In dieser Hausarbeit habe ich mich mit der moralischen Berwertung von Leidenschaften aus der Sicht des Thomas von Aquin beschäftigt. Als Hauptwerk habe ich dazu die "Summa Theologiae" unter Augenschein genommen und bearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
I. Begriffserklärung von „Passio“ und „Ratio“ und Übersetzungsvarianten.
II. Thomas von Aquin in Kürze.
III. Der Begriff der Leidenschaften bei Thomas von Aquin
IV. Moralische Beurteilung nach Thomas von Aquin
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen menschlichen Leidenschaften (Passio) und der vernünftigen Steuerung durch die Ratio im Denken des Thomas von Aquin, um die moralische Bewertung von Emotionen in Bezug auf das menschliche Handeln zu klären.
- Etymologische und philosophische Begriffsbestimmung von Passio und Ratio
- Biografischer Abriss zu Thomas von Aquin
- Vergleich stoischer und aristotelischer Sichtweisen auf Emotionen
- Die moralische Bewertung von Leidenschaften durch die Vernunft
- Die Rolle des Willens bei der ethischen Steuerung von Emotionen
Auszug aus dem Buch
IV. Moralische Beurteilung nach Thomas von Aquin
Die Meinungen der Stoiker und Aristoteliker geht weit auseinander. Was dachte nun Thomas darüber? Schauen wir in Quaestio 24, Artikel 1 im zweiten Band der Summa Theologiae. In der deutschen Übersetzung heißt es:
„Die Leidenschaften können zweifach gewertet werden: Einmal an sich; dann, soweit sie der Herrschaft der Vernunft und des Willens unterstehen. Werden sie also an sich betrachtet, sofern sie nämlich Regungen des vernunftfreien Strebevermögens sind, so ist ihnen nichts sittlich Gutes oder Schlechtes, weil das von der Vernunft abhängt. Werden sie dagegen betrachtet, sofern sie der Herrschaft der Vernunft und des Willens unterstehen, so gibt es in ihnen sittlich Gutes bzw. Schlechtes. Das sinnenhafte Strebevermögen steht nämlich der Vernunft und dem Willen näher als die äußeren Glieder. Deren Bewegung und Handlung aber sind sittlich gut oder schlecht, soweit sie willentlich sind. Umso mehr können daher die Leidenschaften sittlich gut oder böse genannt werden, sofern sie willentlich sind. Willentlich aber werden sie genannt entweder weil sie vom Willen befohlen oder vom Willen nicht gehindert werden.“
Was bedeutet nun dieser Abschnitt für die sittliche Bewertung der Leidenschaften?
Thomas unterscheidet bei der moralischen Bewertung von Leidenschaften. Die Leidenschaft an sich ist zunächst weder gut noch schlecht. An sich ist sie moralisch neutral. Wichtig ist, was in der Handlung aus der Emotion wird. Lasse ich mich von meiner Emotion bestimmen und leiten, so kann mein Handeln durch die Leidenschaft moralisch falsch sein.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Begriffserklärung von „Passio“ und „Ratio“ und Übersetzungsvarianten.: Dieses Kapitel führt in die lateinischen Fachbegriffe ein und erläutert die Ambivalenz von Leidenschaften sowie die vielfältigen Bedeutungsebenen der Vernunft bei Thomas von Aquin.
II. Thomas von Aquin in Kürze.: Es wird ein kurzer biographischer Überblick über das Leben und Wirken von Thomas von Aquin gegeben, wobei besonders seine theologische Hauptschrift, die Summa Theologiae, hervorgehoben wird.
III. Der Begriff der Leidenschaften bei Thomas von Aquin: Dieses Kapitel definiert Leidenschaften als Emotionen und stellt sie verschiedenen philosophischen Sichtweisen wie denen der Stoiker gegenüber.
IV. Moralische Beurteilung nach Thomas von Aquin: Der Hauptteil analysiert, wie Leidenschaften durch die Vernunft bewertet und moralisch eingeordnet werden können, sofern sie dem menschlichen Willen unterstehen.
Schlüsselwörter
Passio, Ratio, Thomas von Aquin, Leidenschaften, Emotionen, Moral, Sittlichkeit, Summa Theologiae, Wille, Vernunft, Ethik, Handeln, Strebevermögen, Philosophie, Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Einordnung menschlicher Emotionen (Leidenschaften) im Kontext des philosophischen Systems von Thomas von Aquin.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung von Passio und Ratio sowie die Frage, wie der menschliche Wille die Leidenschaften steuern kann.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erörtern, ob Leidenschaften als moralisch neutral betrachtet werden können und wie sie durch die Vernunft in das sittliche Handeln integriert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Analyse zentraler Texte von Thomas von Aquin, insbesondere Passagen aus der Summa Theologiae.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der moralischen Beurteilung, wobei die Leidenschaften in Beziehung zum vernünftigen Handeln und zum freien Willen gesetzt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Passio, Ratio, Leidenschaft, Wille, Vernunft, Sittlichkeit und Moral.
Wie unterscheidet Thomas von Aquin die Bewertung von Leidenschaften?
Er unterscheidet zwischen der Leidenschaft an sich, die moralisch neutral ist, und der Leidenschaft im Akt des Handelns, wo sie durch den Willen und die Vernunft gut oder schlecht werden kann.
Was ist die Bedeutung von "liberum arbitrium" in diesem Kontext?
Es beschreibt die Freiheit des menschlichen Willens, die es dem Menschen ermöglicht, seine Emotionen zu prüfen und sein Handeln vernunftgemäß zu steuern.
- Quote paper
- Dominic Gilbert (Author), 2009, Passio et ratio - Zur sittlichen Bewertung der menschlichen Leidenschaften nach Thomas von Aquin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139795