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Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?

Title: Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?

Essay , 2009 , 3 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christoph Sprich (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die in Deutschland in den 1970er Jahren entstehende Feminismusdebatte fällt zeitlich mit dem Beginn des Höhepunktes einer umfassenderen Zeitdiagnose zusammen: Einige Intellektuelle wähnten sich am Ende der Moderne und am Beginn der Postmoderne. Bei der historischen Einordnung des Feminismus im Verhältnis zur Postmoderne muss man sich zunächst fragen, ob man sich die Diagnosen und Thesen der Vertreter der Postmoderne zu eigen macht und sie als Analyseinstrumente nutzt, oder sie vielmehr – wie es im Folgenden geschehen soll – ebenfalls historisiert. Dieser Ansatz erfordert es, Gemeinsamkeiten und gegenseitige Bezugnahmen auszuleuchten. Zunächst soll anhand von zeitgenössischen Texten von Ulrich Beck, sowie einer hier zur Systematisierung genutzten Darstellung von Wolfgang Welsch kurz die Inhalte des schillernden Begriffs Postmoderne dargelegt werden. Für die feministische Debatte wird stellvertretend der Schlüsseltext „Sexismus“ von Marielouise Janssen-Jureit betrachtet. [...]

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Inhaltsverzeichnis

1. Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?

1.1 Einleitung

1.2 Die Definition der Postmoderne nach Wolfgang Welsch

1.3 Die Risikogesellschaft nach Ulrich Beck

1.4 Die Geschlechtertheorie von Marielouise Janssen-Jureit

1.5 Vergleich und Synthese der Ansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des feministischen Diskurses zur Postmoderne, indem sie die gesellschaftlichen Zeitdiagnosen von Ulrich Beck und Wolfgang Welsch mit der geschlechtertheoretischen Analyse von Marielouise Janssen-Jureit in Bezug setzt, um zu klären, ob der Feminismus als postmoderne Thematik verstanden werden kann.

  • Historische Einordnung des Feminismus im Kontext der Postmoderne
  • Analyse der soziologischen Postmoderne-Begrifflichkeit nach Wolfgang Welsch
  • Darstellung der „Risikogesellschaft“ und der „reflexiven Moderne“ bei Ulrich Beck
  • Untersuchung von Machtstrukturen und Sexismus bei Marielouise Janssen-Jureit
  • Kritische Gegenüberstellung von systemischer Moderne-Diagnose und aktivem Machtkampf

Auszug aus dem Buch

Die Motivation für Ulrich Becks Untersuchung der „Risikogesellschaft“

Die Motivation für Ulrich Becks Untersuchung der „Risikogesellschaft“ ist die Wahrnehmung einer gesellschaftlichen Veränderung, für die der öffentlichen Debatte offenbar die Erklärungsmuster fehlen. Die Kräfte der Modernisierung wirken für Beck weiterhin, jedoch verändern sie nun nicht mehr die traditionale Agrargesellschaft hin zur Industriegesellschaft, wie im 19. Jahrhundert.

Die Ständegesellschaft als Gegenteil habe die Modernisierung endgültig aufgezehrt und nun wandele der Prozess das, was bislang als Synonym mit der Moderne angesehen wurde: die Prämissen der Industriegesellschaft selbst. Damit seien im Bereich der Denkmodelle Fortschrittskritik und die neuen sozialen Bewegungen nicht antimodern, sondern vielmehr Ausdruck dieser Progression, für die die Industrialisierung eben nicht den Höhepunkt oder gar das Ende markiere.

Teil dieser Veränderung sei auch die Suche nach Begriffen für die Veränderung, die Einige – wie Feministinnen oder Marxisten – dazu gebracht hätte, sich Glaubenssätze zurechtzulegen. Die These der reflexiven Moderne sucht Beck im Folgenden an zentralen gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen zu belegen: Das vorherrschende gesellschaftliche Prinzip der Reichtumsproduktion werde abgelöst durch die Wahrnehmung, dass in erster Linie Risiken produziert werden. Weiterhin basiere die Industriegesellschaft auf dem kulturellen Klassen- oder Schichtenunterschied, der durch die Entwicklung des modernen Wohlfahrtsstaates eingeebnet wurde, ebenso wie die Geschlechterrollen der Kleinfamilie und alle damit verbundenen Konzepte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Feminismus und Postmoderne historisch und analytisch in Verbindung zu setzen sind.

1.2 Die Definition der Postmoderne nach Wolfgang Welsch: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Postmoderne als eine Beschreibung der postindustriellen Gesellschaft und deren Heterogenität.

1.3 Die Risikogesellschaft nach Ulrich Beck: Hier wird die These der „reflexiven Moderne“ dargestellt, in der die Produktion von Risiken das Prinzip der Reichtumsproduktion ablöst.

1.4 Die Geschlechtertheorie von Marielouise Janssen-Jureit: Dieses Kapitel analysiert das Konzept des Sexismus als Ausdruck männlicher Suprematie und hinterfragt die „natürliche Arbeitsteilung“.

1.5 Vergleich und Synthese der Ansätze: Das abschließende Kapitel setzt die Ansätze in Bezug zueinander und diskutiert den Bedarf an aktiver Aktion im Gegensatz zur systemischen Modernisierung.

Schlüsselwörter

Feminismus, Postmoderne, Risikogesellschaft, Ulrich Beck, Wolfgang Welsch, Marielouise Janssen-Jureit, Sexismus, reflexive Moderne, industrielle Moderne, Machtkampf, Gender, Gesellschaftstheorie, Zeitdiagnose, Geschlechterrollen, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Verhältnis zwischen feministischen Diskursen und dem Konzept der Postmoderne im westdeutschen Kontext der späten 1970er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziologische Zeitdiagnose der Postmoderne, die Theorie der Risikogesellschaft sowie feministische Kritik an Machtverhältnissen und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Klärung, ob der Feminismus unter die Analyseinstrumente der Postmoderne subsumiert werden kann oder ob er als eigenständiger, aktiver Machtkampf gegen Strukturen zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche Analyse, die zeitgenössische Texte und systematisierende Darstellungen vergleichend gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Wolfgang Welsch zur Postmoderne, Ulrich Becks Modell der Risikogesellschaft und Marielouise Janssen-Jureits Analyse zum Sexismus dargelegt und kritisch reflektiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Postmoderne, Risikogesellschaft, Feminismus und industrielle Moderne definieren.

Wie bewertet die Autorin die industrielle Moderne im Kontext des Feminismus?

Die Arbeit stellt fest, dass Janssen-Jureit die industriellen Strukturen als statisches, machtbesetztes System betrachtet, das durch aktives Handeln aufgebrochen werden muss, statt auf eine automatische Modernisierung zu vertrauen.

Welche Rolle spielt der Begriff „Risiko“ bei Ulrich Beck?

Für Beck markiert die Produktion von Risiken einen Wendepunkt, da sie das bisherige gesellschaftliche Prinzip der Reichtumsproduktion ablöst und traditionelle soziale Schichtungen sowie Geschlechterrollen destabilisiert.

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Details

Title
Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Christoph Sprich (Author)
Publication Year
2009
Pages
3
Catalog Number
V139446
ISBN (eBook)
9783640495436
ISBN (Book)
9783640495320
Language
German
Tags
Diskurs Eine Thematik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Sprich (Author), 2009, Der feministische Diskurs – Eine postmoderne Thematik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139446
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