"Ain gut mandelmuß machen" (Stopp, 1980)
Wenn wir heutzutage diese Überschrift lesen, kommt sie einem nicht ganz koscher vor. Denn als Erstes stimmt die Rechtschreibung nicht überein, mit jener, die wir heute kennen und zweitens würde heute wohl keiner mehr die Überschrift in einem Kochbuch in dieser grammatischen Form schreiben. In der Gegenwart wäre es vermutlich schlichtweg Mandelmuß. Doch nicht nur Rezepte zum Kochen bewegen unseren Alltag, sondern ebenso medizinische Rezepte.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Hauptteil:
2.1 Allgemeine Fakten zu den frühneuhochdeutschen Rezeptüberschriften
2.2 Rezeptsorten
2.2.1 Arzneirezepte
2.2.2 Kochrezepte
2.2.3 Vergleich beider Rezeptsorten
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und die grammatikalischen Merkmale von Rezeptüberschriften im Frühneuhochdeutschen. Das primäre Ziel besteht darin, verschiedene Typen von Rezeptüberschriften mittels empirischer Beispiele zu kategorisieren und deren Wandel sowie deren Informations- und Gliederungsfunktion im Vergleich zwischen Arznei- und Kochrezepten herauszuarbeiten.
- Grammatikalische Kategorisierung von frühneuhochdeutschen Rezeptüberschriften
- Untersuchung der Informations- und Gliederungsfunktion von Rezepttiteln
- Vergleich der strukturellen Unterschiede zwischen Arzneirezepten und Kochrezepten
- Analyse des Sprachwandels und der syntaktischen Entwicklung in Rezepttexten
- Überprüfung der Integration von Überschriften in den restlichen Textkörper
Auszug aus dem Buch
Allgemeine Fakten zu den frühneuhochdeutschen Rezeptüberschriften
Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich nun über die Überschriften ganz allgemein sprechen und was sie genau grammatikalisch charakterisiert. In der heutigen Zeit bestehen Überschriften zumeist „aus einem Nominalsyntagma im Nominativ, das die Hauptzutaten nennt“ (Glaser, 1996, S.226). Natürlich findet sich jener Typ in ähnlicher Form ebenso im Frühneuhochdeutschen wieder, die sogenannte Nominalphrase; jedoch nicht so oft, wie heutzutage. Weiterhin muss man noch viele Syntagmen ins Auge fassen.
Doch zuerst zu den Nominalphrasen. Jenes Hauptmerkmal lässt sich bezeichnen, als das Substantiv, das nie fehlen darf, da es der Hauptbestandteil ist, wie z.B. Linsensuppe oder im Frühneuhochdeutschen:
(3) Linsen Suppen. (Staindl, 1544, S.49) oder
(4) Hirschen lebern. (Ebd., S.55).
Darauf baut sozusagen die Präpositionalphrase auf, welche immer eine Präposition innehat. Es bedeutet, dass ein Verhältnis angegeben wird und immer eines von z.B. den Verhältniswörtern: von, zu, auf, bei, für, wegen, an und nach aufzufinden sein muss. Das Substantiv ist sozusagen von der Präposition abhängig. Ab und an findet sich auch ein Artikel in der Überschrift wieder, jedoch eher selten bei den Fällen, die wir im Seminar behandelt haben.
(5) Von Erbes Suppen / vnnd sonst etlich suppen. (Ebd., S.49),
spiegelt den Aspekt der Präposition wider. Oft steht sie demnach zu Beginn der Überschrift. Diese Punkte bestätigen sich ebenso bei
(6) Von Kälbern / Rindern würst / von Lungen vnd Läbern. (Ebd., S.56).
Ein weiterer wichtiger Typus der frühneuhochdeutschen Überschriften nennt sich Konstruktion mit einem Infinitiv plus zu.
(7) „Kälbernfleisch einzumachen.“ (Ebd. S.51),
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Das Kapitel erläutert die Motivation für die Untersuchung frühneuhochdeutscher Rezepttexte und definiert den zeitlichen Rahmen der Ära sowie die Forschungsabsicht.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die grammatikalische Struktur verschiedener Rezeptüberschrift-Typen und unterteilt diese in die Rezeptsorten Arznei- und Kochrezepte für einen detaillierten Vergleich.
2.1 Allgemeine Fakten zu den frühneuhochdeutschen Rezeptüberschriften: Hier werden grundlegende syntaktische Strukturen wie Nominalphrasen, Präpositionalphrasen und Infinitivkonstruktionen definiert und illustriert.
2.2 Rezeptsorten: Dieser Abschnitt dient der praktischen Einordnung und Analyse spezifischer Rezeptbeispiele aus der Koch- und Arzneikunst.
2.2.1 Arzneirezepte: Untersuchung der spezifischen Merkmale medizinischer Rezeptüberschriften unter Berücksichtigung von Struktur und Funktion.
2.2.2 Kochrezepte: Analyse, wie Kochrezept-Überschriften textuell gestaltet sind und welche grammatikalischen Konstruktionen dabei dominieren.
2.2.3 Vergleich beider Rezeptsorten: Synthese der Erkenntnisse durch Gegenüberstellung der beiden Rezepthauptgruppen hinsichtlich ihrer strukturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
3. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse der Untersuchung sowie ein Ausblick auf die Bedeutung der frühneuhochdeutschen Rezeptsyntax.
Schlüsselwörter
Frühneuhochdeutsch, Rezeptüberschriften, Syntax, nominale Konstruktion, Präpositionalphrase, Kochrezepte, Arzneirezepte, Sprachwandel, Informationsfunktion, Gliederungsfunktion, Imperativsatz, Sprachgeschichte, Textsorte, Grammatik
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie frühneuhochdeutsche Rezeptüberschriften syntaktisch aufgebaut sind und welche Merkmale sie charakterisieren.
Welche Themenfelder werden primär behandelt?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Überschriften, die Funktion von Rezepttiteln und die linguistische Analyse verschiedener Satzbildungen im Frühneuhochdeutschen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Vielfalt der frühneuhochdeutschen Überschriften zu entwickeln und festzustellen, wie sich diese innerhalb des Korpus der Koch- und Arzneirezepte unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Fallbeispielen, indem sie verschiedene Überschrifttypen extrahiert, grammatikalisch kategorisiert und miteinander vergleicht.
Worauf konzentriert sich der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der grammatikalischen Typen und eine empirische Analyse, die bei der Differenzierung von Arznei- und Kochrezepten ansetzt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frühneuhochdeutsch, Syntax, Rezeptüberschriften, Nominalphrase und Sprachwandel bestimmt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen medizinischen Rezepten und Kochrezepten eine Rolle?
Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da Kochanweisungen oft handlungsorientierter sind, während Arzneirezepte häufiger den körperlichen Zustand oder die Krankheit in den Fokus der Überschrift rücken.
Was lässt sich über die Abgrenzung von Überschriften sagen?
Die Untersuchung zeigt, dass im Frühneuhochdeutschen eine klare typografische Abgrenzung der Überschrift vom restlichen Text im Vergleich zur Moderne oft weniger strikt oder gar nicht vorhanden ist.
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- Anonym (Author), 2021, Vergleich von frühneuhochdeutschen Überschriften aus Kochrezepten und medizinischen Rezepten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1389443