Aufgrund des demografischen Wandels und des draus resultierenden Fachkräftemangels in Deutschland steht seit 2014 die Zielgruppe von Menschen mit Fluchthintergrund im Fokus der Bildungspolitik. Als gesellschaftliche Aufgabe bietet sich hier die Möglichkeit Frauen dieser Zielgruppe mit einer Ausbildung im Bereich der Pflege für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Bildungsträger stehen hier vor großen Herausforderungen, um mit neuen Bildungskonzepten auf die diversen soziokulturellen Hintergründe der zugewanderten Frauen einzugehen. Zudem bedarf dies einer qualifizierten pädagogischen Begleitung und Unterstützung dieser Frauen, um Abbrüche von Qualifizierungsmaßnahmen zu vermeiden, sowie die Faktoren, die zu Abbrüchen führen, zu ergründen.
Aufgrund der aktuellen Relevanz der Thematik zur Qualifikation von Pflegefachkräften hat die Praktikantin im Bereich der Erwachsenenbildung und Migrationspädagogik einen Vorlaufkurs „Ausbildung in Deutschland – Was bringt mir das!?“ zur Pflegeausbildung für Frauen mit Fluchthintergrund konzipiert. Dieses Praktikum wurde bei einem gemeinnützigen Bildungsträger durchgeführt mit dem Ziel, die Teilnehmerinnen über die Vorteile einer Ausbildung in Deutschland aufzuklären, das Selbstbewusstsein und die Autonomie zu stärken sowie die Reflexion über die eigenen Potentiale anzuregen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Praktikumsstelle und Praktikumsprojekt
2.1. Vorstellung der Praktikumsstelle
2.2 Planung des Vorlaufkurses durch Projektmanagement
2.3 Pädagogisch-didaktische Durchführung des Vorlaufkurses
3. Professionalisierung und Kompetenzerwerb der Praktikantin
4. Evaluation und Qualitätsmanagement zur Qualitätssicherung des Projektes
5. Web-Blog zur Begleitung des Vorlaufkurses im Planungsprozess
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die reflektierende Dokumentation eines Praktikumsprojekts, das darauf abzielt, Frauen mit Fluchthintergrund durch einen Vorlaufkurs für eine Pflegeausbildung zu motivieren, ihre Autonomie zu stärken und Qualifizierungsabbrüche durch gezielte pädagogisch-didaktische Begleitung zu vermeiden.
- Projektmanagement und Planung in der Erwachsenenbildung
- Einsatz der Ermöglichungsdidaktik und des LENA-Modells
- Professionalisierung der Praktikantin im interkulturellen Kontext
- Qualitätssicherung durch Evaluation und Monitoring
Auszug aus dem Buch
2.1. Vorstellung der Praktikumsstelle
Der Praktikumsbetrieb ist mit dem Projekt „Bildungsforum Pflege“ bei einem gemeinnützigen Bildungsträger angesiedelt. Dieser Bildungsträger dient unter anderem als Forum für die Qualifizierung von Pflegekräften. Er ebnet Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund einen Weg in die langfristige Beschäftigung sowie gesellschaftliche Integration durch das Angebot von adäquaten Qualifizierungsmaßnahmen. So können neue Ressourcen von Pflegepersonal für den Arbeitsmarkt wie z. B. die Zielgruppe sozial benachteiligter Frauen mit Fluchthintergrund rekrutiert werden.
Aufgrund der unterschiedlichen soziokulturellen Wertesysteme stehen die Bildungsträger vor neuen Herausforderungen zur Gestaltung von Lehr- Lernprozessen, denn Frauen mit Fluchthintergrund neigen zu höheren Abbruchquoten bei Qualifizierungsmaßnahmen als Frauen, die in Deutschland geboren sind. Begründend auf dieser internen Erkenntnis des Bildungsträgers, konzipierte die Praktikantin für das Projekt „Bildungsforum Pflege“ den Vorlaufkurs.
Das Kursziel war es, die Teilnehmerinnen über die Vorteile einer Ausbildung in Deutschland aufzuklären und die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Vorteile einer zukünftigen Qualifikation wurden gemeinsam reflektiert. Damit die Teilnehmerinnen persönliche Bildungsziele langfristig leichter verfolgen können, sollten sie über ihre intrinsische und extrinsische Motivation aktiviert werden. Durch das Aufzeigen von Wegen zur eigenständigen Aneignung von Fähigkeiten und Kompetenzen sollte das Selbstbewusstsein und die Autonomie der Teilnehmerinnen gestärkt sowie ein Verständnis für die Wertigkeit von Qualifizierungen in Deutschland erzeugt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fachkräftemangel im Pflegebereich und die Notwendigkeit, Frauen mit Fluchthintergrund durch passgenaue Bildungsangebote zu integrieren.
2. Praktikumsstelle und Praktikumsprojekt: Dieses Kapitel beschreibt den Kontext des Bildungsträgers sowie die gezielte Konzeption und Planung des Vorlaufkurses unter Anwendung professioneller Projektmanagement-Methoden.
3. Professionalisierung und Kompetenzerwerb der Praktikantin: Die Praktikantin reflektiert hier die eigene berufliche Entwicklung und die Bedeutung interkultureller Pädagogik sowie pädagogischer Handlungskompetenz.
4. Evaluation und Qualitätsmanagement zur Qualitätssicherung des Projektes: Der Fokus liegt auf der theoretischen Klärung von Evaluation und Qualitätsmanagement sowie deren praktischer Anwendung zur Sicherung des Projekterfolgs.
5. Web-Blog zur Begleitung des Vorlaufkurses im Planungsprozess: Das Kapitel definiert den Nutzen von Weblogs für Lernstrategien und begründet, warum die praktische Umsetzung im Projektverlauf aufgrund zeitlicher Ressourcen eingeschränkt war.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion der Projektergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Optimierungsmöglichkeiten bei der Zielgruppenarbeit.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Fluchthintergrund, Pflegeausbildung, Ermöglichungsdidaktik, LENA-Modell, ADDIE-Modell, Projektmanagement, interkulturelle Pädagogik, Qualifizierung, Abbruchvermeidung, Motivation, Selbststeuerung, Professionalisierung, Migration, soziale Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit reflektiert ein Praktikum im Bereich der Migrationspädagogik, bei dem ein Vorlaufkurs zur Vorbereitung von geflüchteten Frauen auf eine Pflegeausbildung konzipiert und durchgeführt wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Bildungsplanung nach dem ADDIE-Modell, die Anwendung der Ermöglichungsdidaktik, professionelles pädagogisches Handeln im interkulturellen Kontext sowie Methoden der Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Autonomie und gesteigertes Selbstbewusstsein Qualifizierungsabbrüche bei der Zielgruppe minimiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Praktikantin nutzt neben Fachliteratur vor allem handlungsorientierte Modelle wie das ADDIE-Modell für die Projektplanung und das LENA-Modell sowie die Ermöglichungsdidaktik für die Gestaltung der Lehr-Lern-Prozesse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Projektplanung, die didaktische Durchführung, die Selbstreflexion der Praktikantin bezüglich ihrer Kompetenzentwicklung sowie die theoretische Verankerung der Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Charakteristika der Arbeit sind die Verbindung von Theorie und beruflicher Praxis im Bereich Migrationspädagogik, Fokus auf Empowerment und systemische Lehrkonzepte.
Welchen Einfluss hatte das LENA-Modell auf den Vorlaufkurs?
Das LENA-Modell diente als Grundstruktur, um Unterricht motivierend, selbstgesteuert und aktivierend zu gestalten, wobei besonders auf die individuellen Bedürfnisse und sozialen Hintergründe der Frauen eingegangen wurde.
Warum spielt die Selbstreflexion der Praktikantin eine so große Rolle?
Die Selbstreflexion ist entscheidend, um den sogenannten „professionellen Habitus“ zu entwickeln und sensibel auf die interkulturelle Diversität und die spezifischen Lernbedürfnisse der Teilnehmerinnen reagieren zu können.
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- Nurgül Santur (Autor), 2023, Reflektierende Dokumentation über die Planung, Durchführung und Evaluation des Projekts: Vorlaufkurs "Ausbildung in Deutschland – Was bringt mir das!?", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1397193