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Organisch-Physiologische Ursachen der Legasthenie

Titre: Organisch-Physiologische Ursachen der Legasthenie

Dossier / Travail , 2009 , 11 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Annegret Meumann (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Seit mehr als 100 Jahren sind Lese-Rechtschreibschwierigkeiten Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und werden meist unter dem Begriff „Legasthenie“ abgehandelt. Doch noch immer herrscht wegen fehlender Übereinstimmung der Fachleute in grundlegenden theoretischen Fragen eine Uneinheitlichkeit der Definitionen, was durch die sachliche Komplexität der Legasthenieproblematik bedingt ist.

Problematisch bei der Suche nach einer gültigen Definition ist natürlich, dass schon der Begriff „ Legasthenie“ kaum fassbar ist. Denn schon Ausdrücke wie „Schwäche“, „Lesen“, „Rechtschreiben“, die zu ihrer Beschreibung verwendet werden, sind nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sehr vieldeutige Benennungen. Angermaier beschäftigte sich 1970 mit einer weiteren Problematik: Bei all der Fülle von Beziehungen und Verursachungsmomenten fehlt ein Funktionsmodell, das die Vielzahl der Befunde ordnet, das die Querverbindungen zwischen Leistungsdispositionen, Umweltbedingungen und Lernverhalten zeigt. Doch die Uneinigkeiten der Fachleute und die daraus resultierende Vielzahl der Definitionen zeigt: Legasthenie ist keine Krankheit mit einheitlichem Syndrom, sondern eine komplexe Lernstörung unterschiedlicher Erscheinungsformen und Verursachungen. Bei allen Unstimmigkeiten der Forscher gibt es dennoch Theorien, die sowohl Inhalt historischer Ansätze waren als auch heute noch als wichtige Gründe für Legasthenie angesehen werden, weshalb auf diese in der vorliegenden Arbeit eingegangen wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Legasthenie – Verschiedene Definitionen und ihre Probleme

2. Organisch-physiologische Ursachen der Legasthenie

2.1 Fehler in den neurologischen und neurobiologischen Grundlagen der Informationsverarbeitung (primäre Ursachen)

2.1.1 Hirnstörungen

2.1.1.1 Folgeschäden nach Unfällen

2.1.1.2 Abweichende Gehirnstrukturen

2.1.2 Störungen kortikaler Prozesse

2.1.2.1 Störungen in der visuellen und sprachlichen Informationsverarbeitung

2.1.2.2 Nichtstabilisierte Hemisphärendominanz

2.2 Schwächen bei der Wahrnehmung (sekundäre Ursachen)

2.2.1 Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit

2.2.2 Auditive Wahrnehmungsprobleme

3. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die organisch-physiologischen sowie wahrnehmungsbasierten Ursachen von Legasthenie, um ein differenziertes Verständnis für diese komplexe Lernstörung zu schaffen und die Zusammenhänge zwischen neurobiologischen Befunden und Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zu beleuchten.

  • Neurobiologische und neurologische Grundlagen der Informationsverarbeitung.
  • Einfluss von Hirnstörungen und abweichenden Gehirnstrukturen auf den Schriftspracherwerb.
  • Die Rolle kortikaler Prozesse und der Hemisphärendominanz.
  • Bedeutung der auditiven Wahrnehmung und phonologischen Bewusstheit.
  • Kritische Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Erklärungsmodellen.

Auszug aus dem Buch

2.1.1.2 Abweichende Gehirnstrukturen

Häufiger als nachweisbare Hirnverletzungen werden Gehirnanomalien für die Ursache von Lese- und Rechtschreibstörungen gehalten.

Laut Klasen zeigten bei den 66% der zum Neurologen überwiesenen Legastheniker 25% Symptome „neurologischer Dysfunktion“. Agenesie des Corpus Callosum wird beispielsweise als Ursache für Störungen in der Schriftsprachentwicklung vermutet. Beim Vergleich von Kindern mit Lese- und Rechtschreibstörung mit Kontrollkindern fand man heraus, dass das hintere Drittel des Corpus Callosum größer gemessen wurde. Diese Region wird mit einer defizienten Lateralisation sprachrelevanter kortikaler Funktionen in Zusammenhang gebracht.

1968 zeigten Geschwind et al. infolge einer Studie an 100 Gehirnen, dass das Planum temporale im Gehirn linkshemisphärisch in 65% und rechts nur in 11% der untersuchten Fälle größer war als auf der gegenüberliegenden Seite. Der Schläfenlappen ist ein wichtiges Zentrum der Sprachverarbeitung. Ist die linke Seite besonders ausgeprägt, zeigt sich die Dominanz für Sprache in der linken Hemisphäre stark, sind Planum temporale rechts und links nahezu gleich groß, so ist die Lateralisierung für Sprache wesentlich geringer. Galaburda et al. nehmen an, dass das größere linke Planum temporale die anatomische Grundlage für die Sprachspezialisierung der linken Hemisphäre ist. Bei Lese- und Rechtschreibschwachen fanden Galaburda et al. das linke Planum temporale durch Fehlbildungen deutlich verkleinert, während das rechte normal groß war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Legasthenie – Verschiedene Definitionen und ihre Probleme: Das Kapitel erläutert die terminologische Uneinheitlichkeit und die historische Entwicklung verschiedener Legasthenie-Definitionen.

2. Organisch-physiologische Ursachen der Legasthenie: Dieser Abschnitt analysiert neurologische, neurobiologische und wahrnehmungspsychologische Faktoren als primäre und sekundäre Ursachen für Lese-Rechtschreibstörungen.

2.1 Fehler in den neurologischen und neurobiologischen Grundlagen der Informationsverarbeitung (primäre Ursachen): Hier werden Hirnstörungen, kortikale Prozesse und neuronale Fehlentwicklungen als fundamentale Auslöser diskutiert.

2.1.1 Hirnstörungen: Dieses Kapitel betrachtet den Zusammenhang zwischen Hirnschädigungen und daraus resultierenden Lese- und Schreibdefiziten.

2.1.1.1 Folgeschäden nach Unfällen: Fokus liegt auf den Auswirkungen von Verletzungen bestimmter Gehirnregionen auf den Gestaltungsprozess des Schreibens.

2.1.1.2 Abweichende Gehirnstrukturen: Hier werden anatomische Anomalien, wie die Asymmetrie des Planum temporale, als Ursachen für Legasthenie beleuchtet.

2.1.2 Störungen kortikaler Prozesse: Untersuchung von visuellen und sprachlichen Verarbeitungsstörungen sowie der hemisphärischen Dominanz.

2.1.2.1 Störungen in der visuellen und sprachlichen Informationsverarbeitung: Analyse der Fehler bei der Informationsverarbeitung und deren zerebralen Grundlagen.

2.1.2.2 Nichtstabilisierte Hemisphärendominanz: Erörterung der Theorie mangelnder hemisphärischer Asymmetrie und deren Auswirkungen auf die Schriftsprache.

2.2 Schwächen bei der Wahrnehmung (sekundäre Ursachen): Das Kapitel behandelt auditive und visuelle Wahrnehmungsdefizite als begleitende Ursachen.

2.2.1 Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit: Erläuterung der Relevanz phonologischen Wissens für den erfolgreichen Erwerb der Schriftsprache.

2.2.2 Auditive Wahrnehmungsprobleme: Fokus auf Schwierigkeiten bei der Lautunterscheidung und deren Einfluss auf das Lesen und Schreiben.

3. Abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Kausalfaktoren und der Notwendigkeit weiterführender Forschung für die pädagogische und therapeutische Praxis.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung, Neurobiologie, Hirnstörungen, Hemisphärendominanz, Planum temporale, phonologische Bewusstheit, auditive Wahrnehmung, kortikale Prozesse, Sprachverarbeitung, Kausalfaktoren, Lernstörung, Gehirnstrukturen, Schriftspracherwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Ursachen der Legasthenie, wobei der Schwerpunkt auf organisch-physiologischen und neurologischen Faktoren liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen neurobiologische Fehlfunktionen, Hirnanatomie, Hemisphärendominanz sowie auditive und visuelle Wahrnehmungsprozesse im Kontext von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die komplexen Ursachen der Legasthenie zu erlangen, indem historische und aktuelle Forschungsergebnisse zu neurobiologischen Grundlagen systematisch zusammengefasst werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die verschiedene klinische Studien, EEG-Befunde und neuroanatomische Untersuchungen auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden primäre Ursachen wie Hirnstörungen und kortikale Verarbeitungsfehler sowie sekundäre Ursachen wie auditive Wahrnehmungsschwächen und phonologische Defizite analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Legasthenie, Hirnanatomie, phonologische Bewusstheit und neurobiologische Befunde geprägt.

Welche Rolle spielt das Planum temporale bei der Entstehung von Legasthenie?

Das Planum temporale gilt als anatomische Grundlage für die Sprachspezialisierung; eine abnorme Symmetrie oder Verkleinerung dieser Struktur wird bei Legasthenikern oft als Ursache für Schwierigkeiten bei der Graphem-Phonem-Umsetzung angeführt.

Was versteht man in der Arbeit unter dem „Disconnection“-Syndrom?

Es beschreibt eine funktionelle oder anatomische Unterbrechung der Verbindung zwischen verschiedenen Spracharealen im Gehirn, die dazu führt, dass die Betroffenen Grapheme und Phoneme nicht effizient verarbeiten können.

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Résumé des informations

Titre
Organisch-Physiologische Ursachen der Legasthenie
Université
LMU Munich
Note
1,3
Auteur
Annegret Meumann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
11
N° de catalogue
V139000
ISBN (ebook)
9783668786455
ISBN (Livre)
9783668786462
Langue
allemand
mots-clé
organisch-physiologische ursachen legasthenie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Annegret Meumann (Auteur), 2009, Organisch-Physiologische Ursachen der Legasthenie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139000
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Extrait de  11  pages
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