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Journalismus als soziales System - von der Theorie zur Empirie

Title: Journalismus als soziales System - von der Theorie zur Empirie

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Enrico Günther (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Journalismus wird in demokratischen Gesellschaften als wichtige öffentliche Instanz gesehen, zum Teil schreibt man ihm die Funktion einer „vierten Gewalt“ zu. Diese aufklärerische Funktionszuschreibung ist populärwissenschaftlich beliebt (vgl. Weischenberg/ Malik/ Scholl 2006b: 21). Sie kann wissenschaftlich jedoch nur als illusorische Idealvorstellung gesehen werden, vernachlässigt sie unter anderem ökonomische Zwänge der Massenmedien (vgl. ebd.: 21). Die Journalismusforschung registriert vielmehr Entgrenzungsphänomene wie Boulevardisierung und Hybridisierung (vgl. ebd.: 16). Um diese Erscheinungen nachvollziehen zu können, ist es notwendig, den Journalismus in seiner Komplexität mit seinen Strukturen, Funktionen und Grenzen zu betrachten.
Diese Arbeit soll deshalb klären, was Journalismus überhaupt ist, welche Leistung er für die Gesellschaft erbringt und wie sich journalistische Praxis in Deutschland real darstellt. Dazu werden im ersten Teil exemplarische Aspekte der systemtheoretischen Perspektive auf den Journalismus erläutert. Daran anknüpfend soll das Zwiebelmodell von Weischenberg herangezogen werden (vgl. Weischenberg 1994: 431), das als Analyseraster zur Verbindung einer systemischen Journalismustheorie mit empirischer Journalismusforschung dient (vgl. Kohring 2000: 166). Um eine empirische Umsetzung systemtheoretischer Aspekte vorzustellen, wird abschließend exemplarisch die Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005 auszugsweise dargestellt. Davon ausgehend werden Entwicklungstendenzen des Systems Journalismus skizziert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Modellierungen des Journalismus

2.1 Definitionsprobleme

2.2 Systemtheoretische Betrachtung

2.2.1 Theorie sozialer Systeme

2.2.2 Struktur des sozialen Systems Journalismus

2.2.3 Funktion des sozialen Systems Journalismus

3 Empirische Umsetzung

3.1 Analyseraster „Zwiebel-Modell“

3.1.1 Funktion im Forschungsprozess

3.1.2 Normenkontext

3.1.3 Strukturkontext

3.1.4 Funktionskontext

3.1.5 Rollenkontext

3.2 Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005

3.2.1 Methodik

3.2.2 Befunde und Entwicklungstendenzen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Journalismus unter systemtheoretischen Gesichtspunkten, um ein tieferes Verständnis für seine Strukturen, Funktionen und gesellschaftlichen Grenzen zu entwickeln und diese theoretischen Erkenntnisse mit empirischen Befunden aus der Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005 zu verknüpfen.

  • Systemtheoretische Grundlagen des Journalismus als soziales System.
  • Analyse des „Zwiebel-Modells“ zur empirischen Erfassung journalistischer Faktoren.
  • Untersuchung der Struktur- und Funktionszusammenhänge journalistischer Arbeit.
  • Darstellung und Auswertung der Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005.
  • Identifikation aktueller Entwicklungstendenzen und Herausforderungen im Journalismus.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Theorie sozialer Systeme

Aktuelle Journalismusforschung bedient sich vor allem systemtheoretischer Perspektiven (vgl. Löffelholz/ Quandt 2000: 147). Ziel dieser Modellierungen ist dabei, Sinngrenzen festzulegen, um Journalismus von anderen gesellschaftlichen Handlungsbereichen abzugrenzen (vgl. Kohring 2000: 153). „Ein System wird […] bestimmt durch die wechselseitigen Relationen seiner Elemente“ (Kohring 2000: 154; Hervorhebung im Original). Das bedeutet, dass ein System durch die Beziehungen untereinander, die nicht linear verlaufen müssen, charakterisiert wird und nicht durch seine Elemente, da kein Individuum nur einem sozialen System zuzuordnen ist (vgl. Kohring 2000: 156).

Soziale Systeme bestehen aus Kommunikationen, also Handlungen, zwischen ihren Elementen (vgl. Kohring 2000: 156). Systeme bilden innere Strukturen aus und haben ein Verhältnis zu ihrer Umwelt, also zu anderen sozialen Systemen (vgl. Löffelholz/ Quandt 2000:147). Nach Luhmann (vgl. zum Beispiel Luhmann 1984: 262) unterscheiden sich soziale Systeme durch ihre spezifische Art und Weise, die Komplexität des Gesamtsystems zu reduzieren und für sich zu rekonstruieren. Durch systemspezifische Selektionen ergibt sich also die Identität eines sozialen Systems und damit auch seine Sinngrenzen (vgl. Kohring 2000: 155). Eine differenzierte Gesellschaft bildet Funktionssysteme zur Lösung spezifischer Probleme aus (vgl. ebd.: 156). Zwischen sozialen Systemen bestehen Beziehungen, die man als Interdependenzen oder strukturelle Kopplungen bezeichnet (vgl. Löffelholz 2004: 52f.). Die Übertragung der komplexen Theorie sozialer Systeme auf den Journalismus wird in den folgenden Abschnitten skizziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Journalismus als soziale Instanz ein und begründet die Notwendigkeit einer systemtheoretischen Betrachtungsweise zur Analyse seiner Strukturen und Funktionen.

2 Theoretische Modellierungen des Journalismus: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeiten bei der Definition von Journalismus und führt die systemtheoretische Perspektive als Modell zur Abgrenzung des Journalismus von anderen gesellschaftlichen Bereichen ein.

3 Empirische Umsetzung: Hier wird das „Zwiebel-Modell“ als Analyseraster für die empirische Journalismusforschung vorgestellt und anhand der Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005 auf seine praktische Anwendbarkeit hin geprüft.

4 Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung systemtheoretischer Ansätze und betont, dass sich die Journalismusforschung an die dynamischen Veränderungen und Entgrenzungsphänomene des Journalismussystems anpassen muss.

Schlüsselwörter

Journalismus, Systemtheorie, soziale Systeme, Zwiebel-Modell, Journalismusforschung, Medienstrukturen, Funktionssysteme, empirische Forschung, Journalismus in Deutschland II, Entgrenzungsphänomene, Kommunikation, strukturelle Kopplungen, Medienakteure, Mediensystem, Professionalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und empirischen Analyse des Journalismus als soziales System in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Systemtheorie, der Modellierung von Strukturen und Funktionen des Journalismus sowie der praktischen Anwendung dieser Theorien mittels empirischer Daten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Journalismus als komplexes System zu begreifen und aufzuzeigen, wie theoretische Modelle für eine empirische Erfassung genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden systemtheoretische Ansätze sowie eine Auswertung der empirischen Studie „Journalismus in Deutschland II“ 2005 herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (wie die Theorie sozialer Systeme) und das „Zwiebel-Modell“ von Weischenberg detailliert erläutert und anschließend auf die empirische Realität angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Journalismus, Systemtheorie, soziale Systeme, Zwiebel-Modell, Medienstrukturen und empirische Journalismusforschung.

Welche Bedeutung hat das „Zwiebel-Modell“ in dieser Arbeit?

Das Modell dient als zentrales Analyseraster, um verschiedene Kontexte – von Normen bis hin zu Rollen – empirisch messbar und systemisch erfassbar zu machen.

Welche Entwicklungstendenzen beschreibt die Studie „Journalismus in Deutschland II“?

Die Studie identifiziert Prozesse wie eine quantitative Reduzierung der Journalisten, partielle Deprofessionalisierung, funktionale Stabilisierung und eine forcierte Selbstorientierung innerhalb der Branche.

Warum wird Journalismus als soziales System definiert?

Die systemtheoretische Definition erlaubt es, den Journalismus durch seine spezifischen Strukturen, Funktionen und Kommunikationszusammenhänge von anderen gesellschaftlichen Systemen wie Public Relations oder Politik abzugrenzen.

Welches Fazit zieht der Autor zur zukünftigen Journalismusforschung?

Der Autor fordert eine integrative Theorie, die akteurs- und systemtheoretische Elemente verbindet, um den sich entgrenzenden Journalismus und seine gesellschaftlichen Konsequenzen adäquat zu beschreiben.

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Details

Title
Journalismus als soziales System - von der Theorie zur Empirie
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Enrico Günther (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V139927
ISBN (eBook)
9783640469833
ISBN (Book)
9783640470150
Language
German
Tags
Weischenberg Journalismussystem Journalismus in Deutschland Zwiebel-Modell JouriD II Zwiebelmodell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Enrico Günther (Author), 2009, Journalismus als soziales System - von der Theorie zur Empirie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139927
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