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Die Familienpolitik von DDR und BRD der 1980er Jahre im Vergleich. Anreize für Eheschließung, Familiengründung und Bevölkerungswachstum

Titre: Die Familienpolitik von DDR und BRD der 1980er Jahre im Vergleich. Anreize für Eheschließung, Familiengründung und Bevölkerungswachstum

Thèse de Bachelor , 2022 , 54 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Nico Michael Bäro (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Gegenstand dieser Arbeit ist ein Vergleich der Familienpolitik von den deutschen Staaten BRD und DDR mit dem Schwerpunkt in den 1980er Jahren. Familienpolitik wird hierbei als Teilbereich der Sozialpolitik analysiert und hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede genauer untersucht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den staatlichen Versuchen, Anreize für Eheschließung, Familiengründung und letztlich Bevölkerungswachstum zu setzen sowie deren Wirksamkeit. Zur Themenwahl kam es aufgrund des großen Interesses des Verfassers an Politik und Zeitgeschichte, das sich mit vielen persönlichen Bezügen zum Forschungsgegenstand verbinden ließ.

Der Forschungsstand zum Thema der vorliegenden Arbeit zeigt sich sehr vielschichtig und nähert sich dem Thema vorwiegend interdisziplinär. Die Familienpolitik wurde meist aus historischer, politikwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive betrachtet. Die Forschung hat sich dabei in den vergangenen Jahren verstärkt der Frage nach den langfristigen Veränderungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ zugewandt. Es wurde dabei stets versucht, den Charakter fundamentaler gesellschaftlich-politischer Transformationen zu bestimmen. Das besondere Augenmerk lag dabei auf der Beurteilung der Modernisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft im Nachkriegsdeutschland bis in die 1980er Jahre.

In diesem Forschungsfeld wurde von einer Reihe von Autoren der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften die These aufgestellt, dass die Ausformung des Sozialstaates selbst die oft beklagte „Krise der Familie“, also den Rückgang von Familiengründungen und schrumpfende Kinderzahl mit verursacht hat. Auch die neuere Geschichtswissenschaft übernimmt diesen Befund an verschiedenen Stellen und weist ihm damit historisch belegbare Evidenz zu. Bis heute setzte sich in der Forschung die Erkenntnis durch, dass die politische Steuerbarkeit familiärer Lebensformen begrenzt ist und in die gesellschaftliche Dynamik des Privaten nur mehr über das Setzen von Anreizen zur Familiengründung Einfluss genommen werden kann. Denn anders als etwa die Wirtschaftspolitik sieht sich die Familienpolitik, aufgrund ihres besonderen verfassungsrechtlichen Schutzes, einer inhärenten Eingriffsbarriere des Staates gegenüber.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe

2.1. Der Begriff „Familie“

2.2. Der Begriff „Fertilität“

2.3. Der Begriff „Familienpolitik“

2.4. Rechtliche Grundlagen der Familienpolitik

2.5. Ausgewählte Ziele von Familienpolitik

3. Das Bild der Familie in beiden deutschen Staaten

3.1. Das Familienideal in der BRD

3.2. Das Familienideal in der DDR

3.3. Kurzer Vergleich der Ideale

4. Familienpolitik in der Praxis

4.1. Die Familienpolitik in der BRD

4.2. Die Familienpolitik in der DDR

4.3. Kurzer Vergleich der Familienpolitik

5. Die Entwicklung der Geburten

5.1. Die Geburtenentwicklung in der BRD

5.2. Ursachen des Geburtenrückgangs in der BRD

5.3. Die Geburtenentwicklung in der DDR

5.4. Ursachen des Geburtenrückgangs in der DDR

5.5. Kurzer Vergleich der Entwicklungen

6. Grenzen der Familienpolitik: Die gewollte Kinderlosigkeit

7. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht vergleichend die Familienpolitik der DDR und der BRD in den 1980er Jahren unter Berücksichtigung ihrer demografischen Auswirkungen und der staatlichen Einflussnahme auf das Familienleben.

  • Vergleich der familienpolitischen Leitbilder und Ideale von BRD und DDR.
  • Analyse staatlicher Maßnahmen zur Geburtenförderung und deren Wirksamkeit.
  • Untersuchung der Vereinbarkeit von Familienplanung und Erwerbstätigkeit.
  • Betrachtung von Ursachen und Entwicklungen des Geburtenrückgangs.
  • Auseinandersetzung mit dem Phänomen der bewussten Kinderlosigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Familienideal in der BRD

Das bundesdeutsche Leitbild der Familie der fünfziger Jahre war, wie auch in vielen anderen westlichen Industrienationen zu dieser Zeit, das Familienmodell der modernen Kleinfamilie, das auch als „Gattenfamilie“ oder „privatisierte Kernfamilie“ bezeichnet wurde. Unter „moderner Kleinfamilie“ ist hierbei die „selbstständige Haushaltsgemeinschaft eines verheirateten Paares mit seinen unmündigen Kindern“ zu verstehen.

Diese Familienform kennzeichnet sich durch ein traditionelles Rollenverständnis. Idealtypisch heißt das, der Mann ernährt als Alleinverdiener durch seine Erwerbstätigkeit die Familie. Die Frau andererseits ist vorrangig als Hausfrau und Mutter für die Haushaltsführung und die Kinderbetreuung zuständig. Diese Familienform wurde als häufigste Lebensform und kulturelles Leitbild in allen Gesellschaftsschichten akzeptiert und gelebt. Lebensziel jedes Mannes und jeder Frau war die Familiengründung, die durch den Eintritt in eine lebenslange, monogame Ehe nebst Kinderzeugung verwirklicht werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstands und Begründung der Themenwahl für den Vergleich der Familienpolitik von BRD und DDR in den 1980er Jahren.

2. Zentrale Begriffe: Definition der für die Arbeit essenziellen Fachtermini Familie, Fertilität und Familienpolitik.

3. Das Bild der Familie in beiden deutschen Staaten: Gegenüberstellung der Leitbilder der Kleinfamilie in der BRD und ihres Pendants als staatlich gefördertes Modell in der DDR.

4. Familienpolitik in der Praxis: Analyse der konkreten politischen Maßnahmen, Instrumente und Schwerpunkte beider Staaten während der 1980er Jahre.

5. Die Entwicklung der Geburten: Detaillierte Betrachtung der Geburtenzahlen und deren Ursachen vor dem Hintergrund staatlicher Einflussnahme in beiden deutschen Staaten.

6. Grenzen der Familienpolitik: Die gewollte Kinderlosigkeit: Untersuchung der bewussten Entscheidung gegen eine Familiengründung trotz staatlicher Anreize.

7. Zusammenfassung und Fazit: Resümee des Vergleichs und Bewertung der Wirksamkeit familienpolitischer Maßnahmen auf das generative Verhalten der Bevölkerung.

Schlüsselwörter

Familienpolitik, Sozialpolitik, Vergleich, BRD, DDR, Geburtenentwicklung, Kleinfamilie, Fertilität, Kinderbetreuung, Familienideal, Geburtenrückgang, Kinderlosigkeit, Sozialistisches Leitbild, Familienförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Familienpolitik der DDR und der BRD während der 1980er Jahre, um deren Ziele und Auswirkungen auf das Familienleben sowie die Geburtenentwicklung gegenüberzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die familienpolitischen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Familienleitbilder, die Erwerbstätigkeit von Frauen sowie die staatlichen Maßnahmen zur Förderung der Familiengründung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ermitteln, welche familienpolitischen Maßnahmen von beiden Staaten bis 1989 ergriffen wurden und wie erfolgreich diese staatlichen Versuche waren, den Geburtenrückgang zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die maßgeblich auf der Auswertung von Literatur und historischen Gesetzen basiert, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Familienpolitik beider Staaten herauszuarbeiten.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Definitionen zentraler Begriffe, die unterschiedlichen Leitbilder der Familie, die praktische Umsetzung der Familienpolitik durch den Staat sowie die statistische Entwicklung der Geburtenraten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?

Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Familienpolitik, Sozialpolitik, innerdeutscher Systemvergleich (BRD/DDR), Fertilität sowie familienpolitische Instrumente und deren Wirksamkeit charakterisieren.

Inwiefern unterschied sich die Arbeitsmarktpolitik für Frauen zwischen Ost und West?

Während die Erwerbstätigkeit von Frauen in der DDR staatlich stark gefördert und als Emanzipationselement gefordert wurde, war sie in der BRD zwar möglich, wurde jedoch durch traditionelle Rollenbilder und eine Infrastruktur, die oft auf dem „Alleinverdiener-Modell“ basierte, erschwert.

Welche Rolle spielt die „gewollte Kinderlosigkeit“ in dieser Untersuchung?

Das Phänomen der freiwilligen Kinderlosigkeit wird als Grenze der staatlichen Familienpolitik betrachtet, da diese Entscheidung individuellen Lebensentwürfen folgt, auf die direkte politische Maßnahmen nur schwer Einfluss nehmen können.

Wie wirkte sich die DDR-Familienpolitik auf die Geburtenrate aus?

Die familienpolitischen Maßnahmen der DDR zielten darauf ab, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, was in der Mehrzahl der Fälle dazu führte, dass sich Frauen für mindestens zwei Kinder entschieden, wenngleich dies auch der ökonomischen Notwendigkeit geschuldet war.

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Résumé des informations

Titre
Die Familienpolitik von DDR und BRD der 1980er Jahre im Vergleich. Anreize für Eheschließung, Familiengründung und Bevölkerungswachstum
Université
University of Applied Sciences - Mannheim/Schwerin  (Politikwissenschaften)
Cours
Bachelorprüfung
Note
2,3
Auteur
Nico Michael Bäro (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
54
N° de catalogue
V1403853
ISBN (PDF)
9783346954466
ISBN (Livre)
9783346954473
Langue
allemand
mots-clé
Familienpolitik DDR BRD 1980er 80er Jahre Vergleich
Sécurité des produits
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Citation du texte
Nico Michael Bäro (Auteur), 2022, Die Familienpolitik von DDR und BRD der 1980er Jahre im Vergleich. Anreize für Eheschließung, Familiengründung und Bevölkerungswachstum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403853
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Extrait de  54  pages
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