Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, welche persönlichen Anforderungen Praxisanleitende an Pflegestudierende stellen, welche Herausforderungen sich durch die praktische Anleitung mit Studierenden ergeben und wie sich das Kompetenz- und Qualifikationsniveau der Anleitenden dadurch verändert. Zur Untersuchung wurde eine qualitative Forschung mit Hilfe von leitfadengestützten Interviews, mit akademisch ausgebildeten Praxisanleitenden und Praxisanleitenden mit der Weiterbildung zur/ zum Praxisanleiter*in, durchgeführt.
Aufgrund der neu entstandenen primärqualifizierenden Pflegestudiengänge sind methodisch-didaktische und pädagogische Anleitungskonzepte notwendig, um die Qualität bei praktischen Anleitungen von Studierenden zu strukturieren und weiterzuentwickeln. Praxisanleitende, als Lehrpersonen in den praktischen Einsätzen, erhalten eine besondere Rolle.
Aufgrund der neu entstandenen primärqualifizierenden Pflegestudiengänge sind methodisch-didaktische und pädagogische Bildungskonzepte notwendig, um die Qualität bei praktischen Anleitungen von Studierenden zu strukturieren und weiterzuentwickeln. Die Studierenden sollen mit eigenen Methoden in der Lage sein, komplexe Aufgaben- oder Problemstellungen flexibel und selbstständig zu meistern. Die Methodenkompetenz beinhaltet wichtige Schlagworte, wie Lösung von Problemen, der Transfer von theoretischem und praktischem Wissen, ein vernetztes und abstraktes Denken sowie die Analysefähigkeit. Studierende sollen hochkomplexe Pflegeprozesse steuern und sich am aktuellen wissenschaftlichen Stand der Pflegeforschung orientieren.
Im Mittelpunkt stehen nicht ausschließlich die Patient*innen, sondern auch soziale, gesundheitspolitische und institutionelle Betrachtungsweisen der pflegebedürftigen Personen. Sie sollen mittels Evidenzbasierung ihre Entscheidungen und Pflegeinterventionen kritisch hinterfragen und weiterentwickeln. Auf diese Weise kann eine qualitativ hochwertige Weiterentwicklung in der Pflege stattfinden und Vorgaben, wie Expertenstandards, Leitlinien, etc. einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise unterzogen und entsprechend optimiert werden. Praxisanleiter*innen sollten diese Fähigkeiten ebenso besitzen, um ein reflektierendes Pflegehandeln in der Praxis zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundständige Akademisierung von Pflege
2.1.1 Hintergrund für die Entstehung von grundständigen Studiengängen
2.1.2 Entwicklung der Akademisierung in der Pflege
2.1.3 Ziele der Akademisierung in der Pflege
2.2 Möglichkeiten des Studiengangs Pflege
2.2.1 Der duale Studiengang Pflege
2.2.2 Der primärqualifizierende Pflegestudiengang
2.3 Pflegewissenschaft
2.3.1 Bedeutung von Pflegewissenschaft
2.3.2 Aufgaben der Pflegewissenschaft
2.4 Praxisanleitung
2.4.1 Definition von Praxisanleitung
2.4.2 Praxisanleitung im Pflegeberufegesetz
2.4.3 Aufgaben und Kernbereiche der Praxisanleitung
2.4.4 Qualifikation von Praxisanleitenden
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Literaturrecherche
3.2 Qualitative Forschung
3.3 Datenerhebung
3.3.1 Leitfadengestützte Experteninterviews
3.3.2 Auswahl der Interviewpartner*innen
3.3.3 Durchführung der Datenerhebung (Interviews)
3.3.4 Transkription
3.4 Datenauswertung
3.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.4.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
4 Ergebnisse
4.1 Welche Anforderungen und Erwartungen stellen Praxisanleitende an Pflegestudierende eines primärqualifizierenden Studiengangs?
4.2 Wie kann der Transfer von theoretischem Wissen in die Praxis erfolgen?
4.3 Welche Unterschiede gibt es in der praktischen Anleitung zwischen Pflegestudierenden und Auszubildenden?
4.4 Was gibt es für Herausforderungen in der praktischen Anleitung mit Pflegestudierenden?
4.5 Welche Kompetenzen und Qualifikationen benötigen Praxisanleitende in der Begleitung und Anleitung von primärqualifizierenden Pflegestudenten?
4.6 Auswertung soziodemografischer Daten
4.7 Was sind hochkomplexe Pflegeprozesse?
4.8 Spezielle Anleitungsformen für Pflegestudierende
4.9 Wünsche von Praxisanleitenden
5 Diskussion
5.1 Besonderheiten in der praktischen Anleitung von Pflegestudierenden
5.2 Anforderungen und Erwartungen an Pflegestudierende
5.3 Anforderungen an das Qualifikationsprofil von Praxisanleitenden
5.4 Anforderungen an die Hochschulen
5.5 Spezielle Anleitungsmethoden für Pflegestudierende
6 Limitation
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Besonderheiten und Herausforderungen bei der praktischen Anleitung von Studierenden aus primärqualifizierenden Pflegestudiengängen. Ziel ist es, den Bedarf an neuen methodisch-didaktischen Konzepten sowie einer erhöhten akademischen Qualifikation der Praxisanleitenden zu identifizieren, um den spezifischen Anforderungen dieser Studierendengruppe gerecht zu werden.
- Anforderungen und Erwartungen Praxisanleitender an Pflegestudierende
- Transfer von theoretischem Wissen aus dem Studium in die pflegerische Praxis
- Vergleich der Anleitung von Pflegestudierenden gegenüber Auszubildenden
- Identifikation notwendiger Kompetenzen und Qualifikationen für Praxisanleitende
- Formulierung von Unterstützungsbedarfen und Wünschen zur Verbesserung der Anleitungssituation
Auszug aus dem Buch
4.2 Wie kann der Transfer von theoretischem Wissen in die Praxis erfolgen?
In dieser Kategorie wird zusammengefasst, welche Möglichkeiten es gibt, hochschulisch erlerntes Wissen in die praktische Ausbildung zu integrieren. B3a geht davon aus, dass „vorher noch ein Schritt wichtig ist, dass man […] Skills Lab Trainings an der Hochschule macht“ (B3a, Absatz 25). Wichtig wäre, dass pflegerische Tätigkeiten vorab im dritten Lernort an der Hochschule trainiert werden, „dann kann man die Pflegetätigkeiten auch auf Station durchführen“.
Theoretisches Wissen kann in die Praxis transferiert werden, indem die Recherche in (pflege-) wissenschaftlichen Datenbanken in die Praxisanleitung integriert wird. Möglich ist dies, indem „man ihnen wissenschaftliches Infomaterial zur Verfügung stellt oder zumindest die Zugänge ermöglicht […] auf Datenbanken zurückzugreifen“ (B1a, Absatz 27). Als wichtig sehen akademische Praxisanleitende auf jeden Fall die wissenschaftliche Recherche. Studierende sollen „in Datenbanken, in wissenschaftlichen Quellen“ (B3a, Absatz 29) recherchieren oder eine Literaturrecherche durchführen. Eine weitere Möglichkeit wäre, sie „aktuelle wissenschaftliche Literatur“ (B2a, Absatz 25) lesen oder zu einem bestimmten Thema wissenschaftlich recherchieren zu lassen. Dazu müssen Praxisanleitende dementsprechend geschult sein und wissenschaftstheoretisches Wissen besitzen, um „sich dann auf jeden Fall mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen“ (B6, Absatz 25).
Andere genannte Alternativen sind „Lern- und Arbeitsaufgaben“ (B9, Absatz 41), wo zum Beispiel ein hochkomplexer Fall beschrieben wird oder sie „vermehrt solche komplexen Patienten betreuen“ (B9, Absatz 43). Auf jeden Fall sollten die Gegebenheiten der Stationen berücksichtigt werden. In jedem Fall sollten stationsbezogene Lern- und Arbeitsaufträge generiert werden. „Man muss halt einfach dann wirklich schauen, was bietet die Station“ (B4a, Absatz 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Bedarf an akademisierter Pflege zur Sicherung der Versorgungsqualität.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Akademisierung der Pflege, verschiedene Studiengänge, die pflegewissenschaftlichen Grundlagen und das Berufsbild der Praxisanleitung.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird die qualitative Forschungsmethode, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die zentralen Befunde bezüglich Anforderungen, Wissenstransfer, Herausforderungen und notwendiger Kompetenzen für die Anleitung von Pflegestudierenden.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf gesetzliche Rahmenbedingungen, notwendige Qualifikationsprofile und die Rolle der Hochschulen.
6 Limitation: Dieses Kapitel reflektiert die Einschränkungen der gewählten Forschungsmethode und die Stichprobenauswahl der Studie.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit akademisch qualifizierter Praxisanleitender zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Praxisanleitung, praktische Ausbildung, Pflegestudierende, primärqualifizierende, Studiengang, Akademisierung, Pflegewissenschaft, Wissenstransfer, Anleitungskompetenz, Pflegeberufegesetz, qualitative Forschung, Experteninterview.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Praxisanleitende Studierende primärqualifizierender Pflegestudiengänge erfolgreich in der Praxis anleiten können und welche besonderen Herausforderungen dabei bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Im Zentrum stehen die Anforderungen an Pflegestudierende, der Transfer von wissenschaftlichem Wissen in die Praxis, Unterschiede zur herkömmlichen Ausbildung, notwendige Kompetenzen der Anleitenden und die Schnittstelle zwischen Hochschule und Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, aufzuzeigen, welche Anforderungen an Pflegestudierende gestellt werden, welche Herausforderungen sich ergeben und wie sich das notwendige Kompetenz- und Qualifikationsniveau der Praxisanleitenden durch die Akademisierung verändert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es wurde eine qualitative Forschungsstudie durchgeführt, die auf leitfadengestützten Experteninterviews mit neun Praxisanleitenden basiert, welche anschließend mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das methodische Vorgehen, eine detaillierte Ergebnisauswertung der geführten Experteninterviews sowie eine anschließende wissenschaftliche Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Praxisanleitung, Pflegestudierende, primärqualifizierende Studiengänge, Akademisierung und Wissenstransfer definieren.
Wie definieren die befragten Praxisanleitenden "hochkomplexe Pflegeprozesse"?
Die Definition variiert, wird jedoch oft über einen hohen Pflegeaufwand, komplexe Diagnosen, multimorbide Patientenfälle sowie eine schwierige häusliche oder soziale Situation der Patient*innen beschrieben.
Welches Fazit zieht die Autorin hinsichtlich der Qualifikation von Praxisanleitenden?
Die Autorin schlussfolgert, dass aufgrund der komplexer werdenden Anforderungen ein akademischer Bachelorabschluss für Praxisanleitende künftig notwendig ist, ergänzt durch spezifische pflegepädagogische Kompetenzen.
Welche Rolle spielen die Hochschulen laut der Ergebnisse?
Hochschulen werden in der Pflicht gesehen, den Kontakt zur Praxis zu intensivieren, mehr Transparenz über Studieninhalte zu schaffen und Praxisanleitende aktiv in die Begleitung der Studierenden einzubinden.
- Citar trabajo
- Vivien Fankhänel (Autor), 2022, Besonderheiten der Praxisanleitung bei Pflegestudierenden. Untersuchung in primärqualifizierenden Studiengängen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1390863