In dieser Arbeit habe ich untersucht, wie transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht interkulturelle und transkulturelle kommunikative Kompetenzen fördern kann. Dabei betonte ich die Bedeutung interkultureller Kommunikationskompetenzen und stellte das mehrdimensionale Modell von Byram vor.
Transkulturelles Lernen wurde als Antwort auf die kulturelle Vielfalt jeder Person heute dargestellt. Die Lösung für mögliche Abgrenzungen zwischen Eigenem und Fremdem durch interkulturelles Lernen liegt in der Förderung einer transkulturellen Mentalität. Diese Arbeit trägt zur Diskussion über inter- und transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht bei und zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler zu globalen Bürgern auszubilden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht
2.1 Kommunikation heute und die Rolle vom Fremdsprachenunterricht dabei
2.2 Interkulturelles Lernen
2.3 Die interkulturelle kommunikative Kompetenz anhand von Michael Byrams Modell (1997)
2.4 Problemzonen vom interkulturellen Lernen
3 Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht
3.1 Die gegenwärtige Fassung von kultureller Identität
3.2 Transkulturelles Lernen
3.3 Die transkulturelle kommunikative Kompetenz anhand von Daniel Reimanns Modell (2014)
3.4 Das Zusammenwirken von Transkulturalität und interkulturellem Lernen zur Förderung der kommunikativen Kompetenz
4 Schlussbetrachtungen
5 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Wirksamkeit des transkulturellen Lernens als didaktische Ergänzung zum klassischen interkulturellen Lernen im schulischen Fremdsprachenunterricht, um kommunikative Kompetenzen in einer globalisierten Welt effektiv zu fördern.
- Wandel von interkulturellen zu transkulturellen Ansätzen
- Analyse der Modelle von Michael Byram und Daniel Reimann
- Kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen interkultureller Lehransätze
- Konzeptionelle Neuausrichtung auf hybride kulturelle Identitäten
- Förderung einer globalen Bürgerschaft und transkulturellen Mentalität
Auszug aus dem Buch
3.1 Die gegenwärtige Fassung von kultureller Identität
„Unsere Kulturen haben de facto längst nicht mehr die Form der Homogenität und Separiertheit, sondern sie durchdringen einander, sie sind weithin durch Mischungen gekennzeichnet. Diese neue Struktur suche ich durch das Konzept der Transkulturalität zu fassen“ (Welsch 2010: 42 zit. in Reimann 2014: 29).
Nach Welsch ist jedes Individuum heutzutage durch plurale kulturellen Identitäten gekennzeichnet. Welsch betont, dass Kultur heute durch Durchdringungen und Verflechtungen zu konzipieren sei (vgl. ibid.: 40 zit. in Reimann 2014: 29). Im Gegensatz zum alten Modell von klar gegeneinander abgegrenzten Kulturen sind Individuen heute kulturelle Mischlinge, die durch eine Patchwork-Identität charakterisiert sind (vgl. ibid.: 46 zit. in Reimann 2014: 30). Infolgedessen enden binnenkulturelle Lebensformen wegen Phänomene wie Migration, Globalisierung und Digitalisierung nicht mehr an den Grenzen von Nationalstaaten. Stattdessen überschreiten sie diese und dringen einander durch (vgl. Gippert 2008: 11). Somit werden kulturelle Grenzen und die Vorstellung homogener Nationalkulturen aufgehoben, indem einzelne Kulturen innerhalb einer Gemeinschaft verschmelzen.
Diesbezüglich wurde das Konzept der Transkulturalität in den achtziger Jahren von Welsch theoretisiert. Welsch prägte den Begriff Transkulturalität als eine Erweiterung des Konzepts der Interkulturalität (vgl. Welsch 2010: 63 zit. in Reimann 2014: 35).
„Im Gegensatz zur interkulturellen Kommunikation, die dazu tendiert, Kontakte zwischen Individuen unterschiedlicher, als einzelne Entitäten gedachter Kulturen zu studieren, geht transkulturelle Kommunikation davon aus, dass alle Kulturen grundsätzlich gemischt sind.“ (Kraidy 2005: 149 zit. in Hepp 2006: 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende kulturelle Heterogenität in Schulklassen und stellt die Forschungsfrage nach der Förderung kommunikativer Kompetenzen durch transkulturelle Bildungsansätze.
2 Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel erläutert das traditionelle interkulturelle Lernen, analysiert das Modell von Michael Byram und diskutiert kritische Problemzonen, die bei der rein dichotomischen Wahrnehmung von Eigenem und Fremdem auftreten.
3 Transkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht: Hier wird das Konzept der Transkulturalität als Erweiterung eingeführt und Daniel Reimanns Modell der transkulturellen kommunikativen Kompetenz gegenübergestellt, um neue Wege im Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen.
4 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Integration transkultureller Ansätze eine notwendige Ergänzung darstellt, um der heutigen Hybridität von Identitäten gerecht zu werden.
5 Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Transkulturelles Lernen, Fremdsprachenunterricht, kommunikative Kompetenz, kulturelle Identität, Michael Byram, Daniel Reimann, Globalisierung, Hybridität, Multiperspektivität, interkulturelle Verständigung, kulturelle Vielfalt, Patchwork-Identität, Fremdverstehen, globale Bürgerschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich didaktische Ansätze im Fremdsprachenunterricht verändern müssen, um der modernen, von Vielfalt und Hybridität geprägten Gesellschaft durch transkulturelle Bildung gerecht zu werden.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen interkulturellem und transkulturellem Lernen, die Konstruktion kultureller Identität sowie die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die Integration von transkulturellen Lernkonzepten den Erwerb von interkulturellen Kompetenzen im schulischen Rahmen fördern kann.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das Modell der interkulturellen kommunikativen Kompetenz von Michael Byram sowie das Modell der transkulturellen kommunikativen Kompetenz von Daniel Reimann.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse interkultureller Grundlagen, der Kritik daran und der Einführung transkultureller Konzepte sowie deren Zusammenwirken zur Förderung umfassender Handlungskompetenzen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Transkulturalität, kulturelle Hybridität, Fremdverstehen, kommunikative Kompetenz und moderne Fremdsprachendidaktik charakterisieren.
Wie unterscheidet sich Transkulturalität laut Autor vom interkulturellen Lernen?
Während interkulturelles Lernen auf der Dichotomie von Eigenem und Fremdem beruht, geht Transkulturalität davon aus, dass Kulturen ohnehin durchlässig und gemischt sind, was Abwehrhaltungen mindert.
Welche Rolle spielt die "Patchwork-Identität" in der Argumentation?
Die Patchwork-Identität dient als Beleg dafür, dass Menschen heute nicht mehr Repräsentanten einer einzigen Nationalkultur sind, sondern hybride Identitäten besitzen, die transkulturelle Ansätze erforderlich machen.
- Citation du texte
- Vittoria Guarino (Auteur), 2023, Inter- und transkulturelles Lernen zur Förderung der kommunikativen Kompetenzen im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392002