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Soziale Erwünschtheit. Das Problem, die Lösungen

Title: Soziale Erwünschtheit. Das Problem, die Lösungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 31 Pages , Grade: 1.0 (sehr gut)

Autor:in: Christian Hunkler (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Um die in der Literatur vorgeschlagenen Lösungswege adäquat bewerten zu können muss zunächst genauer definiert werden, was unter sozialer Erwünschtheit zu verstehen ist, welche Auswirkungen das Vorliegen von sozialer Erwünschtheit auf die Messung von latenten Konstrukten hat (was also genau das Problem ist) und unter welchen Umständen mit Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit zu rechnen ist. Diese Fragestellungen werden in Abschnitt 2 „das Problem“ behandelt, vor allem die konkurrierenden Thesen zur Entstehung dieser Verzerrungen. Einerseits werden persönliche Eigenschaften als Ursache herangezogen; andere Autoren sehen Item-spezifische Unterschiede zur Erklärung heran und drittens werden situationale Faktoren als Erklärung für Verzerrungen herangezogen. Im dritten Abschnitt erfolgt dann ein Überblick über verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Generell kann man eine Lösung in der Konstruktion von Messinstrumenten sehen, die den Einfluss von SD-Verzerrungen von vorneherein minimieren bzw. ausschließen. Ein anderer Weg ist der Versuch, die Verzerrungen zu quantifizieren, um sie so „herausrechnen“ zu können. Die Messung von SD-Verzerrungen ist notwendige Bedingung für beide Arten der Lösung. Für die erste Lösung muss in einer Art Erfolgskontrolle sichergestellt werden, dass wirklich keine SD-Verzerrungen miterfasst werden. Für den zweiten Weg ist die Messung und damit die Erklärung des Zustandekommens von Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit zentral, da nur auf Basis dieses Wissens der wahre Wert aus den tatsächlichen Antworten „errechnet“ werden kann. Zusammenfassend sollen im zweiten Abschnitt also verschiedene teilweise konkurrierende theoretische Annahmen über die Entstehungsbedingungen von SD-Verzerrungen gegenübergestellt werden. Im dritten Abschnitt werden dann darauf basierende Modelle der Erklärung des SD-Biases verglichen. Im vierten Abschnitt werden die Vor- bzw. Nachteile der erläuterten Modelle bzw. Lösungsvorschläge diskutiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Problem

2.1 Definitionen

2.2 Systematisierung der verschiedenen Ansätze

2.2.1 Persönliche Prädisposition (Need for social Approval; kurz NSA)

2.2.2 Item Charakteristik (Trait Desirability; kurz TD)

2.2.3 Situationaler Ansatz – die Einflüsse der Interviewsituation

2.3 Das eigentliche Problem: möglicherweise falsche Ergebnisse

2.4.1 Auswirkungen auf die Validität von Messinstrumenten

2.4.2 Mögliche Auswirkungen auf die Reliabilität

2.4.3 Resultierende falsche Ergebnisse

2.4 Nachweis bzw. Entdeckung von Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit

3. Die Lösung(en)?!

3.1 Skalen zur Erfassung des „Need for social approval“: die Marlowe-Crowne Skala

3.2 Techniken, die soziale Erwünschtheit nicht miterfassen

3.2.1 Der Implicit Association Test

3.2.2 Randomized Response Technique

3.2.3 Begrenzte Möglichkeiten dieser Techniken

3.3 Ein theoriegeleiteter „mehrdimensionaler“ Ansatz für SD-Verzerrungen

4. Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Antwortverzerrungen durch soziale Erwünschtheit (SD-Bias) in der quantitativen Sozialforschung. Ziel ist es, die Entstehungsursachen der Verzerrungen systematisch zu erfassen und verschiedene Lösungsansätze, von klassischen Skalen bis hin zu theoriegeleiteten Rational-Choice-Modellen, kritisch zu bewerten und auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.

  • Systematisierung der Ursachen für soziale Erwünschtheit
  • Methoden zur Messung und Minimierung von Antwortverzerrungen
  • Die Rolle der Interviewsituation und persönlicher Prädispositionen
  • Kritische Diskussion von Messinstrumenten wie der Marlowe-Crowne Skala
  • Anwendung von Rational-Choice-Modellen zur Erklärung von Antwortverhalten

Auszug aus dem Buch

3.3 Ein theoriegeleiteter „mehrdimensionaler“ Ansatz für SD-Verzerrungen

Stocké 2001 erklärt am Beispiel der Einstellungen gegenüber Ausländern mit Hilfe eines Rational-Choice Models die gefundenen Verzerrungen (N=150 Befragte). Der Nutzen einer Antwortalternative setzt sich dabei gemäß der Rational-Choice Theorie des Befragten Verhaltens zusammen aus dem Teilnutzen den wahren Wert zu nennen und dem Teilnutzen sozial erwünscht zu antworten (vgl. ESSER 1991: 65). Jede Antwortalternative Ai beinhaltet einen bestimmten Nutzen für den wahren Wert SEU(TV), er wird maximal, wenn die Antwortalternative genau die „wahre“ Einstellung des Befragten wiederspiegelt (verkürzte Darstellung). Sie beinhaltet auch einen Nutzen für die soziale Erwünschtheit SEU(SD). Dieser wird maximal, wenn die Antwortalternative Ai genau die antizipierte sozial erwünschte Antwort wiederspiegelt (verkürzte Darstellung: siehe unten). Der Gesamtnutzen dieser beiden Antwortalternativen setzt sich additiv aus den Teilnutzenwerten zusammen. Gemäß der Handlungsregel des Rational-Choice wird die Handlungsalternative – bzw. hier die Antwortalternative - mit dem subjektiv höchsten erwarteten Nutzen gewählt (Prinzip der Nutzenmaximierung). Formel 1 beschreibt diesen generellen Zusammenhang.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Problemstellung des Social Desirability Bias als Herausforderung für die quantitative Forschung und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Das Problem: Analysiert verschiedene Definitionen und systematisiert die Ursachen für Antwortverzerrungen in persönliche Prädispositionen, Item-Charakteristika und situationale Einflüsse.

3. Die Lösung(en)?!: Stellt klassische und moderne Methoden vor, um soziale Erwünschtheit zu messen oder zu vermeiden, und präsentiert einen theoriegeleiteten Ansatz zur mathematischen Modellierung.

4. Fazit & Ausblick: Bewertet die vorgestellten Ansätze kritisch und diskutiert die Notwendigkeit, psychologische und rollentheoretische Aspekte stärker in die Modelle zu integrieren.

Schlüsselwörter

Soziale Erwünschtheit, SD-Bias, Antwortverzerrung, Quantitative Forschung, Rational-Choice-Theorie, Need for Social Approval, Marlowe-Crowne Skala, Trait Desirability, Implicit Association Test, Randomized Response Technique, Interviewsituation, Messfehler, Validität, Reliabilität, Befragtenverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Problem der sogenannten sozialen Erwünschtheit in Umfragen, bei denen Befragte dazu neigen, ihre Antworten so zu verzerren, dass sie ein gesellschaftlich vorteilhafteres Bild von sich selbst vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Definition von SD-Bias, die Identifikation von Entstehungsursachen (wie Persönlichkeit und Situation) sowie die Evaluierung von Mess- und Vermeidungsmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die verschiedenen theoretischen Ansätze zur Erklärung von Verzerrungen zusammenzuführen und zu prüfen, inwieweit moderne Modelle (wie Rational-Choice) helfen können, diese Effekte besser zu quantifizieren und zu kontrollieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Literatur und analysiert Ergebnisse aus empirischen Regressionsmodellen, um das Zusammenspiel von individuellen und situationalen Parametern auf das Antwortverhalten zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problembeschreibung, die Systematisierung der Ursachen sowie einen ausführlichen Vergleich von Lösungskonzepten wie der Marlowe-Crowne Skala, dem IAT und theoriegeleiteten mathematischen Modellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Soziale Erwünschtheit, SD-Bias, Antwortverzerrung, Rational-Choice, Validität und Messtheorie.

Warum ist der Implicit Association Test (IAT) als Lösung nur begrenzt einsetzbar?

Der IAT eignet sich laut Autor primär zur Messung von Einstellungen, ist aber noch nicht vollständig validiert, ob er ausschließlich Einstellungen misst, und er ist auf die Erfassung von Einstellungen beschränkt.

Was zeigt das im dritten Abschnitt vorgestellte Rational-Choice-Modell?

Das Modell demonstriert, dass Antwortverzerrungen als Ergebnis einer Nutzenmaximierung verstanden werden können, bei der ein Befragter zwischen dem wahren Wert und dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung abwägt.

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Details

Title
Soziale Erwünschtheit. Das Problem, die Lösungen
College
University of Mannheim  (Sozialwissenschaften)
Course
Hauptseminar Befragung und Befragtenverhalten
Grade
1.0 (sehr gut)
Author
Christian Hunkler (Author)
Publication Year
2002
Pages
31
Catalog Number
V13965
ISBN (eBook)
9783638194846
ISBN (Book)
9783656898955
Language
German
Tags
Soziale Erwünschtheit Problem Lösungen Hauptseminar Befragung Befragtenverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Hunkler (Author), 2002, Soziale Erwünschtheit. Das Problem, die Lösungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13965
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