Im Sommersemester 2006 besuchte ich das kirchengeschichtliche Seminar “Sancti Petri et Paule, orate pro nobis! Die Verehrung der Heiligen in Liturgie und Frömmigkeit“ bei Nikodemus Claudius Schnabel. Innerhalb dieser Veranstaltung wurden das Thema der Kanonisation sowie Biographien einiger imposanter Heiliger fokussiert. Es reizte mich sehr, mehr über die Person des Ignatius von Loyola zu erfahren. So erforschte ich seine Person und machte sie zum Mittelpunkt meiner Hausarbeit. Ich möchte herausfinden welche Motive dem Pilger Ignatius zu Grunde lagen, um zu einem Mann der Kirche zu werden. Welchen Weg nahm er auf sich, vom weltlichen Heer zum himmlischen Heer? Welches Ereignis war so eindringlich, dass sein Geist wie erleuchtet blieb? Anschließend möchte ich seine Pilgerjahre beobachten. Wo hat er gewirkt? Wie hat er gelebt? Überdies möchte ich die von Ignatius verfassten geistlichen Übungen näher beleuchten, bevor ich dann die fünf charakteristischen Elemente der Exerzitien aufzeigen werde. Weiterhin werde ich, auf den durch Ignatius Wirken hin gegründete Jesuitenorden, eingehen. Im Besonderen konkretisiere ich an dieser Stelle die Grundmotive des Armutsgedanken. Am Ende meiner Arbeit möchte ich mich dem Thema der Selig- und Heiligsprechung widmen. Abschließend werde ich meine Arbeit resümieren und meine abschließenden Gedanken festhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 IGNATIUS VON LOYOLA
2.1 ALLGEMEINE ANGABEN ZUR PERSON
2.2 VISION BEI MANRESA
3 DIE PILGERJAHRE BIS HIN ZUR PRIESTERWEIHE
3.1 PILGERFAHRT NACH JERUSALEM
3.2 STUDIUM IN BARCELONA, ALCALÁ UND SALAMANCA
3.3 GELÜBDE AM MONTMARTRE
3.4 PRIESTERWEIHE IN VENEDIG
4 GEISTLICHE ÜBUNGEN
4.1 DIE FÜNF ELEMENTE DER GEISTLICHEN ÜBUNGEN
5 JESUITENORDEN
5.1 GRUNDMOTIVE DES ARMUTSGEDANKEN
6 HEILIGSPRECHUNG
7 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den biographischen und geistlichen Werdegang des Ignatius von Loyola, um die Motive nachzuvollziehen, die ihn vom weltlichen Soldaten zum bedeutenden Mann der Kirche und Begründer des Jesuitenordens reifen ließen.
- Lebensweg und Bekehrung des Ignatius von Loyola
- Die Bedeutung der Vision von Manresa und der Geistlichen Übungen
- Struktur und Zielsetzungen des Jesuitenordens
- Die ignatianische Armutstheologie und ihre Grundmotive
- Der Prozess der Heiligsprechung im historischen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.2 Vision bei Manresa
1522 machte Ignatius sich auf den Weg nach Manresa. Er führte ein Leben wie ein Bettler, „aß kein Fleisch und trank keinen Wein, selbst wenn man ihm welchen schenkte.“ Ignatius machte es sich zur Aufgabe schwere Bußwerke zu tun, um für Sünden der Vergangenheit Genugtuung zu leisten. Doch schon bald zeigten sich erste Zweifel an seiner Lebensweise, er war innerlich hin- und her gerissen. Zeiten voller Zuversicht und Trost folgten Zeiten des Zweifels und der Ungewissheit. Erst nach dem eindringlichen Erlebnis in Manresa fand er sein inneres Gleichgewicht wieder. Ignatius setzte sich an einem Fluss in Manresa nieder, als ihn eine Vision ereilte. Es war keine bildhafte Vision, sondern sie geschah im Inneren.
Barthes verneint den Ausdruck Vision, er spricht von einer Ansicht, „weil es um alle Einheiten der imaginären Wahrnehmung geht“.
„Es wurde ihm das Verständnis und die Erkenntnis vieler Dinge über das geistliche Leben sowohl wie auch über die Wahrheiten des Glaubens und über das menschliche Wissen geschenkt. Dies war von einer so großen Erleuchtung begleitet, dass ihm alles in einem neuen Licht erschien. Und das, was er damals erkannte, lässt sich nicht in Einzelheiten darstellen (...). Nur dass er eine sehr große Klarheit in seiner Vernunft empfing.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Der Autor erläutert den Anlass der Hausarbeit und gibt einen Überblick über den beabsichtigten Untersuchungsfokus auf das Leben und Wirken des Ignatius von Loyola.
2 IGNATIUS VON LOYOLA: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft, die militärische Prägung sowie das Bekehrungserlebnis des Ignatius nach seiner Verwundung bei Pamplona.
3 DIE PILGERJAHRE BIS HIN ZUR PRIESTERWEIHE: Der Abschnitt beschreibt die Stationen der spirituellen Suche, das Studium in verschiedenen Städten, das Gelübde am Montmartre und die schließlich erlangte Priesterweihe.
4 GEISTLICHE ÜBUNGEN: Hier wird das Wesen und der Zweck der Exerzitien sowie deren fünf charakteristische Elemente dargelegt.
5 JESUITENORDEN: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehungsgeschichte, der Struktur, dem Leitbild und den Grundmotiven des Armutsgedankens im Jesuitenorden.
6 HEILIGSPRECHUNG: Der Autor thematisiert den Tod des Ignatius sowie den formalen kirchlichen Prozess zur Selig- und Heiligsprechung.
7 AUSBLICK: Ein persönliches Resümee reflektiert die Bedeutung der Person Ignatius von Loyola und deren Wirkung auf die Kirchengeschichte.
Schlüsselwörter
Ignatius von Loyola, Jesuitenorden, Geistliche Übungen, Bekehrung, Armutsgelübde, Manresa, Heiligsprechung, Seelsorge, Vita apostolica, Exerzitien, Priesterweihe, Ordensgründung, Christozentrik, Mystik, Kirchengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Biographie des Ignatius von Loyola und zeichnet seinen Weg vom Soldaten zum Gründer des Jesuitenordens nach.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die persönliche Bekehrung, die Entwicklung der Geistlichen Übungen, die Gründung des Jesuitenordens sowie der Armutsgedanke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die zentralen Motive für die geistliche Wandlung des Ignatius zu identifizieren und sein Wirken im Kontext der Kirchengeschichte zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Biographien und Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lebensstationen, die Entstehung der Exerzitien und die ideelle sowie organisatorische Gründung der Gesellschaft Jesu.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Ignatius von Loyola, Jesuiten, Exerzitien, Armutsideal und Kanonisation stehen im Mittelpunkt.
Welche Bedeutung hatte die Vision bei Manresa für Ignatius?
Diese innere Erleuchtung bildete das Fundament für seine spätere geistliche Ausrichtung und die Grundlage seiner Exerzitien.
Warum war das Gelübde des Gehorsams für den jungen Orden so wichtig?
Der Gehorsam gegenüber dem Generaloberen und dem Papst diente als entscheidendes Element, um die Gemeinschaft zu festigen und von der Selbstbesorgtheit zu befreien.
Wie definiert sich der Armutsgedanke nach Ignatius?
Die Armut wird primär christozentrisch verstanden, als Nachfolge des armen Jesus und der Apostel, kombiniert mit innerer Loslösung.
- Citation du texte
- Nina Heiermann (Auteur), 2006, Ignatius von Loyola, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140008