Das Ziel dieser Arbeit ist, lexikalische und morphologische Charakteristika von spanischer Jugendsprache zu erläutern und im Anschluss zu überprüfen, inwiefern diese in einer aktuellen medialen Produktion – der Netflix-Serie Élite – wiedergegeben werden. Wie wird Jugendsprache in einer Serie dargestellt? Sind die jugendsprachlichen Dialoge einer scripted reality authentisch oder lediglich ein artifizielles, fiktives Sprachkonstrukt? Rücken bestimmte Merkmale eventuell mehr in den Fokus als andere? Worin liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen erforschter und produzierter Jugendsprache? Dabei soll auch der Behauptung nachgegangen werden, Jugendsprache sei dreckig, vulgär und weise eine Vorliebe zur Verwendung von Vokativen auf.
Die gewählte Methode, und zwar die Datenanalyse mit RStudio, soll einen Forschungsansatz präsentieren, anhand dessen große Datenkorpora zeiteffizient, technologiebasiert und zum Teil automatisiert analysiert werden können. Bei der Analyse handelt es sich zum einen um eine quantitative Studie, in der absolute und relative Häufigkeiten ermittelt und miteinander verknüpft werden, und zum anderen um eine qualitative Herangehensweise, bei der das Verhalten und die Bedeutung von einer jugendspezifischen Lexik und ausgewählten Intensivierungsmitteln der Derivation detailliert analysiert und exemplarisch dargestellt werden.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile. Kapitel 2 dient der Einführung in das Thema und bietet einen theoretischen Überblick über Terminologie zur Jugendsprache, ihre Funktionen, den aktuellen Forschungsstand und der Umsetzung von Jugendsprache in den Medien. Im folgenden Kapitel wird der Leser/die Leserin in das Thema der jugendsprachlichen Merkmale eingeführt. Was hat es mit der jugendspezifischen Lexik, den sprachlichen Entlehnungen sowie der Präfigierung und Suffigierung innerhalb der Derivation auf sich? Der empirische Teil der Arbeit wird in Kapitel 3 vorgestellt. Hier wird zunächst das Korpus und die Untersuchungsmethode beschrieben. Anschließend folgt die Analyse der jugendsprachlichen Charakteristika innerhalb der Serie Élite auf den Ebenen der Lexik (unter Berücksichtigung von tabuverletzenden Lexemen) und der sprachlichen Entlehnungen, sowie der morphologischen Derivationsprozessen der Präfigierung und Suffigierung und deren morphosyntaktisches Verhalten. In Kapitel 4 werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf mögliche weiterführende Fragestellungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Überblick
2.1 Jugendsprache
2.1.1 Definitionen
2.1.2 Funktionen
2.1.3 Forschungsstand
2.1.4 Medien
2.2 Jugendsprachliche Merkmale
2.2.1 Jugendspezifische Lexik
2.2.2 Entlehnungen aus Fremdsprachen
2.2.3 Präfigierung und Suffigierung
3 Empirie
3.1 Methodik
3.1.1 Korpus
3.1.2 Untersuchungsmethode
3.2 Jugendsprachliche Merkmale in der Serie Élite
3.2.1 Jugendspezifische Lexik
3.2.2 Entlehnungen aus Fremdsprachen
3.2.3 Präfigierung und Suffigierung
4 Abschließende Betrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorthesis verfolgt das Ziel, lexikalische und morphologische Charakteristika der spanischen Jugendsprache zu identifizieren und zu untersuchen, inwieweit diese in der aktuellen Netflix-Serie Élite abgebildet werden, um deren Authentizität oder Künstlichkeit zu bewerten.
- Theoretische Grundlagen zur Jugendsprache und deren Funktionen
- Analyse jugendsprachlicher Merkmale wie Lexik, Entlehnungen und Wortbildung
- Methodische Anwendung von Data-Mining-Verfahren mittels RStudio auf Transkriptionen
- Untersuchung der Repräsentation von Jugendsprache in zeitgenössischen medialen Produktionen
Auszug aus dem Buch
Die Präfigierung
Unter Präfigierung wird die Anfügung eines Präfixes vor den Wortstamm verstanden, z.B. autor → co- autor, fiel → in- fiel (vgl. Schpak-Dolt 2012: 101). Demnach ergibt sich das folgende Schema:
Präfix + Derivationsbasis = Derivat
Die Präfigierung kann – im Gegensatz zur Suffigierung – keinen Wortartenwechsel hervorrufen (vgl. ebd.), d.h., Substantive bleiben Substantive, Adjektive bleiben Adjektive, usw. Wie anhand des Schemas erkennbar, wird ein Präfix immer an einen Stamm angehängt, welcher die für den Derivationsprozess benötigte Derivationsbasis bildet.
Jugendsprachliche Präfixe sind z.B. hiper-, mega- oder super-/súper-, die einen „qualitativen Wert“ (Marimón Llorca/Santamaría Pérez 2001: 35; Jørgensen 2013: 159) haben und dafür verwendet werden, um eine sprachliche Äußerung zu intensivieren. Weiter erklären die Autorinnen, dass zur sprachlichen Intensivierung auch die Konstruktion muy + Adjektiv verwendet wird. Die Jugendlichen (vor allem die weiblichen Jugendlichen) bevorzugen jedoch die Präfigierung mit super-/súper- zur Bildung neuer Substantive oder Adverbien (vgl. ebd.: 36).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Jugendsprache als Innovationskraft und definiert das Ziel der linguistischen Analyse der Serie Élite.
2 Theoretischer Überblick: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Jugendsprachforschung, ihrer Funktionen sowie morphologischer Besonderheiten wie Derivation und Entlehnung.
3 Empirie: Hier wird die Methodik der computergestützten Korpusanalyse mit RStudio beschrieben und die empirische Untersuchung der Élite-Dialoge auf lexikalischer und morphologischer Ebene durchgeführt.
4 Abschließende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und diskutiert die Diskrepanz zwischen realer Jugendsprache und deren medialer Inszenierung.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Linguistische Analyse, Netflix Élite, Korpusanalyse, RStudio, Derivation, Wortbildung, Präfigierung, Suffigierung, Vulgarismen, Vokative, Anglizismen, Sprachwandel, Soziolekt, Mediale Darstellung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Untersuchungsthema der Arbeit?
Die Arbeit untersucht die lexikalischen und morphologischen Merkmale der spanischen Jugendsprache innerhalb der Netflix-Serie Élite.
Welches wissenschaftliche Ziel wird verfolgt?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die in der Serie verwendeten jugendsprachlichen Dialoge authentisch sind oder ein artifizielles, fiktives Sprachkonstrukt darstellen.
Welche methodischen Ansätze kommen zum Einsatz?
Es wird eine kombinierte quantitative und qualitative Datenanalyse mittels der Programmiersprache R bzw. RStudio angewendet, um große Korpora effizient zu untersuchen.
Welche sprachlichen Ebenen werden schwerpunktmäßig analysiert?
Der Fokus liegt auf der Lexik (insbesondere Vulgarismen und Vokative) sowie auf morphologischen Wortbildungsverfahren wie Präfigierung und Suffigierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Untersuchung umfasst die Definition und Funktionen von Jugendsprache, den Stand der Forschung sowie deren mediale Umsetzung.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Jugendsprache, Korpusanalyse, Derivation, Sprachwandel und mediale Inszenierung.
Wie bewertet die Autorin die Authentizität der Jugendsprache in Élite?
Die Autorin stellt fest, dass die Dialoge zwar wesentliche Merkmale abbilden, jedoch die Vermarktung des Produktes oft Vorrang vor einer rein realistischen Darstellung hat, weshalb der jugendsprachliche Charakter in bestimmten Bereichen nur begrenzt abgebildet wird.
Warum ist das gewählte Korpus für die Forschung sinnvoll?
Das Korpus ist hochaktuell, zeitgenössisch und bietet als drama juvenil ein hohes Identifikationspotenzial für das Zielpublikum, was es zu einem wertvollen Objekt für die Analyse medialer Jugendsprache macht.
- Citation du texte
- Cara Camello (Auteur), 2021, Spanische Jugendsprache. Eine linguistische Analyse der Netflix-Serie "Élite", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1398352