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Exegese zu Genesis 16

Exegese ohne Hebräisch/Literarkritik

Title: Exegese zu Genesis 16

Term Paper , 2009 , 21 Pages

Autor:in: Markus Kreißl (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Exegese ist es den alttestamentlichen Text in Genesis 16 zu untersuchen. Dabei gilt es natürlich auch die Quellenlage zu analysieren und zu beschreiben.
Es soll möglich sein ein Verständnis für die Gattung der Kultortsage zu schaffen. Die Arbeit dient dazu den dahinter stehenden, theologisch bearbeiteten, Gedankenkonstrukt nahe zu kommen.

...Literarkritik...
Die Erzählung über die Kinderlosigkeit Abrahams und Sarais knüpft an die Aussage in Gen 11, 31 an: „Sarai aber war unfruchtbar…“.
Dem V. 1 in Genesis 16 können wir die Funktion einer kurzen Einleitung zuweisen...In Gen 16, 16 finden wir eine genaue Datierung des Schlusses dieser Erzählepisode. Dabei wird erkennbar, das V. 1a ebenso wie V. 3a eine nahezu protokollarische Gründlichkeit aufweisen: „Und Sarai, die Frau Abrahams…“.
Vergleichen wir die 3 genannten Stellen (V. 1a.3.16) so fällt auf, das diese eine geschlossene kurze Zusammenfassung darstellen.
Eine Zusammenfassung dieser Art finden wir auch in einer anderen Stelle des Genesis-Buches...V. 3 mit seiner Zeitangabe „…zehn Jahre, nachdem Abraham im Land Kanaan wohnte…“ im Kontext mit dem V. 16...chronologischen Zusammenhang, denn nur so macht die Zeitangabe im V. 16 (Altersangabe Abrahams bei der Geburt Ismaels) einen Sinn.

In der Literatur finden wir bei L. Ruppert eine weitere Einbeziehung des V. 15 zum V. 16. Ruppert erörtert an der Wendung yld lə „dem (Abraham) gebären“ das der V. 16 die Fortsetzung des V. 15 darstellt (vgl. L. Ruppert, Genesis, 2002).
...V. 3.15.16 evt. zu einer anderen Schicht gehören müssen.

Ein weiterer Bruch fällt relativ schnell auf... Der Bote Jahwes schickt Hagar zurück zu Abraham. Doch das Hagar zurückkehrte, ist zum Schluss der Erzählung in V. 15.16 mit keinen Wort erwähnt, wird aber als Gegeben vorausgesetzt. Diese fehlende Erwähnung untermauert die These, dass V. 9 nicht mit zur oben genannten Schicht der V. 3.15.16 zählen kann.

Ein Bruch ist zwischen Stolz und Flucht Hagars in den vorangegangenen Versen und der Ermahnung in V. 9.10 zurückzukehren, sich zu beugen erkennbar. Diese Einstellung und Weisung passt nicht zusammen. Somit wird die These untermauert das V 9.10 eingefügt wurden. Ziel dieser Einfügung wird es gewesen sein, die Erzählung in Kapitel 21,8-21 fortsetzen zu können.

Der V. 10 passt schichtenspezifisch wie auch in literarischer Hinsicht und Stiel zum V. 9. V. 11 gehört nur scheinbar dazu.
...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Textkritik

3. Literarkritik

4. Traditionsgeschichte

5. Überlieferungsgeschichte

6. Redaktionsgeschichte

7. Formgeschichte

8. Historische Aussageabsicht und Interpretation

Zielsetzung & Themen der Exegese

Die vorliegende Arbeit untersucht den alttestamentlichen Text Genesis 16 mit dem Ziel, die Quellenlage zu analysieren und ein tieferes Verständnis für die Gattung der Kultortsage sowie das zugrunde liegende theologische Gedankenkonstrukt zu entwickeln.

  • Analyse der literarkritischen Schichten in Genesis 16
  • Untersuchung der Traditions- und Überlieferungsgeschichte
  • Berücksichtigung alttestamentlicher Sitten und Gebräuche im alten Orient
  • Redaktionsgeschichtliche Einordnung der Textfragmente
  • Interpretation der historischen Aussageabsicht

Auszug aus dem Buch

8. Historische Aussageabsicht und Interpretation

Wenn man das Kapitel 16 auf den ersten Blick betrachtet so scheint das vordergründige Problem die Kinderlosigkeit von Abraham und Sarai zu sein. Dabei ist es sicherlich auch nicht ohne Bedeutung wie mit diesen Problem umgegangen wird. V. 1a (P) ist nüchtern und ohne jede Wertung. Ein Fakt hart für die Betroffenen jedoch ohne erkennbare Anteilnahme durch den Verfasser. V. 2 (J) hingegen findet seine Aussage aus Sicht der Frau „der Herr hat mich verschlossen…“.

Wie bereits erwähnt ist die Kinderlosigkeit eine schwere Belastung die Sarai in V. 3 zu lösen versucht. Dennoch sollte man den Blick auf vorausgegangene Kapitel schweifen lassen. Denn so wird schnell klar, dass hier ein großes Problem herrührt. Es ist der Verzug der in den Kapiteln 12,13 und 15 angekündigten Prophezeiung. Nach alttestamentlicher Vorstellung liegt die Gabe des Lebens allein in Gottes Gnade genauso im Umkehrschluss die Verweigerung diese Gabe (vgl. Gen 33,5).

Im folgenden Handlungsverlauf wird indirekt ein Fakt kritisiert. Die menschliche Ungeduld. Das Problem wird durch Sarais Vorschlag nicht gelöst sondern verschlimmert sich. Letztlich flüchten Sarai und Abraham in die Rechtsordnung, sowie in Sitten und Gebräuche. Dabei werden diese erst gar nicht hinterfragt. Bemerkenswert ist im Text die Zuweisung der Schuldfrage zu verstehen. Denn die Verfasser weisen den handelnden Personen keine Schuld zu. Die Frage wird gar nicht erst angebracht. Vielmehr kann sich der Leser mit den Fehlern und dem fehlenden vertrauen auf Gott bei den handelnden Personen identifizieren. Somit erschließt sich für den Leser die indirekte Kritik am fehlenden Gottvertrauen der handelnden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einleitung in das Ziel der Exegese von Genesis 16 und die Bedeutung alttestamentlicher Sitten für das Verständnis der Kultortsage.

2. Textkritik: Darstellung der Gliederung des deutschen Textes basierend auf der Züricher Bibel und Einordnung in den kanonischen Kontext.

3. Literarkritik: Untersuchung des textlichen Grundstocks und Identifikation von Brüchen sowie Schichten innerhalb des Textkomplexes.

4. Traditionsgeschichte: Analyse der Wachstumsstufen des Textes und Vergleich mit anderen biblischen Überlieferungen sowie altorientalischen Vorstellungen.

5. Überlieferungsgeschichte: Darstellung der Verknüpfung zweier Handlungsstränge und deren priesterliche Überarbeitung.

6. Redaktionsgeschichte: Abgrenzung der verschiedenen Schichten (Jahwist, Jehowist, Priesterschrift) und deren zeitliche Einordnung.

7. Formgeschichte: Analyse der verwendeten Formeln wie Verkündigungs- und Rechtsformeln sowie der Gattung der Sage.

8. Historische Aussageabsicht und Interpretation: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der theologischen Mahnung gegen den Kleinglauben und das Vertrauen auf Gottes Gegenwart.

Schlüsselwörter

Genesis 16, Exegese, Literarkritik, Jahwist, Priesterschrift, Kultortsage, Kinderlosigkeit, Hagar, Abraham, Sarai, Ismael, Gottvertrauen, alttestamentliche Rechtsordnung, Überlieferungsgeschichte, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse von Genesis 16, um die strukturellen Schichten, die Entstehungsgeschichte und die theologische Intention des Textes zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Kinderlosigkeit, der Konflikt zwischen Sarai und Hagar, die Rolle Gottes sowie die literarische Ausgestaltung als Kultortsage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Text in seine literarischen Quellen zu zerlegen und die dahinterstehende theologische Mahnung zur Gottvertrauen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt klassische Methoden der historisch-kritischen Exegese, insbesondere Literarkritik, Traditionsgeschichte, Überlieferungsgeschichte, Redaktionsgeschichte und Formgeschichte.

Welche inhaltlichen Aspekte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Vers-Schichten, das Rollenverständnis der biblischen Figuren und die rechtlichen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit.

Was charakterisiert diese Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch die kritische Auseinandersetzung mit der Zuschreibung einzelner Verse zu verschiedenen Autorenquellen aus.

Wie bewertet der Autor den Namen El-Roi in Genesis 16?

Der Autor interpretiert die Bezeichnung Gottes als El-Roi als Ausdruck tiefster Dankbarkeit Hagars nach einer lebensbedrohlichen Erfahrung mit dem Göttlichen.

Welche Rolle spielt die Rechtsordnung des alten Orients?

Die Rechtsordnung dient als Hintergrund, um zu verstehen, warum Sarai Abraham ihre Magd als Ersatzmutter anbietet und warum dies als menschliches, aber oft problematisches Mittel zur Lösung der Kinderlosigkeit gesehen wird.

Warum wird der Vers 7b als spätere Ergänzung betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass die Ortsangabe in 7b den Fluss des ursprünglichen Textes stört und eine redaktionelle Einfügung darstellt, um die ägyptische Herkunft Hagars stärker zu betonen.

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Details

Title
Exegese zu Genesis 16
Subtitle
Exegese ohne Hebräisch/Literarkritik
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Einführung in die Exegese des Alten Testaments
Author
Markus Kreißl (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V139674
ISBN (eBook)
9783640479719
ISBN (Book)
9783640479931
Language
German
Tags
Gen 16 Abraham Hagar Ismael Sarai Exegese literarische Schichten Verfasserfrage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Kreißl (Author), 2009, Exegese zu Genesis 16, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139674
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