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Wenn Eltern trinken. Alkoholabhängigkeit in der Familie und ihre Auswirkungen auf die Kinder

Title: Wenn Eltern trinken. Alkoholabhängigkeit in der Familie und ihre Auswirkungen auf die Kinder

Diploma Thesis , 2007 , 82 Pages , Grade: 3

Autor:in: Sandra Röches (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Seit vielen Jahrhunderten ist der Konsum von alkoholischen Getränken fest in unserem gesellschaftlichen und kulturellen Leben verankert. Alkohol ist unbeschränkt und vor allem legal in größeren Mengen für volljährige Personen verfügbar. Alkoholische Getränke sind in Deutschland in das soziale und kulturelle Leben fest integriert und werden dort auch toleriert. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. kommt es zu einem Pro-Kopf-Konsum in Deutschland von 10 Litern reinem Alkohol im Jahr, was bestätigt, dass in Deutschland regelmäßig Alkohol konsumiert wird.
Leider bringt der Genuss von Alkohol auch erhebliche Probleme mit sich: Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2006, S.4) leben in Deutschland ca. 1,6 Millionen alkoholabhängige Menschen, in deren unmittelbarer Umgebung wiederum ca. 2,65 Millionen Kinder aufwachsen. Über 40.000 alkoholbedingte Todesfälle sind pro Jahr zu verzeichnen, davon sterben ca. 17.000 Menschen an Leberzirrhose. 5 bis 7 Millionen Angehörige sind durch die Alkoholabhängigkeit eines Familienmitglieds betroffen. Eine Viertelmillion Kinder und Jugendliche sind stark alkoholgefährdet oder bereits abhängig. 70% der jungen Abhängigen haben ein suchtkrankes Elternteil, und jedes 250. Kind wird mit Schädigungen aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft geboren (2.200 Kinder pro Jahr). Desweiteren gibt es ca. 5-6 Millionen erwachsene Kinder suchtkranker Eltern; ein großer Teil von Ihnen leidet im späteren Leben unter verschiedenen psychischen Beeinträchtigungen und Störungen. Erschreckend ist, dass mehr als 30 Prozent der Kinder aus suchtbelasteten Familien selbst suchtkrank werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlegende Begriffsbestimmung

1.1 Allgemeine Definition von stoffgebundener Abhängigkeit

1.2 Das Suchtmittel Alkohol

1.2.1 Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit

1.2.2 Zum Krankheitsbild des Alkoholismus

1.2.3 Alkoholismus als Familienkrankheit

1.2.4 Co-Abhängigkeit

2. Kinder aus alkoholbelasteten Familien

2.1 Die Familie aus systemischer Sicht

2.2 Der familiäre Kontext in alkoholbelasteten Familien

2.2.1 Unausgesprochene Familienregeln in Suchtfamilien

2.3 Verhaltensmuster, Rollenmodelle und Geschwister-Konstellation

2.3.1 Der Held

2.3.2 Der Sündenbock

2.3.3 Das verlorene Kind

2.3.4 Der Clown

2.4 Auswirkungen der elterlichen Abhängigkeit auf die Kinder

2.4.1 Schutz- und Risikofaktoren in der kindlichen Entwicklung

2.4.2 Direkte und Indirekte Folgen elterlichen Alkoholmissbrauchs

2.4.2.1 Schulleistungen und –verhalten

2.4.2.2 Intelligenz und sprachliche Fähigkeit

2.4.2.3 Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS)

2.4.2.4 Störungen des Sozialverhaltens

2.4.2.5 Angststörungen und Depression

2.4.2.6 Gewalt

2.5 Resümee

3. Erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern

3.1 Soziale Kompetenz/ psychosoziale Anpassung

3.2 Die Veränderung des Rollenverhaltens bei erwachsenen Kindern

3.2.1 Der Held

3.2.2 Das verlorene Kind

3.2.3 Der Sündenbock

3.2.4 Der Clown

3.2.5 Resümee

4. Transmission von Alkoholismus

4.1 Familienstudien

4.1.1 Halbgeschwister-Studien

4.1.2 Zwillingsstudien

4.1.3 Adoptionsstudien

4.1.4 Zusammenfassung

4.2. Die Rolle der familiären Umwelt

4.2.1 Eltern als Modelle

4.2.2 Trinkstatus des abhängigen Elternteils

4.3. Risiko- und Schutzfunktionen bei der Transmission der Alkoholabhängigkeit

4.3.1 Kindbezogene Risikofaktoren

4.3.2 Umgebungsbezogene Risikofaktoren

4.3.3 Kindbezogene Schutzfaktoren

4.3.4 Umgebungsbezogene Schutzfaktoren

5. Therapie und Hilfemaßnahmen für Kinder mit alkoholabhängigen Eltern

5.1. Kindertherapeutische Hilfen

5.1.1 Spieltherapie

5.1.2 Rollenspiele

5.1.3 Bewegungstherapie

5.1.4 Musiktherapie

5.1.5 Eltern-Kind-Arbeit

5.1.6 Offene Kindergruppe

5.1.7 Weitere Hilfemaßnahmen

5.2. Ziele der Kindertherapie

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, den Einfluss und die Auswirkungen des krankhaften elterlichen Alkoholkonsums auf Kinder zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich diese Belastungen auf die kindliche Entwicklung auswirken, welche Rollenmuster dabei entstehen und wie betroffene Kinder sowie erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern (EKA) unterstützt werden können.

  • Analyse des Krankheitsbildes des Alkoholismus und der Co-Abhängigkeit in Familien.
  • Untersuchung von Verhaltensmustern und Rollenbildern (Held, Sündenbock, etc.) bei Kindern in Suchtfamilien.
  • Darstellung der direkten und indirekten Folgen elterlicher Abhängigkeit für die kindliche Entwicklung.
  • Erörterung von Risiko- und Schutzfaktoren sowie Möglichkeiten therapeutischer Interventionen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Unausgesprochene Familienregeln in Suchtfamilien

Wegscheider listete 1988 folgende unausgesprochene Familienregeln auf (zit. in Zobel, 2000, S. 25):

1. Das Wichtigste im Familienleben ist der Alkohol.

2. Alkohol ist nicht die Ursache der Probleme.

3. Der Abhängige ist nicht verantwortlich, Schuld sind die anderen oder die Umstände.

4. Der Status quo muss erhalten bleiben.

5. Jeder in der Familie ist ein Zuhelfer.

6. Niemand darf über das reden, was in der Familie wirklich los ist.

7. Niemand darf sagen, was er wirklich fühlt.

Der Alkohol steht im Mittelpunkt der Suchtfamilie. Stimmung, Atmosphäre und Zusammenleben werden davon bestimmt, ob der Abhängige getrunken hat oder nüchtern ist. Familienmitglieder von Alkoholikern reden weder miteinander noch mit Außenstehenden über die Alkoholprobleme. Vor allem der Alkoholiker fühlt sich bedroht und versucht zu vermeiden, dass außerhalb der Familie jemand etwas von seiner Krankheit mitbekommt. Der Alkoholkonsum darf nicht als Ursache der Probleme angesehen werden, er wird meist nicht mal als Krankheit definiert. Er wird entschuldigt durch andere Einflussfaktoren wie Stress am Arbeitsplatz, das schlechte Verhalten der Kinder, Streit in der Partnerschaft, etc.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegende Begriffsbestimmung: Definition der Begriffe Sucht, Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit sowie Darstellung des Krankheitsbildes aus medizinischer und systemischer Sicht.

2. Kinder aus alkoholbelasteten Familien: Untersuchung des Familiensystems, der entstehenden Rollenmodelle bei Kindern und der vielfältigen direkten und indirekten Folgen des elterlichen Suchtverhaltens.

3. Erwachsene Kinder alkoholkranker Eltern: Analyse der langfristigen Auswirkungen für EKA, insbesondere im Hinblick auf soziale Kompetenz und festgefahrene Rollenmuster im Erwachsenenleben.

4. Transmission von Alkoholismus: Diskussion der genetischen Aspekte im Vergleich zu Umwelteinflüssen und Erörterung von Risiko- sowie Schutzfaktoren für die Weitergabe von Suchterkrankungen.

5. Therapie und Hilfemaßnahmen für Kinder mit alkoholabhängigen Eltern: Übersicht über therapeutische Ansätze und Hilfsmöglichkeiten, die gezielt auf die Bedürfnisse betroffener Kinder und deren Familien zugeschnitten sind.

6. Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse bezüglich der Risiken für Kinder und der Bedeutung frühzeitiger Unterstützung.

7. Ausblick: Fazit zur aktuellen Situation betroffener Kinder und Appell an Prävention und gesellschaftspolitische Aufklärung.

Schlüsselwörter

Alkoholabhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Familiensystem, Kindeswohl, Rollenmodelle, Suchtfamilie, Transmission, Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kindertherapie, Erziehung, Psychische Belastung, Entwicklungsstörung, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen von Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die darin aufwachsenden Kinder und deren weitere psychosoziale Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen das Verständnis des Suchtgeschehens, die systemische Dynamik innerhalb einer Suchtfamilie, die spezifischen Rollen, die Kinder einnehmen, und die therapeutischen Hilfen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie krankhafter elterlicher Alkoholkonsum Kinder beeinflusst und welche Bedingungen notwendig sind, damit diese Kinder trotz hoher Belastung gesund aufwachsen können.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf klinische Studien, systemische Theorien, psychiatrische Klassifikationsschemata (DSM-IV, ICD-10) und pädagogische Fachliteratur zur Suchttherapie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definitionen von Sucht, die Familienregeln in Suchthaushalten, die Auswirkungen der Sucht auf die kindliche Entwicklung und Möglichkeiten der therapeutischen Intervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Co-Abhängigkeit, Rollenmodelle (wie der Held oder Sündenbock), Resilienz und die Transmission von Sucht.

Wie gehen Kinder mit der unberechenbaren Situation in Suchtfamilien um?

Kinder entwickeln oft Anpassungsstrategien, wie z.B. die Übernahme von Verantwortung oder das Verheimlichen der Probleme, um den fragilen Familienfrieden aufrechtzuerhalten.

Warum spielt die Co-Abhängigkeit bei Kindern eine Rolle?

Da Kinder auf Fürsorge angewiesen sind, passen sie sich dem Suchtverhalten der Eltern an, um Zuwendung zu sichern, was sie selbst in eine co-abhängige Rolle drängen kann.

Was genau bedeutet der Begriff „Transmission“ im Kontext der Arbeit?

Unter Transmission wird die Weitergabe der Alkoholabhängigkeit von einer Generation auf die nächste verstanden, wobei sowohl genetische Dispositionen als auch erlernte Verhaltensmuster in der familiären Umwelt untersucht werden.

Können Kinder aus Suchtfamilien trotzdem gesund bleiben?

Ja, durch Resilienzen und Schutzfaktoren in der Umwelt, wie unterstützende soziale Netzwerke oder eine stabile Bezugsperson, können Kinder trotz der belastenden familiären Situation gesund erwachsen werden.

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Details

Title
Wenn Eltern trinken. Alkoholabhängigkeit in der Familie und ihre Auswirkungen auf die Kinder
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Grade
3
Author
Sandra Röches (Author)
Publication Year
2007
Pages
82
Catalog Number
V139036
ISBN (eBook)
9783640469680
ISBN (Book)
9783640470006
Language
German
Tags
Wenn Eltern Alkoholabhängigkeit Familie Unter Fokussierung Auswirkungen Kinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Röches (Author), 2007, Wenn Eltern trinken. Alkoholabhängigkeit in der Familie und ihre Auswirkungen auf die Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139036
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