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Bildungserfolgreiche Migranten aus Russland

Eine Betrachtung der Russlanddeutschen in Bezug auf ihre Rolle im deutschen Bildungssystem und die Nutzung ihrer Potenziale durch Remigration und Transmigration

Title: Bildungserfolgreiche Migranten aus Russland

Diploma Thesis , 2009 , 83 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Antje Zschocke (Author)

Pedagogy - Adult Education
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„Holzhacken mit Diplom“. So lautete die Überschrift eines Artikels im Spiegel im Oktober 2007. Er beschreibt das Problem vieler russlanddeutscher Migranten, die hochqualifiziert nach Deutschland kamen, deren Universitätsabschlüsse aber nicht anerkannt wurden und die jetzt in gering bezahlten Arbeitsverhältnissen ihr Geld verdienen.
Diese Problematik spitzt sich soweit zu, dass immer mehr Spätaussiedler und Aussiedler wieder zurück wollen, in ihre Heimat. Doch es gibt auch eine junge Generation von Spätaussiedlern. Oftmals im Kindesalter mit ihren Eltern nach Deutschland eingereist, beherrschen sie sowohl die deutsche als auch die russische Sprache und schaffen es mehr als andere Migrantengruppen an Bildung gleichermaßen, wie ihre deutschen Mitschüler, erfolgreich teilzunehmen. Durch das Internet und schnelle Flugverbindungen sind sie in der Lage, die Kontakte nach Russland aufrechtzuerhalten und sich immer weiter zu vernetzen.
Vor allem diese jungen Spätaussiedler wollen ihre Potenziale nutzen und suchen so nach Wegen den weniger guten Arbeitsmarktchancen in Deutschland (vgl. IAB 2007), trotz höherer Bildung, zu entkommen. Zwei Migrationstypen sind dafür augenblicklich relevant und sollen in dieser Arbeit, nach einem Blick auf die Bildungschancen und die schon vorhandenen Integrationsbemühungen in Deutschland, im Fokus stehen. Es handelt sich bei diesen Migrationstypen um die Remigration und die Transmigration, bezogen auf die Gruppe der Spätaussiedler aus Russland. Die öffentliche Aufmerksamkeit zugunsten der Remigration von Spätaussiedlern ist relativ neu, denn erst seit wenigen Jahren beschäftigen sich Migrationsforscher in Deutschland mit dieser Problematik (z.B. Michael Schönhuth 2008b, Ingrid Gogolin 2003)

Ist also Transmigration gerade für die junge Generation der bildungserfolgreichen Spätaussiedler die ideale Lebensform für die Zukunft angesichts der weltweiten Globalisierung und angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, in der Flexibilität und Mobilität mehr denn je gefragt sind? Erkennt Deutschland die vorhandenen Potentiale der bildungerfolgreichen Migranten aus Russland und kann es diese fördern, bzw. gibt es Konzepte für die Zukunft? Werden Chancengleichheiten in der Bildung geschaffen und können russlanddeutsche Spätaussiedler ihre Chancen und Ressourcen für sich erkennen und nutzen? Diesen Fragen möchte ich in Betrachtung der aktuellen Diskussionen um die Themen Bildung und Integration in der hier vorliegenden Diplomarbeit nachgehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

1.2 Überblick über diese Arbeit

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Menschen mit Migrationshintergrund

2.2 Hochqualifizierte und bildungserfolgreiche Migranten

2.3 Remigration nach Edda Currle

2.4 Transmigration und Transnationalität

3. Russlanddeutsche – Spätaussiedler

3.1 Die Geschichte der Russlanddeutschen

3.2 Russlanddeutsche in Deutschland seit 1991

3.2.1 Situation in Russland Anfang der 1990er

3.2.2 Situation in Deutschland Anfang der 1990er

3.3 Rechtlicher Status des „(Spät-)Aussiedlers“

4. Integrationsbemühungen in Deutschland und Niedersachsen im Bereich der Bildung

4.1 Die Inhalte des Nationalen Integrationsplans – Das Themenfeld Bildung

4.1.1 Zielbestimmungen und Maßnahmen im Themenfeld Bildung

4.2 Der LIP in Hannover – konkrete Maßnahmen in der Bildung

5. Spätaussiedler und Bildung

5.1 Anforderungen für Spätaussiedler im deutschen Bildungssystem

5.2 Anforderungen des deutschen Bildungssystems im Umgang mit Migranten und Spätaussiedlern

5.3 Integration von Spätaussiedlern am Beispiel des Projektes LISA

5.4 Bildungserfolgreiche Spätaussiedler aus Russland

6. Remigration und Transmigration von Spätaussiedlern

6.1 Remigration von Spätaussiedlern

6.1.1 Gründe für die Remigration von Spätaussiedlern

6.1.2 Die aktuelle Situation in Russland

6.2 Transmigration und transnationale Migration

6.2.1 Transmigration als neue Lebensform für bildungserfolgreiche Spätaussiedler?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die beiden Migrationsformen Remigration und Transmigration in Bezug auf die Gruppe der Spätaussiedler aus Russland, wobei ein besonderer Fokus auf bildungserfolgreichen Individuen liegt. Dabei wird analysiert, wie diese Migranten ihre Potenziale in einem transnationalen Kontext nutzen können, um den Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu begegnen.

  • Bildungschancen und Integrationsbemühungen von Russlanddeutschen in Deutschland.
  • Die theoretische Einordnung von Remigration und Transmigration.
  • Der Einfluss von politischen Integrationsplänen (Nationaler Integrationsplan und LIP Hannover) auf die Bildungssituation.
  • Die Relevanz von Bildungsabschlüssen für den beruflichen Erfolg und die Integrationsfähigkeit.
  • Chancen und Strategien für hochqualifizierte Spätaussiedler in einer globalisierten Wirtschaft.

Auszug aus dem Buch

1.1 Thema und Fragestellung

„Holzhacken mit Diplom“. So lautete die Überschrift eines Artikels im Spiegel im Oktober 2007. Er beschreibt das Problem vieler russlanddeutscher Migranten, die hochqualifiziert nach Deutschland kamen, deren Universitätsabschlüsse aber nicht anerkannt wurden und die jetzt in gering bezahlten Arbeitsverhältnissen ihr Geld verdienen. Diese Problematik spitzt sich soweit zu, dass immer mehr Spätaussiedler und Aussiedler wieder zurück wollen, in ihre Heimat. Doch es gibt auch eine junge Generation von Spätaussiedlern. Oftmals im Kindesalter mit ihren Eltern nach Deutschland eingereist, beherrschen sie sowohl die deutsche als auch die russische Sprache und schaffen es mehr als andere Migrantengruppen an Bildung gleichermaßen, wie ihre deutschen Mitschüler, erfolgreich teilzunehmen. Durch das Internet und schnelle Flugverbindungen sind sie in der Lage, die Kontakte nach Russland aufrechtzuerhalten und sich immer weiter zu vernetzen.

Vor allem diese jungen Spätaussiedler wollen ihre Potenziale nutzen und suchen so nach Wegen den weniger guten Arbeitsmarktchancen in Deutschland (vgl. IAB 2007), trotz höherer Bildung, zu entkommen. Zwei Migrationstypen sind dafür augenblicklich relevant und sollen in dieser Arbeit, nach einem Blick auf die Bildungschancen und die schon vorhandenen Integrationsbemühungen in Deutschland, im Fokus stehen. Es handelt sich bei diesen Migrationstypen um die Remigration und die Transmigration, bezogen auf die Gruppe der Spätaussiedler aus Russland. Die öffentliche Aufmerksamkeit zugunsten der Remigration von Spätaussiedlern ist relativ neu, denn erst seit wenigen Jahren beschäftigen sich Migrationsforscher in Deutschland mit dieser Problematik (z.B. Michael Schönhuth 2008b, Ingrid Gogolin 2003). Sie betrifft jedoch nicht mehr nur bildungsferne und sozialschwache Russlanddeutsche, sondern wird immer mehr zu einer Form der Migration für bildungserfolgreiche und hochqualifizierte Spätaussiedler. Sie sehen häufig bessere Arbeitschancen in ihrer alten Heimat und fühlen sich dort mehr zu Hause als in Deutschland. Die Hoffnungen, die auf der Ausreise nach Deutschland beruhten, haben sich nicht erfüllen können. Die Spätaussiedler möchten wieder in ihr altes Zuhause und haben nicht vor, zurück nach Deutschland zu kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Spätaussiedler sowie Darlegung der Forschungsfragen und der Struktur der Arbeit.

2. Theoretischer Rahmen: Definition zentraler Begriffe wie Migrationshintergrund, Bildungs- und Hochqualifizierung sowie Erläuterung der Konzepte Remigration und Transmigration.

3. Russlanddeutsche – Spätaussiedler: Historischer Rückblick auf die Geschichte der Russlanddeutschen und Analyse ihrer aktuellen Situation in Deutschland seit 1991.

4. Integrationsbemühungen in Deutschland und Niedersachsen im Bereich der Bildung: Darstellung staatlicher Integrationsmaßnahmen am Beispiel des Nationalen Integrationsplans und des Lokalen Integrationsplans für Hannover.

5. Spätaussiedler und Bildung: Analyse der Bildungssituation, spezifischer Anforderungen und erfolgreicher Integrationsprojekte wie dem Projekt LISA.

6. Remigration und Transmigration von Spätaussiedlern: Diskussion der Beweggründe für Remigration sowie die Untersuchung von Transmigration als neue Lebensform für bildungserfolgreiche Spätaussiedler.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Strategien für Russlanddeutsche in einer transnationalen Lebenswelt.

Schlüsselwörter

Spätaussiedler, Russlanddeutsche, Migration, Remigration, Transmigration, Bildungserfolg, Integration, Nationale Integrationsplan, Arbeitsmarkt, Identität, Transnationalität, Hochqualifizierte, Lebensstrategien, Bildungsaufstieg, Fachkräfte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit thematisiert die Situation bildungserfolgreicher Russlanddeutscher bzw. Spätaussiedler und deren Umgang mit den Arbeitsmarktbedingungen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Bildungschancen, Integrationspolitik, der soziale Status von Migranten sowie die Konzepte der Remigration und Transmigration als moderne Lebensentwürfe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, ob für bildungserfolgreiche Spätaussiedler die Transmigration eine zukunftsfähige Alternative zum Verbleib in Deutschland darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Migrationsforschung sowie einer Analyse bildungspolitischer Pläne (Nationaler und Lokaler Integrationsplan).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung der Russlanddeutschen, aktuelle Bildungsprogramme, die Analyse von Bildungsdaten und die verschiedenen Modelle der Rückkehr bzw. grenzüberschreitenden Lebensweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Spätaussiedler, Bildungserfolg, Transmigration, Remigration und Integration.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Nationalen Integrationsplans?

Sie wertet ihn als wichtigen Schritt zur Anerkennung von Migrantenbedürfnissen, mahnt jedoch an, dass die konkrete Umsetzung und Chancengleichheit in Bildung und Ausbildung weiterhin verbessert werden müssen.

Warum spielt das "Rucksack-Projekt" in Hannover eine besondere Rolle?

Es wird als erfolgreiches Beispiel für die Sprachförderung angeführt, bei dem sowohl Kinder als auch deren Eltern aktiv in den Integrations- und Bildungsprozess einbezogen werden.

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Details

Title
Bildungserfolgreiche Migranten aus Russland
Subtitle
Eine Betrachtung der Russlanddeutschen in Bezug auf ihre Rolle im deutschen Bildungssystem und die Nutzung ihrer Potenziale durch Remigration und Transmigration
College
University of Hannover
Grade
2,3
Author
Antje Zschocke (Author)
Publication Year
2009
Pages
83
Catalog Number
V139156
ISBN (eBook)
9783640825240
ISBN (Book)
9783640825608
Language
German
Tags
Russland Spätaussiedler Migration Bildung Bildungserfolgreich Potenziale Russlanddeutsche Pädagogik Erwachsenenbildung Schule Universität Osteuropa Transmigration Remigration Hannover Interkulturelle Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Zschocke (Author), 2009, Bildungserfolgreiche Migranten aus Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139156
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