Die Arbeit betrachtet das Gedicht von Hesiod "Werke und Tage" ("Die Erga", gr. "Erga kai hemerai") unter ökonomischem Aspekt. In der Arbeit wird die Meinung vertreten, dass sich in diesem Text ein bedeutender Teil des vortheoretischen ökonomischen Wissens der Griechen aus der archischen Epoche (8.-6. Jh. v. Chr.) widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Dichter Hesiod: Leben und Werk
2.1. Vita
2.2. Das Werk von Hesiod
3. Das Ökonomische in den Erga
3.1 Hintergründe der Entstehung von diesem Gedicht
3.2 Hesiods Thesen und Ratschläge
3.2.1 Die Thesen
3.2.1.1 Die These 1: Die Rolle der Armut und die zwei Eris
3.2.1.2 Die These 2: Arbeit als Strafe
3.2.1.3 Die These 3: „Recht als Abhilfe gegen die Not“
3.2.1.4 These 4: „Arbeit als Abhilfe gegen die Not“
3.2.2 Hesiods Praktische Ratschläge
3.2.2.1 Die Bedeutung der Nachbarschaft. Vom Geben und Nehmen
3.2.2.2 Die Sparsamkeit und das richtige Einteilen der Vorräte
3.2.2.3 Verlässlichkeit und Vertrauen
3.2.2.4 Die Verschuldung von Bauern
3.2.2.5 Oikosteilung
3.2.2.6 Arbeitskalender und die bäuerlichen Arbeiten
3.2.2.6.1 Herbst
3.2.2.6.2 Winter
3.2.2.6.3 Sommer
3.2.2.6.4 Seefahrt
3.2.2.7 Die Wahl einer guten Ehefrau
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Werk "Werke und Tage" des griechischen Dichters Hesiod, um das ökonomische, vortheoretische Verständnis bäuerlichen Lebens in der archaischen Zeit zu analysieren und in einen historischen Kontext einzuordnen.
- Analyse der ökonomischen Thesen Hesiods zu Arbeit, Armut und Recht.
- Untersuchung der praktischen Lebensratschläge für den landwirtschaftlichen Betrieb.
- Einordnung von Hesiods Aussagen in den historischen Kontext der archaischen Gesellschaft.
- Diskussion über die Rolle von Nachbarschaft, Selbstversorgung und Arbeitsdisziplin.
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Die These 1: Die Rolle der Armut und die zwei Eris
Am Anfang des Gedichtes46 sagt Hesiod folgendes: Das Wesen der Eris (Göttin der Zwie tracht) hat zwei Seiten: die eine ist schlecht (der Streit), die andere gut (der Wettstreit).47 Während die böse Eris der Menschheit nur Zwist und Feindseligkeit bringt, kann der Wett streit, mit der die Emotion Neid eng verbunden ist, sehr fördernd sein, indem er die Menschen zu arbeiten motiviert, um den gewünschten Reichtum erwerben zu können. In den Zeilen 20-27 der Erga steht:
„Sieht nämlich der Nichtstuer, wie sein reicher Nachbar mit Eifer pflügt, sät und Haus wohl bestellt, dann eifert der Nachbar dem Nachbar nach, der zum Wohlstand eilt. Fördernd ist solcher Wetteifer für die Menschen, und so grollt der Töpfer dem Töpfer und der Zimmerman dem Zimmermann, der Bett ler neidet dem Bettler, und der Sänger dem Sänger.“48
Die Idee von Hesiod ist sehr interessant, denn Hesiod hat hier praktisch die (neo)liberale Auffassung der Armut, des Wettbewerbs und (sozialen) Neides vorweggenommen, mehr als 2000 Jahre bevor diese Ideen als Teil der protestantischen Ideologie entstanden sind und dann weiter zum modernen Neoliberalismus weiterentwickelt wurden: Hesiod betrachtet hier die Armut, den Neid und die Konkurrenz (in Form des Streites) als wichtige ökonomische Fakto ren, die eine positive Auswirkung auf den Menschen haben (können).49
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Hesiods Werk "Werke und Tage" als bedeutende Quelle für das ökonomische Denken in der griechischen archaischen Zeit vor.
2. Der Dichter Hesiod: Leben und Werk: Dieses Kapitel liefert biographische Informationen zu Hesiod und ordnet sein Schaffen in die Gattung des Sach-Epos ein.
3. Das Ökonomische in den Erga: Der Hauptteil untersucht die wirtschaftlichen Gedanken Hesiods, unterteilt in allgemeine Thesen und praktische Ratschläge für das bäuerliche Leben.
4. Schluss: Das Schlusskapitel würdigt die Rolle des Gedichts als eine der wenigen aussagekräftigen historischen Quellen für die wirtschaftliche Situation um 700 v. Chr.
Schlüsselwörter
Hesiod, Werke und Tage, griechische Archaik, bäuerliche Ökonomie, Landwirtschaft, Arbeitsethik, Wettbewerb, Eris, Subsistenzwirtschaft, Oikos, historische Quellen, Wirtschaftsgeschichte, Antike, Nachbarschaftshilfe, Arbeitskalender.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ökonomischen Vorstellungen, die sich im epischen Gedicht "Werke und Tage" des antiken Dichters Hesiod finden lassen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Rolle der Arbeit, der Wettbewerb, die Bedeutung von Recht und Gerechtigkeit sowie praktische Anweisungen zur bäuerlichen Lebensführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das vortheoretische ökonomische Wissen der Griechen in der archaischen Zeit am Beispiel von Hesiods Gedicht zu schildern und den historischen Kontext zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Primärtextes unter Hinzuziehung einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur zur antiken Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in allgemeine wirtschaftliche Thesen Hesiods sowie in konkrete praktische Ratschläge für die Landwirtschaft, das soziale Miteinander und die Haushaltsführung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Autarkie, Oikos, Arbeitsethik, Wettbewerb (Eris) und der historische Kontext der griechischen Archaik.
Warum spielt die Nachbarschaft eine so große Rolle für Hesiod?
Aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen und der Gefahr von Hungersnöten war gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe in Form von Anleihen in dieser Zeit überlebenswichtig.
Wie bewertet Hesiod die Arbeit im Vergleich zum Nichtstun?
Hesiod betrachtet Arbeit als notwendiges Übel und Strafe, jedoch zugleich als einzig legitimen Weg zu Reichtum und Ansehen, während er das Nichtstun als Schande brandmarkt.
- Quote paper
- Wadim Immel (Author), 2009, Hesiods Erga als wirtschaftshistorische Quelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140038