Denkt man heutzutage an den Begriff Armut verlieren sich die Gedanken sehr schnell in Richtung der Dritten Welt. Assoziiert wird das Bild kranker Kinder und älteren unterernährten Menschen mit verzweifeltem Gesichtsausdruck, welche aus Sicht unseres Industrielandes in unzumutbaren Umständen leben.
Armut stellt jedoch nicht nur in Entwicklungsländern ein aktuelles Problem dar, sondern ist, wie die vorliegende Arbeit darstellen wird, auch in Deutschland ein ernst zu nehmendes Brennpunktthema (vgl. Kamensky et al. 2000, S. 12).
Zum Einen soll dieses Problem mit dieser Arbeit aufgegriffen und grundlegend dargestellt, und zum Anderen nach dem Verständnis von „Armut“ und „Familien“ Heute gefragt werden. Zunächst werden daher die Begriffe, welche das Thema Armut begleiten, grundlegend definiert und erläutert. Desweiteren beschäftigt sich diese Arbeit mit dem sozialen Wandel und der Frage Warum Familien eine Risikogruppe für Armut darstellen. Anschließend wird auf Ursachen und Folgen von Familien in Armutssituationen eingegangen. Dabei soll sowohl ein möglicher Lösungsansatz der Sozialen Arbeit, als auch Maßnahmen der Bundesregierung aufgezeigt werden. Abschließend folgt eine Zusammenfassung im Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITIONEN VON ARMUT – EIN ÜBERBLICK
2.1 WAS IST ARMUT?
2.2 DER RESSOURCENANSATZ
2.3 ARMUTSGRENZEN
2.4 KRITISCHE BETRACHTUNGEN DER SOZIALHILFESTATISTIK
2.5 DER LEBENSLAGENANSATZ
3 FAMILIE UND ARMUT IM WANDEL DER ZEIT
3.1 FAMILIEN HEUTE
3.2 FAMILIEN ALS RISIKOGRUPPE
3.3 URSACHEN DER VERARMUNG
3.4 FOLGEN
4 LÖSUNGSANSÄTZE
4.1 SOZIALPÄDAGOGISCHE FAMILIENHILFE – EINE ANTWORT DER SOZIALEN ARBEIT
4.2 MAßNAHMEN UND ZIELE DER BUNDESREGIERUNG
5 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen grundlegenden Überblick über die Situation von Familien in Armutslagen in Deutschland. Ziel ist es, den Wandel des Armutsbegriffs sowie der Familienformen zu beleuchten, Risikogruppen zu identifizieren und sowohl sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten als auch politische Maßnahmen zur Armutsprävention zu analysieren.
- Grundlegende Begriffsdefinitionen von Armut (Ressourcen- und Lebenslagenansatz).
- Struktureller Wandel der Familienformen und Entstehung neuer Risikogruppen.
- Psychosoziale Folgen von Armut und Prozesse der sozialen Ausgrenzung.
- Wirksamkeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) durch Empowerment.
- Staatliche familienpolitische Maßnahmen zur Armutsreduzierung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Was ist Armut?
Zu Beginn soll gezeigt werden, dass Armut ein weitreichender, seit Mitte der 70er Jahre wieder viel diskutierter Begriff ist und nicht alle in Armut lebenden Menschen das gleiche Schicksal teilen (vgl. Deutsches Jugendinstitut 1988, S. 251).
In einem reichen Land wie Deutschland klingt der Begriff Armut vorerst ungewöhnlich, jedoch nehmen nach Auffassung von R. Geißler die armen Bevölkerungsgruppen der Bundesrepublik bereits Platz Zwei der wichtigsten randständig Lebenden ein. Randständig zu leben bezieht sich hier auf ein Leben am Rande der Gesellschaft, desintegriert von der Kerngesellschaft, da randständig Lebende einer erheblichen Benachteiligung in ihrer Sozialen Situation ausgesetzt sind. Nicht immer betrifft es ganze Lebensspannen, gemeint sind häufig vorrübergehende Lebensabschnitte, welche u.a. von Armen, Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen mit einer extremen Unterversorgung im sozio-ökonomischen Bereich geführt werden. An eine Beeinträchtigung, bspw. im ökonomischen Bereich, kann sich eine Reihe von Folgeproblemen anschließen, worauf unter Punkt 3.3 dieser Arbeit näher eingegangen werden soll (vgl. Geißler 2006, S. 201).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Armut in Deutschland und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 DEFINITIONEN VON ARMUT – EIN ÜBERBLICK: Theoretische Abgrenzung verschiedener Armutsbegriffe sowie Vorstellung des Ressourcen- und Lebenslagenansatzes.
3 FAMILIE UND ARMUT IM WANDEL DER ZEIT: Analyse der Veränderungen familialer Lebensformen und Identifizierung spezifischer Armuts-Risikogruppen sowie deren psychosozialer Folgen.
4 LÖSUNGSANSÄTZE: Darstellung von Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialpädagogische Familienhilfe sowie staatliche Maßnahmen der Bundesregierung.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Ergebnisse zur Armutssituation von Familien und den Interventionsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Armut, Deutschland, Familien, Sozialpädagogische Familienhilfe, Risikogruppe, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, soziale Ausgrenzung, Empowerment, Familienpolitik, relative Armut, Armutsgrenzen, Sozialhilfestatistik, psychosoziale Folgen, Wohlfahrtsstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Armut von Familien innerhalb der deutschen Gesellschaft unter Berücksichtigung des sozialen Wandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Armut, der Identifizierung gefährdeter Familienstrukturen sowie der Analyse von Hilfsansätzen der Sozialen Arbeit und der Politik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das moderne Armutsverständnis zu schaffen und aufzuzeigen, wie Familien in Armutssituationen unterstützt werden können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden zur Armutsbestimmung verwendet?
Die Arbeit nutzt primär den Ressourcenansatz zur ökonomischen Analyse sowie den komplexeren Lebenslagenansatz zur Erfassung soziokultureller Unterversorgung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Wandel von Familienstrukturen, die Entstehung neuer Armuts-Risikogruppen und die psychosozialen Auswirkungen der Armut detailliert analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Armut, Familien, Sozialpädagogische Familienhilfe, Empowerment, soziale Ausgrenzung und Familienpolitik.
Was unterscheidet den Ressourcenansatz vom Lebenslagenansatz?
Während der Ressourcenansatz sich auf das verfügbare Einkommen konzentriert, betrachtet der Lebenslagenansatz zusätzlich die soziokulturelle und materielle Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen.
Welche Rolle spielt die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) in Armutssituationen?
Die SPFH dient als systemische Unterstützung, die Familien dabei hilft, durch Konzepte wie Ressourcenorientierung und Empowerment die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.
- Citation du texte
- Thomas Hermann (Auteur), 2008, Familien in Armut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139074