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Übergießen oder Untertauchen

Verschiedene Taufriten im Christentum

Title: Übergießen oder Untertauchen

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Philipp Thull (Author)

Theology - Practical Theology
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„Darum geht zu allen Völkern, und macht sie zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19-20) So lautet der Sendungsbefehl des Auferstandenen Christus am Ende des Matthäus-Evangeliums an seine Jünger, durch den er ihnen aufträgt die eigenen Grenzen zu überschreiten, hinzugehen zu allen Völkern und die Menschen durch die Taufe Gott anzuvertrauen, um sie so zu „Mitbürgern der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Eph 2,19) zu machen. Indem die Jünger sich aufmachten in fremde Kultur- und Sprachkreise gelang es ihnen schnell, viele Menschen durch ihr Zeugnis vom Evangelium zu überzeugen und sie durch die Taufe zu einer großen Gemeinschaft der Glaubenden zusammenzufügen. Damals wie heute ist die Taufe der entscheidende Akt, durch den Menschen, die dem Christentum begegnen, in den „einen einzigen Leib aufgenommen“ (1 Kor 12,12) werden. Da die Geschichte des Christentums aber auch eine Geschichte der Spaltungen ist, lässt sich zwar von dem Bekenntnis zur „einen“ Taufe sprechen, kennen die einzelnen Konfessionen aber auch eine jeweils eigene Praxis und ein eigenes Verständnis der Initiation. Dennoch wird die Taufe heute von den meisten Kirchen und christlichen Gemeinschaften als „Sakrament der Einheit“ gesehen und in Deutschland auch als Ausdruck ökumenischer Verbundenheit. Bei einem gemeinsamen Treffen am 29. April 2007 im Magdeburger Dom, einigten sich elf Kirchen bzw. kirchliche Gemeinschaften auf die Unterzeichnung einer Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe. Hierin heißt es: „Deshalb erkennen wir jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bundes der Einheit (Eph 4,4-6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1.0 Die Taufe in der orthodoxen Kirche

1.1 Verständnis der Taufe

1.2 Die Praxis der Taufe

1.3 Abschluss der Taufe und Teilnahme am österlichen Mahl

2.0 Die Taufe in der koptischen Kirche

2.1 Bedeutung der Initiation

2.2 Die Taufhandlung in der koptischen Kirche

3.0 Die Taufe im Protestantismus

3.1.Die Taufe in der Evangelisch-Lutherischen Kirche

3.1.1 Auffassung der Taufe bei Martin Luther

3.1.2 Taufliturgie in der Evangelisch-Lutherischen Kirche

3.2.Die Taufe in den Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten)

3.2.1 Taufauffassung der Baptisten

3.2.2 Die Praxis der Taufe

3.2.3 Die Ablehnung der Kindertaufe

4.0 Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Taufverständnis und die gottesdienstliche Praxis in ausgewählten christlichen Konfessionen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Aufnahme in die christliche Glaubensgemeinschaft herauszuarbeiten.

  • Verständnis der Taufe in der orthodoxen Kirche
  • Liturgische Initiationsriten der koptischen Kirche
  • Luthers Tauflehre und die evangelisch-lutherische Liturgie
  • Die Taufpraxis und das Verständnis der Baptisten
  • Die ökumenische Bedeutung der gegenseitigen Taufanerkennung

Auszug aus dem Buch

1.1 Verständnis der Taufe

Die Tauflehre der orthodoxen Kirchen, die sich auf die in der Taufe enthaltene Gabe und Wirkung bezieht, unterscheidet sich in ihrem Wesen nur in geringem Maße von jener, welche die römisch-katholische Kirche zu glauben vorgibt. Hervorzuheben in der orthodoxen Taufliturgie ist jedoch der besondere Blick auf den „Mysteriencharakter“, der die Taufe als sog. „Mysterion“ auszeichnet und sich jedem Zugriff nüchterner Verständlichkeit bzw. kognitiver Zustimmung zu entziehen vermag. Wahrnehmbar ist die Taufe nach orthodoxem Verständnis lediglich in ihrem Vollzug, bei dem der Täufling unter Nennung der trinitarischen Formel dreimal unter Wasser getaucht wird. Durch dieses Sakrament geschieht es, dass der Neugetaufte „dem fleischgewordenen, sündhaften Leben abstirbt und vom Heiligen Geist wiedergeboren wird zum geistlichen, heiligen Leben.“ Dieses Ereignis entspricht nicht nur der Präsenz der Trinität, sondern bewirkt sie und ist sie. Die Handlung des Taufgeschehens wirkt gleich den Gravitationsgesetzen der Natur, also notwendigerweise, selbst dann, wenn der Täufling ohne oder mittels falschen Glaubens das Sakrament der Initiation empfängt. Hinzu kommt, dass die Taufe nur durch die Handlung des dreimaligen Untertauchens, nicht durch Besprengen oder das in anderen Kirchen übliche Übergießen des Täuflings, an Gültigkeit gewinnt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Arbeit führt in den biblischen Sendungsauftrag der Taufe ein und thematisiert deren Bedeutung als Sakrament der Einheit sowie als Ausdruck ökumenischer Verbundenheit.

1.0 Die Taufe in der orthodoxen Kirche: Dieses Kapitel erläutert den mystischen Charakter der orthodoxen Taufe und beschreibt die Riten vor und nach der Spendung des Sakraments.

2.0 Die Taufe in der koptischen Kirche: Es wird die unteilbare Verbindung von Taufe, Firmung und Eucharistie als Initiationssakrament in der koptischen Tradition dargestellt.

3.0 Die Taufe im Protestantismus: Dieser Abschnitt analysiert das Taufverständnis Martin Luthers und die aktuelle Liturgie der Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie die spezifische Position der Baptisten zur Erwachsenentaufe.

4.0 Ergebnis: Die Zusammenfassung unterstreicht die Taufe als gemeinsames Fundament des christlichen Glaubens, das trotz unterschiedlicher Liturgien eine tiefe spirituelle Verbindung schafft.

Schlüsselwörter

Taufe, Initiation, Orthodoxe Kirche, Koptische Kirche, Protestantismus, Martin Luther, Baptisten, Sakrament, Ökumene, Liturgie, Trinität, Kindertaufe, Erwachsenentaufe, Taufanerkennung, Christliche Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Darstellung des Taufverständnisses und der gottesdienstlichen Taufpraxis in verschiedenen christlichen Konfessionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Tauflehre der orthodoxen und koptischen Kirchen sowie die Unterschiede zwischen lutherischem Verständnis und baptistischer Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Taufe als gemeinsames, einheitsstiftendes Fundament herauszuarbeiten, das trotz konfessioneller Differenzen die christliche Gemeinschaft verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theologische Literaturanalyse, um Taufverständnis und liturgische Abläufe auf Basis kirchlicher Quellen und theologischer Fachliteratur darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Riten und das theologische Verständnis der Taufe in der orthodoxen Kirche, der koptischen Kirche sowie bei den Lutheranern und Baptisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Taufe, Initiation, Konfessionen, Sakrament, Ökumene und Taufanerkennung definieren den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit.

Warum lehnen Baptisten die Kindertaufe ab?

Die Baptisten begründen ihre Ablehnung damit, dass die Heilige Schrift keine Kindertaufe kenne und ein bewusster, persönlicher Glaubensentschluss die Voraussetzung für das Sakrament sei.

Welche Rolle spielt die "trinitarische Formel"?

Die Taufhandlung erfolgt in allen untersuchten Konfessionen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, was als wesentliches Kriterium für die Gültigkeit der Taufe gilt.

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Details

Title
Übergießen oder Untertauchen
Subtitle
Verschiedene Taufriten im Christentum
College
University of Trier
Grade
1.0
Author
Philipp Thull (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V139244
ISBN (eBook)
9783640490813
ISBN (Book)
9783640490943
Language
German
Tags
Untertauchen Verschiedene Taufriten Christentum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Thull (Author), 2008, Übergießen oder Untertauchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139244
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