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Gewalt, Schule und Geschlecht

Title: Gewalt, Schule und Geschlecht

Intermediate Diploma Thesis , 2003 , 33 Pages , Grade: 2

Autor:in: Thomas Höötmann (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

„Wie kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Konflikten bei jugendlichen Mädchen und Jungen und wo liegen die Ursachen für ein geschlechtsspezifisches Gewaltverhalten?“

Diese Frage soll in meiner Hausarbeit näher bearbeitet werden. In den Anfangskapiteln meiner Arbeit möchte ich erst einmal den Gewaltbegriff näher erläutern und aufzeigen, welche unterschiedlichen Ansichten sich hier ergeben. Außerdem gehe ich auf einige Punkte ein, die sich auf das Gewaltverständnis auswirken. So spielen beispielsweise auch normative und moralische Vorstellungen eine wichtige Rolle bei der Definition von gewalttätigem Verhalten.
Aus eigenem Interesse und als Einführung in das Thema erscheint es mir als wichtig, auch Medienberichte hinzuzunehmen, die oftmals von einer „Eskalation der Gewalt an Schulen“ berichten. Hier verwende ich einen Spiegel-Bericht mit dem Titel „Der Krieg der Kinder“, um ein Bild von der öffentlichen Diskussion über Jugendgewalt zu verdeutlichen.
Später gehe ich auf einige Erklärungsversuche für gewalttätiges Verhalten bei Jugendlichen ein. Hierbei handelt es sich um Faktoren und Ansätze, die in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten auftauchen und die ich aus der Masse von Erklärungen und Faktoren ausgesucht habe, da sie mir als überaus zutreffend erschienen. Inwieweit sie wirklich als zutreffend einzuschätzen sind, klärt sich im weiteren Verlauf der Arbeit.
Im Anschluss daran verlasse ich das Themenfeld Gewalt vorerst, um mich mit den Begriffen Geschlecht, Geschlechtsrollen und Geschlechtersozialisation. Hier liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit. Mein Fokus reicht hier von der „Geschlechterdifferenzierung und Geschlechtersozialisation“ bis hin zu geschlechtsspezifischen Gewalthandlungen. Bevor ich abschließend die Ergebnisse meiner Arbeit zusammenstelle, bringe ich noch einige Erklärungsmodelle zu den genannten Themen an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Festlegung des Gewaltbegriffs

2.1 Physische Gewalt

2.2 Psychische Gewalt

3. Kurze Einführung in das Thema: Eskaliert die Gewalt an deutschen Schulen?

4. Gewaltbegünstigende Faktoren und Ansätze zur Klärung gewalttätigen Handelns bei Kindern und Jugendlichen

5. Geschlechterdifferenzierung und Geschlechtersozialisation

5.1 Soziale Bedeutung der Geschlechterdifferenzierung

5.2 Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion

6. Geschlechterstereotype und Geschlechtsrollen als Faktoren für gewalttätiges Handeln

6.1 Die zweigeschlechtliche Kultur in bezug auf Jungen und körperliche Gewalt

7. Ist Gewalt an Schulen ein Jungenphänomen?

8. Mädchen in gewalttätigen Jugendgruppen

9. Gewalt als Produkt von Interaktionsverhältnissen und Geschlechtsrollenverteilungen bei Mädchen und Jungen

10. Ergebnisse/ Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für geschlechtsspezifisches Gewaltverhalten bei Jugendlichen, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Gewalt, Schule und Geschlechterrollen im Fokus stehen. Ziel ist es, das Klischee des Gewaltphänomens als rein männliches Problem kritisch zu hinterfragen und die Rolle von Geschlechterkonzepten in gewalthaltigen Interaktionskontexten zu analysieren.

  • Differenzierung zwischen physischen und psychischen Gewaltformen
  • Einfluss von Geschlechtersozialisation und Identitätsfindung auf gewalttätiges Handeln
  • Analyse der Rolle von Mädchen in gewaltauffälligen Jugendgruppen
  • Untersuchung von Macht- und Interaktionsverhältnissen in gemischtgeschlechtlichen Gruppen
  • Kritische Diskussion von Männlichkeitsidealen und stereotypen Geschlechtsrollen

Auszug aus dem Buch

6.1 Die zweigeschlechtliche Kultur in Bezug auf Jungen und körperliche Gewalt

Nach Ursula Hochuli Freund liegt die Ursache für das Gewaltproblem in der Zweigeschlechtlichkeit unserer Kultur (Freund 1996, S.335). Wie schon in vorangegangenen Kapiteln (Kap. 5.1, 5.2) aufgezeigt wurde, gibt es eine soziale Konstruktion von Geschlecht. Nach Hagemann-White geht es bei der Zweigeschlechtlichkeit um ein symbolisches System (vgl. Hagemann-White 1984, S. 77), wobei einige Geschlechtsrollenerwartungen an Männer und andere an Frauen geknüpft werden (Freund 1996, S. 335). Den Frauen gehört dabei aus traditioneller Sicht der „private“ und den Männern der „öffentliche“ Raum. Zudem bringen unterschiedliche Geschlechtsrollen unterschiedliche Probleme für die betroffenen mit sich (ebenda). Im Folgenden möchte ich aufzeigen wie Freund versucht, das Aufwachsen der Jungen in unserer Gesellschaft und deren deviantes Verhalten zu erklären:

Demnach erkennen Kinder schon in jungen Jahren, dass Frauen und Männer in der Gesellschaft unterschiedliche Verhaltensweisen bevorzugen.

Da sich Jungen häufiger in der Obhut ihrer Mütter oder anderer Frauen befinden, wird ihre Ich-Findung erschwert, da sie sich aus ihrer eigenen Sichtweise von der Mutter offensichtlich unterscheiden, den Jungen jedoch keine Männer als konkrete Vorbilder zur Seite stehen, die ihnen lehren, was „Mann sein“ bedeutet. So kann er nach Freunds Argumentation nicht mitbekommen, dass der Vater anders mit Frauen umgeht als mit Männern. Jungen können sich selbst nur insofern definieren, als das sie nicht wie ihre Mutter sind, die sie als fürsorglich und sozial empfinden. Demnach bedeutet Junge sein, nicht sozial und fürsorglich zu sein. Diese sozialen Eigenschaften sind für einen Jungen in Konfliktsituationen von besonderer Bedeutung, um verantwortungsvoll auf seine Mitmenschen eingehen zu können. Jungen präferieren eher Männlichkeitsideale, die durch Medien vermittelt werden (Macho- Männlichkeiten). „ Es sind starke Typen, allen überlegen, die an keiner Grenze halt machen, die sich mit Gewalt durchsetzen , wo immer es ihnen „nötig“ erscheint“ (vgl. Freund 1996, S. 336). Es werden somit Männlichkeitsbilder zusammengesetzt, welche kein Junge in der Realität nacheifern kann und welche als unerreichbar und dysfunktional beschrieben werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie geschlechtsspezifisches Gewaltverhalten bei Jugendlichen entsteht und welche Faktoren dazu beitragen.

2. Definition und Festlegung des Gewaltbegriffs: Dieses Kapitel erörtert die Komplexität und Mehrdeutigkeit des Gewaltbegriffs und präzisiert die Unterscheidung zwischen physischer und psychischer Gewalt für die weitere Arbeit.

2.1 Physische Gewalt: Der Abschnitt definiert physische Gewalt durch körperliche Angriffe und Schädigungsabsichten sowie deren Stellenwert im Vergleich zu anderen Gewaltformen.

2.2 Psychische Gewalt: Hier wird psychische Gewalt als diskreditierende Form der sprachlichen Auseinandersetzung thematisiert, die das Selbstwertgefühl der Betroffenen beeinträchtigt.

3. Kurze Einführung in das Thema: Eskaliert die Gewalt an deutschen Schulen?: Das Kapitel setzt sich kritisch mit medialen Berichten über eine vermeintliche Eskalation der Gewalt an Schulen auseinander und stellt ihnen sozialwissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber.

4. Gewaltbegünstigende Faktoren und Ansätze zur Klärung gewalttätigen Handelns bei Kindern und Jugendlichen: Es werden verschiedene außerschulische Faktoren wie Familiensituation, Peer-Groups und die Individualisierungsthese als Erklärungsansätze für Gewalt beleuchtet.

5. Geschlechterdifferenzierung und Geschlechtersozialisation: Dieses Kapitel befasst sich mit der sozialen Bedeutung von Geschlecht und wie dieses bereits frühzeitig in der Sozialisation verankert wird.

5.1 Soziale Bedeutung der Geschlechterdifferenzierung: Der Fokus liegt auf der alltäglichen Wahrnehmung von Geschlecht und der Bedeutung von Geschlechtsrollen bei der Identitätsentwicklung.

5.2 Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion: Hier wird erläutert, wie Geschlecht als erlernte Handlungsweise und soziale Kategorie konstruiert wird.

6. Geschlechterstereotype und Geschlechtsrollen als Faktoren für gewalttätiges Handeln: Dieser Abschnitt untersucht den Zusammenhang zwischen stereotypen Geschlechtsrollen und der Gewaltneigung von Mädchen und Jungen.

6.1 Die zweigeschlechtliche Kultur in bezug auf Jungen und körperliche Gewalt: Das Kapitel analysiert die Bedeutung traditioneller Männlichkeitsideale für die Entstehung von körperlicher Gewalt bei Jungen.

7. Ist Gewalt an Schulen ein Jungenphänomen?: Es wird kritisch hinterfragt, ob Gewalt als exklusives Jungenphänomen haltbar ist, wobei zwischen verschiedenen Gewaltformen differenziert wird.

8. Mädchen in gewalttätigen Jugendgruppen: Dieser Abschnitt thematisiert das Verhalten einer Minderheit gewaltbereiter Mädchen und untersucht deren Motive sowie gruppendynamische Prozesse.

9. Gewalt als Produkt von Interaktionsverhältnissen und Geschlechtsrollenverteilungen bei Mädchen und Jungen: Es wird dargelegt, dass Gewalt häufig aus konflikthaften Interaktionen und der Reproduktion traditioneller Rollenmuster innerhalb gemischter Gruppen resultiert.

10. Ergebnisse/ Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Befunde zusammen und diskutiert die Identifikation von Geschlecht und Stereotypen als wesentliche Faktoren gewalttätigen Handelns.

Schlüsselwörter

Gewalt, Schule, Geschlecht, Geschlechtersozialisation, Männlichkeitsideale, Physische Gewalt, Psychische Gewalt, Geschlechterstereotype, Interaktion, Jugendliche, Peer-Group, Identitätsfindung, Gewaltakzeptanz, Sozialisation, Aggression

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Hintergründen von Gewalt an Schulen unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterdifferenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Definition von Gewaltformen, die Rolle der Geschlechtersozialisation, die Bedeutung von Männlichkeitsidealen sowie die Gruppendynamik in gewaltauffälligen Mädchen- und Jungencliquen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Geschlecht und gewalttätigem Handeln zu ergründen und die These zu prüfen, inwieweit Gewalt ein geschlechtsspezifisches Phänomen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und empirischer Untersuchungen aus der Sozialpädagogik und Sozialforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewalt und Geschlecht sowie empirische Analysen zur Gewaltneigung von Jungen und Mädchen in verschiedenen sozialen Kontexten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gewaltbegriff, Geschlechtsrollen, Sozialisation, Identitätsfindung und geschlechtstypische Interaktionsverhältnisse.

Wie unterscheidet sich die Gewalt von Mädchen von der Gewalt von Jungen?

Jungen neigen stärker zur körperlichen, physischen Gewalt als Ausdruck von Männlichkeit, während Mädchen im Bereich der psychischen Gewalt und Ausgrenzung einen vergleichsweise hohen Anteil aufweisen.

Welche Rolle spielt die Peer-Group für gewalttätiges Verhalten bei Mädchen?

Die Peer-Group fungiert bei gewaltbereiten Mädchen oft als identitätsstiftendes Umfeld, in dem durch Anerkennung und Bestätigung innerhalb der Clique Gewalt als legitimes Mittel zur Gruppendurchsetzung eingesetzt wird.

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Details

Title
Gewalt, Schule und Geschlecht
College
Bielefeld University  (Fakultät für Pädagogik)
Grade
2
Author
Thomas Höötmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V13905
ISBN (eBook)
9783638194297
ISBN (Book)
9783638641418
Language
German
Tags
Gewalt Schule Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Höötmann (Author), 2003, Gewalt, Schule und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13905
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