Bei der Untersuchung von Nutzungspotenzialen im Alpenraum stellen sich vorab zwei Fragenkomplexe. Zum einen, was unter dem Begriff des Nutzungspotentials zu verstehen ist und zum anderen, was die Alpen zu einem Raum macht, der für den Menschen auf eine bestimmte Art nutzbar ist. Am besten lässt sich das Nutzungspotential einer Region über den Begriff des Geopotentials beschreiben. Dieser kennzeichnet alle natürlichen Ressourcen der Erde, dir irgendwie wirtschaftlich nutzbar sind (LESER 2005, S. 290). Inwiefern solche Ressourcen bzw. Potenziale im Alpenraum zu finden sind, soll diese Arbeit aufzeigen. Dabei wird im folgenden Kapitel zunächst die Entstehungsgeschichte der Alpen näher beleuchtet. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entstehung der Alpen
3 Die Nutzungsvorraussetzungen der Alpen
3.1 Die Großlandschaften der Alpen
3.2 Die Gesteine der Alpen
3.3 Die Böden der Alpen
3.4 Das Relief der Alpen
3.5 Das Klima der Alpen
3.6 Die Vegetation der Alpen
4 Nutzungspotentiale der Alpen
4.1 Die Alpen als Siedlungsraum
4.2 Die alpine Landwirtschaft
4.3 Die Industrie in den Alpen
4.4 Die Ressource Wasser
4.5 Der Tourismus in den Alpen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Nutzungspotentiale des Alpenraums unter Berücksichtigung der naturräumlichen Voraussetzungen. Dabei wird analysiert, inwieweit geographische und klimatische Gegebenheiten die ökonomische Erschließung beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die heutige Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur hat.
- Geologische und klimatische Grundlagen der Alpen
- Analyse des alpinen Siedlungsraums
- Wandel und Bedeutung der alpinen Landwirtschaft
- Industrielle Entwicklung und Wasserwirtschaft
- Struktur und Entwicklung des alpinen Tourismus
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Alpen als Siedlungsraum
Der Mensch nutzt den Alpenraum schon seit mindestens 100.000 Jahren als Siedlungsraum, was Funde aus der 1500 m hoch gelegenen Wildkirchlihöhle in der Schweizer Ostalpen belegen (BÄTZING 1991, S. 26).
Allerdings stellt der besiedelbare Raum, der für dauerhaftes Wohnen nutzbar ist, in den Alpen ein knappes Gut dar. Für Siedlungs-zwecke sind im Alpenraum nur das schmale Band der Alpentäler, sowie die weniger steilen Hänge verwendbar. So gelten z. B. in Österreich Bereiche mit einer Hangneigung von über 20 % als nur noch eingeschränkt für Siedlungszwecke nutzbar.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich in den Alpen ca. 85 % der 6000 Alpengemeinden unterhalb von 1000 m NN befinden (BORSDORF u. a. 2008, S. 65ff). Exemplarisch dafür steht die in Abbildung 4 zu erkennende Alpengemeinde Chur. Die Siedlung konzentriert sich im Rheintal, während an den steilen Berghängen keine Siedlungen zu erkennen sind. Hinsichtlich der Siedlungsstruktur lassen sich für den Alpenraum zwei unterschiedliche Tendenzen erkennen.
Zum einen gibt es die Regionen, ca. 33 % der Alpengemeinden, die aufgrund von wirtschaftlichen und sozialen Problemen mit Entsiedlung zu kämpfen haben. 36 % der Alpengemeinden sind dagegen mittlerweile verstädtert und weisen darüber hinaus ein weiteres starkes Siedlungswachstum auf. Die verbleibenden Gemeinden sind weder verstädtert noch können sie als Problemregion bezeichnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition des Begriffs Nutzungspotential im Kontext von Geopotentialen und Einleitung in die Themenstellung.
2 Die Entstehung der Alpen: Darstellung der vier geologischen Phasen der Alpenbildung von der kaledonisch-variskischen Gebirgsbildung bis zur heutigen Alpidischen Faltung.
3 Die Nutzungsvorraussetzungen der Alpen: Analyse der naturräumlichen Faktoren wie Geologie, Relief, Klima und Vegetation, die eine menschliche Nutzung der Alpen ermöglichen.
4 Nutzungspotentiale der Alpen: Detaillierte Untersuchung spezifischer Sektoren wie Siedlung, Landwirtschaft, Industrie, Wasserwirtschaft und Tourismus.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Alpen als Raum mit unterschiedlichen Gunst- und Ungunsträumen für verschiedene Nutzungsarten.
Schlüsselwörter
Alpenraum, Nutzungspotential, Geopotential, Siedlungsstruktur, alpine Landwirtschaft, Industrie, Wasserkraft, Tourismus, Massentourismus, Großlandschaften, Klima, Vegetation, Alpen, Gebirgsbildung, Ressourcen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Alpen als Wirtschafts- und Siedlungsraum und untersucht, welche natürlichen Potentiale eine menschliche Nutzung ermöglichen und prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von den geologischen Grundlagen und dem Klima bis hin zu den praktischen Nutzungsformen wie Landwirtschaft, Industrie, Energiegewinnung durch Wasser und dem Tourismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Begriff des Nutzungspotentials im Kontext der Alpen wissenschaftlich zu erschließen und aufzuzeigen, wie naturräumliche Gegebenheiten die wirtschaftliche Erschließung determinieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene geographische Fachpublikationen und Atlanten (wie den Alpenatlas) zusammenführt, um ein Gesamtbild der alpinen Landschaftsgenese und -nutzung zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der physisch-geographischen Nutzungsvoraussetzungen (Gesteine, Relief, Klima) und die Untersuchung der konkreten wirtschaftlichen Potenziale (Siedlung, Landwirtschaft, Industrie, Wasser, Tourismus).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nutzungspotential, Alpenraum, Geopotential, alpine Landwirtschaft, Wasserkraft und Tourismus charakterisieren.
Wie beeinflusst das Relief die Siedlungsmöglichkeiten in den Alpen?
Das Relief ist ein begrenzender Faktor; aufgrund steiler Hangneigungen sind nur rund 15 % der Alpengemeinden oberhalb von 1000 m NN angesiedelt, da sich das Wohnen primär auf die Alpentäler konzentriert.
Warum ist die Ressource Wasser für die Alpen so bedeutend?
Wasser dient nicht nur als Trink- und Brauchwasser für alpennahe Großstädte, sondern hat durch die historisch gewachsene und technisch weiterentwickelte Nutzung der Wasserkraft eine entscheidende Rolle für die Energieversorgung.
- Citar trabajo
- Sebastian Hammer (Autor), 2009, Nutzungspotentiale der Alpen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139479