Die vorliegende Masterarbeit gibt einen umfassenden Einblick in die vielschichtige und komplex wirkende Welt der Connected Cars. Sie zeigt sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen auf, die sich aus der rapiden voranschreitenden Entwicklung dieser Technologie ergeben. Bezogen auf diesen Fokus werden Aspekte wie der Datenschutz, der strukturelle Wandel in der Automobilindustrie sowie die Funktionalität von Connected Cars durch die quantitative Datenerhebung vertieft analysiert.
In Anbetracht der vielfältigen analysierten Erkenntnisse, die diese Masterarbeit im Bereich Connected Cars identifiziert hat, werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, die für die Automobilbranche von Interesse sein dürften.
Die fortschreitende Digitalisierung hat in nahezu allen Lebensbereichen tiefgreifende Veränderungen herbeigeführt, und die Automobilindustrie bildet da keine Ausnahme. Moderne Fahrzeuge sind nicht länger nur Mittel zur Fortbewegung, sondern entwickeln sich immer mehr zu vernetzten, intelligenten Systemen. Im Zentrum dieser Entwicklung stehen Connected Cars, die mithilfe von Apps und neuen Softwaretechnologien eine breite Palette an Funktionen und Dienstleistungen bieten, von Navigation und Fahrzeugdiagnose bis hin zu Unterhaltungsangeboten. Während diese Technologien das Potenzial haben, das Fahrerlebnis zu revolutionieren und den Nutzern im Alltag erheblichen Mehrwert zu bieten, stellen sie den Fahrzeugnutzern auch vor neue Herausforderungen. Datenschutzbedenken, die Entstehung neuer Geschäftsmodelle und die grundlegende Umgestaltung der Automobilbranche sind nur einige der komplexen Fragen, die im Zuge der digitalen Transformation auftauchen.
Inhaltsverzeichnis
- I Inhaltsverzeichnis
- II Abbildungsverzeichnis
- III Tabellenverzeichnis
- IV Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Ausgangslage und Problemstellung
- 1.2 Zielsetzung der Arbeit
- 1.3 Aufbau der Arbeit
- 1.4 Methodisches Vorgehen
- 2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen
- 2.1 Definition
- 2.2 Vernetzung und Kommunikation des Connected Car
- 2.3 Technologie und Hardware beim Connected Car
- 2.4 Mission und Vision aus der Sicht von Automobilherstellern
- 2.5 Nachfrage und Angebot
- 2.6 Chancen für Automobilhersteller
- 2.7 Innovations- und Zukunftstrends im Bereich des Connected Car
- 2.8 Datenschutz und -verarbeitung bei Connected Cars
- 3 Empirische Forschung: Connected Car Apps – Digitalisierung im Fahrzeug
- 3.1 Hypothesenbildung
- 3.1.1 Hypothese 1: Datenschutz
- 3.1.2 Hypothese 2: Strukturelle Veränderungen
- 3.1.3 Hypothese 3: Funktionalität
- 3.2 Quantitative Datenerhebung
- 3.2.1 Onlinebefragung
- 3.2.2 Fragebogenkonzeption
- 3.3 Allgemeine Ergebnisse der Befragung
- 3.4 Hypothesenprüfung
- 3.4.1 Hypothesenprüfung 1: Datenschutz
- 3.4.2 Hypothesenprüfung 2: Strukturelle Veränderungen
- 3.4.3 Hypothesenprüfung 3: Funktionalität
- 3.1 Hypothesenbildung
- 4 Handlungsempfehlungen
- 4.1 Altersspezifische Preisstrategien als Innovationsansatz im Bereich der Connected Cars
- 4.2 Strategien zur Verbesserung von Datenschutz und Datensicherheit in Connected Cars
- 4.3 Strategische Neuausrichtung durch die Spinn-Off-Methode zur Bewältigung Organisatorischer Herausforderungen
- 4.4 Handlungsempfehlungen für weitere Forschungen und Analysen
- 5 Fazit und Ausblick
- V Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Automobilindustrie, insbesondere im Kontext von Connected Car Apps. Sie zielt darauf ab, ein tiefergehendes Verständnis der Funktionalitäten, des Mehrwerts für Fahrzeugnutzer, der Herausforderungen im Datenschutz sowie der strukturellen Veränderungen in der Automobilbranche durch diese Technologien zu schaffen.
- Analyse der Akzeptanz und des Nutzens von Connected Car Apps durch Fahrzeugnutzer.
- Untersuchung von Datenschutzbedenken und Datensicherheitsmaßnahmen im Kontext vernetzter Fahrzeuge.
- Bewertung der Auswirkungen von Connected Cars auf die Geschäftsmodelle und Dienstleistungen der Automobilindustrie.
- Identifikation thematischer Schwerpunkte wie Funktionalität, Fahrsicherheit und Effizienz durch Digitalisierung im Fahrzeug.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Automobilhersteller und Dienstleister.
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
Die deutsche Automobilindustrie, darunter die VW Group, Daimler und BMW, welche zu den High Performern im Automobilsektor zählen, bieten Kunden die Möglichkeit an sich im Fahrzeug jederzeit mit der Umwelt zu vernetzen. Fahrzeugnutzer profitieren von der Konnektivität der Fahrzeuge, welche durch innovative Connected Car Apps oder Softwarelösungen gesteuert werden. Die Integration dieser Dienste und Lösungen in Fahrzeugen bietet nicht nur neue Möglichkeiten für Navigation, Unterhaltung und Kommunikation, sondern öffnet auch die Tür zu innovativen Ansätzen in den Bereichen Sicherheit und Fahrzeugeffizienz (vgl. Center of Automotive Management, 2021, o. S.).
Allerdings bringt die Digitalisierung im Fahrzeug auch eine Reihe von komplexen Herausforderungen mit sich, die von technischen Aspekten über Datenschutz bis hin zur Benutzerakzeptanz reichen. In diesem Kontext erhebt sich zudem die Frage, wie Connected Car Apps von Autofahrern angenommen werden und welchen Mehrwert die Funktionalitäten dem Fahrzeugnutzer bieten können (vgl. Center of Automotive Management, 2021, o. S.).
Um die Nutzung dieser Dienste für den Kunden anbieten zu können, erfasst, speichert und wertet das vernetzte Fahrzeug dabei Fahrzeugdaten über den Fahrer und sein Fahrzeug aus. Für den Fahrzeugnutzer ist es oft unklar, welche Daten genau bei der Nutzung dieser Dienste erfasst, gespeichert und verarbeitet werden dürfen und welche Aussage es über das Fahrzeug sowie den Fahrer aussagt. Die Verarbeitung dieser Daten ist nur zulässig, wenn hierfür eine Einwilligung der betroffenen Personen vorliegt und der Zweck für die Erhebung dieser Daten für den Nutzer klar verständlich und transparent beschrieben wird (vgl. Roßnagel und Hornung, S. 2 ff., 2019). Aufgrund der Komplexität der Daten können viele Fahrzeugnutzer bei Vertragsabschluss die Tragweite ihrer Entscheidung oftmals nicht einschätzen (vgl. Verbraucherzentrale NRW, 2019, S.6 f.).
Laut einer Studie der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey könnten mit Fahrzeugdaten im Jahr 2030 weltweit zwischen 450 und 750 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Das Ziel vieler Unternehmen ist es dabei, frühzeitige Fehler an Fahrzeugen zu erkennen, das Fahrverhalten für Marketingzwecke zu nutzen und neuartige After-Sales-Dienstleistungen für den Kunden zu entwickeln (vgl. McKinsey & Company, 2017, o. S.).
Die Digitalisierung im Fahrzeug ist zudem nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern auch ein struktureller Wandel innerhalb der Automobilbranche. Durch die Einführung neuer Technologien entstehen innovative Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, die von vernetzten Versicherungslösungen bis hin zu Cloud-basierten Entertainment-Systemen reichen. Solche Entwicklungen verändern nicht nur die traditionellen Geschäftsfelder der Automobilhersteller, sondern öffnen auch für Start-ups und Technologieunternehmen neue Nischen und Möglichkeiten. Infolgedessen verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Software- und Datenkompetenzen steigen im Stellenwert, während traditionelle Fertigungsfähigkeiten an Bedeutung verlieren (vgl. Simo, 2019, S. 311 ff.).
Für den Fahrzeugnutzer ergeben sich aus dieser Dynamik sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Die Technologien von Connected Cars bieten erhebliche Vorteile in Form von gesteigerter Effizienz, Sicherheit und Komfort. Dennoch steht die Industrie vor der anspruchsvollen Aufgabe, diese Innovationen so zu gestalten, dass sie den ständig wechselnden und sehr individuellen Präferenzen der Nutzer gerecht werden. Das Problem wird durch die Tatsache, dass Nutzerpräferenzen variabel und kontextabhängig sind und durch Faktoren wie Demografie, technische Affinität und kulturelle Hintergründe beeinflusst wird, zusätzlich komplexer. Daher stellt sich die Frage, wie Unternehmen sowohl die strukturellen Veränderungen in der Branche als auch die sich wandelnden Nutzerpräferenzen in ihre Strategie integrieren können. Die Ignoranz gegenüber diesen dynamischen Variablen könnte nicht nur die erfolgreiche Einführung neuer Dienstleistungen behindern, sondern auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gefährden (vgl. Roßnagel und Hornung, S. 2 ff., 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Digitalisierung im Fahrzeug ein, beleuchtet die Ausgangslage und Problemstellung der Connected Cars und formuliert die Forschungsfragen und Ziele der Arbeit, sowie das methodische Vorgehen.
Kapitel 2 Grundlagen und Begriffsbestimmungen: Hier werden zentrale Begriffe wie "Connected Car" definiert, technische Grundlagen von Vernetzung und Hardware erläutert, die Perspektiven von Automobilherstellern sowie Nachfrage- und Angebotsaspekte untersucht und rechtliche Rahmenbedingungen zum Datenschutz dargelegt.
Kapitel 3 Empirische Forschung: Connected Car Apps – Digitalisierung im Fahrzeug: In diesem Hauptteil werden Hypothesen zu Datenschutz, strukturellen Veränderungen und Funktionalität aufgestellt, eine quantitative Onlinebefragung durchgeführt, deren Ergebnisse präsentiert und die aufgestellten Hypothesen umfassend geprüft.
Kapitel 4 Handlungsempfehlungen: Aufbauend auf den Forschungsergebnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für altersspezifische Preisstrategien, Verbesserungen im Datenschutz und strategische Neuausrichtungen der Automobilindustrie abgeleitet.
Kapitel 5 Fazit und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, bewertet die Auswirkungen der Digitalisierung im Fahrzeug und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder.
Schlüsselwörter
Connected Car, Digitalisierung, Automobilindustrie, Apps, Datenschutz, Fahrsicherheit, Funktionalität, Bezahlmodelle, Nutzerakzeptanz, Innovationsstrategien, Strukturelle Veränderungen, Quantitative Forschung, Hypothesenprüfung, Deutschland, Telematikdienste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Digitalisierung im Fahrzeug durch Connected Car Apps und analysiert deren Auswirkungen auf die Automobilindustrie, die Fahrzeugnutzer sowie die damit verbundenen Herausforderungen im Bereich Datenschutz und Akzeptanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die technologische Entwicklung von Connected Cars, deren Einfluss auf Geschäftsmodelle, die Nutzerakzeptanz und den Mehrwert von Diensten, sowie umfassende Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, ein tiefergehendes Verständnis von Connected Cars und ihren Funktionalitäten zu entwickeln, unter Berücksichtigung der Ausgangslage, Problemstellung, Datenschutzbedenken, Akzeptanz durch Nutzer und struktureller Veränderungen in der Automobilbranche.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
In dieser Masterarbeit wird eine quantitative Forschungsmethode angewendet, die primär auf einer Onlinebefragung basiert, um Daten zu sammeln, Phänomene zu analysieren und Hypothesen statistisch zu testen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil der Arbeit (Kapitel 3) befasst sich mit der empirischen Forschung, der Aufstellung und Prüfung von Hypothesen bezüglich Datenschutz, struktureller Veränderungen in der Automobilbranche und der Funktionalität von Connected Car Apps, basierend auf einer quantitativen Datenerhebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Connected Car, Digitalisierung, Automobilindustrie, Apps, Datenschutz, Fahrsicherheit, Funktionalität, Bezahlmodelle, Nutzerakzeptanz, Innovationsstrategien und quantitative Forschung.
Wie bewerten die Befragten die Wichtigkeit von Datensicherheitsmaßnahmen?
Die Befragungsergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Teilnehmer Datensicherheitsmaßnahmen für sehr wichtig hält und mit zunehmendem Alter die Bedeutung dieser Maßnahmen steigt.
Wie stehen die Befragten zu strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie durch Connected Cars?
Eine überwältigende Mehrheit der Befragten (über 80%) erachtet strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie aufgrund der Digitalisierung durch Connected Cars als notwendig und sieht Connected Cars eher als Chance denn als Bedrohung.
Welche Kriterien sind für die Nutzung von Connected Car Services am wichtigsten?
Laut den Umfrageergebnissen sind Preis/Kosten, Bedienbarkeit und Sicherheit die am häufigsten genannten und als sehr wichtig eingestuften Kriterien für die Nutzung von Connected Car Services.
Inwiefern beeinflusst die Digitalisierung die Akzeptanz und Nutzung von Connected Car Services in verschiedenen Altersgruppen?
Die Analyse zeigt, dass jüngere Altersgruppen eine höhere Akzeptanz und intensivere Nutzung von Connected Car Diensten aufweisen, während ältere Altersgruppen tendenziell skeptischer sind und die Nutzung mit zunehmendem Alter abnimmt, was Implikationen für Marketingstrategien hat.
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- M.Sc. Mehmet Tufan (Author), 2023, Connected Car Apps. Digitalisierung im Fahrzeug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1400767