfahrung die Trauer um Patienten? Oder ist diese Berufsgruppe vielleicht sogar noch schwerer betroffen? Zu hoffen ist, dass die menschliche Komponente im Patientenkontakt nicht außer Acht bleibt, auch wenn der Tod von Patienten häufig mit Trauer verbunden ist. Wie stark trauern professionell Pflegende also um Patienten und inwiefern ist dies vergleichbar mit ihrer Trauer um einen eigenen verstorbenen Angehörigen? Diesem Thema soll sich im Folgenden dieser Hausarbeit durch die Auswertung einer quantitativen Befragung angenähert werden.
Ein Beruf in der Pflege sei "nichts für schwache Nerven" heißt es oft im Volksmund. Dies rührt neben den Herausforderungen der Pflege oft daher, dass Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege im Vergleich mit anderen Berufsgruppen öfter mit Themen konfrontiert werden, die in der deutschen Gesellschaft eher vermieden oder als unangenehm empfunden werden. Insbesondere Ärzte, Hospizmitarbeitende und Pflegefachkräfte kommen mit menschlichen Grenzerfahrungen regelmäßig in Kontakt. Sie erleben das Thema Tod, Sterben, Abschied und Trauer durch ihre Patienten häufiger und müssen sich in ihrem beruflichen Alltag damit auseinandersetzen, während andere dies nur in Ausnahmefällen in ihrem Privatleben erleben..
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie und Forschungsstand
1.1 Einleitung
1.2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
1.3 Fragestellung und Hypothesen
2 Methode
2.1 Untersuchungsdesign
2.2 Stichprobe
2.3 Beschreibung der Messinstrumente
2.4 Datenanalyse
2.5 Versuchsablauf
3 Ergebnisse
3.1 Hypothese 1
3.2 Hypothese 2
4 Diskussion zur deskriptiven Statistik
4.1 Hypothese 1
4.2 Hypothese 2
4.3 Limitation
4.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht quantitativ, ob sich das Trauerempfinden von Pflegepersonal beim Tod von Patienten signifikant vom Trauerempfinden beim Verlust einer nahestehenden privaten Person unterscheidet und ob die berufliche Erfahrung einen Einfluss auf diesen Umgang mit dem Tod hat.
- Vergleich von Trauerreaktionen zwischen beruflichem und privatem Kontext
- Messung der psychischen Belastung durch Patientenverlust mittels standardisierter Fragebögen
- Einfluss der Berufserfahrung auf die Trauerbewältigung bei Fachkräften
- Implikationen für das Trauermanagement und die psychische Unterstützung in der Pflege
- Analyse der emotionalen Distanz und potenzieller Abhärtungseffekte im Pflegealltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung
Ein Beruf in der Pflege sei „nichts für schwache Nerven“ heißt es oft im Volksmund. Dies rührt neben den Herausforderungen der Pflege oft daher, dass Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege im Vergleich mit anderen Berufsgruppen öfter mit Themen konfrontiert werden, die in der deutschen Gesellschaft eher vermieden oder als unangenehm empfunden werden. Insbesondere Ärzte, Hospizmitarbeitende und Pflegefachkräfte kommen mit menschlichen Grenzerfahrungen regelmäßig in Kontakt. Sie erleben das Thema Tod, Sterben, Abschied und Trauer durch ihre Patienten häufiger und müssen sich in ihrem beruflichen Alltag damit auseinandersetzen, während andere dies nur in Ausnahmefällen in ihrem Privatleben erleben. (Strom-Gottfried, K. & Mowbray, N.D. 2006) Die Corona-Pandemie hat zudem noch einmal die pflegerische Belastung in dem Bezug auf das Thema Sterben und Trauer erhöht. (Jose, K.M.C.S.; Navarro, A.J.; Heachanova-Alampay, M.R. 2023) Dennoch wird oft eine unmenschliche Widerstandskraft und Belastungsfähigkeit vom Pflegepersonal in Pflegeheimen und Krankenhäusern erwartet, teils aus Gründen der Effizienz, aber auch aus mangelnder Bereitschaft des Systems sich mit den psychischen Folgen für die Pflegenden auseinanderzusetzen. Diese sind nämlich nicht nur mit der Trauer der Angehörigen konfrontiert, sondern oft auch mit ihrer eigenen. (Tei, S. & Fujino, J. 2022)
Bekannt ist: Wenn ein geliebter Angehöriger oder eine nahestehende Person stirbt, trauern Menschen. Diese Trauer ist dann die Reaktion auf einen schweren Verlust. Die Psychotherapeutin Megan Devine drückt dies so aus: "Der Schmerz in der Trauer ist eine natürliche Antwort darauf, dass man jemanden oder etwas verloren hat, das man liebt.“ (Maier, Y. 2022) Wie aber lassen sich die Gefühle beschreiben, die jemand empfindet, wenn ein Patient stirbt, den die Person (oft über mehrere Jahre) professionell gepflegt hat, dessen Tod unerwartet kommt oder bei Fällen, die besonders nah gehen z. B. Kindstod in der Pädiatrie oder Suizide? Auch zwischen Patienten und Pflegern / Ärzten entsteht durch die Intensität der Betreuung oft ein Verbundenheitsgefühl sowie eine Vertrautheit, sodass angenommen werden kann, dass der Verlust ebenfalls Trauer hervorruft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theorie und Forschungsstand: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Trauerarbeit sowie der aktuelle Forschungsstand bezüglich der Belastung durch Tod und Trauer im beruflichen Pflegekontext dargestellt.
2 Methode: Dieses Kapitel erläutert das quantitative Forschungsdesign, die Stichprobenrekrutierung sowie die eingesetzten Messinstrumente zur Erhebung des Trauerempfindens.
3 Ergebnisse: Die gewonnenen Daten werden unter Bezugnahme auf die aufgestellten Hypothesen statistisch ausgewertet und präsentiert.
4 Diskussion zur deskriptiven Statistik: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, limittierende Faktoren der Studie werden aufgezeigt und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten gegeben.
Schlüsselwörter
Pflegepersonal, Trauerempfinden, Patientenverlust, Angehörige, Berufserfahrung, Trauerbewältigung, quantitative Studie, psychische Belastung, Coping, Inventory of Complicated Grief, emotionale Distanz, professionelle Trauer, Gesundheitswesen, mentale Gesundheit, Pflegealltag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Trauerempfinden von Pflegepersonal und analysiert, ob sich die Trauer um verstorbene Patienten von der Trauer um nahestehende private Personen unterscheidet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Belastung in Pflegeberufen durch Konfrontation mit dem Tod sowie dem Einfluss von Berufserfahrung auf die Trauerverarbeitung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist herauszufinden, ob eine signifikante Differenz im Trauerempfinden bei beruflichen versus privaten Verlusten besteht und ob langjährige Erfahrung eine Art "Abhärtung" bewirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein quantitatives Studiendesign gewählt, bei dem N=12 Pflegekräfte mittels des Fragebogens "Inventory of Complicated Grief" befragt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Methodenbeschreibung, die statistische Ergebnisauswertung und die anschließende Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Trauerempfinden, Pflegepersonal, Patientenverlust, berufliche Erfahrung und Trauerbewältigung.
Warum spielt die Berufserfahrung in der Studie eine Rolle?
Es wurde untersucht, ob die Hypothese zutrifft, dass erfahrene Pflegekräfte eine höhere Distanz aufbauen und daher leichter mit dem Tod von Patienten umgehen können.
Was war das Hauptergebnis bezüglich der Hypothesen?
Die Studie konnte zeigen, dass die Trauer um private Angehörige signifikant höher ausfällt als um Patienten, während die Hypothese zum Einfluss der Berufserfahrung nicht bestätigt werden konnte.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2023, Trauerbewältigung im Bereich Pflege. Unterscheidet sich das Trauerempfinden von Pflegepersonal beim Tod von Patienten im Vergleich zum Tod einer nahestehenden Person?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1388980