Ignatius von Loyola

Vom Soldaten zum Mann der Kirche


Hausarbeit, 2006

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnism

1 Einleitung

2 Ignatius von Loyola
2.1 Allgemeine Angaben zur Person
2.2 Vision bei Manresa

3 Die Pilgerjahre bis hin zur Priesterweihe
3.1 Pilgerfahrt nach Jerusalem
3.2 Studium in Barcelona, Alcalá und Salamanca
3.3 Gelübde am Montmartre
3.4 Priesterweihe in Venedig

4 Geistliche Übungen
4.1 Die fünf Elemente der geistlichen Übungen

5 Jesuitenorden
5.1 Grundmotive des Armutsgedanken

6 Heiligsprechung

7 Ausblick

8 Literaturverzeichnis

9 Internetverzeichnis

1 Einleitung

Im Sommersemester 2006 besuchte ich das kirchengeschichtliche Seminar “Sancti Petri et Paule, orate pro nobis! Die Verehrung der Heiligen in Liturgie und Frömmigkeit“ bei Nikodemus Claudius Schnabel. Innerhalb dieses Seminars wurden das Thema der Kanonisation sowie Biographien einiger imposanter Heiliger fokussiert. Es reizte mich sehr, mehr über die Person des Ignatius von Loyola zu erfahren. So erforschte ich seine Person und machte sie zum Mittelpunkt meiner Hausarbeit. Ich möchte herausfinden welche Motive dem Pilger Ignatius zu Grunde lagen, um zu einem Mann der Kirche zu werden. Welchen Weg nahm er auf sich, vom weltlichen Heer zum himmlischen Heer? Welches Ereignis war so eindringlich, dass sein Geist wie erleuchtet blieb? Anschließend möchte ich seine Pilgerjahre beobachten. Wo hat er gewirkt? Wie hat er gelebt? Überdies möchte ich die von Ignatius verfassten geistlichen Übungen näher beleuchten, bevor ich dann die fünf charakteristischen Elemente der Exerzitien aufzeigen werde. Weiterhin werde ich, auf den durch Ignatius Wirken hin gegründete Jesuitenorden, eingehen. Im Besonderen konkretisiere ich an dieser Stelle die Grundmotive des Armutsgedanken. Am Ende meiner Arbeit möchte ich mich dem Thema der Selig- und Heiligsprechung widmen. Abschließend werde ich meine Arbeit resümieren und meine abschließenden Gedanken festhalten.

2 Ignatius von Loyola

2.1 Allgemeine Angaben zur Person

Inigo López de Loyoloa wurde 1491 – zu einer Zeit des Umbruchs – in Loyola geboren. Erst seit seiner Studentenzeit in Paris, begann er sich Ignatius von Loyola zu nennen[1]. Seine einschneiende Wirkung auf die Kirchengeschichte weist derart viele Verknüpfungen zu seiner Persönlichkeit auf, so „daß seine theologischen, pastoralen und kirchenpolitischen ‚Weichenstellungen’ wohl nur in ihrer lebensgeschichtlichen Rückbindung angemessen deutbar werden.“[2] In einer kinderreichen, katholischen Adelsfamilie wuchs Ignatius zu einem jungen Mann heran. Seine Eltern sahen in ihm einen zukünftigen Kleriker, er selbst jedoch hatte den Wunsch Ritter zu werden. So genoss er eine feudal-ritterliche Ausbildung am Hofe eines Verwandten in Arévalo. Mit 26 Jahren wurde er im Militär ausgebildet und trat in den Dienst des Herzogs von Nájera, des Vizekönigs von Navarras[3], ein. Die Wende seines Lebens wurde durch eine schwere Beinverletzung ausgelöst. Diese zog er sich 1521 „bei der Verteidigung von Pamplona gegen die Franzosen“[4] zu. Schon bald darauf wurde Ignatius in seine Heimatstadt Loyola gebracht. Nach einer mühevollen und schmerzhaften Reise unterzog er sich in Loyola mehreren Operationen. Sein Krankenbett wurde im elterlichen Schloss hergerichtet. Während seines Genesungsprozesses gab sich Ignatius fast gezwungenermaßen frommer Lektüre hin, da keine andere Literatur vorhanden war. So las er unter anderem ‚Ein Leben Christi’ und „eine Sammlung von Heiligenleben in spanischer Sprache.“[5] und fand bald Gefallen an derartiger Literatur. Die Folge war allerdings, dass sich Ignatius innerlich entzweit fühlte und seine weltliche Hoffnung nach seiner schweren Verwundung zu bröckeln begann. Auf der einen Seite verspürte er „nach weltlichen Gedanken (…) Leere und ‚Mißtrost’“[6]. Auf der anderen Seite aber waren diese Empfindungen für das Neue in seiner Seele, also die Betrachtung der Welt durch die geistige Brille, nicht zutreffend. Anstelle von Leere empfand er so Freude und vor allem Trost. Diese zwei Verschiedenheiten in seiner eigenen Psyche reflektierte er später und bezeichnete diese als „Unterscheidung der Geister“.[7] In diesem Moment in dem er diese zwei verschiedenen Geister in seinem Herzen spürte, begann der Weg seiner persönlichen Bekehrung zu Gott und er ließ immer mehr von weltlichen Gedanken ab. Den Durchbruch in sein Innerstes verdankte er also primär den religiösen Schriften. Auf seinem Krankenbett überlegte Ignatius sich, wie sein Leben nach der Genesung weitergehen sollte. Im Februar 1522 brach er schließlich auf. Ignatius machte fortan den Versuch dem weltlichen Heer abzusagen, um als Christ zu leben.

2.2 Vision bei Manresa

1522 machte Ignatius sich auf den Weg nach Manresa. Er führte ein Leben wie ein Bettler, „aß kein Fleisch und trank keinen Wein, selbst wenn man ihm welchen schenkte.“[8] Ignatius machte es sich zur Aufgabe schwere Bußwerke zu tun, um für Sünden der Vergangenheit Genugtuung zu leisten. Doch schon bald zeigten sich erste Zweifel an seiner Lebensweise, er war innerlich hin- und her gerissen. Zeiten voller Zuversicht und Trost folgten Zeiten des Zweifels und der Ungewissheit. Erst nach dem eindringlichen Erlebnis in Manresa fand er sein inneres Gleichgewicht wieder. Ignatius setzte sich an einem Fluss in Manresa nieder, als ihn eine Vision ereilte. Es war keine bildhafte Vision, sondern sie geschah im Inneren. Barthes verneint den Ausdruck Vision, er spricht von einer Ansicht, „weil es um alle Einheiten der imaginären Wahrnehmung geht“[9].

„Es wurde ihm das Verständnis und die Erkenntnis vieler Dinge über das geistliche Leben sowohl wie auch über die Wahrheiten des Glaubens und über das menschliche Wissen geschenkt. Dies war von einer so großen Erleuchtung begleitet, dass ihm alles in einem neuen Licht erschien. Und das, was er damals erkannte, lässt sich nicht in Einzelheiten darstellen (...). Nur dass er eine sehr große Klarheit in seiner Vernunft empfing.“[10]

Ignatius fühlte sich nach seiner inneren Vision klarer, mehr in der Mitte, er spürte nun den inneren Kontakt zu seinen Wurzeln. Diese Einsichten die er an jenem Tag in Manresa gewann wurden zum Fundament seiner 1551 verfassten ‚geistlichen Übungen’. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das „Bußleben, [die] innere Krise und [die] myst. Erleuchtungen (…) die Grundlage seiner Exerzitien“[11] bildeten. Ignatius sah von nun an, die Person Christi als absolute Mitte allen Seins. Er lebte konsequent asketisch, war sehr streng zu sich selbst und verfolgte sein neues Lebensziel: sich ganz dem Dienste Gottes und dem Heil der Seelen zu widmen.

3 Die Pilgerjahre bis hin zur Priesterweihe

3.1 Pilgerfahrt nach Jerusalem

Ignatius verwirklichte 1523 seinen Plan in die Heilige Stadt zu reisen. Die Reise war „genuiner Ausdruck seiner lebensgeschichtlichen Grundbewegung: die gegenwärtige Rückkehr zu Gott, dem menschengewordenen Ursprung, den er als Ziel seiner Zukunft auf sich zukommen“[12] sah. Ignatius brach im Februar in Manresa auf um zunächst per Schiff von Barcelona nach Italien zu reisen. In Italien angekommen, erhielt er von Papst Hadrian VI. den Segen für die Wallfahrt nach Jerusalem.[13] Nach einer langen Reise mit Hindernissen aber einem Urvertrauen in Gott, welches Ignatius durch die Erscheinungen Gottes immer wieder Kraft und Tröstung schenkten, erreichte er Jerusalem. Am liebsten wäre er für immer dort geblieben. In Jerusalem pilgerte er zweimal zum Ölberg hinauf, wo er sich in andächtiger Beschaulichkeit der vestigia Christi („der sog. Fußspuren von seiner Himmelfahrt“[14] ) Gott nahe wusste. Die zeitlichen Daten über seinen Fortgang aus Jerusalem variieren in den verschiedenen Quellen, jedoch herrscht Übereinstimmung darüber, dass Ignatius Jerusalem aufgrund der kirchlichen Behörden verlassen musste. Dessen ungeachtet verließ der Pilger Jerusalem mit einer viel größeren Kraft und einer neu gereiften Erkenntnis. Er fasste den Entschluss ein Studium zu beginnen, um sich mehr dem Seelenheil zu widmen; nach Imhof wurde ‚den Seelen zu helfen’ von nun an zu seinem Lieblingswort.[15]

[...]


[1] Vgl. Stierli, Josef, Ignatius von Loyola, S. 15.

[2] Imhof, Paul, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 29.

[3] Vgl. Imhof, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 30.

[4] Marcuse, Ludwig, Ignatius von Loyola, S. 327.

[5] Schneider, Burkhart, Der Bericht des Pilgers, S. 44.

[6] A.a.O., S. 14.

[7] Imhof, Paul, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 32.

[8] Schneider, Burkhart, Der Bericht des Pilgers, S. 55.

[9] Barthes, Roland, Loyola, S. 66.

[10] Imhof, Paul, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 35.

[11] Switek, Günter, Art. Ignatius v. Loyola, in: LThK, Sp. 410.

[12] Imhof, Paul, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 36.

[13] Vgl. A.a.O., S. 37.

[14] Maron, Gottfried, Ignatius von Loyola, S. 14.

[15] Imhof, Paul, Ignatius von Loyola, in: Greschat, Martin, Gestalten, S. 38.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Ignatius von Loyola
Untertitel
Vom Soldaten zum Mann der Kirche
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Verehrung der Heiligen in Liturgie und Frömmigkeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V140008
ISBN (eBook)
9783640501762
ISBN (Buch)
9783640501854
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ignatius von Loyola, Vom Soldaten zum Mann der Kirche, Historische Theologie, Kirchengeschichte
Arbeit zitieren
Nina Heiermann (Autor), 2006, Ignatius von Loyola, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140008

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