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Das Normalisierungsprinzip und dessen Einfluss auf den sonderpädagogischen Diskurs in der BRD

Title: Das Normalisierungsprinzip und dessen Einfluss auf den sonderpädagogischen Diskurs in der BRD

Seminar Paper , 2006 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Fabian Lerbs (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Das Normalisierungsprinzip hat seinen Ursprung in den 1950er Jahren in Dänemark und ist somit weltweit eines der ersten Konzepte gewesen, das auf eine Inklusion von Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung abzielt. Somit war und ist das Normalisierungsprinzip Vorbild für viele spätere Theorien, die sich für die Teilhabe von Menschen, die als geistig behindert bezeichnet werden, einsetzen.

Obwohl das Normalisierungsprinzip ursprünglich als Konzept für Wohnheime für Menschen mit einer so genanten (geistigen) Behinderung konzipiert wurde, berufen sich heute sowohl stationäre als auch ambulante Hilfsangebote für Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung immer wieder auf das Normalisierungsprinzip, wobei jedoch nicht näher erläutert wird, was darunter im Einzelnen verstanden werden kann und wie eine Umsetzung aussehen könnte.

In meiner Hausarbeit möchte ich daher der Frage nachgehen, was konkret unter dem Normalisierungsprinzip verstanden wird und wie eine Umsetzung des Normalisierungsprinzips aussieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung des Normalisierungsprinzips

3. Elemente des Normalisierungsprinzips

4. Das Normalisierungsprinzip in der BRD

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Normalisierungsprinzips zu definieren, seine historische Herkunft sowie seine zentralen Elemente zu erläutern und den Einfluss dieses Prinzips auf die sonderpädagogische Theorie und Praxis in der Bundesrepublik Deutschland kritisch zu untersuchen.

  • Historische Ursprünge und Entwicklung des Normalisierungsprinzips
  • Theoretische Grundlagen nach Bengt Nirje
  • Analyse der acht Schlüsselelemente für eine normale Lebensgestaltung
  • Praktische Implementierung und Herausforderungen in der BRD
  • Diskurs über Selbstbestimmung innerhalb stationärer Versorgungssysteme

Auszug aus dem Buch

Normaler Tagesrhythmus

Um das Normalisierungsprinzip umzusetzen, muss zunächst darauf geachtet werden, dass Menschen, die als geistig behindert bezeichnet werden, die Möglichkeit dazu erhalten, nach einem normalen Tagesrhythmus leben zu können (vgl. NIRJE 1994, S. 17).

Im Einzelnen heißt dies, dass sich der Tagesrhythmus bezüglich des Aufstehens, des Anziehens, des Zubettgehens, etc. an der gesellschaftlichen Norm orientieren soll. Hieraus ergibt sich die Konsequenz, dass insbesondere in Wohnheimen darauf zu achten ist, dass Menschen mit so genannten geistigen Behinderung zu normalen Zeiten geweckt und ins Bett gebracht werden. Die Aufsteh- und Zubettgehzeiten dürfen sich nicht an den Bedürfnissen des Personals orientieren. Vielmehr soll dieses darauf achten, die individuellen Bedürfnisse der einzelnen HeimbewohnerInnen zu beachten (vgl. ebd. 1994, S.18).

Bei Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung, die noch im Elternhaus wohnen, ist darauf zu achten, dass diese von ihren Eltern nicht früher ins Bett gebracht werden als ihre kleineren Geschwister.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Normalisierungsprinzip als internationales Konzept zur Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich Definition und Umsetzung.

2. Entstehung und Entwicklung des Normalisierungsprinzips: Dieses Kapitel stellt die historischen Wegbereiter Niels Erik Bank-Mikkelsen, Bengt Nirje und Wolf Wolfensberger vor und verdeutlicht deren spezifische Beiträge zum Normalisierungsgedanken.

3. Elemente des Normalisierungsprinzips: Basierend auf Bengt Nirje werden hier acht essenzielle Bereiche – vom Tagesrhythmus bis hin zu wirtschaftlichen Standards – detailliert dargelegt, die ein normales Leben ausmachen.

4. Das Normalisierungsprinzip in der BRD: Es wird der zeitversetzte und spezifisch deutsche Weg der Implementierung des Prinzips beschrieben, inklusive des Wandels von großen Anstaltssystemen hin zu differenzierteren Wohnformen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung des Prinzips als revolutionäres Konzept zusammen und betont, dass trotz erreichter Verbesserungen der Fokus weiterhin auf der gleichberechtigten Teilhabe und Selbstbestimmung liegen muss.

Schlüsselwörter

Normalisierungsprinzip, Inklusion, geistige Behinderung, Bengt Nirje, Niels Erik Bank-Mikkelsen, Wolf Wolfensberger, Tagesrhythmus, Lebensqualität, Selbstbestimmung, BRD, Behindertenhilfe, Enthospitalisierung, Pädagogik, Teilhabe, Sozialpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, den inhaltlichen Elementen und der praktischen Anwendung des Normalisierungsprinzips für Menschen, die als geistig behindert bezeichnet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Konzepts, der Operationalisierung in acht Lebensbereichen und der spezifischen Entwicklung im Kontext der deutschen Behindertenhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Normalisierungsprinzip zu schaffen und aufzuzeigen, wie dieses die sonderpädagogische Theorie und Praxis maßgeblich beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist als Hausarbeit konzipiert, die primär auf der Literaturanalyse der Fachbeiträge von Begründern und Theoretikern wie Nirje, Bank-Mikkelsen und Wolfensberger basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Prinzips, die detaillierte Darstellung seiner acht Kernelemente und eine Analyse der Umsetzung in den Institutionen der Bundesrepublik Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierungsprinzip, Teilhabe und den Diskurs zur Lebensqualität von Menschen mit geistiger Behinderung charakterisiert.

Warum wird im Text der Begriff „so genannte geistige Behinderung“ verwendet?

Der Autor distanziert sich durch diesen Zusatz von einer festen Definition, da der Begriff der Behinderung als sozial konstruiert verstanden wird und keine allgemeingültige wissenschaftliche Definition existiert.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung des Prinzips in der BRD von Skandinavien?

Während in skandinavischen Ländern Großeinrichtungen konsequent geschlossen wurden, expandierten diese in Deutschland zunächst weiter, wobei der Fokus stattdessen auf der internen Umgestaltung und Qualifizierung lag.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Selbstbestimmung und stationären Systemen?

Die Arbeit diskutiert kritisch die These, ob ein fremdbestimmtes stationäres Versorgungssystem überhaupt mit dem Anspruch auf echte Selbstbestimmung der Bewohner vereinbar ist.

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Details

Title
Das Normalisierungsprinzip und dessen Einfluss auf den sonderpädagogischen Diskurs in der BRD
College
University of Marburg  (FB 21 Erziehungswissenschaften)
Course
Arbeitsleben - Lebensarbeit. Ein inklusives Seminar
Grade
1,0
Author
Fabian Lerbs (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V138936
ISBN (eBook)
9783640485178
ISBN (Book)
9783640485024
Language
German
Tags
Normalisierungsprinzip Einfluss Diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Lerbs (Author), 2006, Das Normalisierungsprinzip und dessen Einfluss auf den sonderpädagogischen Diskurs in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138936
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