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„Ich weiß was, was du nicht weißt...“ Von der Wissenskluft zum Digital Divide

Setzt sich soziale Stratifizierung im Internet fort?

Title: „Ich weiß was, was du nicht weißt...“ Von der Wissenskluft zum Digital Divide

Seminar Paper , 2009 , 24 Pages

Autor:in: Rebekka Grupe (Author)

Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
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„Die interaktive Internet-Kultur ist nicht hierarchisch und wird nicht ‚verteilt’ – es handelt sich um ein echtes ‚Netz der Macht’. Alle Teilnehmer können ihre eigenen Homepages, ihre eigenen E-Mail-Adressen [...] haben. Im Internet wird jedermann zum Kulturproduzenten, und jeder ist Teilnehmer.“
(Don Tapscott 1998, S.118)

Don Tapscott spiegelt mit diesem Zitat von 1998 die Hoffnung derer wieder, die in den 90er-Jahren das neue Medium Internet als Grundlage einer gesellschaftlichen Umwälzung sahen. Demokratisierung und Partizipation aller – das waren vor nicht einmal 15 Jahren die Visionen vieler. Muss man diesen Netzoptimisten heute sagen: Herzlich Willkommen in der Realität?
Die Wissenskluftthese hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits den traditionellen Printmedien eine Katalysatorfunktion bei der ungleichen Verteilung von Wissen bescheinigt. Somit scheint also Wissen nicht für jedermann gleich zugänglich und verarbeitbar zu sein, was dem zur Folge auch zu sozialen Ungleichheiten führen muss. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit durch digitale Medien diese Wissenskluft sogar noch verstärkt wird und den Vorstellungen einer zu gleichen Teilen im virtuellen Raum partizipierenden und Nutzen ziehenden Gesellschaft widersprochen werden muss. Zu klären ist: Welche Differenzen gibt es bei der Nutzung der Inhalte? Welche Zugangsbarrieren gibt es? Welche Rolle spielen die formale Bildung und andere soziodemographische Faktoren? Dabei soll aufgezeigt werden, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen den zur Verfügung stehenden Ressourcen im „real life“ der Jugendlichen und den entstehenden Nutzungsdifferenzen im Netz gibt. Anders formuliert: Setzt sich die Benachteiligung bestimmter sozialer Schichten im realen Leben hinsichtlich soziokultureller und ökonomischer Aspekte auch im virtuellen Leben fort?
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Ursprung: Die Wissensklufthypothese

2.1 Grundlagen und Theorie der Wissensklufthypothese

2.2 Exkurs: Was ist Wissen?

2.3 Entwicklung und Kritik der Wissensklufthypothese

3 Die Weiterentwicklung: Der „Digitale Divide“

3.1 Internet als neue Dimension: Entstehung des „Digital Divide“

3.2 Anatomisches: Digital Inequality

4 Digitale Ungleichheit: Wie Jugendliche das Internet nutzen

4.1 Vorstellung der Studie

4.2 Vom Real Life ins Virtual Life? Ergebnisinterpretation bezüglich der Fragestellung

5 Ausblick

5.1 Wie Mensch und Maschine zusammen gebracht werden: „Usability”

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit soziale Ungleichheiten aus der analogen Welt – bekannt als Wissenskluft – in den digitalen Raum übertragen werden und ob das Internet bestehende Stratifizierungen verstärkt oder abbaut, mit besonderem Fokus auf jugendliche Nutzergruppen.

  • Die theoretischen Grundlagen der Wissensklufthypothese und deren Übertragung auf das Internet.
  • Die Differenzierung zwischen den Konzepten "Digital Divide" und "Digital Inequality".
  • Empirische Analyse der Internetnutzung von Jugendlichen unter Berücksichtigung ihres sozioökonomischen Hintergrunds.
  • Die Rolle der Usability und Gestaltung von Online-Angeboten zur Förderung von Medienkompetenz und Partizipation.

Auszug aus dem Buch

3.1 Internet als neue Dimension: Entstehung des „Digital Divide“

Das eingangs angeführte Zitat von Don Tapscott (vgl. Kapitel 1) hat die Hoffnungen, die Ende der 90er-Jahre dem Internet zu Teil wurden, offengelegt. Doch Untersuchungen im Sinne der Wissenskluftforschung haben gezeigt, dass auch das Internet soziale Ungleichheiten nicht zu überbrücken vermag. Diese Forschungsdiskussion wird unter dem Begriff „Digital Divide“ geführt. Wichtig ist es, hierbei festzuhalten, dass der „Digital Divide“ zunächst den Fokus auf den materiellen/technischen Zugang zum Internet legte und somit die Gesellschaft in On- und Offliner, also Internetnutzer und Nichtnutzer, teilte (vgl. Zwiefka 2007, S. 87). Diese Definition ist jedoch um den Nutzungsaspekt erweitert worden, sodass sich zwei relevante Komponenten benennen lassen: Zugang (access) und Nutzung (use). Nach Katja Arnhold existieren sowohl Definitionen, die jeweils einen der beiden Aspekte betonen, als auch Ansätze, die beide Komponenten fokussieren (vgl. Arnhold 2003, S. 16f). Für das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit soll eine Definition des „Digital Divide“ vorgenommen werden, die sowohl Zugangs- als auch Nutzungsbarrieren thematisiert. Denn eine einseitige Betrachtung ist kritisch zu bewerten, schließlich ist der Zugang zwar die Voraussetzung für eine Nutzung des Internets, garantiert jedoch gleichzeitig nicht dessen Gebrauch (vgl. ebd. 2007, S. 17).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, ob das Internet soziale Ungleichheiten überwindet oder verstärkt, und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Nutzungsdifferenzen Jugendlicher.

2 Der Ursprung: Die Wissensklufthypothese: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Wissenskluft und definiert zentrale Begriffe wie Wissen und Information im Kontext sozioökonomischer Schichtung.

3 Die Weiterentwicklung: Der „Digitale Divide“: Hier wird der Übergang von der Wissenskluftforschung hin zum "Digital Divide" und "Digital Inequality" vollzogen, um die mehrdimensionale Ungleichheit im Netz zu verstehen.

4 Digitale Ungleichheit: Wie Jugendliche das Internet nutzen: Auf Basis einer Bielefelder Studie werden empirische Ergebnisse zur Internetnutzung Jugendlicher analysiert und der Einfluss des Bildungshintergrunds hervorgehoben.

5 Ausblick: Der Ausblick diskutiert unter dem Aspekt der Usability, wie Online-Angebote gestaltet sein müssen, um als Bildungsraum für alle Jugendlichen zugänglich zu sein.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sich soziale Stratifizierung im Internet fortsetzt und fordert eine gezielte pädagogische und gestalterische Unterstützung für benachteiligte Gruppen.

Schlüsselwörter

Wissenskluft, Digital Divide, Digital Inequality, Soziale Ungleichheit, Internetnutzung, Jugendliche, Usability, Medienkompetenz, Informelle Bildung, Sozioökonomischer Status, Partizipation, Bourdieu, Wissensaneignung, Informationsgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, ob das Internet als Medium soziale Ungleichheiten zwischen Jugendlichen verstärkt oder abbaut, ausgehend von der klassischen Wissensklufttheorie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Wissensklufthypothese, das Konzept des Digital Divide, soziokulturelle Einflussfaktoren auf die Internetnutzung sowie Gestaltungsfragen von Online-Angeboten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, inwieweit Benachteiligungen im "Real Life", basierend auf Bildung und Herkunft, sich im "Virtual Life" der Jugendlichen in Form von Nutzungsunterschieden fortsetzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Wissenskluft-Forschung sowie eine Sekundäranalyse einer empirischen Studie des Kompetenzzentrums Informelle Bildung (KIB).

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Ungleichheitsmodelle und deren Anwendung auf die empirischen Daten zur Nutzungspraxis Jugendlicher.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wissenskluft, Digital Divide, Digital Inequality, soziale Stratifizierung, Usability und informelle Bildung.

Wie unterscheidet sich die Nutzung des Internets nach dem Bildungshintergrund?

Formal höher gebildete Jugendliche nutzen das Netz variabler für Informationssuche und Produktion, während formal niedrig Gebildete das Internet häufiger einseitig zur Unterhaltung oder für Chats verwenden.

Warum spielt das Konzept der "Usability" eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Die Usability wird als Hebel betrachtet, um durch eine benutzerfreundliche Gestaltung von Online-Angeboten Barrieren abzubauen und auch bildungsfernen Gruppen einen besseren Zugang zu Wissensinhalten zu ermöglichen.

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Details

Title
„Ich weiß was, was du nicht weißt...“ Von der Wissenskluft zum Digital Divide
Subtitle
Setzt sich soziale Stratifizierung im Internet fort?
College
Bielefeld University
Author
Rebekka Grupe (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V139318
ISBN (eBook)
9783640514281
ISBN (Book)
9783640512195
Language
German
Tags
Digital Divide Wissenskluft Usability soziale Ungleichheit Intenet Digital Inequality
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebekka Grupe (Author), 2009, „Ich weiß was, was du nicht weißt...“ Von der Wissenskluft zum Digital Divide, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139318
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