Wettbewerbspolitik befasst sich mit der Wettbewerbserhaltung zwischen Unternehmen in allen Wirtschaftssektoren mit der Absicht, die Leistungsfähigkeit des Marktes zu fördern. Dabei spielt der Staat eine wesentliche Rolle, der Bedingungen schaffen kann, um diese Märkte funktionieren zu lassen. Die Existenz von Wettbewerb setzt jedoch Freiheitsspielräume voraus (Freiheit zum Wettbewerb), wodurch individuelle Freiheitsspielräume erhalten bleiben (Freiheit durch Wettbewerb) bzw. Abhängigkeiten von einzelnen Marktteilnehmern weitgehend reduziert werden. Daher kann Wettbewerb zahlreiche Vorteile mit sich bringen, so z.B. eine effiziente Ressourcenverteilung, Auswahlmöglichkeiten aus verschiedenen Produkten und Anbietern für die Konsumenten, die Förderung von technologischer Innovation und die Autonomie der Industriebetriebe.
Da jedes Land eigene Vorstellungen darüber hat, inwieweit der Staat hinsichtlich Monopolmacht, öffentliche Güter und äußere Umstände eingreifen und die damit verbundenen Probleme lösen soll, verfolgen auch die Länder innerhalb der Europäischen Union nicht dieselbe Wettbewerbspolitik. Außerdem herrschen unterschiedliche Auffassungen von Wettbewerb an sich. Diese Abweichungen stehen in engem Zusammenhang mit der Ansicht über den Wettbewerbsprozess und über die Funktionsweise einer Marktwirtschaft. Wir wollen daher im Anschluss die verschiedenen Ansichten aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Wettbewerbspolitik
1.1 Das Wesen des Wettbewerbsprozesses
1.2 Zwei Auffassungen über das Wesen der Konkurrenz
2. Wettbewerbspolitik in der Europäischen Union
2.1 Ziele der Wettbewerbspolitik
2.2 Gefahren für die Wettbewerbspolitik
3. Die Wettbewerbspolitik im Vergleich
3.1 Großbritannien
3.2 Die Bundesrepublik Deutschland
3.3 Frankreich
4. EU Regelungen zur Beherrschung des Wettbewerbs
4.1 Missbrauch einer beherrschenden Stellung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Grundlagen der Wettbewerbspolitik und untersucht deren praktische Anwendung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb der Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es, den Zweck der Wettbewerbserhaltung sowie die unterschiedlichen nationalen Ansätze im Vergleich aufzuzeigen und die EU-Regelungen zur Missbrauchsaufsicht zu erläutern.
- Grundverständnis des Wettbewerbsprozesses und der Konkurrenz
- Ziele und Gefahren der Wettbewerbspolitik
- Vergleichende Analyse der Politik in Großbritannien, Deutschland und Frankreich
- Rechtliche Grundlagen der EU-Wettbewerbskontrolle (Artikel 85 und 86 EGV)
- Regulierungen bei Fusionen und marktbeherrschenden Stellungen
Auszug aus dem Buch
1. Einführung in die Wettbewerbspolitik
Wettbewerbspolitik befasst sich mit der Wettbewerbserhaltung zwischen Unternehmen in allen Wirtschaftssektoren mit der Absicht, die Leistungsfähigkeit des Marktes zu fördern. Dabei spielt der Staat eine wesentliche Rolle, der Bedingungen schaffen kann, um diese Märkte funktionieren zu lassen. Die Existenz von Wettbewerb setzt jedoch Freiheitsspielräume (Freiheit zum Wettbewerb) voraus, wodurch individuelle Freiheitsspielräume erhalten bleiben (Freiheit durch Wettbewerb) bzw. Abhängigkeiten von einzelnen Marktteilnehmern weitgehend reduziert werden. Daher kann Wettbewerb zahlreiche Vorteile mit sich bringen, so z.B. eine effiziente Ressourcenverteilung, Auswahlmöglichkeiten aus verschiedenen Produkten und Anbietern für die Konsumenten, die Förderung von technologischer Innovation und die Autonomie der Industriebetriebe.
Da jedes Land eigene Vorstellungen darüber hat, inwieweit der Staat hinsichtlich Monopolmacht, öffentliche Güter und äußere Umstände eingreifen und die damit verbundenen Probleme lösen soll, verfolgen auch die Länder innerhalb der Europäischen Union nicht dieselbe Wettbewerbspolitik. Außerdem herrschen unterschiedliche Auffassungen von Wettbewerb an sich. Diese Abweichungen stehen in engem Zusammenhang mit der Ansicht über den Wettbewerbsprozess und über die Funktionsweise einer Marktwirtschaft. Wir wollen daher im Anschluss die verschiedenen Ansichten aufzeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Wettbewerbspolitik: Definition des Wettbewerbsbegriffs und Erläuterung der staatlichen Rolle bei der Wahrung von Freiheitsspielräumen auf dem Markt.
1.1 Das Wesen des Wettbewerbsprozesses: Betrachtung historischer und ökonomischer Sichtweisen auf den Wettbewerb, insbesondere der Übergang von statischen Gleichgewichtsmodellen zum Prozessbegriff.
1.2 Zwei Auffassungen über das Wesen der Konkurrenz: Gegenüberstellung der Ansichten der Österreichischen Schule, die Innovation betont, und radikaler marxistischer Theorien, die den Oligopolcharakter hervorheben.
2. Wettbewerbspolitik in der Europäischen Union: Darlegung der Notwendigkeit einer europäischen Wettbewerbspolitik zur Verwirklichung des Binnenmarktes.
2.1 Ziele der Wettbewerbspolitik: Beschreibung der überregionalen Ziele wie der Verhinderung von Monopolen und unzulässigen staatlichen Beihilfen.
2.2 Gefahren für die Wettbewerbspolitik: Analyse der Bedrohung durch Monopolbildungen, Oligopole und unzulässige Fusionsaktivitäten.
3. Die Wettbewerbspolitik im Vergleich: Untersuchung, wie die Prinzipien der Wettbewerbspolitik in verschiedenen EU-Staaten in die Praxis umgesetzt werden.
3.1 Großbritannien: Vorstellung des Fair Trading Act von 1973 und der Rolle des Office of Fair Trading sowie der Monopolies and Merger Commission.
3.2 Die Bundesrepublik Deutschland: Erörterung der deutschen Gesetzgebung, insbesondere des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und dessen Entwicklung.
3.3 Frankreich: Überblick über die historische Entwicklung der französischen Kartellpolitik und die Rolle der Wettbewerbsbehörden.
4. EU Regelungen zur Beherrschung des Wettbewerbs: Analyse der rechtlichen Verbote von Vereinbarungen, die den Handel zwischen Mitgliedstaaten behindern, gemäß EG-Vertrag.
4.1 Missbrauch einer beherrschenden Stellung: Erläuterung der Bestimmungen zu unzulässigen Geschäftspraktiken marktbeherrschender Unternehmen.
Schlüsselwörter
Wettbewerbspolitik, EU-Binnenmarkt, Monopol, Oligopol, Konkurrenz, Marktbeherrschende Stellung, Fusionen, Kartellrecht, Innovationsförderung, Ressourcenverteilung, Preisabsprachen, Wettbewerbskontrolle, EG-Vertrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über das Konzept der Wettbewerbspolitik und wie diese innerhalb der Europäischen Union strukturiert und durchgesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Wettbewerbsprozess, die Ziele der EU-Wettbewerbspolitik, der Vergleich nationaler Ansätze und die rechtliche Kontrolle von Marktmissbrauch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wettbewerb in der EU geschützt wird, um Effizienz und Innovation zu fördern und unzulässige Marktbeschränkungen zu unterbinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische und rechtshistorische Analyse, die Fachliteratur und EU-rechtliche Bestimmungen vergleichend auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Darstellung der EU-Wettbewerbsziele, eine vergleichende Analyse der Politik in drei EU-Staaten sowie eine Erläuterung spezifischer EU-Regelungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wettbewerbspolitik, EU-Binnenmarkt, Kartellrecht, Marktbeherrschung, Fusionen und die untersuchten nationalen Ansätze in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von Monopolen laut dem Dokument?
Das Dokument zeigt auf, dass es unterschiedliche Auffassungen zum Wohlfahrtsverlust durch Monopole gibt, wobei beispielsweise Berechnungen in den USA, Österreich, Großbritannien und Frankreich zu verschiedenen Einschätzungen führen.
Welche Rolle spielt der Artikel 85 des EG-Vertrags?
Der Artikel 85 dient als zentrales Rechtsinstrument, um wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen zwischen Unternehmen zu verbieten, die den Binnenmarkt beeinträchtigen könnten.
- Quote paper
- Elisabeth Luger (Author), 2002, Wettbewerbspolitik in der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14037