Die Ausarbeitung zu Aristoteles´ Werk „Nikomachische Ethik“ beinhaltet zum Fünften Buch die Kapitel 8-11 und 14. Meine Strukturierung entspricht seinen Kapiteln, da es am sinnvollsten ist, die Zäsuren, die er vorgenommen hat, beizubehalten, um den Inhalt besser darlegen zu können.
Näher vorgestellt werden die verschiedenen Typen von Gerechtigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Kapitel 8
2.2 Kapitel 9
2.3 Kapitel 10
2.4 Kapitel 11
2.5 Kapitel 14
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse ausgewählter Kapitel des fünften Buches der „Nikomachischen Ethik“ von Aristoteles. Ziel ist es, die aristotelischen Bestimmungen zu Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit sowie den verschiedenen Formen des Rechts und der Handlungsbeurteilung strukturiert darzulegen und die logischen Zusammenhänge innerhalb der philosophischen Argumentation nachzuvollziehen.
- Widervergeltung als Form der Gerechtigkeit
- Differenzierung zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit
- Die Rolle des politischen Rechts im Staat
- Natürliches versus gesetzliches Recht
- Kriterien für die Beurteilung und Entschuldbarkeit von Handlungen
- Das Verhältnis von Billigkeit zu Gerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Kapitel 8
Im achten Kapitel des Fünften Buches untersucht Aristoteles inwiefern die Widervergeltung einer Form der Gerechtigkeit, die er zuvor definiert hat, zu zuordnen ist.
Einleitend werden zwei Positionen vorgestellt, welche die Widervergeltung als das Gerechte schlechthin darstellen (vgl. 1132b21-25). Der Begriff der Widervergeltung bedeutet Gleiches mit Gleichem zu sühnen, ganz nach dem Prinzip: „Auge um Auge“ und „Zahn um Zahn“.
Anschließend stellt er fest, dass die Widervergeltung nicht mit der distributiven oder der kommutativen Gerechtigkeitsform der partikularen Gerechtigkeit übereinstimmt. Veranschaulicht wird durch ein Beamten- Beispiel wie sich die Widervergeltung unmöglich konstant gewähren kann, wenn es sich bei den beteiligten Personen nicht um Ebenbürtige handelt. Zum Beispiel darf derjenige, der einen Beamten schlägt, geschlagen werden und sollte sogar eine zusätzliche Bestrafung erhalten, wobei sich dies umgekehrt nicht entsprechend verhalten würde (vgl. 1132b30). Damit ist die distributive Gerechtigkeit, die entsprechend der Würdigkeit der Person austeilt, vorab ausgeschlossen. Bleibt bei der kommutativen Gerechtigkeitsform näher zu prüfen, ob sich die Widervergeltung dort findet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Struktur der Ausarbeitung, die sich am fünften Buch der „Nikomachischen Ethik“ orientiert.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Gerechtigkeitsformen, Rechtsbegriffe und Beurteilungskriterien aristotelischer Ethik.
2.1 Kapitel 8: Aristoteles prüft, ob die Widervergeltung unter die Formen der Gerechtigkeit fällt und stellt fest, dass sie eine proportionale Gleichheit herstellt.
2.2 Kapitel 9: Dieses Kapitel definiert Gerechtigkeit als Mitte zwischen Unrechttun und Unrechtleiden sowie die entgegengesetzten Extreme der Ungerechtigkeit.
2.3 Kapitel 10: Hier wird untersucht, wie sich Handlungen im staatlichen Kontext unterscheiden und welche Rolle das Gesetz sowie die Freiwilligkeit bei der Beurteilung spielen.
2.4 Kapitel 11: Es wird analysiert, ob man freiwillig Unrecht leiden kann, wobei die Argumentation zu dem Schluss kommt, dass dies nicht möglich ist.
2.5 Kapitel 14: Dieses Kapitel thematisiert die Billigkeit als „besseres Recht“ und deren Funktion als Korrektur des gesetzlich Gerechten.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit, Widervergeltung, Recht, politisches Recht, Freiwilligkeit, Unfreiwilligkeit, Handlungsbeurteilung, Billigkeit, Tugend, Gesetz, Proportionalität, Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine interpretative Ausarbeitung der Kapitel 8-11 und 14 aus dem fünften Buch der „Nikomachischen Ethik“ von Aristoteles.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Gerechtigkeit, den Rechtsbegriff, die Bedingungen freiwilligen Handelns und das Verhältnis von Gesetz und Billigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Zäsuren und Argumentationsschritte des Aristoteles in den genannten Kapiteln verständlich darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die textual-analytische Methode, um Aristoteles' Definitionen durch direkten Textbezug und logische Rekonstruktion zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Unterkapitel, die sukzessive Begriffe wie Widervergeltung, Mitte, staatliches Recht und Handlungsentschuldbarkeit durchleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gerechtigkeit, Widervergeltung, Freiwilligkeit, politisches Recht und Billigkeit.
Warum kann man laut Aristoteles kein Unrecht freiwillig leiden?
Da Unrecht leidet, wer jemanden unfreiwillig schädigt, und es keinen freiwilligen Schaden gegen sich selbst geben kann, schließt Aristoteles dies aus.
Was unterscheidet das natürliche vom gesetzlichen Recht?
Das natürliche Recht gilt allgemeingültig und unveränderlich, während das gesetzliche Recht durch Konventionen festgelegt und somit veränderlich ist.
Warum bezeichnet Aristoteles Gerechtigkeit als „fremdes Gut“?
Weil das Handeln des Herrschenden, der über das Gerechte wacht, nicht ihm selbst, sondern der Gemeinschaft und den Mitmenschen zugutekommt.
Welche Funktion hat die Billigkeit?
Die Billigkeit dient als Korrektur des gesetzlich Gerechten, falls das allgemeine Gesetz in einem speziellen Fall zu Härten führen würde.
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- Duygu Oecaldi (Author), 2008, 'Aristoteles: Nikomachische Ethik' - Eine Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140104