Innerhalb dieser Arbeit soll die Betrachtung der Erwachsenenbildung auf die betriebliche Weiterbildung fokussiert werden.
Seit vielen Jahren bekannt und allgemein an Bedeutung gewinnend: Das Prinzip des lebens-langen Lernens. Dieses Prinzip vereint in sich einen durch Globalisierung ausgelösten Wandel, neue Anforderungen in der Technik und der Digitalisierung, aber auch Betrachtungsweisen des Lehrens und des Lernens, die Didaktik, Methodik und Rolle des Lehrenden. Es ist mehr geworden, als ein einfacher Begriff, der aussagen will, dass stetiges Lernen wichtig ist. Das lebenslange Lernen wird oft synonym mit der Erwachsenenbildung im Allgemeinen genannt, wobei hier zu beachten ist, dass es bereits vor vielen Jahren nicht die eine Erwachsenenbildung gab. Daran hat sich nicht viel geändert, da immer noch je nach Veranstaltungsform, Konzeption und Träger der Erwachsenenbildung die Definition unterschiedlich ausfällt.
Auch im Arbeitsumfeld ist durch neue Anforderungen und die Wichtigkeit des stetigen Lernens, die Relevanz der Weiterbildung stark angestiegen und eröffnet dadurch weitere Aufgabenbereiche der Erwachsenenbildung. Wie kann bspw. eine betriebliche Weiterbildung pädagogisch professionell gestaltet werden? Besonders interessant ist hierbei stets die Rolle des Erwachsenenbildners / der Erwachsenenbildnerin, da die Lehrperson maßgeblich die Gestaltung und den Erfolg von Bildungsformaten prägt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Relevanz und Einordnung des Themas
3. Betriebliche Weiterbildung
3.1 Ziele
3.2 Herausforderungen
4. Professionalität der Lehrperson und Gestaltungsmöglichkeiten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die pädagogische Professionalisierung der betrieblichen Weiterbildung mit einem besonderen Fokus auf die entscheidende Rolle der Lehrperson bei der Gestaltung von Bildungsformaten. Dabei wird analysiert, wie Dozierende durch professionelles Handeln, Methodenwahl und einen reflektierten Umgang mit Störungen den Lernerfolg und die Teilhabe in betrieblichen Lernkontexten maßgeblich beeinflussen können.
- Differenzierung zwischen beruflicher und betrieblicher Weiterbildung
- Analyse der Ziele und Herausforderungen im betrieblichen Bildungssektor
- Bedeutung der Subjektorientierung für das Lehren und Lernen
- Professionalität der Lehrperson im Umgang mit Störungen und schwierigen Teilnehmenden
- Didaktische Prinzipien zur Gestaltung lernförderlicher Umgebungen
Auszug aus dem Buch
Professionalität der Lehrperson und Gestaltungsmöglichkeiten
Bevor sich dem professionellen Handeln der Lehrperson gewidmet wird, soll zuerst die Rolle des Lehrenden geklärt werden. Dazu wird vor allem ein Blick auf das Lernen von Erwachsenen geworfen, die als Zielgruppe betrieblicher Weiterbildung definiert werden können. Innerhalb der Erwachsenenbildung lassen sich unterschiedliche Ebenen unterscheiden, welche hier kurz zur Einordnung genannt werden sollen. Besonders bekannt sind dabei die Makro- und die Mikroebene der Didaktik. Hierbei bezieht sich die Makrodidaktik vor allem auf die übergreifende Planung und die Rahmenbedingungen, welche beachtet werden müssen (vgl. Gudjons u. Traub 2016, S. 341). In der folgenden Betrachtung soll es vielmehr um die Mikrodidaktik gehen, welche sich auf die „[…] Vorbereitung von Veranstaltungen und konkrete[n] Lehr-/Lernvorgänge[n] […]“ (ebd.) bezieht und diese in den Mittelpunkt stellt. Hierzu zählt vor allem auch das Lehren, welches immer noch als die wichtigste Aufgabe in der Erwachsenen- und Weiterbildung angesehen wird, wobei festzuhalten ist, dass die reine Wissensvermittlung nicht mehr das Wichtigste daran ist (vgl. Pachner 2018, S. 1440).
Was zuerst wie ein Widerspruch anmutet, kann dadurch aufgeklärt werden, dass der Lernende selbst „[…] in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit […]“ (ebd.) gestellt werden muss und nicht mehr nur Theorieinhalte stumpf vermittelt werden sollen. Diese Betrachtungsweise greift einen wesentlichen Punkt der Ziele und Herausforderungen auf, nämlich die Subjektorientierung und teilweise sogar die gesellschaftlich verschuldete soziale Ungerechtigkeit. Die Rolle der Lehrperson hat sich transformiert und ist vom Lernvermittler bzw. der Lernvermittlerin hin zu einer lernberatenden, lernbegleitenden Person gewechselt, die den Lehr-Lernprozess moderiert (vgl. ebd.: S. 1448). Betrachtet man den Lehrenden somit nicht mehr als übergeordnete, mächtige Instanz, sondern vielmehr als einen Helfenden, können auch bildungsferne Arbeitnehmende möglicherweise ihren Blick auf Bildung transformieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Prinzip des lebenslangen Lernens ein und umreißt die Relevanz sowie das Ziel der Arbeit, die Rolle der Lehrperson in der betrieblichen Weiterbildung zu beleuchten.
2. Relevanz und Einordnung des Themas: In diesem Kapitel erfolgt eine begriffliche Abgrenzung zwischen beruflicher und betrieblicher Weiterbildung, um den spezifischen Kontext der Arbeit zu schärfen.
3. Betriebliche Weiterbildung: Das Kapitel untersucht die hohe Bedeutung der betrieblichen Weiterbildung anhand statistischer Daten und analysiert die vielschichtigen Ziele sowie Herausforderungen für Betrieb, Subjekt und Gesellschaft.
3.1 Ziele: Hier werden die unterschiedlichen Zielsetzungen der betrieblichen Weiterbildung aus der Perspektive des Betriebs, des Individuums und der Gesellschaft detailliert ausgeführt.
3.2 Herausforderungen: Dieser Abschnitt thematisiert strukturelle Hindernisse, wie Selektionsmechanismen und die Notwendigkeit einer Verzahnung von betrieblichen Logiken und individuellen Bildungsbedarfen.
4. Professionalität der Lehrperson und Gestaltungsmöglichkeiten: Der Fokus liegt hier auf dem Rollenwandel des Lehrenden zum Lernbegleiter sowie auf methodischen Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere im Umgang mit Störungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentrale Rolle der Lehrperson zusammen und betont, dass pädagogische Professionalität über reines Fachwissen hinausgeht und entscheidend für den Erfolg von Bildungsformaten ist.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Lebenslanges Lernen, Lehrperson, Professionalität, Subjektorientierung, Didaktik, Bildungsformate, Kompetenzentwicklung, Seminargestaltung, Lernbegleitung, Soziale Ungleichheit, Störungsmanagement, Mikroebene, Arbeitnehmende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Gestaltung betrieblicher Weiterbildung und der zentralen Rolle, die Lehrpersonen in diesem Prozess einnehmen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Felder sind die Differenzierung von Bildungsbegriffen, die Ziele und Herausforderungen im Betrieb, die Professionalitätsanforderungen an Lehrende sowie didaktische Gestaltungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie betriebliche Weiterbildung professionell gestaltet werden kann, um Lernprozesse nachhaltig zu fördern und den vielfältigen Ansprüchen der Lernenden gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur sowie einer fundierten Einordnung des Themas in den Kontext der Erwachsenenpädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Relevanz der betrieblichen Weiterbildung, untersucht deren Ziele und Herausforderungen sowie die Kompetenzen und Methoden, die eine Lehrperson zur erfolgreichen Seminargestaltung benötigt.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Betriebliche Weiterbildung, Professionalität, Lehrperson, Subjektorientierung und Didaktik.
Warum ist das "Störungsmanagement" für Lehrende so wichtig?
Da Störungen die Konzentrationsfähigkeit der Gruppe mindern, ist eine professionelle Reaktion darauf unerlässlich, um das Lernklima zu erhalten und einen effektiven Wissenszugang zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt der Humor in der Erwachsenenbildung?
Humor wird als professionelles Instrument eingesetzt, um Hierarchien abzubauen, Abwehrhaltungen zu verringern und eine wertschätzende Lernatmosphäre zu fördern.
Inwiefern beeinflussen soziale Selektionsmechanismen die betriebliche Weiterbildung?
Bestimmte Mitarbeitende haben oft schlechtere Chancen auf Teilnahme, da soziale Herkunft und Bildungsbiografie häufig auch den Zugang zu betrieblichen Bildungsangeboten mitbestimmen.
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- Anonym (Author), 2023, Betriebliche Weiterbildung pädagogisch professionell gestalten? Erwachsenenbildende in der Gestaltung von Bildungsformaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403068