Gewalt, Schule und Geschlecht


Vordiplomarbeit, 2003
33 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Definition und Festlegung des Gewaltbegriffs
2.1 Physische Gewalt
2.2 Psychische Gewalt

3. Kurze Einführung in das Thema: Eskaliert die Gewalt an deutschen Schulen?

4. Gewaltbegünstigende Faktoren und Ansätze zur Klärung gewalttätigen Handelns bei Kindern und Jugendlichen

5. Geschlechterdifferenzierung und Geschlechtersozialisation
5.1 Soziale Bedeutung der Geschlechterdifferenzierung
5.2 Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion

6. Geschlechterstereotype und Geschlechtsrollen als Faktoren für gewalttätiges Handeln
6.1 Die zweigeschlechtliche Kultur in bezug auf Jungen und körperliche Gewalt

7. Ist Gewalt an Schulen ein Jungenphänomen?

8. Mädchen in gewalttätigen Jugendgruppen

9. Gewalt als Produkt von Interaktionsverhältnissen und Geschlechtsrollenverteilungen bei Mädchen und Jungen

10. Ergebnisse/ Diskussion

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wie kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Konflikten bei jugendlichen Mädchen und Jungen und wo liegen die Ursachen für ein geschlechtsspezifisches Gewaltverhalten?“

Diese Frage soll in meiner Hausarbeit näher bearbeitet werden. In den Anfangskapiteln meiner Arbeit möchte ich erst einmal den Gewaltbegriff näher erläutern (Kapitel 2) und aufzeigen, welche unterschiedlichen Ansichten sich hier ergeben. Außerdem gehe ich auf einige Punkte ein, die sich auf das Gewaltverständnis auswirken. So spielen beispielsweise auch normative und moralische Vorstellungen eine wichtige Rolle bei der Definition von gewalttätigem Verhalten.

Aus eigenem Interesse und als Einführung in das Thema erscheint es mir als wichtig, auch Medienberichte hinzuzunehmen (Kapitel 3), die oftmals von einer „Eskalation der Gewalt an Schulen“ berichten. Hier verwende ich einen Spiegel-Bericht mit dem Titel „Der Krieg der Kinder“, um ein Bild von der öffentlichen Diskussion über Jugendgewalt zu verdeutlichen.

In Kapitel 4 gehe ich auf einige Erklärungsversuche für gewalttätiges Verhalten bei Jugendlichen ein. Hierbei handelt es sich um Faktoren und Ansätze, die in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten auftauchen und die ich aus der Masse von Erklärungen und Faktoren ausgesucht habe, da sie mir als überaus zutreffend erschienen. Inwieweit sie wirklich als zutreffend einzuschätzen sind, klärt sich im weiteren Verlauf der Arbeit.

Im Anschluss daran verlasse ich das Themenfeld Gewalt vorerst, um mich mit den Begriffen Geschlecht, Geschlechtsrollen und Geschlechtersozialisation in Kapitel 5 „Geschlechterdifferenzierung und Geschlechtersozialisation“ zu beschäftigen. Hier geht es um die soziale Bedeutung der Geschlechterdifferenzierung. Hier soll deutlich werden, dass das Geschlecht des Menschen neben dem Alter zu den wichtigsten Charakterisierungen von Personen gehört und diese demnach differenziert wahrgenommen werden. Wie sich diese Wahrnehmung dann wiederum auf das Verhalten auswirkt, wird in Kapitel 5.2.1 dargestellt, in dem das „Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion“ beleuchtet wird.

Im folgenden Kapitel 6 möchte ich die Ergebnisse aus den bereits genannten Kapiteln mit denen aus den zuvor erarbeiteten verbinden und so die Themenkomplexe Gewalt und Geschlecht in einen Zusammenhang bringen. Es wird näher beschrieben werden, inwiefern „Geschlechterstereotype und Geschlechtsrollen als Faktoren für gewalttätiges Handeln“ in Betracht gezogen werden können. Das Geschlecht und die damit zusammenhängenden Geschlechtsrollen werden somit als weitere Faktoren gewalttätigen Handelns erläutert. Es stellt sich also in diesem Kapitel folgende Frage:„Inwiefern beeinflußen das Geschlecht und die daran angebundenen stereotypen Geschlechtsrollen gewalttätiges Handeln von Schülern und Schülerinnen?“ Daran anschließend wird im folgenden Verlauf ein Erklärungsmodell von Ursula Hochuli Freund angeführt, welches versucht zu erklären wie es gerade bei Jungen zu gewalttätigem Verhalten kommen kann. Auch hier finden die Geschlechtsrollen und stereotypen männlichen Eigenschaften Berücksichtigung.

Kapitel 7 beschäftigt sich speziell mit Jungengewalt, die oftmals als besonderes Phänomen an Schulen gesehen wird. Auch hier wird sich im Laufe des Kapitels herausstellen, ob diese Zuschreibung von Gewalt als „reines Jungenphänomen“ haltbar ist.

Folglich gehe ich dann in Kapitel 8 auf eine zwar geringe aber vorhandene Anzahl von Mädchen ein, die sich in gewaltauffälligen Mädchengruppen oder gemischtgeschlechtlichen Jugendgruppen aufhalten. Auch hier werden die spezifischen Geschlechtsrollen und stereotypen Eigenschaften von Mädchen in Beziehung gesetzt mit gewalttätigem Verhalten bei Mädchen. „Was bewegt diese Minderheit von weiblichen Mehrfachtäterinnen dazu, sich gewalttätig zu Verhalten?“ Kapitel 9 lautet „Gewalt als Produkt von Interaktionsverhältnissen und Geschlechtsrollenverteilungen bei Jungen und Mädchen“. Es wird herausgestellt, dass es keinen einzelnen Gewaltakteur gibt, sondern eher konflikthafte Interaktionen, aus denen gewalttätiges Verhalten dann hervorspringt. Hier werden ebenfalls einige geschlechtsspezifische Konzepte und Geschlechtsrollen einbezogen, da sie auch in einem solchen Interaktionskontext von Bedeutung sein können und sich auf Interaktionen auswirken. Geschlechtsspezifisches Rollenverhalten, welches von Jungen und Mädchen in Konfliktsituationen eingenommen wird und möglicherweise auch auf eine traditionelle Geschlechtsrollenverteilung hinweist, wird näher erläutert werden.

Abschließend werden in Kapitel 10 einige Ergebnisse meiner Hausarbeit zusammengefasst und miteinander in Beziehung gesetzt.

2.Definition und Festlegung des Gewaltbegriffs:

Um sich mit dem Thema „Gewalt“ auseinandersetzen, ist es wichtig, vorab eine Definition dieses komplexen Begriffes vorzunehmen. Im Vergleich wissenschaftlicher und im Alltag verwendeter Beschreibungen kommen immer wieder erhebliche Unterschiede in dessen Verständnis zum Vorschein. Neidhardt spricht hier von einer „Mehrsinnigkeit“ (vgl.1986, S. 114). Handlungen wie Schlagen, Mißhandeln oder Verstümmeln werden eindeutig als Gewalt klassifiziert. Sie wird von einer Person gegenüber einer anderen geäußert. Physische Gewalt ist offensichtlich und zudem wohl die spektakulärste Form von Gewalt (vgl. Neidhardt 1986, S.119). Theunert gibt folgende Gewaltdefinition an: „Gewalt ist Manifestion von Macht und/oder Herrschaft, mit der Folge und/oder dem Ziel der Schädigung von einzelnen oder Gruppen von Menschen“ (vgl. Theunert 1987, S.40). Bei physischer Gewalt gibt es eigentlich kaum Unterschiede zwischen Alltagsverständnis und wissenschaftlichen Vorstellungen.

Trotzdem fallen bereits bei diesem Definitionsansatz Probleme an. Handelt es sich bei körperlichen Auseinandersetzungen wirklich immer um Gewalt? Muss man neben den erwähnten Aspekten (Schädigung, physischer Zwang) auch noch andere wichtige Faktoren einbeziehen?

„Wenn man einen Betrunkenen daran hindert, sein Auto zu besteigen und er dabei blaue Flecken abbekommt - hat man dann Gewalt angewendet, hat man ihn gar geschädigt“ (Tillmann 2000, S.19)?

An diesem Beispiel wird deutlich, dass für eine Definition normative wie auch moralische Vorstellungen eine wichtige Rolle spielen (ebenda). Anzumerken wäre an dieser Stelle auch, dass Gewaltvorstellungen immer in einem historischen und kontextuellen Zusammenhang stehen (vgl. Bruhns und Wittmann 2002, S.109). Was z.B. vor einigen Jahren als völlig normal angesehen wurde (körperliche Züchtigung von Schülern (vgl. Tillmann 2000, S.19)), würde heute als schweres Vergehen bestraft werden. Hier spricht man auch von einer Sensibilisierung. Auch gibt es in den verschiedenen sozialen Milieus einer Gesellschaft differenzierte Vorstellungen von Gewalt. Somit wird eine Handlung immer aufgrund von sozialen Interpretationen und normativen Vorstellungen als gewalttätig eingestuft (vgl. Tillmann 2000, S.20).

Schwieriger als die physische Gewalt ist die psychische Gewalt zu erkennen. Instrument dieser Gewaltform ist die Sprache. Ziel ist dabei meistens die Diskreditierung und Herabsetzung des Gegenübers (vgl. Neidhardt 1986, S. 119). Durch die dabei entstehenden „inneren“ Verletzungen können die betreffenden Personen stark beeinträchtigt werden.Oft liegt der Ursprung von physischer Gewalt in einer konflikthaften Interaktion, die dann zu psychischer Gewalt führt (z.B. Beleidigungen) und dann in physische Gewalt (Schläge) mündet. Da z.B. „Sprüche“, die in Interaktionen geäußert werden für den einen als harmlos, für den anderen jedoch als schwerwiegende Beleidigung aufgenommen werden können, ist es oftmals schwierig, etwas als psychische Gewalt zu definieren. Zudem ist psychische Gewalt immer äußerst interpretationsbedürftig, weil die Auswirkungen dieser Gewalt nicht so offensichtlich sind wie bei der physischen Gewalt (blaues Auge) (vgl. Tillmann 2000, S. 20 f.).

Wie weitreichend Gewaltdefinitionen sein können, zeigt sich am Beispiel der strukturellen Gewalt. Hier gibt es nach Galtung keinen eindeutigen Täter. Die Gewalt sei hier viel mehr in die soziale Struktur eingebaut, wodurch es einen Dauerzustand von Gewalt gibt. Armut wäre demnach z. B. eine Form von struktureller Gewalt (vgl. Galtung 1978, S. 14).

„Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflußt werden, daß (sic) ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung“ (Galtung 1975, S. 9).

Man entfernt sich hier also von einem Gewaltbegriff, der sich auf eine direkte Gewalt von Mensch zu Mensch beschränkt und nimmt eine Gewaltdefinition an, unter der alles menschliche Leid zusammengefasst wird (vgl. Neidhardt 1986, S. 129).

Um die beschriebene Mehrdeutigkeit des Gewaltbegriffs einzuschränken, werde ich im Folgenden versuchen, physische und psychische Gewalt zu präzisieren, da in meiner Hausarbeit diese Gewaltbegriffe verwendet werden. Ich gehe dabei von einem engen Gewaltbegriff aus. Es geht hier durchgehend um Akteure (SchülerInnen), die an den Gewalthandlungen beteiligt sind. Dies spricht dabei auch von personaler Gewalt (vgl. Dies 1998, S.7). Der bereits genannte Begriff der „strukturellen Gewalt“ wird im weiteren Verlauf meiner Arbeit nicht mehr verwendet, da ich mich eher auf Gewalt konzentrieren möchte, die aus der Interaktion zwischen Personen hervorgeht. In der vorliegenden Arbeit möchte ich mit folgenden Definitionen von physischer und psychischer Gewalt arbeiten:

2.1 Physische Gewalt

Beispiele für physische Gewalt sind z.B. körperliche Angriffe, Bedrohung und Erpressung, Waffenbesitz, sexuelle Übergriffe und Vandalismus (vgl. Tillmann 2000, S. 27). Meist sind es also Situationen, in denen eine oder mehrere Personen jemanden anderen schlagen, treten oder auch mit Waffen verletzen. Deutlich wird dabei, dass in solchen Auseinandersetzungen Gewalt lediglich mit dem Ziel eingesetzt wird, sein Gegenüber zu schädigen. Oftmals wird auch mit einer solchen Schädigung gedroht (vgl. Tillmann 2000, S.19).

Gewalt steht demnach immer in Zusammenhang mit Macht, wobei die Machtmittel in Gewaltsituationen ungleich verteilt sind (vgl. Freund 1996, S.331).

2.2 Psychische Gewalt

Verletzen sich Personen mittels verbalen Äußerungen, so handelt es sich hierbei um psychische Gewalt. Ist im folgenden Text von psychischer Gewalt die Rede, so geht es hier um Beschimpfung, soziale Ausgrenzung, Hänseln, Verspotten, Ärgern sowie verbale und nonverbale Provokation (vgl. Tillmann 2000, S. 27). Bei dieser Form von Gewalt, die auf einer anderen Ebene als die der physischen Gewalt abläuft, kann man die Folgen nicht so deutlich ausfindig machen, da durch psychische Gewalt keine äußeren Wunden entstehen. Es geht bei der psychischen Gewalt primär darum, das Selbstwertgefühl anderer Menschen zu verletzen (vgl. Popp 2002, S.130f.). Durch diese „inneren“ Verletzungen können die betreffenden Personen stark beeinträchtigt werden.

Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich noch genauer darauf eingehen, inwieweit physische oder psychische Gewalt unter Schülern und Schülerinnen verbreitet ist.

3. Kurze Einführung in das Thema: Eskaliert die Gewalt an deutschen Schulen?

Schenkt man den Medien und der breiten Öffentlichkeit Glauben, so gibt es eindeutig eine „massive Zunahme der Kindergewalt“ (vgl. Der Spiegel 1998, S.128). In einem Spiegel – Bericht wird von „kleinen Monstern“ oder „Schreckenskindern“ berichtet und von einem Schüler, der seine Mitschülerin ersticht (vgl. Der Spiegel 1998, S. 127). Demnach nimmt die Gewaltentwicklung an deutschen Schulen wie auch im außerschulischem Bereich unbekannte Ausmaße an. Man spricht von Kindern, die andere ausrauben oder töten und somit Entsetzen auslösen (vgl. Der Spiegel 1998, S.126).

Die sozialwissenschaftliche Forschung steht solchen Äußerungen allerdings kritisch gegenüber. Man spricht zwar nicht von einer Entwarnung, jedoch wären solche „Dramatisierungen“ unangebracht. Schubarth beschreibt den Vorgang als eine Realitätsverzerrung seitens der Medien und einer Sensibilisierung gegenüber Gewalt (vgl. 1997, S.63).

Fuchs stellte dabei fest, dass wenn die Schülergewalt zunehmen würde, sich auch Veränderungen in den Unfallstatistiken ergeben müssten (Fuchs, Lamnek und Luedtke 2001, S. 38). Dies ist aber nicht der Fall. Daher geht er von einer Gewaltsensibilisierung der Erwachsenengeneration gegenüber den Jugendlichen aus (vgl. Fuchs u.a. 2001, S.38).

Häufiges und besonders gewalttätiges (physische Gewalt) Verhalten wird nur von einem sehr kleinen Anteil von Schülern verübt. Zu dieser Gruppe werden diejenigen gezählt, die besonders häufig bei Prügeleien, Drohungen oder Erpressungen beteiligt sind. Dieser Anteil liegt ungefähr bei 8 %. Der Anteil der Schüler die physische Gewalt strikt ablehnt, liegt dagegen bei 52%. Dazwischen liegt die Gruppe der „Gelegenheitstäter“ mit 40% (vgl. Tillmann u.a. 2000, S.120). Bei einer Untersuchungen in der Sekundarstufe 1 stellte sich heraus, dass die Täter die zum „harten Kern“ gezählt werden müssen, mit einem Prozentwert von 3-4% beziffert werden können. In Zahlen ausgedrückt wären das von insgesamt ca. 5 Millionen SchülerInnen 175000 SchülerInnen, die zu den Mehrfachtätern zu zählen sind (vgl. Forschungsgruppe Schulevaluation 1998, S. 115ff.). Somit stellte sich auch in dieser Studie heraus, dass die Mehrzahl der SchülerInnen sich nicht an gewalttätigen Handlungen beteiligt.

Um diese Zahlen genauer Untersuchen zu können, müßten sie mit einigen demographischen Daten in Verbindung gebracht werden. Ebenfalls müßten die unterschiedlichen Schultypen berücksichtigt werden. So liegt der Anteil der Jungen bei gewalttätigen Handlungen deutlich höher als der Mädchenanteil (vgl. Melzer und Darge 2000, S. 21). Ob man daraus aber schließen kann, dass Gewalt nur von Jungen ausgeht und die Mädchen dabei den friedfertigen Part übernehmen, wird sich im Laufe der Hausarbeit herausstellen. Hier wird noch genauer auf geschlechtsspezifische Gewaltformen von Schülern und Schülerinnen eingegangen.

Bei den verschiedenen Schultypen kann festgehalten werden, dass mit steigendem Bildungsniveau die Gewalttaten deutlich geringer werden. Demnach ist das Gewaltvorkommen an Schulen für Lernhilfen am höchsten, gefolgt von der Hauptschule. Am niedrigsten ist der Wert an Gymnasien (vgl.Tillmann u.a. 2000, S.200).

Wichtig ist im Zusammenhang von Gewalt an Schulen auch der sogenannte Täter-Opfer Status. Demnach werden die Opfer in einigen gewalttätigen Auseinandersetzungen auch zum Täter und Täter wiederum zu Opfern (vgl. Fuchs u.a. 2001, S.35). Hier handelt es sich also um eine besondere Beziehungskonstellation.

Abschließend kann man sagen, dass Sensationsberichte in den Medien wie schon zu Beginn angesprochen, häufig Zerrbilder der Realität sind, die so nicht zutreffen. Solche Berichterstattungen können aber zu einer Sensibilisierung führen. Somit werden z.B. Verhaltensweisen als gewalttätig definiert, die vielleicht vor einigen Jahren noch als ganz „normal“ eingestuft worden wären. Man wird gegenüber dem Thema Gewalt sensibler und interpretiert so vielleicht Verhaltensweisen schneller als Gewalthandlungen, als noch vor einigen Jahren.

4. Gewaltbegünstigende Faktoren und Ansätze zur Klärung gewalttätigen Handelns bei Kindern und Jugendlichen

Wieso werden Kinder gewalttätig? Mit dieser Frage möchte ich mich in diesem Kapitel auseinandersetzen. Zu den gewaltbegünstigenden Faktoren zählen zum einen die innerschulischen und zum anderen die außerschulischen (vgl. Meier und Tillmann 2000, S. 42f.). Ich möchte hier eine kurze Übersicht über einige außerschulische Faktoren und Ansätze geben, da ich persönlich diese für besonders ausschlaggebend halte. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu sagen, dass Gewalt nie aufgrund eines speziellen Faktors auftritt und dass ich hier einige bedeutende Faktoren und Ansätze, die sich gewaltbegünstigend auswirken können verdeutliche, diese allerdings nicht ausreichen, um die Komplexität gewalttätigen Handelns vollständig zu erklären.

„Hintergrund körperlicher Gewalthandlungen ist immer ein Gewebe von vielerlei Ursachen“ (Freund 1996, S.332).

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Gewalt, Schule und Geschlecht
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Pädagogik)
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
33
Katalognummer
V13905
ISBN (eBook)
9783638194297
ISBN (Buch)
9783638641418
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt, Schule, Geschlecht
Arbeit zitieren
Thomas Höötmann (Autor), 2003, Gewalt, Schule und Geschlecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13905

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