In den vergangenen Jahren hat sich eine ausgeprägte Tendenz hin zu stark diversifizierten und globalen Unternehmen und Konzernen entwickelt. Durch die immer größer werdenden Unternehmen steigt auch die Zahl der für den Jahresabschluss verwendeten Daten, d.h., dass immer mehr Daten für den Jahresabschluss herangezogen und aggregiert werden müssen. Auf dieser Grundlage ist es für die Abschlussadressaten schwierig ein den tatsäch-lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – ent-sprechend der Generalnorm des § 264 Abs. 2 S. 1 HGB – eines Konzerns zu ermitteln und mögliche zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Durch die Segmentberichterstattung be-kommt der Abschlussadressat die Möglichkeit einzelne Teilbereiche, die sog. Segmente, eines Unternehmens oder Konzerns zu beurteilen und daran die Lage des Unternehmens am Markt sowie auch dessen Zukunftsaussichten zu bestimmen. Undurchsichtige Saldogrößen werden aufgespaltet und es wird für externe Dritte einfacher die Chancen und Risiken der Segmente zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen zur Segmentberichterstattung
2.1 Definition und Anwendungsbereich der Segmentberichterstattung
2.2 Methoden zur Aufstellung
3 Segmentberichterstattung nach IAS/IFRS
3.1 Geltungsbereich
3.2 Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente
3.3 Berichtsformate nach IAS 14
3.4 wesentliche Unterschiede des IFRS 8 zu IAS 14
4 Segmentberichterstattung nach HGB
4.1 Rechtliche Regelungen nach HGB
4.2 Vorschriften des DSR
4.2.1 Geltungsbereich
4.2.2 Bestimmung der anzugebenden Segmente
4.3 Angabepflichten nach DRS 3
5 Aussage der Segmentberichterstattung
6 Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Segmentberichterstattung. Dabei wird analysiert, wie durch die Aufgliederung von Konzernabschlussdaten in einzelne Segmente die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für externe Adressaten transparenter gestaltet werden kann, wobei sowohl internationale Standards (IAS/IFRS) als auch nationale Regelungen (HGB/DRS) betrachtet werden.
- Grundlagen und Definition der Segmentberichterstattung
- Vergleich der internationalen Regelungen nach IAS 14 und IFRS 8
- Anforderungen und Wahlrechte der Segmentberichterstattung nach HGB
- Bedeutung der Standards des Deutschen Standardisierungsrats (DSR)
- Aussagekraft und Interpretationsmöglichkeiten für Abschlussadressaten
Auszug aus dem Buch
2.2 Methoden zur Aufstellung
Bei der Segmentberichterstattung können Daten aus dem internen sowie Daten aus dem externen Rechnungswesen herangezogen werden. Werden die Daten aus der internen Berichterstattung, „auf deren Basis das oberste Management Entscheidungen trifft und das Unternehmen führt“, abgebildet, so kommt der management approach zum Einsatz. Im Gegensatz dazu steht der risks and rewards approach, bei dem die Segmentdaten allein auf dem externen Rechnungswesen beruhen. Dabei sollen die Daten „[...] Risiken und Chancen widerspiegeln, die den Handlungsalternativen und damit der Entscheidungsfindung zugrunde liegen.“ Neben dem management appraoch und dem risks and rewards approach, welche keine vollständig eigenständigen Konzeptionen der Segmentdatenermittlung darstellen, gibt es noch zwei andere Möglichkeiten, die benötigten Segmentdaten zu ermitteln. Diese sind der autonomous entity approach und der disaggregation appraoch. Beim autonomous entity approach geht man von einzelnen Segmenten aus, die als autonome Einheit mit rechtlicher Selbstständigkeit betrachtet werden, wobei zwischen den Segmenten keine Synergien vorherrschen sollten. Beim disaggregation appraoch werden die aggregierten Daten des gesamten Unternehmens auf die einzelnen Segmente anhand eines Aufteilungsschlüssels verteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung der Segmentberichterstattung aufgrund zunehmender Unternehmensdiversifikation und stellt den Aufbau der Arbeit dar.
2 Grundlagen zur Segmentberichterstattung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Segmentberichterstattung und stellt verschiedene Methoden zu deren Aufstellung vor.
3 Segmentberichterstattung nach IAS/IFRS: Hier werden die internationalen Vorschriften des IAS 14 sowie die Unterschiede zum neuen Standard IFRS 8 detailliert beleuchtet.
4 Segmentberichterstattung nach HGB: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen im HGB sowie die spezifischen Standards des DSR und die Angabepflichten nach DRS 3.
5 Aussage der Segmentberichterstattung: Die Bedeutung der Segmentdaten für verschiedene Abschlussadressaten wie Investoren, Lieferanten und Mitarbeiter wird hier analysiert.
6 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten der Standards zusammen und unterstreicht den Nutzen der Segmentberichterstattung für die Unternehmenssteuerung.
Schlüsselwörter
Segmentberichterstattung, Konzernabschluss, IAS 14, IFRS 8, HGB, DRS 3, Management Approach, Risks and Rewards Approach, Segmentierung, Geschäftssegmente, geografische Segmente, Rechnungslegung, Unternehmenssteuerung, Abschlussadressaten, Finanzdaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Segmentberichterstattung als Instrument des externen Rechnungswesens, um Finanzdaten komplexer Konzerne in überschaubare Teilbereiche zu gliedern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen, der Vergleich internationaler Standards (IAS/IFRS) mit deutschen Regelungen (HGB) sowie die Analyse der Aussagekraft für Stakeholder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein umfassender Überblick über die verschiedenen Regelungssysteme zur Segmentberichterstattung und deren Einfluss auf die Transparenz der Unternehmenslage.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse der bestehenden Rechnungslegungsstandards und gesetzlichen Vorschriften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der internationalen IAS/IFRS-Regelungen, die nationalen HGB-Vorschriften und die Spezifika der DRS-Standards sowie deren Nutzbarkeit für die Unternehmensanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Segmentberichterstattung, Konzernabschluss, IAS 14, IFRS 8, Management Approach und HGB-Rechnungslegung.
Wie unterscheiden sich IAS 14 und IFRS 8 grundlegend in ihrem Ansatz?
IAS 14 folgt dem "Risks and Rewards Approach", während IFRS 8 den "Management Approach" präferiert, bei dem sich die Segmentierung stärker an der internen Organisationsstruktur orientiert.
Welche Rolle spielt der DSR im deutschen Kontext?
Der DSR (Deutscher Standardisierungsrat) entwickelt Standards, die als Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung gelten und die Lücken in den HGB-Vorschriften zur Segmentberichterstattung füllen.
Ist ein Segmentbericht nach deutschem Recht für alle Unternehmen verpflichtend?
Nein, nach HGB besteht für Mutterunternehmen ein Wahlrecht, ob sie den Konzernabschluss um eine Segmentberichterstattung erweitern oder darauf verzichten.
Warum ist die Segmentberichterstattung für Mitarbeiter relevant?
Anhand der Daten können Mitarbeiter die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmensbereiche und damit die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes besser einschätzen.
- Arbeit zitieren
- Melanie Leichsenring (Autor:in), 2008, Segmentberichterstattung - Aufbau, Struktur und Aussage nach HGB und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139386