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Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland

Title: Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland

Term Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mehmet Yay (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die Bundesrepublik Deutschland zählt seit den 60er Jahren zu einem der reichsten Länder der Welt, in dem Armut zunächst als sozialpsychologisches Problem kleiner Randgruppen1
betrachtet wurde. Eine öffentliche Diskussion darüber fand nicht statt und die bundesdeutschen Regierungen konnten jahrelang verleugnen, dass breite Teile der Bevölkerung in Armut leben und sich das Gesicht von Armut zu wandeln begann. Erst Mitte
der 70er wurde durch Heiner Geißler (damaliger rheinland-pfälzischer Sozialminister) der Begriff der „Neuen Armut“ etabliert. Armut in der Wohlstandsgesellschaft wurde in der Folge
nach und nach als sozialpolitisches Problem, das bis in die Mittelschichten reicht, erkannt. Dennoch kann man auch heute noch keine durchschlagenden Lösungsansätze erkennen und in
Deutschland von Armut zu sprechen, hat weiterhin politische Brisanz. Erst die neue Bundesregierung hat den Einstieg in eine, im europäischen Vergleich bis dahin rückständige, nationale Armutsberichterstattung beschlossen und die „Bekämpfung der Armut
in der Bundesrepublik Deutschland zu einem der Schwerpunkte der Politik der Bundesregierung erklärt. Damit wurde sowohl den vielen, durch den Transformationsprozess im Zuge der Vereinigung alter und neuer Bundesländer noch erweiterten, Dimensionen von Armut gerecht, als auch die generelle Diskussion um den Wandel des Sozialstaates um ein zusätzliches Element erweitert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Armut im sozialen Wandel

1.2. Neue Armut

1.3. Zum Aufbau dieser Arbeit

2. Definition und Abgrenzung von Armut

2.1. Absolute Armut

2.2. Relative Armut

2.2.1. Lebenslagenansatz

2.2.2. Ressourcenansatz

2.2.2.1 Relative Einkommensarmut

2.2.2.2 Der Sozialhilfeansatz

3. Der sozialstrukturelle Kontext von Armut

3.1. Ausmaß und Entwicklung von Armut nach dem Ressourcenansatz

3.2. Dauer von Armut

3.3. Risikogruppen und Struktur der Leistungsbezieher

3.4. Kinder- und Jugendarmut

4. Ursachen, Folgen und Bekämpfung von Armut

4.1. Ursache von Armut

4.2. Folgen von Armut

4.3. Armutsbekämpfung

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Armut im deutschen Wohlfahrtsstaat, analysiert deren Ausmaß, Ursachen und soziostrukturellen Kontext und bewertet staatliche Ansätze zur Armutsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung gefährdeter Bevölkerungsgruppen.

  • Definition und theoretische Abgrenzung von Armutsbegriffen
  • Analyse des sozialstrukturellen Kontexts und der Entwicklung von Armut
  • Identifikation von Risikogruppen (Arbeitslose, Alleinerziehende, Kinder)
  • Untersuchung der Ursachen und Folgen von Armut auf individueller und gesellschaftlicher Ebene
  • Diskussion staatlicher Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und sozialen Sicherung

Auszug aus dem Buch

1.2. Neue Armut

Pluralisierung und Individualisierung haben auch vor dem Phänomen der Armut nicht halt gemacht. Die Wege in und aus der Armut sind höchst unterschiedlich und man kann daher nicht mehr von „den Armen“ als einer homogenen Gruppe sprechen.

Geprägt ist die neue Armut durch eine Verschiebung von Altersarmut, hin zu einer wachsenden Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen, meist bedingt durch Arbeitslosigkeit von einem oder beiden Elternteilen. Parallel dazu sind allgemein steigende Sozialhilfeempfängerzahlen und eine Verschuldungszunahme, welche unter anderem auf Miet- und Energiekostensteigerungen zurückzuführen ist, zu verzeichnen. Deutlich gestiegen ist auch Armut unter Alleinerziehenden, sowie die Zahl der Obdachlosen. Die Wahrscheinlichkeit arm zu werden betrifft also immer größere Bevölkerungsteile und Armut reicht bis in den Mittelstand.

Bei Betrachtung der Dauer von Armut fällt eine starke Fluktuation auf. So stellt Armut nur für eine Minderheit der Armen eine dauerhafte, verhärtete Lebenssituation dar. Ein großer Teil der Armutsbevölkerung wechselt zwischen Armuts- und Wohlstandlagen. Zusätzlich sollte Armut immer auch in Relation zum Reichtum einer Gesellschaft betrachten werden. Nur so wird auch die Verschärfung, sowohl der sozialen Gegensätze, als auch der Einkommens- und Vemögensungleichheit sichtbar. Anschaulich wird dies durch eine Gegenüberstellung von „Working Poor”, wie Personen genannt werden, die trotz Beschäftigung ihren Lebensunterhalt nicht allein bestreiten können und von Personen, die ihr Dasein allein aus Kapitaleinkünften und Spekulationsgewinnen finanzieren. Diese finanziellen Vor- bzw. Nachteile wirken sich weiter auf Wohnqualität, Bildung und Gesundheit aus und verfestigen so die Kluft zwischen Arm und Reich. Armut muss also immer umfassend verstanden werden und darf nicht allein auf Einkommensarmut begrenzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Armutswahrnehmung in Deutschland von der Nachkriegszeit bis zur Etablierung des Begriffs „Neue Armut“ und skizziert das Vorgehen der Arbeit.

2. Definition und Abgrenzung von Armut: Dieses Kapitel definiert Armut durch absolute und relative Konzepte, insbesondere den Lebenslagenansatz und den Ressourcenansatz, um ein umfassendes Verständnis jenseits rein monetärer Kriterien zu ermöglichen.

3. Der sozialstrukturelle Kontext von Armut: Hier wird die Entwicklung der Armut anhand von Sozialhilfedaten untersucht, die Dauer der Betroffenheit analysiert und die spezifischen Risikogruppen, wie etwa Kinder oder Arbeitslose, identifiziert.

4. Ursachen, Folgen und Bekämpfung von Armut: Das Kapitel differenziert zwischen strukturellen und individuellen Ursachen von Armut, erörtert deren psychosoziale Folgen und klassifiziert staatliche Gegenmaßnahmen in präventive sowie flankierende Strategien.

5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit einer individuelleren Betreuung und einer stärkeren bildungspolitischen Förderung von Kindern, um die langfristigen Folgen von Armut wirksam zu begrenzen.

Schlüsselwörter

Armut, Neue Armut, Sozialstaat, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, Sozialhilfe, Armutsbekämpfung, Arbeitslosigkeit, Risikogruppen, Kinderarmut, Einkommensarmut, Wohlfahrtsstaat, soziale Ausgrenzung, Armutsrisiko, Existenzminimum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Armut in der Bundesrepublik Deutschland, beleuchtet ihre theoretischen Grundlagen, ihre sozialstrukturelle Verbreitung sowie die staatlichen Strategien zu ihrer Bekämpfung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Armut, die Identifikation von Risikogruppen wie Alleinerziehende und Arbeitslose, die Analyse der Ursachen von Armut sowie die Bewertung politischer Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Ausmaß, die Dynamik und die soziale Dimension von Armut in Deutschland aufzuzeigen und die Wirksamkeit staatlicher Instrumente zur sozialen Sicherung kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und zieht empirische Daten, insbesondere aus den Armuts- und Reichtumsberichten der Bundesregierung, zur Untermauerung der Thesen heran.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die theoretische Definition von Armut, eine empirische Analyse der Armutsentwicklung, die Darstellung von Risikogruppen sowie eine Untersuchung der Ursachen und Folgen von Armut ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Armut, Neue Armut, Sozialstaat, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, Arbeitslosigkeit, Risikogruppen und Armutsbekämpfung.

Was versteht die Arbeit unter dem „Lebenslagenansatz“?

Dieser Ansatz erweitert den Armutsbegriff über ökonomische Mittel hinaus und betrachtet die tatsächlichen Spielräume eines Menschen in Bereichen wie Versorgung, soziale Kontakte, Bildung und Gesundheit.

Wie unterscheidet sich die „bekämpfte Armut“ von der „verdeckten Armut“?

Bekämpfte Armut bezieht sich auf Personen, die Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Verdeckte Armut bezeichnet hingegen Menschen, die zwar bedürftig sind, ihre Ansprüche aus verschiedenen Gründen jedoch nicht geltend machen.

Warum spielt Kinderarmut in der Arbeit eine so große Rolle?

Kinderarmut ist eine besonders kritische Form, da sie oft langfristige psychosoziale Folgen hat und die Bildungs- sowie Lebenschancen der betroffenen Kinder bereits in jungen Jahren erheblich einschränkt.

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Details

Title
Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland
College
University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,0
Author
Mehmet Yay (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V139249
ISBN (eBook)
9783640491148
ISBN (Book)
9783640491377
Language
German
Tags
BWL Armut Sozialwissenschaften Wirtschaft Staat Jugendarmut Armut in Deutschland Kinder- und Jugendarmut Kinderarumt soziale Gerechtigkeit Sozialstaat soziologie Wohlfahrtsgesellschaft wohlfahrt Wohlfahrtsstaaten soziale ungleichheit Arbeitslosigkeit Hartz-Vier Hartz Bildung Sozial Sozialdemokratie Einkommen Grundeinkommen Thema Armut
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mehmet Yay (Author), 2006, Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139249
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