Suizid ist eine der häufigsten Todesursachen im Rahmen von psychischen Erkrankungen. Sie haben verheerende Auswirkungen auf das Umfeld des Suizid-Verstorbenen. Oftmals werden die Familien, Freunde und Angehörige mit offenen Fragen und Hilflosigkeit zurückgelassen.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich weltweit circa 800.000 bis zu 1 Million Menschen durch Suizid. Dies bedeutet, dass rund alle 40 Minuten ein Mensch sein Leben durch Suizid beendet. Allein in Deutschland begehen rund 10.000 Menschen durchschnittlich pro Jahr Selbstmord, wobei die Anzahl der Suizid betroffenen Männer 3-mal so hoch ist wie der betroffenen Frauen.
Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass in jeder Stunde, an jedem Tag, an 365 Tagen im Jahr ein Suizid in Deutschland begangen wird. Mit einem Anteil von 1% aller Todesfälle, stellen Suizidtötungen somit keine unbedeutende Todesursache dar. Trotz der hohen Fallzahlen wurde das Thema Suizid in der Vergangenheit ignoriert und tabuisiert, sodass sich die Verfasserin dieser Hausarbeit mit der Fragestellung beschäftigen möchte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Störungsbild Suizidalität
2.2 Störungsbild Suizid
2.3 Interpersonelle Theorie suizidalen Verhaltens
2.4 Definition Krise
2.5 Krisentypen
3 Interventions- und Präventionsmaßnahmen
3.1 Allgemeine Grundlagen der Krisenintervention
3.2 Stufenmodell Krisenintervention nach Schnyder
3.3 BELLA-System in der Krisenintervention nach Sonneck
3.4 Präventionsmaßnahmen
4 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht, welche Kriseninterventions- und Präventionsmethoden in der Therapie eingesetzt werden können, um suizidalem Verhalten entgegenzuwirken und Suizide effektiv zu verhindern.
- Grundlagendefinitionen von Suizidalität, Suizid und Krisen
- Analyse der interpersonellen Theorie suizidalen Verhaltens nach Joiner
- Bewertung von Kriseninterventionsmodellen (Schnyder & BELLA-System)
- Überblick über den 4-Ebenen-Interventionsansatz zur Suizidprävention
Auszug aus dem Buch
Störungsbild Suizidalität
Das Störungsbild Suizidalität umfasst alle Gedanken und Handlungen, bei denen es darum geht, den eigenen Tod anzustreben. Es ist jedoch zu ergänzen, dass der Tod oder das Sterben nicht im zentralen Vordergrund steht, sondern eher als Ausweg gesehen wird, Lebensprobleme zu lösen und davon wegzukommen. Die betroffenen Personen sehen keinen Lösungsweg, fühlen sich ohnmächtig und müde. Die Gedanken an Selbsttötung verschafft ihnen einen Ausweg aus der scheinbar unlösbaren Situation (Wolfersdorf, 1996, S. 1-16).
Unterschieden wird zwischen latenter und akuter Suizidalität. Die latente Suizidalität wird von den betroffenen Personen nur zeitweise, allerdings mit nicht konkretisierten und bevorstehenden Suizidabsichten geäußert. Des Weiteren kann sich die betroffene Person auf alternative Lösungswege als den Suizid einlassen. Im Unterschied zur latenten Suizidalität äußern betroffene Personen mit einer akuten Suizidalität sehr dominant ihre Selbsttötungsabsichten. Diese Personen haben konkrete Pläne bezüglich des Vorgehens, der Selbsttötungsmethode, der Zeit und es Ortes. Auf alternative Lösungsansätze kann sich die betroffene Person nicht einlassen, so dass keine Distanzierung zur Selbsttötung vorgenommen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Suizidalität als häufige Todesursache ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Suizidalität, Suizid und Krise definiert sowie theoretische Erklärungsmodelle für suizidales Verhalten vorgestellt.
3 Interventions- und Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel erläutert grundlegende Interventionsprinzipien sowie spezifische Modelle wie das Stufenmodell nach Schnyder und das BELLA-System.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Wirksamkeit der vorgestellten Ansätze zusammen und bewertet deren Rolle bei der Senkung von Suizidraten im Kontext internationaler Aktionspläne.
Schlüsselwörter
Suizidalität, Suizidprävention, Krisenintervention, Störungsbild, psychische Erkrankung, BELLA-System, 4-Ebenen-Ansatz, interpersonelle Theorie, Krisenbewältigung, Suizidversuch, psychologische Diagnostik, Therapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den Hintergründen von Suizidalität und analysiert, welche therapeutischen und präventiven Strategien zur Senkung der Suizidraten eingesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt Begriffsdefinitionen, theoretische Modelle zu Suizidabsichten sowie etablierte Interventions- und Präventionskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Interventions- und Präventionsmaßnahmen in der Therapie effektiv sind, um Suizidhandlungen entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Modelle, Leitlinien und statistische Daten zur Krisenintervention auswertet.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des suizidalen Verhaltens nach der interpersonellen Theorie und die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Kriseninterventionsmodellen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Krisenintervention, Suizidprävention, 4-Ebenen-Ansatz und die Modelle von Schnyder und Sonneck.
Wodurch unterscheidet sich das BELLA-System vom Stufenmodell?
Während beide Modelle phasenorientiert sind, nutzt das BELLA-System ein Akronym zur Strukturierung der Erstversorgung, das spezifisch die Beziehungsgestaltung und Symptomlinderung priorisiert.
Welche Rolle spielt die interpersonelle Theorie nach Joiner?
Diese Theorie dient dazu, die notwendigen Bedingungen (wie etwa das Gefühl der Belastung für andere in Verbindung mit erworbener Suizidfähigkeit) zu erklären, die das Risiko für einen Suizidversuch massiv erhöhen.
- Quote paper
- Nancy Ferber (Author), 2023, Kriseninterventions- und Präventionsstrategien bei Suizidalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1400869