Das primäre Ziel dieses Konzepts ist es, einen pädagogisch begleiteten Rahmen zu schaffen, in dem Jugendliche sich mit der Thematik Pornografie auseinandersetzen können. Es soll ihnen ermöglicht werden, ein kritisches Verständnis für den Konsum pornografischer Inhalte zu entwickeln und die Auswirkungen auf ihre eigene sexuelle Identität zu reflektieren. Durch Aufklärung und Diskussion in einem geschützten Umfeld wird angestrebt, eine bewusste und verantwortungsvolle Haltung gegenüber Pornografie zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Allgemeine Haltung
- 3. Begriffsdefinitionen und theoretischer Rahmen
- 3.1. Pornografie.
- 3.2. Rechtlicher Rahmen.
- 3.3. Sexuelle Identität
- 4. Ziele.
- 5. Setting
- 5.1. Örtliches Setting
- 5.2. Zeitliches Setting
- 5.3. Gruppenzusammensetzung
- 5.4. Elternarbeit und die durchführende Person.
- 5.5. Sprache.
- 6. Ablaufplanung.
- 6.1. Einstieg
- 6.2. Hauptteil.
- 6.3. Fazit und Feedback
- 7. Quellen
- 8. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit konzipiert einen pädagogischen Thementag für Jugendliche, der darauf abzielt, einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit pornografischen Materialien zu fördern und die Entwicklung einer gesunden sexuellen Identität zu unterstützen. Die Kernfrage ist, wie Jugendliche durch Aufklärung und Begleitung eine "Pornografiekompetenz" entwickeln können, um Fiktionen von der Realität abgrenzen zu lernen und die Gefahren und Grenzen der Legalität zu identifizieren.
- Definition und Typologien von Pornografie
- Rechtlicher Rahmen und Jugendschutz in Bezug auf Pornografie
- Entwicklung und Bedeutung der sexuellen Identität
- Medienkompetenz und kritische Auseinandersetzung mit pornografischen Inhalten
- Pädagogische Methoden zur Sexualaufklärung und Gesprächsführung
- Rolle von Eltern und Fachkräften in der Begleitung Jugendlicher
Auszug aus dem Buch
Pornografie
Pornografie lässt sich vielseitig definieren, oftmals abhängig von subjektiven Einschätzungen. Um eine objektive Wissensbasis zu schaffen, eignet sich zur Definition von Pornografie das deutsche Recht und der entsprechende Gesetzestext aus §184 StGB. Demnach lassen sich drei Typen von Pornografie unterscheiden (vgl. Döring 2011: 230-231):
1. Erotika/ Softcore-Darstellungen: Sexuelle Interaktion wird angedeutet und in größere Handlungskontexte gestellt; erlaubt auch für Minderjährige
2. Einfache Pornografie/ Hardcore-Darstellungen: Sexuelle Interaktion wird detailliert und weitgehend isoliert gezeigt; erlaubt nur ab 18 Jahren
3. Illegale/ harte Pornografie: Gewalt-, Tier-, Kinder-, Jugendpornografie
Frau Prof. Dr. Nicola Döring hat sich vertieft mit der Thematik Pornografie beschäftigt und bietet eine inhaltlich-funktionale Definition ähnlich dem Gesetzestext an, die im Rahmen dieser Konzeption genutzt wird. Demnach handelt es sich um eine pornografische Darstellung, wenn zum einen nackte Körper und sexuelle Aktivitäten detailliert und direkt dargestellt sind (inhaltliche Komponente) und zum anderen diese Darstellung vorwiegend dem Zweck der sexuellen Stimulation dienen soll (funktionale Komponente). Sie nennt als Synonym den Begriff des sexuell expliziten Materials (vgl. Döring 2011: 232).
Döring nimmt darüber hinaus eine Aufteilung von pornografischen Medien in Mainstream-Pornografie und Non-Mainstream-Pornografie vor. Unter Mainstream-Pornografie sind alle Produkte zu verstehen, die sich hauptsächlich an heterosexuelle Männer richten und das Sexualvergnügen des Mannes in den Mittelpunkt stellen. Die Darstellerinnen werden häufig körperlich stark in Szene gesetzt und sind meist attraktiver als die Darsteller. Diese sind kaum gänzlich im Bild zu sehen. Es kommt zu lesbischen Szenen, hauptsächlich zum Vorteil des Mannes, schwule Szenen sind nicht erwünscht. Der männliche Orgasmus wird in solchen Formaten verstärkt fokussiert dargestellt, es findet oft ein ausgiebiger Oralverkehr von Seiten der Frau statt. Diese Form von Pornografie ist am weitesten verbreitet und auf vielen Internetseiten kostenlos anzusehen. Sie geht in der Regel nicht auf die weiblichen Vorzüge oder Bedürfnisse bei sexuellen Praktiken ein und vermittelt ein hohes Machtgefälle zwischen dominantem, hochmaskulinem Mann und unterwürfiger, körperlich idealisierter Frau (vgl. ebd. 232f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung dar, dass Jugendliche früh und unkontrolliert mit Pornografie in Kontakt kommen, und begründet die Notwendigkeit eines pädagogischen Konzepts zur Aufklärung und Begleitung.
2. Allgemeine Haltung: Beschreibt die grundlegende pädagogische Haltung, die auf Menschen- und Bürgerrechten basiert und eine offene, wertschätzende sowie nicht-diskriminierende Auseinandersetzung mit sexuellen Themen vorsieht.
3. Begriffsdefinitionen und theoretischer Rahmen: Erläutert detailliert die verschiedenen Definitionen und Typen von Pornografie, den rechtlichen Rahmen des Jugendschutzes sowie die vielschichtige Bedeutung der sexuellen Identität.
4. Ziele: Definiert die primären Ziele der Vermittlung von Pornografiekompetenz, realistischen Sexualitätsvorstellungen und eines verantwortungsvollen Umgangs sowie sekundäre Ziele wie Sprachfähigkeit und Reflexion der eigenen Sexualität.
5. Setting: Beschreibt die organisatorischen Rahmenbedingungen des Thementages, inklusive des örtlichen und zeitlichen Rahmens, der Gruppenzusammensetzung, der Rolle der durchführenden Person und der Elternarbeit sowie der verwendeten Sprache.
6. Ablaufplanung: Skizziert den detaillierten Programmablauf des Thementages, beginnend mit Kennenlernübungen über Theorieinputs und Diskussionsrunden bis hin zu interaktiven Quiz-Formaten.
7. Quellen: Listet die wissenschaftlichen und rechtlichen Quellen auf, die für die Erstellung der Konzeption herangezogen wurden.
8. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie Informationsschreiben für Eltern, Arbeitspapiere und Quizbögen, die zur Durchführung des Thementages benötigt werden.
Schlüsselwörter
Pornografie, Jugendliche, Sexualität, sexuelle Identität, Aufklärung, Jugendschutz, Medienkompetenz, pädagogisches Konzept, Thementag, sexuelle Entwicklung, rechtlicher Rahmen, Gruppendiskussion, Prävention, Beziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Konzeption eines pädagogischen Thementages für Jugendliche, der einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit pornografischen Materialien fördert und die Entwicklung einer gesunden sexuellen Identität unterstützt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Pornografie (Definition, Arten, rechtlicher Rahmen), sexuelle Identität, Jugendschutz, Medienkompetenz und die pädagogische Begleitung von Jugendlichen in Bezug auf sexuelle Inhalte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Jugendlichen ein theoretisches Grundwissen über Pornografie und sexuelle Identität zu vermitteln, um sie zu einem selbstbewussten Körpergefühl und einem verantwortungsvollen, reflektierten Umgang mit pornografischem Material zu befähigen (Pornografiekompetenz).
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit selbst ist eine Konzeptentwicklung für eine berufspraktische Übung im Bereich der Sozialen Arbeit, die auf Literaturanalyse und bestehenden pädagogischen Methoden zur Sexualaufklärung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen, der theoretische und rechtliche Rahmen der Pornografie, die Ziele des Thementages, das organisatorische Setting sowie die detaillierte Ablaufplanung des Thementages mit verschiedenen Methoden behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Pornografie, Jugendliche, Sexualität, sexuelle Identität, Aufklärung, Jugendschutz, Medienkompetenz, pädagogisches Konzept, Thementag, sexuelle Entwicklung, rechtlicher Rahmen, Gruppendiskussion, Prävention, Beziehung.
Welche Arten von Pornografie werden in der Konzeption unterschieden und wie werden diese definiert?
Es werden Erotika/Softcore, Einfache/Hardcore und Illegale/Harte Pornografie unterschieden, basierend auf dem deutschen Recht (§184 StGB) und einer inhaltlich-funktionalen Definition, die Nacktheit und sexuelle Aktivitäten detailliert darstellt zum Zweck sexueller Stimulation.
Inwiefern ist Medienkompetenz relevant für den Umgang Jugendlicher mit Pornografie?
Medienkompetenz ist essenziell, um Abo-Fallen zu erkennen, die Sicherheit von Websites einzuschätzen und die Vielzahl an frei zugänglichen, oft irreführenden oder diskriminierenden Inhalten kritisch zu reflektieren.
Welche Rolle spielen Eltern in diesem Konzept und wie werden sie einbezogen?
Eltern werden im Vorfeld über die Thematik und den Ablauf des Thementages informiert. Es wird betont, dass keine pornografischen Bilder gezeigt werden und Eltern die Möglichkeit haben, die Teilnahme ihres Kindes abzulehnen, wobei eine alternative Betreuung sichergestellt wird.
Welche spezifischen Gesprächsregeln werden für die Diskussion über Sexualität und Pornografie im Thementag aufgestellt?
Die Gesprächsregeln umfassen: einander ausreden lassen, jede/r spricht für sich selbst, niemand muss etwas sagen, Lachen ist erlaubt, aber Auslachen nicht. Dies soll eine offene und respektvolle Kommunikationsatmosphäre fördern.
- Citar trabajo
- Svenja Liersch (Autor), 2022, Konzeption eines Thementages zur Auseinandersetzung mit Pornografie. Ein pädagogischer Leitfaden für Jugendschutz und sexuelle Aufklärung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403911