Mit den Auswirkungen des technischen Fortschritts werden viele Hoffnungen, aber
auch Ängste und Befürchtungen verknüpft. Die Hoffnungen sind darauf gerichtet,
dass der technische Wandel das menschliche Leben erleichtert und angenehmer
macht. Zu den Erleichterungen zählt beispielsweise die Möglichkeit,
aufgrund neuer technischer Entwicklungen die Arbeitsbedingungen der Menschen
zu verbessern und ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Gleichzeitig kann das
Leben angenehmer gestaltet werden, indem neue Produkte dem Menschen zur
Verfügung gestellt werden.
Wenn man sich beispielsweise daran erinnert, dass eine Fernreise früher nicht
sehr angenehm war und zudem nur sehr wenigen Menschen zugänglich war, und
im Vergleich zu heute an die Vorteile einer Flugreise und besonders an die Möglichkeiten
des Flugzeugs als Massenverkehrsmittel im allgemeinen1.
Den Vorteilen der technischen Innovationen stehen auch Nachteile gegenüber.
Besonders wurde die Ambivalenz der technischen Neuerungen bei seinen Auswirkungen
auf die Produktion und Beschäftigung gesehen. Auf der einen Seite
ermöglichen neue Produktionsverfahren eine effizientere Herstellung bereits bekannter
Produkte oder auch die Herstellung neuer Produkte, andererseits bedrohen
gerade diese effizienteren Produktionsverfahren die Arbeitsplätze der Menschen.
Ob und beziehungsweise wie diese unterschiedlichen Auswirkungen miteinander
zu vereinbaren sind, werde ich im folgenden näher untersuchen.
1 Vgl. Gabisch, Günter(Hrsg.): Technischer Fortschritt, Beschäftigung und wirtschaftliches Gleichgewicht, Heft
385, Berlin 1988, S. 65
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschäftigungseffekte neuer Technologien
2.1 Quantitative Beschäftigungseffekte im Rahmen der technischen Entwicklung
2.2 Qualitative Beschäftigungseffekte infolge des technischen Fortschritts
2.3 Veränderungen in der Verwendung der Arbeitsmittel durch technische Neuerungen
2.4 Die Auswirkungen der technischen Innovationen auf die Beschäftigten
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ambivalenz des technischen Wandels und dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie die Beschäftigtenstruktur, mit dem primären Ziel zu klären, wie Freisetzungs- und Kompensationseffekte interagieren und welche qualitativen Anforderungen an Erwerbstätige in einer hochtechnologisierten Arbeitswelt gestellt werden.
- Mechanismen des technischen Fortschritts (Freisetzungs- vs. Kompensationseffekte)
- Quantitative Auswirkungen auf Beschäftigtenzahlen und Arbeitsstrukturen
- Veränderung der Qualifikationsanforderungen und Bedeutung beruflicher Weiterbildung
- Einfluss moderner Arbeitsmittel auf die Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen
- Psychische Belastungen und Anforderungen im Kontext der Flexibilisierung
Auszug aus dem Buch
2. Beschäftigungseffekte neuer Technologien
Der technische Wandel vernichtet alte Arbeitsplätze und schafft an anderer Stelle neue Arbeitsplätze. Es gibt also zwei Beschäftigungsauswirkungen des technischen Fortschrittes auf den Arbeitsmarkt: der Freisetzungseffekt einerseits und der Kompensationseffekt andererseits.
Im Mittelpunkt des Freisetzungseffektes steht das Argument, dass technische Neuerungen die Arbeitsproduktivität steigern und damit das Rationalisierungspotential in der Wirtschaft erhöhen. Das Tempo des Wachstums der Arbeitsproduktivität überschreitet auf Dauer das Tempo des Produktionswachstums, so dass fortlaufend durch technischen Wandel mehr Arbeitskräfte freigesetzt werden als anderweitig wieder eingesetzt werden können. So kommt es zu einer sich immer weiter öffnenden Produktions-/ Produktivitätsschere mit zunehmender technologisch bedingter Arbeitslosigkeit.
Ist der technische Wandel durch Freisetzungseffekte auf dem Arbeitsmarkt gekennzeichnet, so stellt sich die Frage, ob es Kompensationsmechanismen existieren, die dafür sorgen, dass die von technischem Wandel freigesetzten Arbeitskräfte wieder beschäftigt werden können. Edler unterscheidet insgesamt fünf Kompensationseffekte: die endnachfrageerweiternde Produktinnovationen, das Kaufkraftkompensationstheorem, das Maschinenherstellungsargument, erhöhte internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Faktorsubstitutionsthese.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die ambivalenten Erwartungen, Ängste und Hoffnungen, die mit dem technischen Fortschritt und dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verknüpft sind.
2. Beschäftigungseffekte neuer Technologien: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere die Interaktion zwischen dem freisetzenden und dem kompensierenden Effekt von Innovationen auf die Beschäftigung.
2.1 Quantitative Beschäftigungseffekte im Rahmen der technischen Entwicklung: Dieser Abschnitt analysiert die betriebsinternen und -externen Veränderungen der Beschäftigtenzahlen sowie Anpassungsstrategien von Unternehmen.
2.2 Qualitative Beschäftigungseffekte infolge des technischen Fortschritts: Fokus auf die veränderten Qualifikationsanforderungen, die zunehmende Bedeutung lebenslangen Lernens sowie die neue psychische Belastung durch den technologischen Wandel.
2.3 Veränderungen in der Verwendung der Arbeitsmittel durch technische Neuerungen: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der Arbeitsmittel von traditionellen Geräten hin zur computergestützten Technik und deren Bedeutung für verschiedene Sektoren.
2.4 Die Auswirkungen der technischen Innovationen auf die Beschäftigten: Untersuchung der psychischen und physischen Beanspruchung sowie der empirisch belegten Ängste und Anforderungen an die Erwerbstätigen.
3. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass trotz der Erleichterungen durch neue Technik eine erhöhte psychische Belastung und Anpassungsanforderung an die Beschäftigten einhergeht.
Schlüsselwörter
Technischer Wandel, Beschäftigungseffekte, Arbeitsmarkt, Freisetzungseffekt, Kompensationseffekt, Qualifikation, Arbeitsproduktivität, Rationalisierung, Mikroelektronik, psychische Belastung, Weiterbildung, Innovation, Beschäftigtenstruktur, Transformation, Hochtechnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie der technische Fortschritt und insbesondere der Einzug neuer Technologien den Arbeitsmarkt und die Beschäftigtenstruktur beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die ökonomischen Beschäftigungseffekte, die Veränderung der Qualifikationsbedarfe, die Nutzung moderner Arbeitsmittel sowie die psychische und physische Beanspruchung der Erwerbstätigen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie die durch technischen Wandel ausgelösten Freisetzungseffekte durch Kompensationsmechanismen abgefedert werden und welche Anforderungen dies an die Arbeitnehmer stellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche wurde eine eigene empirische Untersuchung an 39 Erwerbstätigen durchgeführt, um die Auswirkungen moderner Elektronik direkt zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Theorie der Beschäftigungseffekte, die Analyse quantitativer und qualitativer Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt sowie die Untersuchung der Arbeitsmittelverwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind technischer Wandel, Freisetzungseffekt, Kompensationseffekt, Qualifikation, psychische Belastung und Arbeitsproduktivität.
Wie bewerten die befragten Erwerbstätigen die Veränderung ihrer Arbeit durch neue Technik?
Ein Großteil empfindet die Arbeit durch neue Technik als vielseitiger und interessanter, zugleich berichten jedoch viele von einer erhöhten psychischen Belastung und der Sorge vor Kündigungen.
Welche Rolle spielt die Qualifikation in diesem Prozess?
Die Qualifikation ist entscheidend, da der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften steigt, während einfache Tätigkeiten durch Automatisierung und technologische Fortschritte zunehmend verdrängt werden.
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- Swetlana Wink (Author), 2003, Technischer Wandel und Beschäftigung - Arbeitsmarkt und Beschäftigungsstruktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13943