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Zur Methodik von Stiluntersuchungen

Title: Zur Methodik von Stiluntersuchungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Krüger (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Methodik von Stiluntersuchungen.
Das Thema ist von Interesse, da allen Texten zwar Stil zugesprochen wird, die
Frage aber, mit welchen Methoden er analysiert werden kann, in der
Sekundärliteratur nur unzulänglich bzw. widersprüchlich beantwortet wird. Gibt es
möglicherweise eine universelle Stilanalyse oder muss für jeden Text die
passende Methode gesucht werden?
„Mit der Erörterung methodologischer und methodischer Fragen der Stiluntersuchung stehen
wir vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Es gibt zwar manche Vorarbeiten und
Lösungsversuche in bezug auf eine theoretische Begründung der in der Stilistik verwendeten
Grundbegriffe; in bezug auf die Methodik der Stiluntersuchung gibt es jedoch kaum
theoretische Grundlagen, ja auf diesem Gebiet sind der Subjektivismus und Praktizismus
innerhalb der Stilistik am stärksten ausgeprägt.“ (Michel 1968, S. 65)
Es ist zu klären, ob diese Aussage, die Georg Michel vor 34 Jahren traf, im 21.
Jahrhundert zu differenzieren ist, ob dem „Subjektivismus“ Einhalt geboten werden
konnte oder ob noch immer die grundlegenden Regeln bzw. Untersuchungsprinzipien
fehlen. Dazu sollen zunächst die historisch wichtigsten Methoden
zur Stilanalyse knapp diskutiert werden. Anschließend sollen vier Methoden
zur Untersuchung von Stil erörtert und die Vor- und Nachteile herausgearbeitet
werden.
Diese ausgewählten Methoden beleuchten die Perspektiven der Pragma- und der
Textlinguistik. Das Konzept des Vergleichens soll im Kapitel 3.3 beleuchtet
werden. Abschließend wird anhand der strukturalistischen Untersuchungsmethode
eine praktische Stilanalyse an einem Gedicht von Friedrich Hölderlin durchgeführt.
Das Fazit und ein Ausblick sollen die Hausarbeit, die auf der Referatsleistung des
Hauptseminars „Perspektiven auf Stil“ beruht, abrunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bisherige Vorschläge zur Stilanalyse

3. Methoden von Stiluntersuchungen

3.1 Pragmalinguistischer Analyseansatz

3.2 Textlinguistischer Analyseansatz

3.3 Das methodische Konzept des Vergleichens

3.4 Strukturalistische Stiluntersuchung

3.4.1 Beispielanalyse

4. Fazit

5. Anlage

6. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodischen Grundlagen der Stilanalyse vor dem Hintergrund eines ausgeprägten Methodenpluralismus und der Problematik subjektiver Interpretationen in der Stilistik. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, ob eine universelle, wissenschaftlich fundierte Stilanalyse existiert oder ob die Wahl der Methode individuell an das jeweilige Textobjekt angepasst werden muss.

  • Historische Entwicklung und Kritik bestehender Stiltheorien.
  • Pragmalinguistische Ansätze unter Berücksichtigung von Intention und Wirkung.
  • Textlinguistische Methoden der strukturellen Textbetrachtung.
  • Das Konzept des Vergleichens als universelles Analysetool.
  • Strukturalistische Analysemodelle und ihre Anwendung an praktischen Beispielen.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Beispielanalyse

Bei dem besagten Text handelt es sich um das Gedicht „Der Kirchhof“ von Friedrich Hölderlin (s. Anlage). An dieser Stelle würden orthodoxe Strukturalisten sofort Kritik äußern, denn es ist nicht von Belang, wer Produzent war oder wann das Gedicht verfasst wurde. Der formale Text ist Gegenstand der Analyse. Dies ist aus Autorensicht ein weiteres Defizit, denn wenn z. B. Paul Celan über einem Gedicht steht, entstehen auf der Konnotationsebene sofort Assoziationen wie Judenverfolgung oder Auschwitz, die natürlich die Text- und Stiluntersuchung beeinflussen bzw. als Hilfestellung dienen können.

Nichtsdestotrotz wird die Biografie Hölderlins im Folgenden außer Acht gelassen und die formalen sprachlichen Zeichensysteme in den Mittelpunkt gerückt. Externe Hilfe wird vom „Wörterbuch der Symbolik“ (Lurker 1991) in Anspruch genommen.

Die äußere Form des Gedichtes umfasst fünf Strophen, die wiederum jeweils aus vier Zeilen bestehen. Inhaltlich wird der Kirchhof thematisiert, welcher mit dem heutigen Friedhof gleichzusetzen ist (vgl. Lurker 1991, S. 261). Um eine erste Verbindung zwischen Inhalt und Form herzustellen, könnte angeführt werden, dass der Text formal sehr geordnet und gleichmäßig in seinem Strophenaufbau erscheint, ähnlich wie ein Friedhof. Geht man einen Schritt weiter und legt das Gedicht auf die Seite, gleichen die Strophen einer Gräberanordnung.

Auf der Ebene der Syntax und der Lexik lassen sich keine großen Besonderheiten feststellen. Der Autor verwendete je einen Satz pro Strophe, außer im vierten Gedichtsabschnitt (2 Sätze). 16 Kommata stehen 6 Sätzen und einem Semikolon gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die methodische Unzulänglichkeit bei Stiluntersuchungen und stellt die Frage nach der Möglichkeit einer universellen Stilanalyse.

2. Bisherige Vorschläge zur Stilanalyse: Es wird die Entwicklung der Stilistik seit dem 19. Jahrhundert skizziert und die Kritik an rein intuitiven Ansätzen wie denen von Spitzer oder Kayser erörtert.

3. Methoden von Stiluntersuchungen: In diesem Hauptkapitel werden vier verschiedene wissenschaftliche Analyseansätze (pragmalinguistisch, textlinguistisch, Vergleich, strukturalistisch) detailliert vorgestellt.

3.1 Pragmalinguistischer Analyseansatz: Dieser Ansatz betrachtet Stil als Teil der Textbedeutung und analysiert sprachliches Handeln sowie die Wirkung auf den Rezipienten.

3.2 Textlinguistischer Analyseansatz: Fokus liegt hier auf der Erfassung von Regularitäten, Mechanismen und Stilelementen zur Stilbeschreibung auf verschiedenen sprachlichen Ebenen.

3.3 Das methodische Konzept des Vergleichens: Es wird diskutiert, wie durch ein tertium comparationis ein Vergleich übertextueller, intertextueller oder innertextueller Art durchgeführt werden kann.

3.4 Strukturalistische Stiluntersuchung: Hier wird die Form des Textes als geschlossenes System betrachtet, wobei die innere Gesetzlichkeit der Sprache unabhängig von äußeren Kontexten im Zentrum steht.

3.4.1 Beispielanalyse: Anwendung der strukturalistischen Methode auf Friedrich Hölderlins „Der Kirchhof“, um die Grenzen und Potenziale dieser Vorgehensweise aufzuzeigen.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass ein Methodenpluralismus existiert und die Wahl der Methode stark vom Analyseinteresse und der Textsorte abhängt, wobei der Vergleichsmethode eine besondere Universalität zugesprochen wird.

5. Anlage: Enthält das Primärtext-Beispiel „Der Kirchhof“ von Friedrich Hölderlin.

6. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur und Stilistik-Theorien.

Schlüsselwörter

Stilanalyse, Methodik, Sprachwissenschaft, Pragmalinguistik, Textlinguistik, Strukturalismus, Stilistik, Textmuster, Vergleichende Analyse, Friedrich Hölderlin, Literatursprache, Stilelemente, Stilzüge, Rezeption, Interpretationsmethodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die methodischen Herausforderungen und unterschiedlichen wissenschaftlichen Vorgehensweisen bei der Analyse von Stil in Texten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung der Stilistik, pragmalinguistische und textlinguistische Analyseansätze, das Konzept des Vergleichens sowie den Strukturalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu prüfen, ob es für jede Stiluntersuchung eine passende Methode gibt oder ob eine universelle Methode zur Stilanalyse existiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und sprachwissenschaftliche Arbeit, die verschiedene Methoden gegenüberstellt und diese an einem konkreten Gedichtbeispiel exemplarisch anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische methodische Ansätze detailliert diskutiert: der pragmalinguistische und textlinguistische Ansatz, das methodische Konzept des Vergleichens sowie die strukturalistische Untersuchung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Stilanalyse, Methodenpluralismus, Strukturalismus, Sprachwissenschaft und Textsortenanalyse charakterisiert.

Warum wird das Gedicht "Der Kirchhof" von Friedrich Hölderlin als Beispiel gewählt?

Das Gedicht dient als Anwendungsobjekt für die strukturalistische Stilanalyse, um die theoretischen Aspekte (Form, Syntax, Lexik) praktisch zu veranschaulichen.

Welche Rolle spielt das "tertium comparationis" in der Vergleichsmethode?

Es dient als vergleichendes Drittes, um durch eine definierte Bezugsgröße (z. B. Textnormen oder innere Strukturmerkmale) eine objektivere Vergleichbarkeit der Textelemente zu ermöglichen.

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Details

Title
Zur Methodik von Stiluntersuchungen
College
University of Potsdam  (Germanistik)
Course
Perspektiven auf Stil
Grade
2,0
Author
Sebastian Krüger (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V13999
ISBN (eBook)
9783638195102
Language
German
Tags
Methodik Stiluntersuchungen Perspektiven Stil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Krüger (Author), 2003, Zur Methodik von Stiluntersuchungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13999
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