Die Zeit der Weimarer Republik war durch viele Putsche und Entmachtungen gekennzeichnet und somit war die Reichswehr eine mehr oder weniger organisierte und politisch engagierte Organisation. Aufgrund der Zerschlagung der Reichswehr des Kaiserreiches und der daraus resultierenden „Unordnung“ aus arbeitslosen Soldaten, Offizieren und politischen Gesinnungen, möchte ich die Entwicklung dieser in meiner Facharbeit näher beleuchten. Wegen den vielen neu entstandenen Organisationen und Truppen, in der Weimarer Republik, möchte ich mich mit der Frage beschäftigen ob die Reichswehr nun Stütze oder Gegner der neuen Republik war.
Dabei gehe ich kurz auf die Situation des kaiserlichen Heeres nach dem Ersten Weltkrieges, so wie den Inhalt des Versailler Vertrages aus militärischer Sicht ein. Des Weiteren beleuchte ich die Entwicklung des Heeres unter dem Einfluss verschiedener politischer Ereignisse und die Haltung zu diesen bis zum Ende der Weimarer Republik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vom Kaiserlichen Heer zur vorläufigen Reichswehr
2.1. Das kaiserlichen Heer im Anfang der Weimarer Republik
2.2.Umbruch zur vorläufigen Reichswehr
3. Die Reichswehr im Schatten des Versailler Vertrages
3.1.Die Bestimmungen des Versailler Vertrages
4. Kapp-Putsch
4.1. Ablauf des Putsches
4.2. Entwicklung nach dem Kapp Lüttwitz Putsch
5. Die Ära v. Seeckt
6. Die Reichswehr und der republikanische Staat
7. Das Militär zwischen Verfassungstreue und Staatsloyalität
8. Fazit
9. Quellenangabe
9.1. Buchquellen
9.2. Internetquellen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Facharbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem Militär und dem jungen demokratischen Staat in der Weimarer Republik. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, ob die Reichswehr eine stützende Kraft oder eine Bedrohung für die neu entstandene Republik darstellte, unter besonderer Berücksichtigung der militärischen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg.
- Rolle des Militärs während der Transformationsphase zur Weimarer Republik.
- Einfluss der Restriktionen des Versailler Vertrages auf die Struktur und Psyche der Reichswehr.
- Analyse des Kapp-Putsches und dessen Auswirkungen auf Staat-Militär-Beziehungen.
- Die Ära von Seeckt als Phase der „Entpolitisierung“ und der Entwicklung eines „Staates im Staate“.
- Interdependenzen zwischen paramilitärischen Wehrverbänden, Reichswehr und nationalsozialistischen Strömungen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Bestimmungen des Versailler Vertrages
Die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages hätten für eine bewaffnete Macht nicht härter sein können. Das Militär war die am größten betroffene Institution in Deutschland. „Teil V des Vertrages" enthielt in insgesamt 55 Einzelartikeln die dem Reich auferlegten militärischen Beschränkungen. Die allgemeine Wehrpflicht war nach Artikel 173 abgeschafft, die Streitkräfte mussten als Berufsarmee auf Freiwilligenbasis aufgebaut werden. Artikel 160 bestimmte die Größe und Struktur des Heeres mit maximal 100000 Mann (davon 4000 Offiziere), gegliedert in 7 Infanteriedivisionen und 3 Kavalleriedivisionen, die nach Artikel 162 unter höchstens zwei Korpsstäben, den sogenannten Gruppenkommandos, zusammengefasst sein durften. Derselbe Artikel 162 verbot den „Großen Generalstab“, an dessen Stelle trat das Truppenamt im gleichfalls neugebildeten Reichswehrministerium ein. Die Artikel 174 und 175 legten die zwölfjährige Dienstzeit für Unteroffiziere und Mannschaften bzw. 25 Jahre für Offiziere fest.
Andere Artikel schrieben die Bewaffnung vor. Demnach war Deutschland die Produktion und der Besitz von Giftgasen, ebenso deren Import oder Export verboten. Die gleichen Bestimmungen (Artikel 171) galten für Panzerwagen, Tanks und alle ähnlichen Konstruktionen, welche für kriegerische Zwecke verwendet werden könnten. Artikel 198 untersagte den Besitz einer Luftwaffe, genauso beinhaltete er Bestimmungen über Höchstgrenzen bei Kriegsschiffen, Festungen und der Artilleriebewaffnung. Damit war Deutschland gerade die Beschäftigung mit jenen modernen Kriegsmitteln untersagt, die besonders in der Endphase des Ersten Weltkriegs den Militärs auf beiden Seiten neue Dimensionen der Kriegsführung eröffnet hatten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass nach dem Ersten Weltkrieg eine Neuordnung des Militärs notwendig wurde, und fragt, ob die Reichswehr Stütze oder Gegner der Weimarer Republik war.
2. Vom Kaiserlichen Heer zur vorläufigen Reichswehr: Dieses Kapitel behandelt den Übergang vom kaiserlichen Heer zur vorläufigen Reichswehr vor dem Hintergrund der Novemberrevolution und dem Untergang des Kaiserreichs.
3. Die Reichswehr im Schatten des Versailler Vertrages: Hier wird analysiert, wie die restriktiven militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages die Struktur und Größe der Reichswehr massiv einschränkten.
4. Kapp-Putsch: Dieses Kapitel untersucht den Kapp-Putsch als Ereignis, das die Zerrissenheit der Reichswehr und die Schwäche der republikanischen Ordnung verdeutlichte.
5. Die Ära v. Seeckt: Es wird die Amtszeit von Generaloberst v. Seeckt beleuchtet, unter der sich die Reichswehr zu einem „Staat im Staate“ entwickelte und sich zunehmend der politischen Kontrolle entzog.
6. Die Reichswehr und der republikanische Staat: Inhalt ist hierbei die rechtliche Einbindung der Reichswehr in den republikanischen Rahmen durch das Wehrgesetz und die Vereidigung auf die Verfassung.
7. Das Militär zwischen Verfassungstreue und Staatsloyalität: Dieses Kapitel befasst sich mit dem theoretischen Spannungsfeld des Militärs, das zwar dem Staat diente, aber sich oft nicht mit der demokratischen Staatsform identifizierte.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reichswehr letztlich nicht konsequent demokratisch geführt wurde und sich politisch selbständig entwickelte, was den Übergang in die Wehrmacht 1935 ermöglichte.
9. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetressourcen für die Facharbeit.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Reichswehr, Versailler Vertrag, Kapp-Putsch, General von Seeckt, Militär, Novemberrevolution, Freikorps, Schwarze Reichswehr, Staat im Staate, Verfassungstreue, Aufrüstung, Novemberrevolution, Entpolitisierung, Wehrmacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit analysiert die Rolle und Entwicklung des Militärs in der Weimarer Republik sowie dessen schwieriges Verhältnis zum neuen republikanischen Staatssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Einfluss des Versailler Vertrages, das Phänomen der „Schwarzen Reichswehr“, die Bedeutung der Ära von Seeckt und die politische Haltung des Militärs gegenüber der jungen Demokratie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Reichswehr als Stütze oder Gegner der Weimarer Republik fungierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärquellen, um die Entwicklung des deutschen Militärs zwischen 1918 und 1935 nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Übergang vom kaiserlichen Heer, die restriktiven Vorgaben des Versailler Vertrages, den Kapp-Putsch und die innenpolitische Entwicklung der Reichswehr unter ihrem Chef der Heeresleitung v. Seeckt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Reichswehr, Weimarer Republik, Versailler Vertrag, Staat im Staate, Kapp-Putsch, Entpolitisierung und die Entwicklung zur Wehrmacht.
Welche Rolle spielte der Kapp-Putsch für die Beziehung zwischen Reichswehr und Republik?
Der Kapp-Putsch wirkte als entscheidender Wendepunkt; er diskreditierte die Reichswehr einerseits im Verhältnis zur Republik, festigte aber gleichzeitig ihre autarke Position durch das Scheitern ihrer Unterwerfung unter das demokratische System.
Warum wurde die Reichswehr unter von Seeckt als „Staat im Staate“ bezeichnet?
Sie wurde so bezeichnet, weil v. Seeckt erfolgreich versuchte, zivile Einflussnahme auf militärische Angelegenheiten abzuwehren und eine „chinesische Mauer“ um die Armee zu errichten, was zu einer politischen Distanzierung von der Staatsform führte.
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- Anonym (Autor), 2022, Das Militär in Weimar. Geschichte der Reichswehr, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392220